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Month: Mai, 2016

20 Jahre von MUC nach Philly

A330 der American Airlines vor der "Flugspitze", dem Aussichtshügel am Münchner Airport. (c) Pinus Text & Bild

A330 der American Airlines vor der „Flugspitze“, dem Aussichtshügel am Münchner Airport. (c) Pinus Text & Bild

Es ist nur ein dünner Strich auf der Weltkarte der Flugverbindungen – aber ein sehr stabiler: die Strecke zwischen München und Philadelphia. Vor 20 Jahren, am 23. mai 1996 hatte US Airways die Verbindung zwischen MUC und PHL aufgenommen und seither ununterbrochen bedient. Auch nach Ausscheiden aus der Star Alliance durch die Verschmelzung mit American Airlines blieb die Airline dem Flughafen im Erdinger Moos treu, obwohl die neue Allianz oneworld dort bei weitem nicht die Menge an Verbindungen aufweisen kann wie die Konkurrenz, in der die Lufthansa eine wichtige Rolle spielt.

Offenbar ist die Strecke aus eigener Kraft (ertrags)stark genug, um am Markt zu bestehen. Immerhin haben in den zwei Jahrzehnten ihres Bestehens rund 2,5 Millionen Passagiere das Angebot genutzt, zunächst in zweistrahligen Jets vom Typ Boeing 767, heute in ebenfalls zweistrahligen Airbussen A330. „Philadelphia ist weiterhinein populäres Ziel der deutschen Geschäfts- und Privatreisenden“, sagte bei einer Cake-Cutting-Ceremony zum Jubiläumstag der Sales Manager Deutschland, Österreich und Osteuropa von American Airlines, Joachim Tietz. „Der Flugzeugtyp A 330 bietet eine extrem komfortable Möglichkeit, um dort anzukommen.“

Geburtstagskuchen für 20 Jahre American Airlines am Münchner Airport. (c) Pinus Text & Bild

Geburtstagskuchen für 20 Jahre American Airlines am Münchner Airport. (c) Pinus Text & Bild

Der internationale Flughafen von Philadelphia ist Americans größte Drehscheibe im Nordosten der USA. Passagiere aus München können dort zu 160 Zielen in Nordamerika, Südamerika und in der Kabirik umsteigen.  Die Gesellschaft fliegt die Route im Zwei-Klassen-System mit 20 Lie-flat-Sitzen in der Business Class sowie 234 Plätzen in der Economy.

 

Camping „with all the topings“

Das Tree House im Primland Resort mit Blick auf die Blue Ridge Mountains (c) Capital Region USA

Das Tree House im Primland Resort mit Blick auf die Blue Ridge Mountains (c) Capital Region USA

Wer Wert auf ein intensives Naturerlebnis legt, aber auf den gewohnten Komfort nicht verzichten möchte, für den ist Glamping genau das Richtige. Die neue Wortschöpfung, die sich aus den Begriffen „Glamourous“ und „Camping“ zusammensetzt, bezeichnet eine Urlaubsart, die die Vorteile des Zeltens mit den Annehmlichkeiten einer luxuriösen Ausstattung verbindet. Beim Glamping muss die Unterkunft nicht zwingend ein Zelt sein, auch Wohnwagen in Nobeloptik oder ausgefallene Behausungen fallen unter den Begriff.

Zelt mit Bar

In der Savage River Lodge in der Nähe des beliebten Ausflugsziels Deep Creek Lake State Park in Maryland können die Gäste in acht sogenannten Jurten wohnen. Die großen Rundzelte, die den Nomaden in der Mongolei traditionell als Behausung dienen, lassen keine Annehmlichkeiten vermissen. Ausgestattet mit einem King-Size-Bett, Ledermöbeln, einer Getränkebar, einer Veranda an der Vorder- und Hinterseite der Jurte sowie einem eigenen Bad bieten sie Camping-Genuss auf höchstem Niveau.

Heizung? Heizung!

Ebenfalls sehr luxuriös übernachten die Gäste der Rose River Farm im Madison County in Virginia. Die den traditionellen mongolischen Jurten nachempfunden Hütten verfügen über zwei Schlafzimmer mit je einem Bad, einem großen Wohn- und Esszimmer, Jumbo-Flatscreen mit Satellitenanschluss und einer Klimaanlage mit Heizungsfunktion. Von den drei aus Zedernholz, Glas und Stahl bestehenden Hüttenzelten hat man einen herrlichen Blick auf die Blue Ridge Mountains und das Rose River Valley.

