Pfaffinger Umschau

upf schaut hin, hört zu und schreibt's auf

Month: Dezember, 2012

History of wheels, wheels of history

Der 1938 Phantom Corsair gehört zu den Schmuckstücken im National Automobile Museum von Reno, Nevada. © Nevada Commission on Tourism

Ein Leben ohne Auto – das ist für Nordamerika nicht mehr vorstellbar. In der mobilen Evolution, die die Geschichte des Landes vorangetragen hat – zuerst per Pferdefuhrwerk, dann mit der Eisenbahn, schließlich auf der Straße – ist das Fahrzeug vielleicht ein bisschen weniger Ausdruck der Persönlichkeit als hierzulande, aber unverzichtbarer Bestandteil der lebensnotwendigen Besitztümer.

Eine feine Auswahl automobiler Stücke quer durch die Expochen steht in Nevada. Der US-Bundesstaat, bei dessen Namen viele an Cowboys und weite Steppen denken, beherbergt mit dem National Automobile Museum eines der größten Auto-Museen Amerikas und eines der am besten ausgestatteten der Welt. Die Straßen durch das mehr als 9.000 Quadratmeter große Gelände mitten in Downtown Reno ähneln einem Walk Of Fame der Stars aus Chrom.

Ein Hauch von Hollywood weht durch die Hallen des Museums. Dort steht zum Beispiel der 1892 Philion. Er ist nicht nur das älteste amerikanische Auto, er war auch Co-Star in dem Drama “Der Glanz des Hauses Amberson” mit und von Orson Wells. Der Oldtimer unter den Oldtimern reiht sich unter anderem neben James Dean’s 1949 Mercury und John Wayne’s 1953 Corvette ein.

Die Autoklassiker sind eng verbunden mit den Jahrzehnten, in denen sie produziert und gefahren wurden. So wurde die Ausstellungsfläche im Museum den jeweiligen Epochen entsprechend gestaltet. Besucher wandeln durch Kulissen von anno dazumal bis ins Hier und Jetzt. Abgesehen von der eindrucksvollen Optik und dem Erlebnismoment in den Themenbereichen, erwarten die Gäste hier Informationen, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Wer hätte schon gewusst, dass David Dunbar Buick Badewannen produzierte, bevor er den Buick erfand?

Aktuell beschäftigt sich die Sonderausstellung “Special Delivery” mit einer ganz alltäglichen und dennoch ungewöhnlichen Auto-Sparte, nämlich den Lieferfahrzeugen. Vom einfachen, leicht modifizierten Auto zum Ausliefern von Wäsche, wie einem Ford T aus dem Jahr 1912, bis zur rollenden Mehrtonner-Werbeplattform mit Licht- und sonstigen Special Effects hat das Lieferauto seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine große Wandlung erlebt. “Special Delivery” ist noch bis zum 15. April 2013 zu sehen.

Bis 16. Oktober 2013 dauert die Ausstellung “Allure Of The Show Models”. In der Museumsgallerie wird die Historie des Automobils in seltenen Fotografien, Plakaten und alten Rundfunksendungen erlebbar. Thema der Aufnahmen ist auch der Traum des Menschen nach Weite, die er mit dem Auto erschließen kann. Eine Weite, wie sie die Landschaft Nevadas bietet – eventuell für eine anschließende Autotour?