Pfaffinger Umschau

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Month: März, 2014

Wie damals, anno Pocahontas…

Jamestown Settlement -  Powhatan Indian village (C) Capital Region USA

In einem nachgebildeten Indianerdorf können Besucher auch selbst Hand anlegen und erfahren, wie beispielsweise Felle bearbeitet oder Kanus hergestellt wurden. (C) Capital Region USA

Es ist eine der bekanntesten und zugleich tragischsten Liebesgeschichten Nordamerikas, die Stoff für zwei Hollywoodstreifen und eine Disney-Verfilmung lieferte: die Geschichte der Indianer-Prinzessin Pocahontas. Die Tochter des Häuptlings Powhatan hat es wirklich gegeben. Sie lebte Anfang des 17. Jahrhunderts, als englische Siedler 1607 im heutigen US-Bundesstaat Virginia an Land gingen und die erste dauerhaft besiedelte englische Kolonie Jamestown (zunächst: James Fort) gründeten. Die Liebesbeziehung zu John Smith, der die Kolonie anführte, ist jedoch frei erfunden. Zwar kam Pocahontas oft in das Fort, um ihn zu besuchen und seine Sprache zu lernen, doch heiratete sie am 5. April 1614 den Tabakpflanzer John Rolfe. Noch immer ist Pocahontas eine zentrale Figur in der amerikanischen Geschichte. Die Hochzeit mit dem englischen Siedler, die sich jetzt zum 400. Mal jährt, wird am 5. April 2014 in Historic Jamestowne für Besucher nachgespielt.

Historic Jamestowne ist als Originalstandort des James Fort kulturelles Erbe Amerikas und wird auch als Geburtsort der USA bezeichnet. Es befindet sich in der heutigen Stadt Jamestown, wo derzeit noch bei Ausgrabungen wichtige Artefakte der damaligen Siedler gefunden werden. Den ganzen April über widmet sich Historic Jamestowne mit verschiedenen Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträgen und speziellen Touren der Welt der Pocahontas. Im Nathalie P. and Alan M. Voorhees Archaearium, dem Museum von Historic Jamestowne, startet im Juni zudem die Ausstellung „World of Pocahontas“, die archäologische Funde zeigt und neue Details über die materielle Welt der Ureinwohner Virginias sowie ihre Interaktion mit den englischen Siedlern offenbart. Mehr zu Historic Jamestowne und den Veranstaltungen unter www.historicjamestowne.org/wofp/events.php.

Geschichte zum Anfassen

In einer umfassenden und interaktiven Ausstellung informiert Jamestown Settlement über das Leben der Indianer und der englischen Siedler in Virginia. (C) Capital Region USA

In einer umfassenden und interaktiven Ausstellung informiert Jamestown Settlement über das Leben der Indianer und der englischen Siedler in Virginia. (C) Capital Region USA

Neben dem Originalstandort der ersten dauerhaften englischen Kolonie Nordamerikas können Besucher die Geschichte der Algonkin-Indianer und der weißen Siedler auch im Jamestown Settlement nahe der Stadt erleben: Dieser Komplex besteht aus einem interaktiven Museum sowie einem angeschlossenen Park mit Nachbildungen eines Powhatan-Indianerdorfes, der Siedlung und der drei Schiffe, mit denen die Engländer über den James River nach Jamestown kamen. Kostümierte Museumsangestellte zeigen anschaulich, wie das Leben Anfang des 17. Jahrhunderts ausgesehen hat und wie sich Kultur und Lebensstil der ansässigen Indianer von denen des weißen Mannes unterschieden. Jamestown Settlement ist besonders bei Familien sehr beliebt, denn sowohl in der Museumsausstellung als auch auf dem Freigelände darf nach Herzenslust angefasst und selbst ausprobiert werden. Weitere Informationen unter historyisfun.org.

