Pfaffinger Umschau

upf schaut hin, hört zu und schreibt's auf

Month: April, 2014

Palm Springs serviert die guten Sachen

Genussvoll dinieren bei der Palm Springs Desert Resorts Restaurant Week (c) Palm Springs Bureau of Tourism

Genussvoll dinieren bei der Palm Springs Desert Resorts Restaurant Week (c) Palm Springs Bureau of Tourism

Vom 30. Mai bis zum 8. Juni steht Palm Springs im Zeichen des großen Schlemmens. Bei der Palm Springs Desert Resorts Restaurant Week offerieren 100 Restaurants, Cafés und Bars in Palm Springs und Umgebung ausgewählte 3-Gänge-Menüs, die sie zum Teil eigens für das Festival kreiert haben. Zum Festpreis von umgerechnet 19 oder 28 Euro können sich Gourmets auf unterschiedlichste Weise verwöhnen lassen – von regional-kalifornisch bis asiatisch, von leger bis luxuriös, von bio bis extravagant. Bei der Gestaltung ihrer Speisekarten zeigen sich die Gastronomen auch in diesem Jahr wieder kreativ.

Die Palm Springs Desert Resorts Restaurant Week existiert seit dem Jahr 2007. Neben den Gastronomiebetrieben bieten auch Hotels und Attraktionen spezielle Angebote und Sondertarife während des Festivals an. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.palmspringsrestaurantweek.com.

 Palm Springs bietet eine Fülle an außergewöhnlichen Restaurants, Cafés und Bars für verwöhnte Gaumen. So ist das Restaurant Copley’s in der einstigen Luxusvilla des Hollywood-Stars Cary Grant untergebracht. Der vielfach ausgezeichnete Küchenchef Andrew Copley serviert feine Fleischspezialitäten und Meeresfrüchte mit innovativem Touch. Sichtbeton, schwarzer Stahl und monolithische Formen bestimmen dagegen das Industrie-Chic-Ambiente des Workshop Kitchen + Bar. Gäste genießen hier eine bodenständige, regionale Küche mit frischen, biologisch erzeugten Produkten.

Notorische Spätaufsteher sind im Norma’s im luxuriösen Hotel The Parker an der richtigen Adresse. Hier können sie ihr Frühstück – aber nicht nur das – bis 22 Uhr Abends ordern. Und wem es nach Jägerschnitzel, Knödeln und Co. gelüstet, der findet im Johannes Restaurant des gebürtigen Tiroles Johannes Bacher eine feine Auswahl an österreichischen Spezialitäten. Mehr zur gastonomischen Landschaft in Palm Springs unter .

Denver, nicht nur wegen der Berge

Morgens kurz vor acht kam ich in Denver an. Eine Nacht lang war der „Empire Builder“ von Chicago kommend Richtung Westen geeilt. Das leichte Vibrieren der Waggons kam dem Schlaf entgegen, das entfernte Heulen des Dieselhorns, dieser eigenartige, durchdringende Klang hatte jedoch diesen Zustand des vor sich hin Dämmerns erzeugt, in dem der Geist nie wirklich abwesend ist, aber jedes Gefühl für Zeit und Raum verlieren lässt. Es hatte mir keiner gesagt, dass diese transkontinentalen Amtrak-Züge in den Bahnhof von Denver rückwärts hineinstoßen. Die Entdeckung verblüffte mich dann, den damals noch recht unerfahrenen USA-Reisenden, doch arg: Eine Großstadt, in die ein Hauptverkehrsmittel auf einem einsamen Gleis im Rückwärtsgang hineinzuckelt, langsamer als die bimmligste Bimmelbahn? Kann das sein? Es kann. Und noch heute erinnere ich mich daran, dass die vom „Denver Clan“ erzeugten Illusionen über diese Stadt sich während der 20 Minuten im „reverse mode“ in Nichts auflösten. Aber ich hatte so gebucht und musste den Zug dann ohne mich weiterfahren lassen. 2 Tage und 3 Nächte sahen der Reiseplan für die „mile high city“ vor.

