Pfaffinger Umschau

upf schaut hin, hört zu und schreibt's auf

Month: November, 2013

Ist da zusammengewachsen, was zusammengehört?

Lange hat’s gedauert, bis sich Union und SPD auf einen Koalitionsvertrag geeinigt haben. Sehr lange. Für einen, der Politik als einen lebendigen Prozesse versteht, der gestaltet, was zu gestalten ist, und ordnet, was zu ordnen ist, mutet es denkwürdig an, dass die Partner in beiden Lagern heute schon zu wissen meinen, worauf es in den nächsten knapp vier Jahren ankommt. Ein aufmerksamer Betrachter und Zuhörer dessen, was seit der Wahl an die Öffentlichkeit gedrungen ist und gezielt dorthin getragen wurde, erkennt in den propagierten Themen indes weniger eine Agenda, denn eine Abhandlung. Eine Abhandlung von Themen des Jahres 2013, vielleicht noch der ersten Monate von 2014.

Das umfangreiche Vertragspapier, das praktischerweise im Internet nachzulesen ist, lässt schon vom Umfang her ahnen, wie viele Klienten und Positionen zu bedienen waren, bis sein Inhalt unterschriftsreif war. Die Wortwahl macht dann erkennbar, dass das Abstrakte fast stets denr Vorzug vor dem Konkreten erhielt. Allein schon auf den ersten Seiten heißt es immer wieder „wir wollen“, nicht „wir werden“.

Coalescere heißt im Lateinischen „zusammenwachsen“, sinngemäß bedeutet es sogar noch mehr: gemeinsam heranreifen. Aber haben CDU/CSU und SPD so viel gemeinsam, dass sie miteinander wachsen können? Ist es erwartbar, dass beide miteinander oder aneinander reifen? Wollen sie das überhaupt? 187 Seiten Vertrag nähren der Verdacht, dass hier kein natürliches Zusammenwachsen zu erleben ist, sondern eines, das reichlich Kleister braucht, Wortkleister. Die konkrete Form des Vertrags windet sich um ein Gerüst von Abstrakta.

Deutschland ist ein wohlhabendes Land. Aber nicht so wohlhabend, dass es sich eine Regierung leisten kann, die ihre Arbeit nicht auf konkrete Pläne aufbaut, sondern auf Absichtserklärungen. Fast auf jeder Seite dieser Partitur zu einem Wunschkonzert ist erkennbar, dass viel Zeit vergehen wird, bis aus der papierenen Idee greifbare Wirklichkeit wird. So gesehen reicht die Perspektive in der Tat viel weiter als bis 2014. Aber ein verbindliches Ziel ist dort nicht zu sehen.

 

Winters, wenn die Rockies locken

Mit dem Schlitten durch die weiße Wildnis im Durango Mountain Resort. (c) Colorado Tourism Office

Mit dem Schlitten durch die weiße Wildnis im Durango Mountain Resort. (c) Colorado Tourism Office

Der erste Schnee liegt schon. In wenigen Tagen eröffnen die Ski-Resorts im höchstgelegenen US-Bundesstaat erneut ihre Pforten für begeisterte Wintersportler aus aller Welt. Die Reiseexperten vom Colorado Tourism Office haben attraktive Highlights und Neuheiten herausgesucht.

Heli-Skiing XXL

Silverton Mountain ist eines der beiden Ski-Resorts in Colorado, die eingefleischten Wintersportlern die Option des Heli-Skiings bieten. Diesen Winter wird das Programm durch die sogenannten „Overnight Heli-Trips“ erweitert. Für 429 US-Dollar pro Person und Tag bietet sich Ski-Profis eine Heli-Skiing Tour der besonderen Art: Morgens werden die Teilnehmer mit dem Helikopter auf einen Gipfel geflogen und genießen einen ganzen Tag auf Skiern bzw. auf dem Snowboard in Begleitung eines Guides. Die Nacht wird dann in einem komfortablen North Face Dome Zelt verbracht, bevor es am nächsten Tag erneut auf die Piste geht. Den Abschluss bildet ein weiterer Heli-Flug auf einen benachbarten Gipfel und die gemeinsame Abfahrt ins Tal.

