Pfaffinger Umschau

upf schaut hin, hört zu und schreibt's auf

Month: April, 2016

Mit Volldampf durch Neuengland

Der Essex Steam Train rollt fotogen durch Connecticut (c) Jody Dole

Der Essex Steam Train rollt fotogen durch Connecticut (c) Jody Dole

Vor nicht allzu langer Zeit zählte eine Fahrt mit dem Zug noch zu den luxuriösesten Formen des Reisens. Auch heute bieten Bahnreisen den Vorteil, bequem und ganz in Ruhe die vor dem Fenster vorbeiziehenden Landschaften zu genießen. In Neuengland gibt es eine Reihe historischer Züge, in denen sich die Passagiere entspannt zurücklehnen und zum Rhythmus der über die Schienen rollenden Räder Landschaft und Natur im Nordosten der USA bewundern können.

In den White Mountains von New Hampshire lassen sich im Herbst die leuchtenden Farben der Bäume bei einer altmodischen und sehr gemütlichen Zugfahrt besonders schön erleben. Die Conway Scenic Railroad bringt ihre Passagiere während einer fünfstündigen Tour (inklusive Mittagessen) zu den eindrucksvollen Herbstlandschaften New Hampshire, wobei sie einer über 130 Jahre alten, historischen Route folgt. Eine Fahrt mit der Winnipesaukee Railroad ist ein weiteres Bahnhighlight in New Hampshire. Die Eisenbahnlinie aus dem Jahr 1849 am Lake Winnipesaukee führt entlang der Vorgärten eleganter Wohnhäuser und gewährt dabei ungewöhnliche Einblicke.

Steil bergauf in den White Mountains (c) Cog Railway

Steil bergauf in den White Mountains (c) Cog Railway

Für Fotografiebegeisterte ist die Mount Washington Cog Railway ein verlo(c)kendes Motiv. Seit über 140 Jahren führt die steilste Bahnstrecke in Nordamerika Touristen auf den Gipfel des über 1.900 m hohen Mount Washington. Die spektakulären Panoramaausblicke auf dieser Tour umfassen die Berge und Täler von New Hampshire, Maine und Vermont und reichen im Norden bis nach Kanada und im Osten bis hin zum Atlantischen Ozean. Die Schönheit der Berge und der Nervenkitzel während der Fahrt auf den höchsten Gipfel im Nordosten der USA sind heute noch genauso faszinierend wie im Jahre 1869, als die weltweit erste Bergbahn mit Zahnradantrieb eröffnet wurde .

Die Winzer von Vermont produzieren eine Vielzahl hervorragender Weine. Bei einer Fahrt mit den „Wine Tasting Trains“ erfahren die Passagiere viel über die Weinproduktion des Green Mountain State, genießen dabei die malerischen Landschaften und probieren verschiedene preisgekrönte Weine und Käsesorten.

In Connecticut kann man die Fahrt mit einer historischen Eisenbahn und den Ausflug auf einem Dampfschiff direkt kombinieren. Das gibt es sonst nirgendwo in den USA. Erst führt der von einer Dampflok angetriebene und aufwendig restaurierte Essex River Steam Train seine Gäste rund eine Stunde durch das malerische Connecticut River Valley, anschließend geht es weiter mit dem Dampfschiff „Becky Thatcher“ auf eine zweistündige Flusskreuzfahrt vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Gillette Castle und dem Goodspeed Opera House.

Großartiges Panorama in den White Mountains (c) Cog Railway

Großartiges Panorama in den White Mountains (c) Cog Railway

Die Cape Cod Central Railroad in Massachusetts ist ein Erlebnis für Feinschmecker, die sich gerne auf charmant-altmodische Weise unterhalten lassen möchten. Vom Hyannis Depot aus geht es mit dem komfortablen Zug auf eine kulinarische Reise zurück in die Vergangenheit quer durch die verborgene Schönheit des Kaps mit seinen Dünen und der salzhaltigen Luft. Zu den verschiedenen Touren gibt es Mittagessen, Sonntagsbrunchs oder elegante Abendessen.

Wer gerne Neuenglands spektakuläre Küstenregion per Zug erkunden möchte, dem bietet sich mit dem Downeaster der staatlichen Eisenbahngesellschaft Amtrak die perfekte Gelegenheit. Mehrmals täglich fährt dieser Zug von der North Station in Boston nach Portland in Maine und wieder zurück, mit einer Option, von Portland aus weiter in das für seine Outletmalls bekannte Freeport oder in die Universitätsstadt Brunswick zu reisen.

Weitere Amtrak-Züge fahren ab Boston Richtung Süden durch Rhode Island zur Kolonialstadt Providence, nach Westerly, einer Stadt am Strand mit traditionsreichen Hotels, und nach Mystic im Bundesstaat Connecticut, wo ein Meeresmuseum und ein Aquarium besichtigt werden können.

Was tu sich in Aspen und Snowmass „after snow“?