Baumhaus mit Bergblick

Kindheitserinnerungen werden bei einer Übernachtung im Baumhaus wach. Allerdings ist die Ausstattung der luftigen Unterkünfte des Primland Resorts in Virginia viel luxuriöser, als dies im eigenen Garten der Fall war. Die Deluxe-Baumhäuser sind aus massiver Eiche erbaut und verfügen über ein komfortables Bett, ein Badezimmer mit Badewanne, TV und Internetzugang. Ein Fahrzeug mit Vierradantrieb kann für den Weg von und zur Lodge genutzt werden. Der Blick von den drei „Tree Houses“ auf die umliegende Berglandschaft der Blue Ridge Mountains ist einmalig und kann von dem um das Haus herumgehenden Balkon aus genossen werden. Außerdem gibt es in dem Resort ein Observatorium, in dem die Gäste den Sternenhimmel beobachten können.

Wifi im Wohnwagen

Liebhaber von fahrbaren Unterkünften werden ebenfalls in Virginia fündig. Dort bietet das bezaubernde Gasthaus The Mark Addy Inn in Nellysford bei Charlotteville jetzt auch die Übernachtung in einem hochmodernen Wohnwagen an. Der „Glamper“ verfügt über fließendes Wasser, Strom, vier Satelliten-Fernseher und Wifi. Die Ausstattung des Luxus-Campers beinhaltet zudem ein Badezimmer mit Dusche, eine Küche mit Marmor-Tresen und Esstisch sowie eine eigene Lagerfeuerstelle. Die Gäste können wählen, ob sie sich das Frühstück lieber selber in ihrer noblen Unterkunft zubereiten oder es im Mark Addy Inn einnehmen.

Das große Fest der „Roten Menschen“

Festlich gekleideter Tänzer beim "Red Earth Festival" in Oklahoma City (c) TravelOK.com

Festlich gekleideter Tänzer beim „Red Earth Festival“ in Oklahoma City (c) TravelOK.com

„Okla humma“ – „Rote Menschen“ – heißt in der Choctaw-Sprache die Urbevölkerung und so erhielt auch der heutige US-Bundesstaat Oklahoma seinen Namen. Dass in Oklahoma 39 von 562 offiziell in den USA anerkannten Indianervölkern zu Hause sind, geht darauf zurück, dass US-Präsident Jefferson Anfang des 19. Jahrhunderts Land westlich des Mississippi zum „Indian Territory“ ernannt hatte.

Einzigartiges „Red Earth Festival“

In Oklahoma informieren nicht nur hochklassige Museen über die Indianer, sondern geben vor allem Powwows, Besuchern Gelegenheit, Mentalität und Kultur der Native Americans besser kennenzulernen. Das dieses Jahr zum 30. Mal ausgetragene Red Earth Festival in der Hauptstadt Oklahoma City gehört zu den jährlichen Veranstaltungshöhepunkten und zu den besten derartigen Events im ganzen Land.

Im Cox Convention Center treffen sich am Wochende vom 10. bis 12. Juni über 130 der besten indianischen Künstler und Tänzer von über 100 Stämmen aus ganz Nordamerika. Eröffnet wird das Festival am Freitagvormittag, 10. Juni, mit einem Umzug der Teilnehmer durch die Innenstadt von OKC. Höhepunkt des Kulturfestes sind die täglich stattfindenden Tanzwettbewerbe, an denen die ausdrucksstarken Powwow-Tänzer in verschiedenen Kategorien und unterteilt nach Geschlecht und Alter um Geld- und Sachpreise gegeneinander antreten.

Die drums geben den Takt an

Die traditionelle Parade prägt das Bild des "Red Earth Festivals" (c) TravelOK.com

Die traditionelle Parade prägt das Bild des „Red Earth Festivals“ (c) TravelOK.com

Untermalt werden die Tänze von wechselnden „drums“, wie die Gruppen von mindestens fünf Sängern, darunter ein Vorsänger, genannt werden. Sie sitzen am Rand der runden Tanzarena um eine große Trommel und begleiten ihre kehligen Gesang mit rhythmischen Schlägen. Die dargebrachten Lieder sind ebenfalls in Kategorien, passend zu den Tänzen, eingeteilt und ihre Interpretation wird reihum von einer Jury bewertet.

