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Month: Oktober, 2014

Wo die „Queen of Rock“ die ersten Noten bekam

Im Museum für die „Queen of Rock“ sind Bühnenkostüme, Dokumente und vieles mehr zu sehen. (c) Tennessee Tourism

Im Museum für die „Queen of Rock“ sind Bühnenkostüme, Dokumente und vieles mehr zu sehen. (c) Tennessee Tourism

Geboren und aufgewachsen in Nutbush, brachte Tina Turner die „City Limits“ dieses kleinen Ortes in Tennessee zu Weltruhm. Ganz in der Nähe in Brownsville wurde jetzt ein Museum für die „Queen of Rock“ eingeweiht. Zu sehen sind Bühnenkostüme, Dokumente und vieles mehr.

Mit dem Tieflader gerettet

Beinahe wäre das Schulhaus für Afroamerikaner von 1889 abgerissen worden. Musikfans bekamen aber Wind vom nahende Ende der Flagg Grove School, sammelten blitzschnell ein paar tausend Dollar, organisierten einen Tieflader und ließen das hölzerne Gebäude von seinem angestammten Platz an einem Feldrand umgehend auf den Parkplatz des kleinen Museums für die Kultur von West-Tennessee verfrachten, des West Tennessee Delta Heritage Center im winzigen Brownsville.

Auch Tina half beim Sammeln

Das nur aus einem Klassenzimmer bestehende Schulhaus, in dem die spätere „Queen of Rock“ Tina Turner in den 1940er-Jahren Lesen und Schreiben lernte, war gerettet. Zwei Jahre Jahr später nun steht das Gebäude frisch renoviert immer noch auf dem Parkplatz an der Autobahn I-40 eine Stunde ostwärts von Memphis. Im Klassenraum findet man noch einige der alten Pulte, vor allem aber Vitrinen mit goldenen Schallplatten, Fotos und Bühnenkostümen. Aus der ganzen Region kamen die Fundstücke, Tina-Turner-Fans trugen aus ihren privaten Sammlungen ihr Scherflein bei – und auch die Rockdiva selbst half mit beim Sammeln.

Zwischen Nashville und Memphis

Seit dem 26. September ist The Tina Turner Museum Flagg Grove School jetzt eröffnet: ein idealer Zwischenstopp auf dem Weg von Nashville nach Memphis. Auch das schon länger bestehende kleine Museum nebenan ist den Besuch wert. Dort erfährt man viel über das flache Baumwoll-Land des Mississippi Delta – eines Deltas sieben Stunden vom Meer entfernt, das frühe Siedler bis an den Horizont überschwemmt vorfanden und deshalb für das Mündungsdelta des Mississippi hielten. Museumsbesucher erfahren auch viel über die Musik aus dem Delta.

In bester Gesellschaft

Neben Tina Turner kamen viele andere Legenden von hier, darunter auch der Rockabilly-König Carl Perkins aus dem nahen Jackson. Von dort stammt ebenso der Schlagzeuger W. S. Holland, der über Jahrzehnte Johnny Cash begleitete und als der „Father of Drums“ bekannt ist. Er ist einer der Stars, die zur Eröffnung des Tina Turner Museum während der zweiten Ausgabe des jetzt jährlichen kleinen Festivals „Tina Turner Heritage Days“ auf dem Programm standen.