Auf der Piste mit Sherpa

Insiderwissen für jedermann – dies ermöglicht Sherpa, die neue On-Mountain Audio Intelligence App für Smartphone Besitzer im Copper Mountain Resort. Skifahrer erhalten dank der GPS-gesteuerten App umfassende Informationen über ihren aktuellen Standort, nahe gelegenen Routen und Möglichkeiten im gesamten Skigebiet und profitieren vom profunden Wissen langjähriger Bergführer, Ski-Experten und wintersportbegeisterter Einheimischer. Die App steht bei iTunes ab sofort zum kostenfreien Download bereit.

Hundeschlittentouren in Durango

Im Durango Mountain Resort bietet sich Besuchern ab diesem Winter eine weitere Möglichkeit die verschneite Berglandschaft Südwest Colorados zu erkunden. Im selbstgesteuerten Hundeschlitten können zwei Erwachsene für insgesamt 156 US-Dollar pro Schlitten eine einstündige Fahrt durch die Winterlandschaft auf dem Old Flume Trail genießen. Zum Aufwärmen dienen den Teilnehmern abschließend Heißgetränke auf der Ranch.

Kulinarischer Hüttenzauber im Mondschein

Fast schon legendär, geht die „Moonlight Dinner Series“ auch in dieser Saison im Skigebiet Arapahoe Basin in eine neue Runde. An sechs ausgewählten Samstagen zwischen dem 14. Dezember 2013 und 12. April 2014 kommen Besucher in der 3.500 Meter hoch gelegenen Black Mountain Lodge in den Genuss der kreativen Küche von Chefkoch Christopher Rybak.

Houston, wir haben einen Flug!

United Airlines bedient die Strecke zwischen München und Houston mit Jets vom Typ Boeing 767-400 (c) United Airlines

United Airlines bedient die Strecke zwischen München und Houston mit Jets vom Typ Boeing 767-400 (c) United Airlines

Texas und Bayern verbindet so manches. Der typische Dialekt, das Image als die „Macht im Süden“ – und demnächst auch ein Nonstop-Flug. Der verbindet ab dem 25. April 2014 München mit Houston. Diese neue Route wird nicht nur die Raumfahrt-Experten auf beiden Seiten des Atlantiks  freuen, die in den beiden Metropolitan-Regionen ihre industriellen Hochburgen haben. Der Anschluss des größten Drehkreuzes von United Airlines an den zweitgrößten Hub des Star Alliance-Partners Lufthansa verspricht auf beiden Seiten der Linie attraktive Anschlüsse für beide Partner; zumal damit zwei Regionen verbunden werden, die bisher eher abseits der Standard-Verkehrsströme liegen.

Flug UA 105 startet in München täglich um 9.25 Uhr und kommt am gleichen Tag um 14.15 Uhr in Houston/Texas an. Das erlaubt auch bei großzügig bemessenen Umsteigezeiten noch komfortable Weiterreisen, vor allem in den Süden und Westen der USA, aber auch nach Lateinamerika und in die Karibik. Der Rückflug, UA 104, verlässt Houston zur Zubringerflug-freundlichen Uhrzeit 16.10 und landet in München am nächsten Tag um 9.50 Uhr. Die Flugzeiten liegen bei 11 Stunden und 50 Minuten (Richtung Westen) sowie 10 Stunden und 40 Minuten (östliche Richtung).

„Der neue Flug ist die konsequente Weiterentwicklung unseres transatlantischen Streckennetzes gemeinsam mit unserem Partner Lufthansa. Wir eröffnen damit unseren Kunden eine ganze Reihe neuer Reisemöglichkeiten“, sagt Jim Compton, Vice Chairman & Chief Revenue Officer von United. „United ist bereits mit bis zu 15 täglichen Nonstop-Flügen zwischen fünf deutschen Städten und unseren US-Drehkreuzen die führende amerikanische Fluggesellschaft in Deutschland und wir freuen uns, durch diesen neuen Service unsere Marktposition weiter stärken zu können.“