Darüber hinaus ist im Kongresszentrum von OKC mehr geboten: zum Beispiel gibt es Vorführungen und Ausstellungen von indianischen Künstlern und bei der Art Competition werden die Kunstwerke bzw. das Kunsthandwerk bewertet und prämiert. Organisationen und Gruppen, Sights und Museen stellen sich vor und bei „Ask the Expert“ wird erstmals von Besuchern mitgebrachte indianische Kunst von Experten beurteilt. Ebenfalls neu ist ein „Sunrise Breakfast “ mit Vorträgen zu indianischer Kunst und Kultur.

Einladung zum Hinschauen und Mitmachen

Die Red Earth Corporation macht sich seit 1978 für die Indianer stark und das nicht nur mit dem seit 1987 veranstalteten Red Earth Festival, sondern auch durch ein Museum, Kinderprogramme und Workshops sowie durch die Beteiligung an Märkten. Das Red Earth Art Center verfügt über eine Dauerausstellung von über 1.400 Stücken indianischer Kunst aus verschiedensten Bereichen – Malerei, Keramik, Textilarbeiten, Perlenstickerei, Korbflechterei u.a. Genres – und organisiert Programme, Sonderausstellungen und Workshops, Veranstaltungen und Konzerte.

Infos zum Red Earth Festival

Acadia, die schöne Unbekannte

Blick über den Jordan Pond (c) Maine Office of Tourism

Blick über den Jordan Pond (c) Maine Office of Tourism

2016 ist das Jahr der runden Geburtstage in den USA und neben dem National Park Service feiert auch der einzige Nationalpark Neuenglands sein 100-jähriges Jubiläum. Der Acadia National Park in Maine zählt wegen seiner überwältigenden Schönheit und Nähe zu den Metropolen der Ostküste zu den zehn beliebtesten Nationalparks der USA. Mai und Juni sind eine besonders empfehlenswerte Zeit, um den Park zu erkunden, denn dann tragen die Lupinen ihre weißen, lila und rosafarbenen Blüten. Anlässlich der Hundertjahrfeier finden das ganze Jahr über Kunstausstellungen, Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen, Exkursionen und Wanderungen statt.

Der Charme einer ruhigen Insel

Um die einzigartige Natur in Maine zu bewahren, wurde Acadia auf Betreiben einer Gruppe wohlhabender Gönner um John D. Rockefeller Jr. erdacht und geschaffen. 1916 schenkten sie der amerikanischen Regierung umfangreiche Landflächen unter der Bedingung, ein Schutzgebiet zu gründen. Seinen heutigen Namen erhielt der Park in Anlehnung an die ehemalige französische Kolonie Acadia, zu der auch Maine gehörte. Der Großteil des etwa 200 Quadratkilometer großen Parks befindet sich auf der Insel Mount Desert Island, die über einen kurzen Damm mit dem Festland verbunden ist, die übrigen Teile des Parks liegen verstreut auf kleineren Inseln und einer Halbinsel. Im Nordosten von Mount Desert Island liegt der alte Fischereihafen Bar Harbor, Hauptort der Insel und Eingang zum Park. Hier finden Reisende zahlreiche Inns, Bed & Breakfasts, Motels und Restaurants. Wer es beschaulicher mag, findet auch in anderen Ortschaften auf der Insel schöne Übernachtungsmöglichkeiten.

Das Bass Harbor Light wird vom Sonnenuntergang in wunderschöne Farben getaucht (c) Maine Office of Tourism

Das Bass Harbor Light wird vom Sonnenuntergang in wunderschöne Farben getaucht (c) Maine Office of Tourism

Wanderwege mit weiten Ausblicken

Mitten durch den Nationalpark führt die 44 Kilometer lange Panoramastraße Park Loop Road. Vom Besucherzentrum in Hulls Cove aus führt sie zu zahlreichen Wanderwegen und auf die mit 466 Metern höchste Erhebung an der Ostküste der USA, den Cadillac Mountain, dessen baumfreier Gipfel einen imposanten Ausblick über den Park, das Meer und die Inseln bietet. Berühmtheit erlangte er vor allem, weil er zu bestimmten Zeiten des Jahres der erste Ort in den USA ist, von dem aus man den Sonnenaufgang beobachten kann. Farbgewaltige Sonnenuntergänge genießt man am besten vom 1858 erbauten Bass Harbour Head Light aus.

