Pfaffinger Umschau

upf schaut hin, hört zu und schreibt's auf

Month: September, 2013

Der Sieg der Twins

Es ist gut 20 Jahre her, da saß ich in einem Airbus A340-200, der gerade seine „Route Proving“-Flights absolvierte. Die Stimmung an Bord war gehoben, fliegendes wie Kabinen-Personal, das Presseteam wie auch die Journalisten hatten – trotz Umleitung vom beputschten Cracacas ins ferienfreundliche Orlando – ihre schiere Freude am ersten Langstreckenjet „made in Europe“, der bald in die Flotte der Lufthansa aufgenommen werden sollte. Beim Besuch im Cockpit wie auch bei den Gesprächen am Rande wurden vor allem die Piloten nicht müde, die Tatsache zu erwähnen, dass mit den vier Motoren unter den Flügeln dieses Modell über die gleiche Sicherheit verfüge wie die bewährte Boeing 747.

Die Position „über weite Wasserstrecken nur vierstrahlig“ gehörte noch lange Jahre zum Sicherheitsdenken der Lufthansa. Eine kurze Episode, während der die Gesellschaft mit dem A310 den Nordatlantik überquerte, widersprach dem nicht, blieb auch die Ausnahme. Gleichwohl dauerte es bis spät in die Nuller Jahre dieses Jahrhunderts, bis mit dem Ausbau der A330-Flotte eine nennenswerte Anzahl von Langstreckenjets mit „nur“ zwei Motoren regelmäßig in den Interkont-Service trat.

Mit der nun getroffenen Entscheidung, große Kapazitäten der Langstreckenflotte, insbesondere den nun nicht mehr gebauten A340, durch Boeing 777s und Airbus A350s zu ersetzen, ist der einstige Glaubenssatz vom Vierstrahler über den Wassern endgültig ad acta gelegt. Eine Überraschung ist es nicht und allein dem Kostendenken geschuldet ebenfalls nicht. Seit Mitte der 80er Jahre mit der Boeing 767 und zehn Jahre später mit der Boeing 777 ein ernsthafter Marktdruck für die Übersee-Strecken erzeugt wurde, haben die „Twins“ gewaltig an Zuverlässigkeit gewonnen. Die Zeiten, die heute dem ETOPS-Verfahren (Extendde Twin-operations Performance Standards) als maximaler Abstand zum Ausweichflughafen zugrunde liegen, betragen ein Vielfaches dessen, was zu den Anfängen üblich war. Die hächste Stufe hat inzwischen eine Frist von 330 Minuten erreicht, die bestimmten Versionen der B 777 für Flüge „auf einem Fuß“ zugestanden wird.

Hinter dieser Entwicklung steckt ein enormer technischer Fortschritt, sowohl bei den Triebswerksbauern wie auch in den Maintenance-Abteilungen der Airlines. Die Segnungen moderner Telekommunikation beim Übermitteln und Analysieren von Betriebsdaten und -signalen erlauben eine präventive Wartung der Triebwerke, die deren Zuverlässigkeit nachhaltig verbessert hat. Zwanzig Jahre nach der Etablierung des Zwei-Mann-Cockpits ist nun auch der Zwei-Motoren-Jet zum Standard geworden. Weniger jedoch, auch wenn manch großmäuliger Airline-Manager anderes verlauten lässt, geht bzw. fliegt allerdings nicht.

„Open House Chicago“ macht verborgene Schätze sichtbar

Chicago - Architecture - Willis Tower and the Chicago River (c) Cesar Russ Photography

Chicago – Architecture – Willis Tower and the Chicago River (c) Cesar Russ Photography

Wie sieht in Chicago eine Präsidentensuite aus, in der Staatsoberhäupter übernachten? Wie sind die Lofts der berühmtesten Architektenbüros der Stadt gestaltet? Und wie lebt man in einem von Stararchitekten designten Haus? Zu „Open House Chicago“ öffnen sich am 19. und 20. Oktober 2013 in der Millionenmetropole am Michigansee viele Türen, die der breiten Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleiben. Insgesamt 150 Gebäude – Wolkenkratzer, Wohnhäuser, Hotels, Theater, Restaurants, Privatclubs und vieles mehr – gewähren hochinteressante Einblicke.