Beeindruckendes Panorama am Maroon Creek © Jeremy Swanson Photography

Beeindruckendes Panorama am Maroon Creek © Jeremy Swanson Photography

Die beiden Orte Aspen und Snowmass im US-Bundesstaat Colorado stehen hierzulande für Champagne Powder, Partys und endloses Skivergnügen. Dass die beiden Städtchen im eindrucksvollen Roaring Fork Valley und die umliegenden Berggiganten auch im Sommer ein echtes Outdoor-Paradies mit einer Vielzahl von Angeboten sind, ist hingegen wenig bekannt. Dabei entfaltet die unbändige Natur Colorados in den kurzen, aber sonnigen Sommermonaten ihre volle Schönheit. Dicke Wildblumenteppiche durchziehen die legendären Espenwälder, das Klima ist ideal für ausgedehnte Bergtouren und das weite Netz an aussichtsreichen Single Trails lässt jedes Mountainbikerherz höher schlagen.

Muddy boots and endless skies – Hiking

Hinein in die Wanderschuhe und ab in die Natur! Beim Wandern rund um Aspen und Snowmass führen verschiedenste Trails aller Schwierigkeitsstufen über saftige Wiesen und durch lichte Espen- und Nadelwälder, wie etwa der gepflasterte Owl Creek Trail für Einsteiger, der Ute Trail mit seinen Serpentinen und einem einmaligen Gipfelblick oder für Ausdauer-Pros die Snowmass Ski Area mit Panoramablick auf Pyramid Peak und Maroon Bells.

Höher, schneller, weiter – Trail running

Eine Stufe extremer wird es beim Trail Running rund um Aspen Mountain, Highlands, Buttermilk und Snowmass: Zum Beispiel auf dem fast 13 Kilometer langen Government Trail, der die beiden Städtchen Aspen und Snowmass miteinander verbindet oder auf dem Hunter Creek Trail, der sich von Snowmass aus, vorbei an Wasserfällen und kleinen Schwimmtümpeln, unerbittlich steil nach oben schlängelt.

Mountainbiker sind in Aspen und Snowmass flott unterwegs, wo sonst die Skis sausen und die Boards tanzen. © Michele Cardomone

Mountainbiker sind in Aspen und Snowmass flott unterwegs, wo sonst die Skis sausen und die Boards tanzen. © Michele Cardomone

Two-wheeled love – Mountainbiking

Jene Berge, die im Winter, tief verschneit, gut 13 Quadratkilometer pures Pistenvergnügen bieten, werden in den warmen Monaten des Jahres zum Biking-Dorado. Auf einem Streckennetz von 120 Kilometern können sich Sattelfeste hier verausgaben, egal ob Einsteiger oder Downhill-Profi. Für den perfekten fahrbaren Untersatz stehen zahlreiche Leihstationen zur Verfügung.

Griffiger Felsen, pure Leidenschaft – Rock climbing

Was der trockene Champagne Powder dem Skifahrer im Winter, ist der kantige, griffige Felsen dem Kletterer im Sommer. Mehr als 100 verschiedene Routen warten rund um Aspen und Snowmass darauf, bezwungen zu werden. Passend dazu bieten die Aspen Alpine Guides einen ganzjährigen Kalender mit geführten Bergabenteuern und führen in die Technik des Bergsteigens ein.

Wild wild west – Horse Riding

Wer dem Zauber der Pferde einmal erlegen ist, der kommt nur schwer wieder von ihnen los, so heißt es. Glücklicherweise müssen Pferdefreunde die edlen Tiere auch in den Rocky Mountains nicht missen. Fast 40 Kilometer Reitwege und eine atemberaubende Landschaft machen das Roaring Fork Valley zum wahr gewordenen Traum eines jeden Reiters. Vom Halbtagsausflug bis zum mehrtägigen Wanderritt ist alles möglich – romantisches Lagerfeuer mit den typisch amerikanischen S’mores inklusive.

Fisherman’s friend – Fly-Fishing im Roaring Fork River

Fliegenfischen ist eine Kunst für sich, erfordert der leichte Köder, die „Fliege“, doch eine ganz besondere Wurftechnik und Ausrüstung. Dabei sind Aspen und das Roaring Fork Valley bei Anglern sehr beliebt, da die dortigen Gewässer als besonders fischreich gelten. So tummeln sich in Roaring Fork River und Fryingpan River allerlei Fischsorten wie Regenbogen-, Bach- und Cutthroat-Forellen oder Felchen. Örtliche Anglerläden wie der Taylor Creek Fly Shop, Aspen Fly Fishing oder die Aspen Outfitting Company bieten auch geführte Angelausflüge an.

