Pfaffinger Umschau

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Month: August, 2015

Mit dem Fahrrad von Jamestown nach Richmond

Virginia Capital Trail  (c) Virginia Tourism Corporation

Virginia Capital Trail (c) Virginia Tourism Corporation

Besucher des US-Bundestaates Virginia haben nun einen Grund mehr, während ihres Urlaubs sportlich aktiv zu werden: Am 3. Oktober 2015 wird der neue „Virginia Capital Trail“ feierlich eröffnet. Unter dem Motto „Connecting the Past and the Present“ verbindet dieser Radweg dann auf insgesamt rund 84 Kilometern das historische Jamestown mit Richmond, der heutigen Hauptstadt Virginias – und damit rund 400 Jahre amerikanische Geschichte. Denn in Jamestown wurde 1607 die erste dauerhafte englische Siedlung gegründet. Von dort aus nahmen die Vereinigten Staaten, wie wir sie heute kennen, ihren Anfang.

Tempo rausnehmen und zu Fuß gehen

Teilstrecken des malerischen Radweges, der unter anderem am mächtigen James River entlang führt, sind bereits für Besucher geöffnet und werden auf einer interaktiven Karte im Internet unter virginiacapitaltrail.org ausgewiesen (Karte vergrößern, um Details zu sehen). Neben allen Streckenabschnitten sind die historischen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen der Region sowie ideale Stopps für Wanderungen, Tierbeobachtungen und schöne Ausblicke verzeichnet. Auch Unterkunftsmöglichkeiten, Restaurants sowie Parkplätze und Sanitäranlagen entlang des Trails werden abgebildet. Wer vor Ort ein Fahrrad ausleihen möchte, findet zudem auf der Karte die passenden Adressen. Der „Virginia Capital Trail“ ist auch für Spaziergänger zugänglich.

400 Jahre Geschichte(n) erradeln

 Am Jamestown Settlement machen sich die Schiffe auf die Reise (c) Capital Region USA

Am Jamestown Settlement machen sich die Schiffe auf die Reise (c) Capital Region USA

Ob als sportliche Tour auf dem gesamten Radweg oder nur als Ausflug auf einer Teilstrecke: Auf dem „Virginia Capital Trail“ lassen sich mehr als 400 Jahre Geschichte vom ersten Regierungssitz bis zur heutigen Hauptstadt Virginias erfahren: In Jamestown nahmen die Vereinigten Staaten von Amerika ihren Anfang, als dort 1607 die erste dauerhafte englische Siedlung gegründet wurde. Die erste gesetzgebende Versammlung in der Geschichte der USA wurde 1619 in der Kirche von Jamestown abgehalten. Die Stadt blieb Regierungssitz der königlich-britischen Kolonie von Virginia, bis sie diese Funktion 1699 an die Nachbarstadt Williamsburg abtreten musste.

1776 wurde Williamsburg Hauptstadt des neuen, von der britischen Krone unabhängigen „Commonwealth of Virginia“, wie der US-Bundesstaat in Anlehnung an das British Empire auch heute noch offiziell heißt. Zwölf Jahre später, 1788, wechselte der Regierungssitz erneut: Seither ist die moderne Metropole Richmond Virginias Hauptstadt.

Beliebte Sehenswürdigkeiten in der Region

Gemeinsam mit Yorktown bilden Jamestown und Williamsburg das „Historische Dreieck“, das Besuchern mit Museen, Originalbauten und einem riesigen Freilichtmuseum („Colonial Williamsburg“) Einblicke in das Leben der damaligen Siedler gibt. Bekannteste Geschichte aus jener Zeit ist sicher die der Indianerprinzessin Pocahontas, die 1614 den Engländer John Rolfe, einen Siedler Jamestowns, heiratete. Das „Historische Dreieck“ ist als Ausflugsziel besonders bei Familien beliebt.

Neben den geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten verfügt die Region über einen großen Freizeitpark (Busch Gardens), Outlet-Shoppingmöglichkeiten wie den Williamsburg Premium Outlets, erstklassige Golfplätze und mehr. Als Kontrastprogramm zum Historischen Dreieck lockt Richmond mit lebendigem Großstadtflair: Trendige Shops und Boutiquen, renommierte Museen, erstklassige Restaurants, ein pulsierendes Nachtleben, aber auch ein breites Angebot für Aktivitäten im Freien und internationale Events machen die Hauptstadt Virginias zu einem beliebten Reiseziel.

