Pfaffinger Umschau

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Month: Juli, 2015

Leuchten der Erinnerung

Erloschen und verglüht: "Stardust Memories" im Neon Museum von Las Vegas. © Sophie von Moy/LVCVA

Erloschen und verglüht: „Stardust Memories“ im Neon Museum von Las Vegas. © Sophie von Moy/LVCVA

Downtown ist da, wo vor über hundert Jahren, im Jahr 1905, der Spaß in Las Vegas begann. Mit seiner sagenumwobenen Geschichte ist Downtown eine Besucherattraktion, wo Vergangenheit und Gegenwart unmittelbar nebeneinander existieren. Eines der dortigen Schmuckstücke ist das Neon Boneyard Museum, dass seine Besucher in längst vergangene Zeiten entführt.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2012 ist das Neon Boneyard Museum, am Nordende des Las Vegas Boulevard gelegen, eine Attraktion für jeden Besucher. In diesem Museum wird die Geschichte der Stadt auf eine Weise erzählt, wie es nur im Friedhof der Leuchtreklamen in Las Vegas möglich ist. Schon beim ersten Blick auf das Museum zeigt sich die Historie der Stadt: die muschelförmige Lobby des ehemaligen La Concha Motels, das früher am Südende des Strip stand, wurde zum Nordende des Strip transportiert und beherbergt nun den Eingang des Museums in dem sich das Visitor’s Center befindet. 

Mehr als 150 Neonschilder

Von hier öffnet sich die Tür in das alte Las Vegas und die Besucher tauchen in längst vergangene Zeiten ein. Das im freien gelegene Neon Museum beherbergt mehr als 150 Neonschilder, von einzelnen Buchstaben bis hin zu ganzen Schriftzügen und Reklametafeln, die bis auf die 30er Jahre zurückgehen. Bei geführten Touren werden die einzigartigen Geschichten der Neonschilder erzählt – von Entwurf und Inspiration über die Entstehung bis hin zur Rolle, die die einzelnen Schilder in der Vergangenheit der Stadt spielten.

Das Museum wurde als gemeinnützige Organisation gegründet, um die Neonschilder zu sammeln und auszustellen. Einzelpersonen sowie Unternehmen und die Regierung haben unablässlich daran gearbeitet, die Erhaltung dieser Schätze zu fördern. Die Mission des Neon Museums ist es, die Kulturgüter Las Vegas‘ für pädagogische, geschichtliche und kulturelle Zwecke zu sammeln, zu erhalten, zu studieren und auszustellen.

 

Movies, Musik und Emotionen

Spektakuläres Panorama beim Bravo! Vail Festival (c) Zach Mahone

Spektakuläres Panorama beim Bravo! Vail Festival (c) Zach Mahone

Wenn das Wetter wärmer und die Tage länger werden, bereitet sich Colorado alljährlich auf die bevorstehende Festivalsaison vor. Der US-Bundesstaat erweist sich besonders im Sommer und Herbst für Filmbegeisterte und Musikliebhaber als spannendes und lohnenswertes Reiseziel, denn überall finden Events mit erstklassigen Programminhalten in landschaftlich wunderschöner Umgebung statt.

Den Auftakt macht das Crested Butte Music Festival von Ende Juni bis zum 9. August. Mit über 50 Veranstaltungen und mehr als 150 preisgekrönten Künstlern aus 12 Ländern gehört dieses Festival zu den musikalischen Highlights des Jahres. Oper, Jazz, Klassik und Weltmusik sorgen für eine umfangreiche Abdeckung verschiedener Genres und bedienen die unterschiedlichsten Geschmäcker.

Bravo! Vail ist das einzige Festival in Nordamerika, das gleichzeitig drei der weltbesten Orchester in einer Saison begrüßen darf. Jeden Sommer verlegen das Dallas Symphony Orchestra, das Philadelphia Orchestra und die New Yorker Philharmoniker ihren Wohnsitz nach Vail, um die großen Klassiker sowie Jazz- und Popmusik aufzuführen. Ergänzt wird das Programm von einer vielfältigen und sorgfältig ausgewählten Kammermusikreihe. Vom 1. Juli bis 6. August.

Zwar liegt der Schwerpunkt traditionell auf klassischer Musik, doch auch Jazz, Country und Folk stehen mit auf dem musikalischen Programm des Music in the Mountains Sommerfests in Durango. Vor der Kulisse der majestätischen San Juan Mountains treten vom 12. Juli bis zum 2. August erstklassige Orchester und Gastmusiker im Festivalzelt und unter freiem Himmel auf.

Die Main Street in Telluride zur Festivalzeit (c) Telluride Film Festival

Die Main Street in Telluride zur Festivalzeit (c) Telluride Film Festival

Vom 4. bus 7. September strömen Filmenthusiasten aus aller Welt in das malerische Städtchen Telluride, um das 42. Telluride Film Festival zu besuchen. Die Veranstaltung besteht glücklicherweise nicht nur aus Filmvorführungen und geladenen Filmstars, sondern ist vor allem auch als Publikumsfestival bekannt. So wird Besuchern die Chance geboten, direkt mit Filmschaffenden zu diskutieren. Das Programm des Festivals bleibt bis zum Eröffnungstag geheim, in der Vergangenheit waren schon Filmgrößen wie Francis Ford Coppola, Wim Wenders und Hilary Swank  zu Gast.

Ebenfalls für Freunde des bewegten Bildes wird vom 17. bis 20. September das Breckenridge Film Festival veranstaltet, das bereits seit 35 Jahren die Kunst des Filmemachens zelebriert und somit zu den ältesten Festivals des Landes gehört. Gezeigt werden Independent Filme aus den Bereichen Drama, Comedy und Adventure. Darüber hinaus haben Besucher bei verschiedenen Anlässen die Möglichkeit, direkt mit den Filmemachern ins Gespräch zu kommen.