Die Flüge werden mit einer Boeing 767-400 durchgeführt, die 242 Plätze hat – 39 Flat Beds in United BusinessFirst und 203 Sitze in United Economy, darunter 70 in Economy Plus. United BusinessFirst empfiehlt sich dabei als hochwertiger Business Class Service. Der Sitz lässt sich in ein 180 Grad flaches Bett mit einer Länge bis zu 1,98 Meter umwandeln, jeder Platz verfügt über ein persönliches Unterhaltungssystem mit eigenem 39 Zentimeter großen Touch-Screen-Bildschirm. Anschlüsse für Laptops, USB-Zugänge, die Auswahl unter mehrgängigen Menüs mit erlesenen, kostenlosen Weinen komplettieren den Business Class Service an Bord.

United Economy Plus bietet 12,7 Zentimeter mehr Beinfreiheit. Die Klasse befindet sich vor der regulären Economy Class und erlaubt den Passagieren bei Ankunft zudem ein schnelleres Aussteigen aus dem Flugzeug.

Bach verstanden

Es kostet Kraft, viel Kraft dieses „Kyrie“. Ganz Bach eben, Diener seines Herrn, ganz der Aufgabe verpflichtet, die Hörenden zu Glaubenden zu machen, versetzt er sie in Trance, so lange, bis der Alltag vergessen und alle Sinne dem Herrn zugewandt. Musik, nicht nur zur Ehre, sondern auch zum Dienste Gottes sind diese zwei Stunden BWV 232 im anspruchsvollen h-moll. Musik, die jeden fordert, der sich mit ihr befasst, vor allem aber einen Chor. Zumal wenn sich dieser als Konzertchor versteht, nicht als geistliches Ensemble. Eine echte Bewährungsprobe also, noch dazu an bester Adresse, dem Herkulessaal, dessen Akustik alles offenbart.

Der Chor der Bayerischen Philharmonie, der nach mehreren geglückten Bewährungsproben dieses Spitzenwerk angeht, besteht die Herausforderung ans eigene Können. Hohe Disziplin, kluge Einteilung der Kräfte und ein offenkundiges Verständnis für die hohe Kunst des Komponisten liefern die Grundlagen fürs Gelingen. Mark Mast hat seinen Sängerinnen und Sängern vermittelt, worauf es ankommt, führt sie souverän und inspiriert durchs Konzert – und sein Ensemble setzen es in einer Qualität um, die deutlich über das hinausragt, woran man einen Laienchor misst.

Die kluge Kombination der singenden mit den spielenden Stimmen trägt das Ihre dazu bei. Das Barockensemble L’arpa festante zählt nicht von ungefähr zu den Glanzlichtern unter denen, die sich dem Spiel mit historischen Instrumenten widmen. Seine Geschlossenheit und seine Musikalität sind von allerster Güte, was sich insbesondere dann zeigt, wenn sich einzelne Instrumentalisten zur Begleitung der singenden Solisten finden, mit ihnen in Dialog treten. Da hören wir Bach in Reinkultur und das Herz freut sich.

Auch deshalb, weil die Besetzung der Solostimmen mit großem Bedacht erfolgte – was das Werk angeht wie auch die erweiterte Dimensionalität zum Chor. Manfred Bittner ist ein Bass, wie man ihn sich für ein solches Konzert und einen solchen Raum nur wünschen kann: kraftvoll entspannt, mit einem feinen Gespür für Zwischentöne und Tempi. Marcus Ullmann als Tenor setzt die Akzente, wo sie das Werk fordert, nicht das Publikum, überzeugt mit Klarheit und Wärme. Marion Eckstein gibt den Altpartien eine anregende Prägung, nicht zuletzt weil ihre kluge Intonation besonders gut mit der Stimmung der historischen Instrumente harmoniert. Monika Eder bewegt sich mit traumwandlerischer Sicherheit im Spannungsfeld von Dramatisierung und Demut, erweist der Intention Bachs eine vollendete Referenz.

Sie alle da oben auf der Bühne haben ihren Bach verstanden. Das vollbesetzte Haus dankt es mit langem, herzlichem Applaus.      (c) Ulrich Pfaffenberger