Wasser als belebendes Element

Den einzigen Sandstrand von Mount Desert Island, passenderweise auf den Namen Sand Beach getauft, erreicht man ebenfalls über die Park Loop Road. Im Sommer kann man hier wunderbar baden und entspannen. Wasser spielt in Acadia natürlich grundsätzlich eine große Rolle. Bei geführten Touren mit dem Seekajak können auch Besucher ohne Kajakerfahrung die Küste von Maine und den Ozean ganz unmittelbar erleben. Und beim leicht zu erlernenden Stand-up Paddling steht man auf einer Art Surfbrett und bewegt sich mit einem Paddel fort, um dabei in aller Ruhe die Natur auf sich wirken zu lassen.

Radler und Wanderer willkommen

Für alle, die lieber mit dem Fahrrad unterwegs sind, gibt es ein rund 100 Kilometer langes Wegenetz, das vorbei an Bergen und Bächen und um Gewässer wie den Eagle Lake und den Jordan Pond führt. Wer gut und gern zu Fuß unterwegs ist, sollte den Park auf seinem 200 Kilometer umfassenden Netz aus Wanderwegen erkunden. Von leicht zu bewältigenden Wegen bis hin zu anspruchsvollen Felspfaden findet sich für alle Outdoorfreunde die passende Strecke. Wer entlang der dramatischen, zerklüfteten Felsenküste wandern möchte, dem sei der Ocean Trail empfohlen.

Denver, herzlich gern

Markantes Profil und nonstop von München erreichbar: der Denver International Airport (c) VISTIDENVER

Markantes Profil und nonstop von München erreichbar: der Denver International Airport (c) VISTIDENVER

Wäre der Denver International Airport nicht ein so wunderschöner Flughafen, dann begönne dieser Text so: Denver ist eine der wenigen Städte in den USA, die man beim ersten Besuch unbedingt mit der Eisenbahn ansteuern sollte. Denn ob man sich mit Amtraks „California Zephyr“ von Westen her nähert und in weiten Kehren die Rocky Mountains herabgleitet oder ob man von Osten her über die endlosen Prärien Nebraskas und Colorados heranbraust – immer verspricht der Halt in der „Mile High City“ zum Dreh- und Angelpunkt einer erlebnisreichen Fahrt zu werden. Hier die mächtigen Gipfel, dort das flache Land, dazwischen die alte Miner-Stadt, überschaubar in ihrer Ausdehnung, herzlich in ihren Umgangsformen.

Vertrauter Bergblick dank der Rockies

Wann auch immer mich eine Reise nach Denver gebracht hat, bin ich gern dort angekommen, habe mich während des ganzen Aufenthalts geborgen gefühlt und bin mit Bedauern wieder abgereist. Die gebirgige Kulisse der Rockies, die das Stadtbild prägt, hat sicher dazu beigetragen, dass einer sich dort wohlfühlt, der nahe der Alpen aufgewachsen ist. Mehr noch aber war es die bequem zu Fuß zu entdeckende Innenstadt, die von der ersten Stunde an half, alle Fremdheit zu überwinden. Auch die unkomplizierte Begegnung von Mensch zu Mensch, oft genug in einem privat geführten Restaurant oder einer Sportsbar, das Hemdsärmelige und Entspannte prägen die Eindrücke, die Denver bei einem Besuch hinterlässt.

Eine Brauerei fast an jeder Ecke der Start

In jüngster Zeit ist noch ein weiterer entspannender Faktor hinzugekommen. Nicht, wie Sie vielleicht vermuten, der staatlich legalisierte Cannabis-Konsum. Sondern die Tatsache, dass sich im Gefolge der Craft-Beer-Welle, die gerade durch nordamerikanische Biergläser schwappt, eine ganze Reihe erstklassiger Brauer Denver als Territorium ausgesucht haben. Eine Herausforderung besonderer Qualität ist das, wo doch im Nachbarort Golden mit „Coors“ einer der größten Bierkonzerne seinen Stammsitz hat.

