Pfaffinger Umschau

upf schaut hin, hört zu und schreibt's auf

Month: Juni, 2016

Präsidentschaftsfragen und Datenfreuheit in New York

Opening IPW 2016 (c) Laura Helmberg U.S.Travel

Opening IPW 2016 (c) Laura Helmberg U.S.Travel

Bei jeder Veranstaltung, in der er sich der Öffentlichkeit stellt, sagt sich Chris Thompson gerade den gleichen Satz vor: „Gleicht kommt sie. Gleich kommt sie. Gleich kommt sie.“ Selten, so berichtete er bei der Pressekonferenz von Brand USA beim diesjährigen IPW in New Orleans, selten vergingen mehr als ein paar Minuten, bis sie dann kommt, die unausweichliche Frage: „Wie geht es denn mit dem US-Tourismus weiter nach den Präsidentschaftswahlen angesichts der nicht gerade besucherfreundlichen Haltung des Kandidaten?“ Der Chef der nationalen Vermarktungsagentur für den US-amerikanischen Reisemarkt antwortet dann stets das gleiche: „Wir haben in den vergangenen Jahren so stabile Beziehungen zu insgesamt neun Bundesbehörden aufgebaut, dass wir davon ausgehen, dass, egal wer Präsident wird, dies keinen Einfluss auf den Inbound-Tourismus in die USA haben wird.“ Wer genau hinhört, wie genau die Worte abgewogen sind, hört ein leises Pfeifen im Walde als Begleitmusik.

Mehrfach hat denn auch Roger Dow, Präsident und CEO der U.S. Travel Association, die Botschaft in den Mittelpunkt seiner zahlreichen Grußworte gestellt: „Keep open, keep connected“. Jedesmal hat er dann auch deutlich gemacht, welche Wirtschaftsmacht der Tourismus darstellt: 15 Millionen Jobs und 2,1 Billionen (ja, richtig übersetzt: „trillions“) Dollar Beitrag zum Bruttosozialprodukt.

Europa bereitet Sorgen in Sachen Visa Waiver-Programm

Sorgen macht den nordamerikanischen Touristikern auch der Umstand, dass die EU-Kommission das bestehende Visa-Waiver-Programm in Frage stellt, weil einige Mitgliedsländer der Europäischen Union (wie Polen oder Zypern) nicht die gleichen Privilegien genössen wie die teilnehmenden Länder. Sollte dieses Programm gekippt werden und europäische Urlauber auf einmal wieder Reisevisa in den Konsulaten beantragen und abholen müssen, dürfte sich nach einhelliger Ansicht der Amerikaner ziemlich negativ auf die Besucherzahlen vom alten Kontinent auswirken – und damit auch als Bremse auf das ehrgeizige Ziel, bis 2021 die Zahl der Einreisenden über die 100-Millionen-Marke p.a. zu befördern. Die Hoffnungsträger kommen derzeit sowieso aus klassischen „emerging markets“ – messbar an den Delegationen, die beim IPW Flagge zeigen. Hier haben vor allem die zusätzlichen Teilnehmer aus China, Taiwan, Südkorea, Chile und Kolumbien dazu beigetragen, dass mit mehr als 6.000 Teilnehmern aus 73 Ländern, darunter 1.800 internationale Reiseprofis eine neue Rekordmarke gesetzt wurde.

Mega-Fams offenbar erfolgreich

Auch wenn Brand USA seine Marketing-Pfähle primär weiterhin auf einzelnen nationalen Märkten setzt, hat die Organisation gleichwohl eine Seiten-Strategie aufgemacht. In den vergangenen beiden Jahren hat man, so Chris Thompson, gute Erfahrungen mit Mega-Fams gemacht. Dabei wurden mit Unterstützung von British Airways, Lufthansa und American Airlines Disponenten aus Großbritannien bzw. Deutschland in die USA eingeflogen und parallel auf mehrere Regionen angesetzt, um Erfahrungen zu sammeln. Selbige haben sie dann am Ende in Miami untereinander ausgetauscht. So gut sei das Programm gelaufen, „dass wir jetzt über einen globalen Mega-Fam nachdenken“, so Thompson.