Nass und heftig: Rafting und Kayaking auf dem tosenden Roaring Fork River. © RedMtnProductions

Nass und heftig: Rafting und Kayaking auf dem tosenden Roaring Fork River. © RedMtnProductions

Für Wasserratten – Rafting, Kayaking, River Surfing und SUP

Wenn die Sommersonne das weite Tal in ihr goldenes Licht taucht, laden Colorado und der Roaring Fork River zu zahlreichen Aktivitäten auf und im Wasser ein. So gilt Aspen unter Rafting- und Kajakfans schon lange als echter Geheimtipp. Sportlich wird es auch beim Stand-up-Paddling, das nicht nur den Gleichgewichtssinn fordert, sondern auch den ganzen Körper trainiert. Neugierige versuchen sich am „River Surfing“, wo es gilt, mit einem Stand-up-Paddle-Board die Wellen des Colorado River zu bezwingen.

Dem Himmel so nah – Paragliding

Die Welt von oben entdecken können Aspen-Urlauber das ganze Jahr über beim Paragliding am Aspen Mountain. Im Tandem heißt es vom Berg ganz gemächlich Richtung Tal schweben und den einmaligen Ausblick genießen. Besonders schön ist das Paragliding im Herbst, wenn sich die Rockies in ihr buntes Blättergewand hüllen.

 Up in the air – Hot Air Balloning

Ein unvergesslicher Ausblick erwartet unerschrockene Himmelsstürmer bei einer Fahrt mit dem Heißluftballon. Schon bei Sonnenaufgang geht es hoch in die Lüfte. Während die Natur unten in Snowmass langsam zum Leben erwacht, gleiten die Ballonfahrer lautlos mit dem Wind über die Rockies. Ein erhabenes Gefühl und bleibende Eindrücke aus der Vogelperspektive sind die Belohnung fürs frühe Aufstehen. Im Anschluss an die Fahrt wartet am Boden ein prickelnder Champagner-Brunch.

 

Schicke Schlitten, leckere Schnitten

Da kommt allerlei Süßes ins Rollen beim Kansas Pie Festival & Car Show (c) www.travelksok.de

Da kommt allerlei Süßes ins Rollen beim Kansas Pie Festival & Car Show (c) www.travelksok.de

Kaum jemand kennt den 400-Einwohner Ort Gypsum, gut 110 Kilometer nördlich von Wichita, der größten Stadt im Bundesstaat Kansas, gelegen. Doch am 29. Mai, wenn das Kansas Pie Festival & Car Show stattfinden wird, tritt das Nest ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

„Schuld“ ist der deutschstämmige Paul Kruse. Der liebt nämlich Torten, egal ob German Chocolate Pie, Raisin Pie, Coconut Pie oder Apple Pie. „Ich will unser Dorf zur Torten-Hauptstadt machen,“ verkündete Kruse, rief das Kansas Pie Festival ins Leben und organisiert es 2016 nun schon zum dritten Mal. Kruse ist jedoch vielseitig und seine zweite Vorliebe gilt alten Autos, Classic Cars. Neben süßen Leckereien präsentiert deshalb der Automobil-Liebhaber gleichzeitig an die 150 historische Autos. Eines davon ist Kruses eigener Ford-Transporter von 1955, der dank des Festivallogos auf der Ladefläche im Dorf nur als der „Pie Wagon“ bekannt ist.

Da über tausend Besucher erwartet werden, herrscht schon Tage vorher in „Our Daily Bread Bake Shoppe“ im etwa 150 km nördlich gelegenen Barnes hektische Betriebsamkeit. Schließlich soll jeder Besucher möglichst viele verschiedene Torten kosten dürfen. Gypsum ist übrigens eine Gründung deutscher Siedler: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Ort als „Tempelfeld“ von der Tempelgesellschaft, einer protestantisch-pietistische Gruppe aus Württemberg, gegründet worden. Noch heute beruft sich über ein Viertel der Bewohner des Bundesstaats Kansas auf deutsche Wurzeln – vielleicht erklärt das auch die Vorliebe für Torten und Autos?

Infos: www.facebook.com/events/802478249863835/?active_tab=highlights

Meinung? Gern.

Weil ich online nicht ausschließlich über diesen Blog kommentiere, hier eine kurzes Meinungsbild meinerseits, wie ich es dem geschätzten Portal B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN in jüngster Zeit anvertraut habe.

Da war jene vorübergehend hockochende Diskussion quer durch die einschlägigen Erregungs-Foren, ein deutsches Eisenbahnunternehmen wolle Frauenabteile einführen, bei der mal wieder kaum einer der Aufgeregten zu Ende recherchiert hatte.

Fragwürdig ist aus meiner Sicht, wie verkrampft mitunter Unternehmen versuchen, nach Fusionen, Umwandlungen oder anderweitigen, für Außenstehende kaum wahrnehmbaren Veränderungen sich einen neuen Namen zu geben – der auf den schnellen Blick verlockend wirkt, sich dauerhaft aber nur schwer verdauen lässt.

Warum Kaufprämien für Strom-Autos nicht zum Ziel führen und daher Germany’s next topmodels nicht mit einem „E“ beginnen, ergibt sich nach meinem Dafürhalten bei genauer Betrachtung fast von selbst.

Die persönliche Komfort- und Bequemlichkeitszone verändert die Welt der Logistik – und die Lebensqualität in unseren Städten. Daran habe ich keinen Zweifel.