Teilnehmer können bei „Open House Chicago“ wahre Schätze entdecken. Zum Beispiel den mit Ornamenten, Teppichen und Kandelabern prächtig gestalteten Empire Room des Palmer House Hilton. Dort befand sich in den 1930er Jahren einer der berühmtesten Nachtclubs der USA. Entertainer wie Frank Sinatra, Judy Garland, Louis Armstrong legten dort den Grundstein zu ihren großen Karrieren. Entworfen hat das Palmer House das Architektenbüro Holabird & Root. Dessen topmoderne Designstudios im Marquette Building laden am dritten Oktober-Wochenende ebenfalls zu Besichtigungen ein.

So auch der Metropolitan Club in der 66. und 67. Etage des Willis Towers. Er ist Treffpunkt des „Who is who“ von Chicagos Finanz- und Geschäftsleben und bietet neben Weinbar und Fitnesscenter eine tolle Aussicht auf die Stadt. Der neogotische Tribune Tower (Sitz der Tageszeitung „Chicago Tribune“), das Rathaus von 1911, der „House of Blues“ Musikclub, das Restaurant Berghoff’s und das McCormick Brückenhäuschen am Chicago River sind weitere Gebäude in der Innenstadt, die bei „Open House Chicago“ zu besichtigen sind.

Chicagos Stadtteile locken unter anderem mit den Produktionsstätten der Goose Island Brauerei und der City Winery, aber auch mit dem ursprünglichen, nur 14 Stockwerke hohen Sears Tower. Das Emil Bach House ist ein exzellentes, nur selten zugängliches Beispiel für den berühmten Präriestil des Architekten Frank Lloyd Wright.

Die Besichtigungen bei „OpenHouse Chicago“ kosten keinen Eintritt, auch muss man sich zu Führungen nicht vorab anmelden. Weitere Informationen gibt es online unter www.openhousechicago.org.

OK, wie kommt man hin?

Während der vergangenen Tage auf der „Americana“ in Augsburg haben mich einige Leser des Reiterkurier auf meinen Artikel über Oklahoma in der jüngsten Ausgabe angesprochen. Ein zentrales Thema dabei war, dass sie bei der Suche nach Flügen dorthin häufig mit Preisen konfrontiert wurden, die deutlich über dem liegen, was sonst bei USA-Zielen fällig wird.

In der Tat kann es bei einer oberflächlichen Suche sein, dass ein Flug ins viel weiter von Deutschland entfernte San Francisco billiger kommt als ein Flug nach Oklahoma City (OKC) oder Tulsa  (TUL), den beiden großen Airports im Bundesstaat. Es gibt allerdings einige Optionen, den Ticketpreis zu senken bzw. von einem günstigen Routing zu profitieren.

Die erste Möglichkeit hierfür ist ein Flug nach Dallas-Ft. Worth (DFW). Der texanische Hub wird aus Europa von mehreren großen Airlines bedient, das bedeutet: Es gibt Wettbewerb auf der Strecke – mit gelegentlichen Kampfpreisen oder Aktionswochen. Mit einem Mietwagen, den man in Oklahoma sowieso braucht, ist man in der Regel innerhalb weniger Stunden an seinem Ziel in OK angelangt.

Die zweite Möglichkeit ist die Anreise über einen Airport, der auch von Southwest Airlines bedient wird. Der amerikanische Low-Cost-Carrier verfügt nicht nur über einen intensiven Flugplan von mehreren Flügen täglich zu jeder Destination, er bietet bei Inlandsflügen auch günstige Tarife, die noch die Beförderung eines Gepäckstücks einschließen. Von Europa kommend bieten sich bei einer Weiterreise per Direktflug die Flughäfen Newark (EWR), Philadelphia (PHL) – jeweils nach OKC – sowie Baltimore-Washingten (BWI) nach TUL an. Man braucht jedoch einen guten Draht ins Reisebüro, wenn man die Southwest-Flüge nicht selbst online buchen möchte, da diese Airline den Agenten keine Provisionen bezahlt.

Dritte Option bietet sich Vielfliegern der „oneworld„-Allianz, für die Reise nach Oklahoma ihre Meilen zu nutzen. Denn traditionell ist dort, wie auch in DFW, Allianz-Partner American Airlines der „Platzhirsch“.