„The new air and water“

Noch eine Information am Rande, aus der Pressekonferenz von NYC & Company. Bis zum Sommer 2019 werde New York über ein lückenloses Netz von WiFi-Zellen verfügen, kündigte President und CEO Fred Dixon an. Auf einer Taxifahrt von Pier 39 zum Central Park könnte ein Besucher dann nahtlos telefonieren oder surfen – und kostenlos. „Data is the new air and water“, sagte Dixon lakonisch und ließ keinen Zweifel offen, dass diese Errungenschaft für das Profil der Stadt mehr zählt als das Scheitern des einen oder anderen Geschäftsmodells, das bisher für WLAN noch gutes Geld kassiert.

Auf „Wine Trails“ durch Illinois

Im Nauvoo State Park wachsen die Reben von Baxter's Vineyards & Winery (c) Great River Road Illinois

Im Nauvoo State Park wachsen die Reben von Baxter’s Vineyards & Winery (c) Great River Road Illinois

Für Weinkenner ist Illinois längst kein Geheimtipp mehr. Der Bundesstaat, in dem heute mehr als 100 Weingüter und Kellereien beheimatet sind, kann auf eine lange Tradition des Weinanbaus zurückblicken. Bereits 1778 wurden hier Reben von französischen Siedlern angepflanzt, die ihre Kenntnisse in der Weinproduktion mit nach Illinois brachten. Auch heute noch kommen 75 Prozent der hiesigen Weine von Trauben, die aus Kreuzungen französischer und einheimischer Reben stammen und perfekt auf die klimatischen Bedingungen in Illinois ansprechen. Liebliche Landschaften, verträumte Städtchen, familiengeführte Kellereien – eine Reise zu den Weingütern der Great River Road Illinois ist ein Eintauchen in die heile Welt der amerikanischen Provinz. Besucher sind in den privaten Weingütern herzlich willkommen. Viele Kellereien bieten kostenlose Weinproben an, manche auch Touren durch die Weinberge. Besonders sehenswerte Weingüter werden auf zwei unterschiedlichen Wine Trails vorgestellt.

Great River Road Wine Trail

Die Weinstraße im „Dreiländereck“ von Illinois, Iowa und Wisconsin führt zu insgesamt neun Weingütern, drei davon liegen an der Great River Road Illinois. Die Weine von Galena Cellars haben schon mehrere Auszeichnungen gewonnen und Inhaberin Christine Lawlor-White wurde bereits zweimal zum „Winemaker of the Year“ ernannt. Das Weingut in Galena produziert 40 unterschiedliche Weine und kombiniert Weinproben (ab 5 US-Dollar) mit geführten Touren (ab 7,50 US-Dollar) durch die Weinberge. Die Touren werden vom 1. Mai bis 31. Oktober mehrmals täglich angeboten. Im Winter finden sie am Wochenende statt (www.galenacellars.com). In Hanover befinden sich gleich zwei Weingüter des Great River Wine Trail. Mit Fergedaboudit Vineyard & Winery hat sich Rosario Bruno einen Lebenstraum erfüllt.

Der erfolgreiche Geschäftsmann hat die Herstellung von Wein vor vielen Jahren durch Freunde erlernt und war so fasziniert davon, dass er später eine verlassene Farm kaufte und dort seinen eigenen Weinanbau startete. Probiert werden kann der Rebensaft donnerstags, freitags und sonntags von 11 bis 16:30 Uhr und samstags von 11 bis 18 Uhr (fergedaboudit.com).Empfehlenswert ist auch der Besuch von Rocky Waters Vineyard and Winery. Das idyllisch gelegene Weingut mit kleinem See bietet neben den 14 dort hergestellten Weinen auch gemütliche Unterkünfte in traditionellen Holzhäusern (www.rockywaters.net). Weitere Informationen zum Great River Road Wine Trail gibt es unter www.greatriverroadwinetrail.org.