Das Denver Performing Arts Center ist einer der größten Erlebnisorte für Kultur in den USA. (C) Steve Crecelius/ VISITDENVER

Das Denver Performing Arts Center ist einer der größten Erlebnisorte für Kultur in den USA. (C) Steve Crecelius/ VISITDENVER

Eine Metropole der Kultur

Gleichwohl ist die Kultur dieser Stadt alles andere als „mono“, sondern „multi“. Der Denver Performing Arts Complex ist der zweitgrößte seiner Art in den USA, mit 10 Bühnen und 10.000 Plätzen für Oper und Musical, für Ballett und Film. Mit dem Museum of Western Art, dem Clyfford Still Museum und dem Denver Art Museum verfügt die Stadt über drei erste Adressen der internationalen Kunstszene.

Ausbau des Kultur-Angebots

Erst vor wenigen Tagen habe ich Denvers Bürgermeister zum Interview getroffen. Mayor Michael Hancock machte dabei deutlich, dass er diesen Status nicht nur erhalten, sondern „mit Nachdruck ausbauen“ will. Viele Millionen Dollar sind vorgesehen, um hier neue Standards zu setzen. Wobei der Bürgermeister auch das Update der Infrastruktur und die Ansiedlung neuer Hightech-Unternehmen im Blick hat. Nicht zuletzt dafür dienten die Kontakte in München, von wo aus es ab diesem Sommer einen Direktflug nach Denver durch die Deutsche Lufthansa gibt.

Gutes Ziel für Sportfreunde

Die Nähe der Rocky Mountains macht Colorados Hauptstadt zu einer guten Adresse für alle, die sich sportlich beträtigen wollen: Wandern, Klettern, Biken, Rafting, Skifahren, Snowboarden – alles in Reichweite. Golfer lieben den Ort, weil in der dünnen Luft die Bälle zehn Prozent weiter fliegen. Für eher passiver Sportfreunde sind die Denver Broncos als aktueller Superbowl-Sieger, die Denver Nuggets (Basketball), Colorado Avalanche (Eishockey) und die Colorado Rockies ebenfalls Spitzenklasse.

„Mile-High-City“ wieder nonstop verbunden

Ribon Cutting für MUC-DEN (c) FMG

Traditionelles „Ribbon Cutting“ für den Erstflug nach Denver mit Münchens Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh (1. v. r.), seine Kollegin Kim Day (2. v. r.), CEO vom Denver International Airport, Stefan Landes (1. v. l.), Director Commercial Management der Lufthansa und Michael Hancock (2 v. l.), Bürgermeister von Denver. (c) FMG

Eine alte Liebe bekommt frischen Wind unter die Flügel: Nach der Verabschiedung aus dem Lufthansa-Flugplan 2008 nimmt die Airline nun wieder Nonstop-Flüge zwischen München und Denver im US-Bundesstaat Colorado auf. Das passt schon deshlab gut, weil sich die Passagiere bei den Kulissen der beiden Flughäfen optisch kaum umstellen müssen. Bei beiden Flughäfen ragen im Hintergrund Gebirgsketten auf, hier die Alpen, dort die Rocky Mountains. Auch die weißen Dächer beider Flughäfen weisen eine gewisse Ähnlichkeit auf, wenn auch die „Segel“ des Jeppessen-Terminals in Denver ihre Signatur etwas markanter in den Himmel prägen.

Bürgermeister freut sich auf Natur- und Kultur-Freunde

Bei einem Gespräch ium Vorfeld des Erstflugs habe ich einen sehr zuversichtlichen Bürgermeister der US-Metropole kennengelernt. Michael Hancock, der die Stadt seit 2011 führt, freut sich nicht nur über viele Touristen, die von Denver aus die Natur der Rockies entdecken oder zu den Skigebieten Colorados aufbrechen werden. Die beliebten Skigebiete von Vail, Breckenridge und Aspen sind von Denver aus nur eine kurze Autofahrt entfernt. Auch die vier Nationalparks im Bundesstaat Colorado, darunter das UNESCO-Welterbe Mesa Verde Nationalpark, lassen sich von Denver aus bequem erreichen.

Die rund 2,5 Mio. Einwohner zählende Metropolregion Denver liegt exakt eine Meile über dem Meeresspiegel und zählt zu den beliebtesten Regionen der USA. Sie ist Sitz traditioneller Bergbauunternehmen und großer Telekommunikationskonzerne. Weitere wichtige Branchen sind die Energieversorgung und Logistik.