Wenn sich im Herbst die Blätter der Espenbäume in ein goldenes Farbenmeer verwandeln, sorgt das kleine, aber sehr feine Aspen Filmfest für unvergessliche Filmmomente. Präsentiert werden vom 25. bis 30. September preisgekrönte Spiel- und Dokumentarfilme sowie Vorschauen von preisverdächtigen Filmen, die im Herbst in den Kinos starten.

Reiches Erbe zu entdecken – und zu erwerben

Kocian DePasqua Antiques - Woodbury, Connecticut

Kocian DePasqua Antiques – Woodbury, Connecticut

Für Kunst- und Geschichtsliebhaber, die sich für historisches Mobiliar und Memorabilia aus den letzten zwei Jahrhunderten begeistern, gibt es kaum ein besser bestücktes Revier als die Neuenglandstaaten, eine Region, in der sich überall sowohl die reiche Geschichte Amerikas als auch wertvolle Sammlerstücke finden lassen. Zu dieser speziellen Art von Schatzsuche eignen sich besonders die mit reduziertem Tempo beglückten Panoramastraßen, auf denen sich historische Städten aneinanderreihen, in denen Antiquitäten aus der Kolonialzeit sozusagen an jeder Straßenecke auf ihre Entdeckung warten.

Rhode Island ist der kleinste Staat der USA, doch auch dort lassen sich Antiquitäten und ein Kulturerbe finden, das bis 1636 zurückreicht. In Providence führt der Heritage Trail zu Geschäften wie Red Bridge Antiques mit einer feinen Sammlung neuenglischer Maler und Bildhauer oder zu Nostalgia, das für Glas, Porzellan und Juwelen bekannt ist. Auch der Providence Art Club mit kolonialen Antiquitäten aus Zinn, die Slater Watermill als Geburtsstätte der amerikanischen Industrie aus dem Jahr 1793 und das Smith-Appleby House lohnen einen Besuch. Darüber hinaus gibt es in Rhode Island eine Fülle einzigartiger Kunst und Möbel in den berühmten Herrenhäusern von Newport, den Newport Mansions zu besichtigen.

Die auch Antiques Alley genannte Route 4 führt durch die unvergleichliche Landschaft im südlichen New Hampshire. Die Strecke verläuft von Chichester nach Durham, und zu Neuenglands ältesten Antiquitätenvierteln in Northwood, Lee und Epsom. Über 500 Händler liegen auf dem Weg, zu den bekanntesten gehören Lee Circle Antiques für Möbel und Porzellan, und das Betty House für außergewöhnliche Holzarbeiten. Auch die Hauptstadt Concord mit ihrer interessanten Geschichte und die malerische Lakes Region lohnen einen Abstecher.

Die Route 6a auf Cape Cod in Massachusetts ist auch als Old Kings Highway bekannt und verbindet die historischen Städte Barnstable, Sandwich, Yarmouth, Brewster, Bourne und Dennis. Highlights auf der Strecke sind das Antiques Center of Cape Cod und Wisteria Antiques, ein zum Antiquitätengeschäft umgebautes viktorianisches Haus. In Sandwich können Besucher des Heritage Museum & Gardens einen wunderschönen Blumengarten, ein antikes Karussell sowie eine Sammlung amerikanischer Autoklassiker besichtigen.

Durch hügelige Landschaften und historische Orte Connecticuts von Hartford bis ins malerische Woodbury mit weißen Kirchtürmen, restaurierten Kolonialhäusern und rund zahlreichen Antiquitätengeschäften schlängelt sich der Woodbury Antiques Trail. Walin Frey Antiques beeindruckt mit amerikanischer Kunst und Möbeln des 17. bis 19. Jahrhunderts, andere Geschäfte haben sich auf Porzellan, Art Deco, Uhren, Bücher und Schmuck spezialisiert. Das Antique Center in Statford beherbergt zudem über 200 Händler und auf dem Antiques Marketplace in Putnam lassen sich vornehmlich Stücke des 18. und 19. Jahrhunderts aufspüren.

Der durch Maine laufende Teil der Route 1 besitzt eine atemberaubende Küste und hervorragende Antiquitätengeschäfte. Ausgangspunkt ist York, der älteste urkundlich erwähnte Ort Amerikas. Von hier führt der Weg in nördliche Richtung über Wells und Kennebunkport nach Arundel, wo Antiques USA, Antiques On Nine und Henman’s Antiques zu den bekanntesten Händlern zählen. Lohnenswerte Stopps unterwegs sind der Cliff Walk in York, der herrliche Ausblicke auf die eindrucksvolle Felsenküste bietet, Walker’s Point (die Sommerresidenz des ehemaligen US-Präsidenten George Bush) und Perkins Cove in Ogunquit.

Die malerische Route 100 in Vermont ist berühmt für ihre wunderschönen Green Mountains, doch der Weg ist auch für Kunst- und Antiquitätensammler interessant. Zwischen Wilmington und der kanadischen Grenze gibt es historische Städte wie Bennington zu entdecken, wo sich mit Antiques in Camelot das größte Antiquitätengeschäft des ganzen Bundesstaats niedergelassen hat. Weitere empfehlenswerte Geschäfte wie das Windham Antique Center, Conways Antiques in Rutland und Mill House Antiques & Gardens verfügen ebenfalls über eine große Auswahl. Wandern, Angeln, Golfspielen und Radfahren in den Green Mountains stellen eine willkommene Abwechslung und Ergänzung zum schöngeistigen Besichtigungsprogramm dar.