Mississippi Valley Wine Trail

Fünf Weingüter des Mississippi Valley Wine Trail liegen in Illinois, zwei davon an der Great River Road. Spirit Knob Winery in Ursa ist mit mehr als 100 Auszeichnungen ein mehrfach preisgekröntes Weingut. Die von Karen und Matt Schulte geführte Kellerei hat 19 Weine im Sortiment und ist auch als Hochzeits-Location sehr beliebt. Von April bis Dezember ist das Weingut von Mittwoch bis Sonntag zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet. Im Winter nur am Wochenende (www.spiritknob.com). Baxter’s Vineyards & Winery ist das älteste Weingut in Illinois. Die Kellerei im historischen Bezirk des Städtchens Nauvoo wurde 1857 von Emile und Annette Baxter gegründet und wird heute in fünfter Generation von Kimberly Orth geführt. Wer dort einen der 14 Weine probiert, sollte einen Blick in „The Wine Barrel“ werfen. Fast alles in der Bar wurde aus alten Weinfässern hergestellt. Verkostungen werden von Montag bis Samstag zwischen 9 und 17 Uhr und am Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr angeboten (www.nauvoowinery.com).

 

 

„Rauchende Colts“ qualmen wieder

Neues Leben für den historischen Wilden Westen auf der Front Street von Dodge City (c) KSOK Travel & Tourism

Neues Leben für den historischen Wilden Westen auf der Front Street von Dodge City (c) KSOK Travel & Tourism

Zwischen dem 28. Juli und dem 7. August ist es wieder so weit: Während der legendären Dodge City Days, heuer zum 56. Mal veranstaltet, fliegen den Besuchern wieder „Blaue Bohnen“ um die Ohren. Elf Tage lang wird in dem 25.000-Seelen-Städtchen Dodge City, im Südwesten des Bundesstaats Kansas, der ehemals Wilde Westen zu neuem Leben erweckt: Über 50 Events, darunter Konzerte, ein hoch dotierter Rodeo-Wettbewerb, ein Kunsthandwerksmarkt, ein Kinderfest, ein großer Umzug und ein BBQ-Wettbewerb, unterhalten die Besucher.

Höhepunkte des Festivals sind die Rodeo-Wettbewerbe (3. bis 7.8.), die heuer zum 40. Mal ausgetragen werden, die große Western-Parade am Samstag (30.7.), die täglich auf der Central Avenue stattfindenden Konzerte sowie die Kinoabende unter freiem Himmel mit Westernklassikern. Bei den Kindern beliebt ist der Rummelplatz, genannt „Carnival in the Park“.

„Gunsmoke“ begründete den Ruf der Stadt

Dank der langlebigsten TV-Westernserie aller Zeiten „Gunsmoke“, hierzulande als „Rauchende Colts“ bekannt, erlangte Dodge City weltweiten Ruhm. Zwischen 1955 und 1975 sorgten U.S. Marshall Dillon (James Arness) und sein Gehilfe, Deputy Festus (Ken Curtis) auf der Leinwand für Recht und Ordnung im berühmt-berüchtigten „Dodge“ und verhalfen ihm zu dem Ruf die Westernstadt schlechthin zu sein.

Die Wurzeln der Stadt reichen zurück ins Jahr 1871, als eine erste Ranch entstand und ein Jahr später ein gewisser George Hoover begann, in seinem Saloon Geschäfte mit auf dem Santa Fe Trail vorbeiziehenden Händlern und Soldaten vom nahen Fort Dodge zu machen. Doch erst die Ankunft der Eisenbahn sorgte für Aufschwung: Zunächst wurden Bisonfleisch und -felle von der als „Buffalo City“ bekannten Stadt nach Osten verschickt, dann wurde Dodge City zu einer der wichtigsten Rinder-Verladestationen im Westen.