„Wir profilieren uns auch stark als kulturelle Metropole“, betonte Hancock und verwies auf umfassende Pläne, bestehende Einrichtungen zu erneuern und neue aufzubauen. Schon heute ist der Denver Performing Arts Complex der zweitgrößte seiner Art in den USA, mit 10 Bühnen und 10.000 Plätzen für Oper und Musical, für Ballett und Film. Mit dem Museum of Western Art, dem Clyfford Still Museum und dem Denver Art Museum (einem beeindruckenden Daniel Libeskind-Bau) verfügt die Stadt über drei erste Adressen der internationalen Kunstszene.

Frisches Bier mit kreativem Beigeschmack

Was gerade für Reisende aus Bayern zu weiteren Heimatgefühlen beitragen wird, ist die boomende „Craft Beer“-Szene in der Mile-High-City. Im Gefolge der Welle an unabhängigen und kreativen Kleinbrauereien, die gerade durch nordamerikanische Biergläser schwappt, hat sich eine ganze Reihe erstklassiger Brauer Denver als Territorium ausgesucht.

Lufthansa fliegt die Strecke mit einem Airbus A330-300 und bietet ihren Passagieren die Auswahl unter vier Klassen mit der neuesten Kabinenausstattung, darunter auch die Premium Economy mit 21 Sitzplätzen. In Denver können sie über den Hub des Star Alliance Partners United Airlines Anschlussflüge zu rund 85 Zielen in Nordamerika erreichen, darunter beliebte Ziele wie Phoenix, Las Vegas und Seattle. „Wir freuen uns, unseren Kunden wieder ein überaus attraktives Reiseziel anzubieten. Denver ist durch seine Lage an den Rocky Mountains ein Dorado für alle Sport- und Naturbegeisterte,“ sagt Thomas Winkelmann, CEO Lufthansa-Hub München.

 

Aufbruchstimmung im Basislager von Lewis und Clark

In der Lewis & Clark State Historic Site in Alton, Illinois, ist ein Nachbau des Boots der beiden Erkunder zu sehen. (C) Visit Alton

In der Lewis & Clark State Historic Site in Alton, Illinois, ist ein Nachbau des Boots der beiden Erkunder zu sehen. (C) Visit Alton

Die Expedition von Meriwether Lewis und William Clark markiert einen Wendepunkt in der US-amerikanischen Geschichte. Durch die Erkundung der bis dahin vollkommen unbekannten Gebiete westlich des Mississippis vergrößerte sich nicht nur das Land um ein Vielfaches, es wurden auch viele hundert bislang noch nicht bekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Bevor Lewis und Clark am 14. Mai 1804 mit 31 weiteren Männern ihre historische Reise antraten, verbrachten sie fünf Monate in Alton, in der Nähe der Mündung des Missouri in den Mississippi.

Expeditions-Vorbereitung in Camp Dubois

Wichtigstes Ziel der von Präsident Jefferson angeordneten Forschungsreise, mit der er seinen Privatsekretär Captain Lewis beauftragte, war die Suche nach einem schiffbaren Wasserweg zum Pazifik, um den Handel weiter auszubauen. Zur Vorbereitung auf die bedeutende Expedition wurde ein militärisches Arbeitslager, Camp Dubois, errichtet, in dem die Mannschaft unmittelbar vor der Abreise lebte und trainierte. In der Lewis & Clark State Historic Site in Alton befindet sich ein Nachbau dieses Basislagers, in dem Besucher eine Zeitreise zu den Anfängen des 19. Jahrhunderts unternehmen können. Soldaten in Uniform, die exerzieren und Kanonen abfeuern, Arbeiter, die auf einem Feuer Essen kochen – im Camp Dubois wird der Alltag, wie ihn die Pioniere 1804 hier geführt haben, zum Leben erweckt.

Anschaulicher Geschichtsunterricht

Zusätzlich zum Nachbau des Winterquartiers – das Original-Camp ist aufgrund einer Verschiebung des Flusslaufs nicht mehr zugänglich – befindet sich in der Lewis & Clark State Historic Site ein Informationszentrum mit Museum, das mit Exponaten wie historischen Landkarten, einer Video-Vorführung und Audio-Lesungen echter Tagebucheinträge von Lewis und Clark ein umfassendes Bild der politischen und gesellschaftlichen Situation der damaligen Zeit vermittelt. Besonders sehenswert ist der originalgetreue Nachbau des fast 17 Meter langen Kielboots, mit dem die Forscher ihre Reise ins Unbekannte begannen.