Jamestown ist Teil des Historischen Dreiecks, das außerdem Williamsburg, von 1699 bis 1776 Hauptstadt der britischen Kolonie Virginia, und Yorktown, wo 1781 die amerikanisch-französische Armee unter George Washington die Briten im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg entscheidend besiegte, umfasst. Alle drei Standorte sind über die rund 40 Kilometer lange Ferienstraße Colonial Parkway miteinander verbunden.

Flugreisende sind großzügig bei Entschädigungen

Jedes Jahr haben Fluggäste in Deutschland Anspruch auf Entschädigungen in einer Gesamthöhe von rund 532 Millionen Euro wegen verspäteter oder annullierter Flüge. Doch der Großteil des Geldes bleibt bei den Airlines: Wie das Verbraucherschutzportal www.Fairplane.net jetzt ermittelt hat, sparen Fluggesellschaften mehr als 500 Millionen Euro jährlich ein, die eigentlich Passagieren zustehen. Für die Auswertung hat Fairplane alle 2013 in Deutschland abgewickelten Flüge analysiert.

Bei Flugannullierungen sparen Airlines das meiste Geld: Passagiere, die ihre Entschädigung von Fairplane einfordern lassen, wenden sich fast ausschließlich wegen Flugverspätungen an das Portal. Dass ihnen bei Annullierungen ebenso ein Ausgleich zusteht, wissen nur die Wenigsten. Dabei liegt dem Großteil (70 Prozent) der Ausgleichsansprüche ein gestrichener Flug zu Grunde. Insgesamt wurden 2013 knapp 17.700 Flüge auf deutschen Flughäfen annulliert. Spitzenreiter ist Deutschlands verkehrsreichster Flughafen Frankfurt, gefolgt von München und Düsseldorf – an diesen drei Airports wurden zusammen mehr als 12.200 Flüge gestrichen.

Gemessen an der Anzahl abgefertigter Passagiere schneidet jedoch Düsseldorf vergleichsweise am schlechtesten ab. Die meisten Annullierungen in Deutschland gab es im vergangenen Jahr bei den großen Fluggesellschaften Lufthansa (mehr als 7.200), Air France (rund 6.100) und British Airways (gut 4.300). Bei den Zielflughäfen hätten die meisten in Deutschland annullierten Flüge nach Frankfurt am Main, Paris Charles de Gaulle oder London Heathrow führen sollen. Jeweils mehr als 2.000 geplante Flüge mit diesen Zielflughäfen fanden niemals statt.

Mehrheit der Reisenden kennt ihre Rechte nicht: Sofern Passagiere nicht mindestens 14 Tage vor dem ursprünglichen Flugdatum über den Ausfall informiert wurden und die Flugstreichung im Verantwortungsbereich der Airline liegt, haben sie bei einer verspäteten Ankunft von mindestens drei Stunden zusätzlich zu Betreuungsleistungen einen Anspruch auf Entschädigung. Deren jeweilige Höhe regelt die seit 2005 geltende Fluggastrechte-Verordnung der EU. Doch die Mehrheit der Reisenden ist sich ihrer Rechte noch immer nicht bewusst. Von rund 200 Millionen Passagieren jährlich auf Flügen von und nach Deutschland steht etwa 1,4 Millionen Passagieren (0,7 Prozent) eine Ausgleichszahlung zu – mit einer durchschnittlichen Höhe von 380 Euro.

Die Gesamtsumme aller berechtigten Ausgleichsansprüche beläuft sich damit auf gut 530 Millionen Euro. Doch lediglich vier Prozent dieser berechtigten Ansprüche werden eingefordert und damit von den Airlines ausgezahlt – auf die übrigen 96 Prozent wird verzichtet. Der Grund dafür liegt für Fairplane-Geschäftsführer Andreas Sernetz auf der Hand: „Die meisten Flugreisenden kennen ihre Rechte nicht. Davon profitieren die Fluggesellschaften, indem sie versuchen, Passagiere mit Essens-Gutscheinen oder Bonusmeilen milde zu stimmen.“

Auch die Angst vor hohem Aufwand und Anwaltskosten würde viele davon abschrecken, die Airline zu konfrontieren, so Sernetz weiter. Während Passagieren hohe Summen entgehen, wäre die finanzielle Belastung für die Fluggesellschaften, anders als von ihnen öffentlich vorgebracht, eher gering: Für sie würde die Durchsetzung aller bestehenden Ansprüche lediglich mit zwei Euro pro verkauftem Flugticket ins Gewicht fallen.