Einstmals eine wahre Königin

Die Idee, Rinderherden aus Texas zu den Eisenbahnknoten in Kansas zu treiben, kam in der zweiten Hälfte des 19. Jh. auf, um der gestiegenen Nachfrage an Fleisch in den wachsenden Metropolen im Ostens gerecht zu werden. Cowboys trieben die Longhorn-Rinder in langen Trecks Richtung Norden, z.B. ab 1867 auf dem Chisholm Trail, der nächstes Jahr groß seinen 150. Geburtstag feiert. Hatten die Cowboys ihre Herden nach mehreren Monaten auf dem Trail verladen und ihren Sold erhalten, waren Spass und Unterhaltung angesagt – Dodge City wurde nicht ohne Grund „Little Las Vegas“ oder „Queen of the Cow Towns“ genannt! Um Schießereien zu vermeiden, mussten die Cowboys am Ortseingang ihre Waffen abgeben und fungierten berühmt-berüchtigte Revolverhelden wie die Earp-Brüder, Doc Holliday oder die Masterson-Brüder als Sheriffs.

Mit dem Ende der Viehtriebe um 1890 endeten die „wilden Zeiten“ und Dodge City versank in einen Dornröschenschlaf. Filme und die TV-Serie „Gunsmoke“ sorgten dann für ein Revival und heute strömen unter dem Motto: „Get the Heck into Dodge!“ Besucher nicht nur zu den Dodge City Days in die Stadt.

Die Wort-Wiederholungs-Vermeide-Maschine abschalten

Wenn es einen nachhaltigen pädagogischen Erfolg von vielen Generationen Deutschlehrern zu beobachten gibt, dann sind es jene unterringelten, mit einem roten „W“ markierten Worte in Schulaufsätzen. Kaum eine andere Verkehrssprache, in der es ähnlich verpönt ist, das gleiche Ding mehrfach hintereinander mit dem gleichen Begriff zu benennen. „Wortwiederholung“, das haben wir gelernt, ist pfui.

Gerade im Journalismus wirkt sich dies massiv aus – mit Folgen von „albern“ über „absurd“ bis „missverständlich“. Ein Beispiel für „albern“ ist der gern bemühte „Floriansjünger“, wenn zuvor schon einmal vom „Feuerwehrmann“ die Rede oder Schreibe war. Andere Fälle, in denen Patrone oder Ersatzheilige herhalten mussten, haben sich erledigt, weil nachwachsende Generationen gar nicht mehr wissen, dass es sie gibt. Den „Nimrod“ in der Welt der Jäger hat dieses Schicksal genauso ereilt wie den „Gambrinus“ bei den Brauern.

Als extrem störend empfinde ich das selbst auferlegte Wort-Wiederholungs-Verbot bei Nachrichten über Flugzeugunglücke. Statt von einem Flugzeug ist da gern von einer „Maschine“ die Rede. Dieser Begriff ist entweder angeberisch – „Ich nehme die Vier-Uhr-Maschine“ – oder überaltet: „Flugmaschinen“ nannte man die Gebilde zu Zeiten der Brüder Wright, während fortschrittliche Erfinder wie Boeing oder Dornier schon längst Flugzeuge aufsteigen ließen. Als zusammengesetztes Wort bringt die Maschinen-Masche dann endgültig Unfug hervor. Während eine Küchenmaschine so heißt, weil sie in die Küche gehört, oder eine Schleitmaschine so benannt ist, weil sie Schleifarbeiten erledigt, gehören „Passagiermaschinen“ weder den Reisenden noch bearbeiten sie selbige. Das gleiche gilt dann auch bei den Besitzverhältnissen. Keiner würde von einer „Daimler-Benz-Maschine“ sprechen, während die „Air Berlin-Maschine“ gang und gebe ist.