Die Lewis & Clark State Historic Site mit dem Camp Dubois und dem Informationszentrum ist mittwochs bis sonntags von 9 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.

 

Von Bären, Dinosauriern und toten Pferden

Dead Horse Point State Park (c) Visit Utah

Dead Horse Point State Park (c) Visit Utah

Das hundertjährige Jubiläum des National Park Service in den USA wird viele Besucher animieren, sich in einem oder mehreren dieser Parks umzusehen. Auch Utah wartet mit deren fünfen auf, einer spektakulärer als der andere, und jeder eine „landmark“ für sich. Während dort im Rahmen verschiedener Aktionen reges Treiben herrscht, finden Reisende außerhalb der Nationalparks nicht nur extreme Landschaften, sondern vor allem auch Ruhe.

Reservoir zwischen Bergen und Dinosauriern

Die Verästelungen des Green River graben sich tief in die raue Landschaft im Nordosten Utahs. Hier fängt das Wasser in den Seen und Flüssen das Lichtspiel der aufgehenden Sonne auf und erfüllt die Landschaft mit glänzendem Leben – die Flaming Gorge National Recreation Area ist vielleicht das spektakulärste Reservoir des amerikanischen Westens. Vom Aussichtspunkt Red Canyon Overlook aus wird Besuchern die Dimension des Nationalerholungsgebietes vor Augen geführt. Wer die weitere Umgebung erkunden möchte, sollte auch motorisiert abseits der Hauptroute reisen. Die Panoramastraßen Sheep Creek und Spirit Lake führen – vorbei an beeindruckend-massiven Gesteinsformationen – zu den Uinta Mountains, einer Gebirgskette die auch Utahs höchsten Berg, den Kings Peak, beheimatet. Im nahegelegenen Dinosaur National Monument, kommen auch Freunde der Paläontologie auf ihre Kosten.

State Park mit Geschichte

Nur rund 40 Minuten vom Mountainbikemekka-Moab entfernt liegt der Dead Horse Point State Park. Der Park umfasst ein rund 22 Quadratkilometer großes Hochplateau, das nahezu unmittelbar an den Canyonlands National Park anschließt und weite Ausblicke auf die rotbraune Canyon-Landschaft und den Colorado River bietet. Den Namen hat der State Park seiner Geschichte zu verdanken: Cowboys und Kriminelle hielten ihre Pferde im 19. Jahrhundert auf dem Hochplateau versteckt, da die steil abfallenden Canyon-Wände ein Weglaufen der Paarhufer verhinderten. Wurden Verbrecher gefasst oder die Tiere aus anderen Gründen zurückgelassen, bedeutete das aufgrund der Trockenheit des Gebietes meist den sicheren Tod für die Pferde. Heute ist der State Park vor allem für seine Aussichtspunkte bekannt – Besucher sollten auf keinen Fall ihre Kamera vergessen.

Die Karibik der Rocky Mountains

Bekannt für sein türkisblaues Wasser und die feinen Sandstrände ist der Bear Lake, der namensgebende See des State Parks, Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Der See liegt im äußersten Norden Utahs und wird von der Staatsgrenze zwischen Utah und Idaho getrennt. Dabei bietet der über 280 Quadratmeter große See reichlich Platz für Wassersportarten wie Segeln, Wakeboarding, Jetskiing, Wasserski-, Kajak- und Kanufahren. Wer lieber am Ufer bleibt, findet am Bear Lake auch reichlich Platz zum Angeln und Campen. Im Winter gilt die Region indes als Hotspot zum Schneemobilfahren, Eisfischen und Skifahren.