Tosende Flüsse, tanzende Rafts

 

Rasanter Nervenkitzel – White Water Rafting in West Virginia (c) kms/West Virginia Tourism

Rasanter Nervenkitzel – White Water Rafting in West Virginia (c) kms/West Virginia Tourism

Gerade in den Wochen zwischen März und Ende Juni wird der Mountain State zum Abenteuerland für Rafting-Fans: In dieser Zeit führen alle Flüsse in West Virginia hohe Wasserstände. Etwa 210.000 Wagemutige kommen jährlich nach West Virginia und suchen ihre Herausforderung beim White Water Rafting auf den Flüssen Cheat, Gauley und dem New River. Zahlreiche Veranstalter vor Ort bieten West Virginia-Reisenden begleitete Wildwasserfahrten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Die Touren führen durch die schönsten Täler und wildromantischsten Schluchten des Mountain States.

Der New River ist einer der beliebtesten Wildwasser-Flüsse in den USA. Auf einer 23 Kilometer langen Strecke mit einem Gefälle von 74 Metern haben die Rafter eine starke Strömung zu bezwingen. Dabei bahnt sich der Fluss seinen Weg durch eine beeindruckende 300 Meter tiefe Sandstein-Schlucht, die auch der Grand Canyon of the East genannt wird.

Eine unvergessliche Tour durch das unberührte Naturparadies des Cheat Canyon erleben Rafter während einer 21 Kilometer langen Wildwasser-Tour auf dem Cheat. Gerade im Frühjahr bietet der Strom die Möglichkeit, besonders aufregende Rafting-Touren der Schwierigkeitsgerade drei und höher (auf einer Skala von eins bis sechs) zu unternehmen. Aufgrund der häufig wechselnden Wasserstände der Bergströme ist der Cheat aber das ganze Jahr über eine Wildwasser-Attraktion. Familien finden hier auch weniger stürmische Flussabschnitte, zum Beispiel den Cheat Narrows mit einer 16 Kilometer langen Rafting-Strecke, auf der an manchen Stellen sogar geschwommen werden kann.

Der Fluss Gauley ist für mutige Wildwasser-Fans wie geschaffen und bietet beste Voraussetzungen für erstklassiges White Water Rafting. Mit einer Strecke von 45 Kilometern, einem Gefälle von rund 213 Metern und einer rasanten Strömung ist die Wildwasserfahrt auf dem Upper Gauley ausschließlich für bereits erfahrene Rafter geeignet. Felsige und stark abschüssige Flussabschnitte machen die Tour zu einem prickelnden Erlebnis. Der Lower Gauley wird häufig als Warm-up-Strecke genutzt und ist gerade bei weniger tollkühnen Aktivsportlern sehr beliebt.

Informationen über geführte White Water Rafting-Touren auf den Flüssen Gauley, New River und Cheat sind erhältlich unter www.gauley.com, www.newrivercvb.com und www.cheatriveroutfitters.com.

Der US-Bundesstaat West Virginia ist beliebtes Reiseziel für alle Outdoor-Fans, die das ursprüngliche Amerika kennen lernen möchten. Der Mountain State bietet mehr als 50 State Parks, große Wälder, historisch bedeutsame Orte und Gebäude aus der Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs, traditionelle Festivals sowie zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie White Water Rafting, Golf, Mountainbiking, Wandern und Wintersport. Am besten erreichen Reisende West Virginia über den internationalen Flughafen Washington Dulles und einer eineinhalbstündigen Autofahrt oder einen Weiterflug in die Hauptstadt Charleston.