Weiterführende Informationen zu Jamestown stehen unter www.historyisfun.org sowie zu Williamsburg unter www.visitwilliamsburg.com und www.colonialwilliamsburg.com bereit. Einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten in Richmond gibt www.visitrichmondva.com.

Powwow-Atmosphäre schnuppern – in Augsburg

Meine Heimatstadt Augsburg steht während der AMERICANA 2015 zwischen dem 2. und 6. September wieder ganz im Zeichen der Western-Reitkunst. Am Stand der beiden US-Bundesstaaten Kansas und Oklahoma, die mit einer eigenen mehrköpfigen Delegation anreisen, sind dann auch indianische Tänzer in Aktion zu sehen.  Michael Roberts zum Beispiel, ein Choctaw/Chickasaw-Indianer aus Oklahoma, dessen indianischer Name „Dancing Eagle Feathers“ lautet, ist ein professioneller Powwow-Tänzer. Er reist zusammen mit seiner Frau Rebecca, einer Pueblo-Indianerin aus Taos, New Mexico, oft auch in Begleitung der Töchter, von Wettbbewerb zu Wettbewerb im Wohnwagen durch die USA. Die Roberts gehören zu einer kleinen Gruppe indianischer Familien, die ihren Lebensunterhalt fast auschließlich mit Powwows verdienen.

Außer Michael und Rebecca sind erstmals auf der AMERICANA 2015 die beiden jüngeren Töchter, Paan Pai und Morning Star, mit dabei. Michael gilt als einer der besten Vertreter des Southern Fancy War Dance, bei dem meist jüngere Tänzer in fantasievoll-bunten Kostümen ausdrucksstark die Bewegungen von Pferden nachahmen. Während Rebecca den Old Style Jingle Dress Dance zeigt, hat sich Paan Pai auf den elegant-anmutigen Southern Cloth Dance spezialisiert und wirbelt Morning Star im Fancy Shawl Dance über die Tanzfläche.

Der Begriff „powwow“ oder „pow wow“ leitet sich vom Wort „powwaw“ – „spiritual leader“ – aus der Sprache der Narragansett-Indianer aus Rhode Island, an der US-Ostküste, ab. Spricht man heute von „Powwow“ meint man nicht nur die traditionelle Form des Zusammentreffens von indianischen Stämmen bzw. Familienverbänden, sondern auch mit Geld- bzw. Sachpreisen dotierte Tanz-, Trommel- und Gesangswettbewerbe. Im Mittelpunkt eines Powwow stehen die Tänze, wobei Senioren und -innen (über 50 Jahre), Männer und Frauen zwischen 18–49 Jahren, Teens (13–17) und Kinder (6–12) getrennt in verschiedenen Kategorien antreten. Untermalt werden die Tänze von wechselnden „Drums“ – so werden Gruppen von mindestens fünf Sängern, darunter ein Vorsänger, genannt, die am Rand des Tanzrunds um eine große Trommel sitzen und ihren kehligen Gesang mit rhythmischen Schlägen begleiten.

Zumindest den Hauch eines Powwows können Besucher während der AMERICANA 2015 am Gemeinschaftsstand von Travel Kansas und Travel Oklahoma (Halle 3 A-12) erleben. Dort werden die Roberts täglich halbstündlich von 10 bis 18 Uhr auftreten. Am Stand werden täglich zwischen 9 und 19 Uhr mehrere Vertreter beider Staaten nicht nur Reisetipps geben, sondern ganz besonders über Cowboys und Indianer sowie die legendäre Route 66, die beide Staaten quert, informieren. Als „Eyecatcher“ steht vor dem Messeeingang wieder der bunt-bemalte Trailer von Travel Kansas/Oklahoma, der bei Schulungen und Workshops von/mit Reiseprofis zum Einsatz kommt.

Weitere Informationen findet sich auf der deutschen Webseite von Kansas und Oklahoma sowie auf der Webseite der AMERICANA.