Freier Blick zu den Sternen

Nur wenige Parks werden nachts von so wenigen unnatürlichen Lichtquellen beeinflusst, dass sie das Prädikat „Dark Sky Park“ erhalten. Die Auszeichnung stellt sicher, dass Sterne und die Milchstraße so hell wie möglich am Himmel zu sehen sind. Das Cedar Breaks National Monument ist einer dieser Dark Sky Parks. Fernab von Straßenbeleuchtung und Leuchtreklame ist der Park ein Muss für alle, die die Sterne einmal so richtig sehen wollen. Doch auch bei Tag weiß das Nationalmonument mit seinen leuchtenden roten-orangen Sandsteinformationen zu beeindrucken. Vor allem Wanderer, die die Landschaft zu Fuß ergründen möchten, kommen auf den regulären Wegen und auch abseits ausgetretener Pfade auf ihre Kosten – wenn sich zu ihren Füßen die monumentale ausbreitet.

Literarisches Reisegepäck

FÜR LANDGÄNGE

Wann immer ein Schiff einen Hafen ansteuert, sehen die Passagiere mit Spannung dem entgegen, was sie dort erwarten mag. Mitunter verleihen Romane, die in den Hafenstädten spielen, der Vorfreude zusätzliche Kraft. Meine Auswahl taugt indes auch als eine ganz normale Reiselektüre.

SAVANNAH, Georgia U.S.A.

Vor der Küste Georgias springt der japanische Matrose Hiro Tanaka von Bord seines Schiffes. Was dann passiert, nicht nur weil verschiedene Kulturen aufeinandertreffen, erzählt geistreich und lebendig T.C.Boyle in „Der Samurai von Savannah“. Außerdem hat der Komponist James Pierpoint der Stadt mit der Uraufführung des Lieds „Jingle Bells“ anno 1857 Weltruhm beschert.

SKAGWAY, Alaska U.S.A.

Obwohl böse Zungen behaupten, die ehemalige Goldgräberstadt werde ausschließlich als Attraktion für Kreuzfahrer am Leben erhalten, bringt sie ihre Besucher doch direkt auf die Spuren des Gold-Rushs zum Klondike. Jack London wurde bei seinem Weg über den nahegelegenen Chilkoot Pass zu Erzählungen wie „Wolfsblut“ und „Lockruf des Goldes“ inspiriert.

ISTANBUL, Türkei

Mit „Kerraban, der Starrkopf“ hat Jules Verne eine zeitlose, treffsicher beobachtende Erzählung geschaffen, die fast schon britisch komisch ist. Weil ihm das neu erhobene Fährgeld über den Bosporus zu teuer ist, entscheidet sich Kaufmann Kerraban für eine abenteuerliche Reise mit der Kutsche rund ums Schwarze Meer.

BUENOS AIRES, Argentinien

Tango, Liebe, Verbrechen: „Dreimal im Leben“ von Arturo Pérez-Reverte erzählt eine Geschichte voller Sehnsucht und Eleganz. Durchweht von der Nostalgie nach einer Welt, deren Glanz verblasst und deren Melodie verklungen ist, beschwört der Roman den bittersüßen Zauber verstrichener Gelegenheiten und die lebenslange Liebe zweier Menschen.

QINGDAO, China

Die Hafenstadt in der Provinz Shandong im Osten der Volksrepublik blickt auf eine Geschichte zurück, in der deutsches Bier eine Schlüsselrolle spielte. Dietrich Sielaffs Tatsachenroman „Die Bierbrauer von Tsingtau“ berichtet Ereignisse aus dem damaligen deutschen Pachtgebiet Anfang des 20. Jahrhunderts.

KAPSTADT, Südafrika

Ein junger Holländer bricht in die Ferne auf, um sich aus der bürgerlichen Enge der Heimat zu befreien und seinen inneren Abenteurer zu entdecken. Otto de Kats Roman „Sehnsucht nach Kapstadt“ endet daher nicht am Kap der Guten Hoffnung, sondern führt eine bewegende Reise weiter nach Singapur und Yokohama.

BASRA, Irak

Hier nahmen sie ihren Ursprung, die legendären Reisen von „Sindbad, dem Seefahrer“. Seine Episoden sind eine der Säulen in den Geschichten aus 1001 Nacht – und bis heute um Potenzen ergiebiger als alles, was sich „Fantasy“ nennt.

DOVER, County of Kent, England

Das Land hinter den Kreidefelsen brachte viele Generationen von Seefahrern hervor. Einem von ihnen hat Cecil S. Forester ein literarisches Denkmal gesetzt und „Horatio Hornblowers“ Karriere vom Schiffsjungen zum Admiral während der Napoleonischen Kriege nachgezeichnet.