Wer die Freiheit oder Pflicht hat, einen gut verständlichen Text zu schreiben, sollte daher im Wiederholungsfall seinen Deutschlehrer ausblenden und die Wort-Wiedeholungs-Vermeide-Maschine abschalten. „Quod dixi, dixi“ hat mein alter Mathelehrer in Anlehnung an ein Zitat des Pontius Pilatus gern gesagt – nicht „betont“, nicht „unterstrichen“, nicht „angemerkt“. Nein: „Gesagt ist gesagt.“ Mathematische Nüchternheit ist mitunter der Sprache zuträglicher als philologische Kunst. Den Maschinen übrigens auch.

Stars an Fäden treffen Stars aus dem Handwerk

Ausstellung "Wer will Fleißige Handwerker sehn" Handwerk im Puppenspiel Marionetten Sonderausstellung Die Kiste Das Augsburger Puppentheatermuseum Handwerk Handwerker Handwerksberufe hier Baugerwerke von links Ulrich Wagner, Klaus Marschall Hans-Peter Rauch und Maier Foto: Fred Schöllhorn
Ausstellung „Wer will Fleißige Handwerker sehn“ Handwerk im Puppenspiel Marionetten Sonderausstellung Die Kiste Das Augsburger Puppentheatermuseum Handwerk Handwerker Handwerksberufe hier Baugerwerke von links Ulrich Wagner, Klaus Marschall Hans-Peter Rauch und Maier Foto: Fred Schöllhorn/HWK Augsburg

Jim Knopf, das Urmele und der Kasperl – die Stars an Fäden der weltberühmten Augsburger Puppenkiste lassen nicht nur Kinderherzen höher schlagen, sie sind für viele Erwachsene eine liebenswerte Erinnerung an die eigene Kindheit. Nun hat das Augsburger Puppentheatermuseum „Die Kiste“ eine Sonderausstellung mit dem Titel „Wer will fleißige Handwerker seh’n ….“ eröffnet. Dafür hat die Handwerkskammer für Schwaben (HWK) die Schirmherrschaft übernommen. „Wir sind mit unserem schwäbischen Handwerkermuseum nicht nur direkte Nachbarn der Augsburger Puppenkiste, sondern gerade beim Thema Handwerk der ideale Ansprechpartner,“ sagte Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben. „Wir haben daher sehr gerne interessante alte Werkzeuge aus unserem Museum für die Ausstellung ausgeliehen und gleichzeitig den Kontakt zu Innungen und Handwerksunternehmen hergestellt, damit aktuelles und traditionelles Handwerk in der Sonderausstellung gut verknüpft werden konnten.“ Das Puppentheatermuseum geht zum ersten Mal eine Kooperation in dieser Form ein.

Rauch zeigte sich begeistert von der interessanten Umsetzung des Themas. „In vielen Theaterstücken der Augsburger Puppenkiste ist auch ‚Handwerk drin‘ und wir sind begeistert von der außergewöhnlichen Inszenierung“, freute er sich. So ist zum Beispiel ein Haus im Querschnitt dargestellt, in dem der Hausbau zu sehen ist und viele Bau- und Ausbauhandwerke beinhaltet sind. Moderne, großflächige Bildmotive dienen als Hintergrund der Ausstellungs-„kisten“ und sind so eine charmante Imagewerbung für das Handwerk und die Handwerkskammer für Schwaben. „Ich habe daher gerne die Schirmherrschaft für diese Ausstellung übernommen und wir begrüßen es sehr, dass gerade die jugendlichen Besucher vom Kindergartenkind bis zum Schulabsolventen, mit dem Handwerk in Berührung kommen.“