Ein halbes Dutzend mal bin ich seither in Denver gewesen und habe die Stadt inzwischen von vielen Seiten kennengelernt, die jener ersten Begegnung das Befremdliche nehmen. Nicht aber die Langsamkeit. Denn durch diese Stadt eilt man nicht oder hetzt am Ende gar. Bei der dünnen Luft ginge das sowieso schnell an die Leistungsgrenzen. Das gemächliche Tempo, das sich durch alle Phasen des Lebens hier oben zieht, mag verständlich machen, warum viele Nordamerikaner Denver als Provinznest geringschätzen. Gleichwohl verkennen sie seine wahre Tugend: Das Leben darf auch etwas langsamer verlaufen. Das sinnfälligste Beispiel dafür sind die kostenlosen Shuttle-Busse auf der 16th Street Mall, der Kernachse von Downtown, die jeden zweiten Block anhalten und, wenn mal wieder Fahrräder oder Rollstühle ein- und ausgeladen werden, nur unwesentlich schneller vorankommen als Fußgänger. Womit klargestellt ist: Man braucht kein Auto in Denver und das ist gut so.

Dagegen würde kaum auffallen, ritte man zu Pferd in die Stadt. Der Polizist, der seinen Gaul an einer Fontäne in der Fußgängerzone trinken lässt – auch das ein Bild des ersten Besuchs, das sich tief eingeprägt hat. Für das richtige Outfit des „Westerners“ begebe man sich zu Rockmount in der Wazee Street, wo es seit anno 1946 das von „Papa Jack Weil“ erfundene „snap-button shirt“ zu erstehen gibt, ein Hemd also, das sich mit Druckknöpfen verschließen und öffnen lässt. Glauben Sie mir: Sie werden nie Cowboy sein, wenn sie sich nicht dieses Kleidungsstück gönnen, das Rockstars genauso wie Präsidenten bereits in diesem Laden erstanden haben. Einem Laden, dessen Personal Umgangsformen pflegt, die in den vergangenen 68 Jahren allenfalls verfeinert, aber kaum verändert wurden. Wer dazu den Kontrast ins Hier und Jetzt sucht, fand ihn bis vor einiger Zeit zwei Haustüren weiter im „Jet Hotel“. Mittlerweile ist es geschlossen, wobei man nun rätseln kann, ob es daran lag, dass der Empfangstisch fast unauffindbar mitten in einem angesagten Club war, oder dass der Lift ab dem ersten Stock mit den intensiven Düften des dort angesiedelten Friseursalons erfüllt war, oder dass in der Zimmer-Bar, verteilt auf ein stylisches Wandregal die Wodkaflasche (1 Liter) größer war als die Wasserflasche (0,3 Liter). Die Lage jedenfalls war unschlagbar, der Preis vernünftig und Zimmer okay, wenn man Ventilator statt Klimaanlage akzeptierte und im Bassrhytmus vibrierende Möbel schlaffördernd empfand. Solche Dinge passieren in Denver eben manchmal und man braucht sich nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, warum in dieser Hauptstadt eines US-Bundesstaate eine Mehrheit für die Freigabe weicher Drogen zusammenfand.

Weiter geht’s im Teil 2.

 

Hält das? Oder tilt das?

Ganz oben im John Hancock Center lockt jetzt "Tilt" mit einem abenteuerlichen Blick über Chicago (c) Choose Chicago

Ganz oben im John Hancock Center lockt jetzt „Tilt“ mit einem abenteuerlichen Blick über Chicago (c) Choose Chicago

Im April 2014 eröffnet auf der Besucherplattform „360° CHICAGO“ im 94. Stockwerk des John Hancock Center „Tilt“, die neueste Attraktion in der Stadt für Nervenstarke. 360° CHICAGO bietet auf einer Höhe von rund 300 Metern einen einzigartigen Blick auf die Wolkenkratzer von Chicagos Innenstadt und den Lake Michigan. Mit „Tilt“ erleben die Besucher die Aussicht so, als ob sie über die Straßen fliegen würden. Hierzu halten sie sich an Griffen der großen Fenster fest. Anschließend werden die Fenster nach vorne gekippt, so dass die Gäste scheinbar über den Dächern der Stadt schweben.

Die „Tilt“-Fenster befinden sich an der Südseite von 360° CHICAGO und bieten die beste Aussicht auf die spektakulären Hochhäuser der drittgrößten amerikanischen Metropole. Die Eröffnung erfolgt Anfang April 2014, doch gibt eine Videoanimation einen ersten Vorgeschmack auf „Tilt“. Weitere Informationen gibt es zudem auf der Webseite von 360° CHICAGO unter www.360chicago.com/tilt