Begleitet wird die Ausstellung durch ein attraktives Aktions- und Workshop-Programm für Kinder und Erwachsene. So steht beispielsweise Korbflechten auf dem Programm. Hier können die Teilnehmer unter der sachkundigen Anleitung von Korbmachermeisterin Anja van Kampen selbst einen Korb flechten. Wie Hüte gemacht werden, zeigt Modistenmeisterin Doris Limmer, und wie Kleidung früher und heute genäht wird, erläutert Schneidermeisterin Uschi Rothgang. Friseurmeister Nikolaus Summerer führt ein in die Arbeitswelt des Friseurs und Maler- und Lackierermeister Stefan Ehle präsentiert ganz unterschiedliche Mal- und Dekortechniken. Die vielseitige Arbeit des Müllers, ohne den wir kein Brot backen könnten, erklärt Müllermeister Erich Göggerle und Jörg Aumann, Orthopädieschuhmachermeister zeigt, was alles getan wird, um fit auf den Beinen zu bleiben. Und auch Goldschmiedemeisterin Ulrike Petrak-Schmied lässt sich bei der Herstellung von Schmuck über die Schulter schauen.

Aus ihrer Arbeit haben die Cowboys einen Sport gemacht

Rodeoreiten in Utah (c) Barry Glazier_Utah Office of Tourism

Rodeoreiten in Utah (c) Barry Glazier_Utah Office of Tourism

Ein nettes Zubrot, wenn man aus der harten täglichen Arbeit ein attraktives Angebot fürs begeisterungsfähige Publikum machen kann: Schon seit 1936 bestreiten professionelle Cowboys in Nordamerika ihren Lebensunterhaöt durch Rodeo-Reiten unter dem Dach der Professional Rodeo Cowboys Association. Am Memorial Day Wochenende vom 27. bis 30. Mai 2016 haben die Wettkämpfe auch wieder in Utah begonnen, mit erstem Stopp in der kleinstädtischen Metropole Eagle Mountain. Bis zum 17. September werden in Utah nun fortwährend PRCA-Rodeos mit verschiedenen ausgetragen.

Von Clowns, Livemusik und Stier-Wrestling

Vom 2. bis zum 4. Juni kann auf dem Canyonlands PRCA Rodeo in Moab unter anderem das kürzeste Wrestling der Welt bestaunt werden – in einer Rekordzeit von 2,4 Sekunden ringen die sogenannten bulldogger mit Technik und Manneskraft gegen die raue Gewalt eines ausgewachsenen Bullen an. Von einem Pferd springend bringen sie diese dabei zu Boden. Ein Abstecher auf das Canyonlands Rodeo bietet sich besonders bei einem Besuch des angrenzenden Arches Nationalpark an. Sandsteinbögen wie der Delicate Arch in leuchtenden Rot- und Brauntönen verzaubern die Gegend in ein authentisches Wildwest Erlebnis.

Die weltbesten Rodeo Champions

In Cedar City treffen sich nur die Besten der Besten. Am 10. und 11. Juni findet in der Kleinstadt die Cedar City PRCA Championship statt. Nervenkitzel pur versprechen Sportarten wie bull riding – der einhändige Balanceakt auf einem Rind – oderdassogenannte barrel racing, bei dem der Gewinner am schnellsten im Slalom um Fässer reitet. Die mitunter traditionellste Cowboysportart des Wilden Westens kennt man als saddlebronc. Hinter dem Namen verbirgt sichdie Kunst, sich im Sattel eines ausschlagendenWildpferdes zu halten. Unweit des Rodeoevents befindet sich das Cedar Breaks National Monument. In 3.000 MeternHöhe hat sich durch Erosion und Sedimentation in Millionen von Jahren ein gigantisches Amphitheater auf dem Colorado Plateau herausgebildet.

Cowboys in einem Land vor unserer Zeit

Selbst für Familienväter kann sich während des Urlaubs der Traum vom knallharten Cowboyrodeo verwirklichen: Vom 7. bis zum 9. Juli  findet in Utahs auserkorener Dinosaurier Stadt Vernal, das dreitägige Dinosaur Roundup Rodeo statt. Während sich die Jüngsten im Dinosaur National Monument vergnügen, kommen Erwachsene durch das vielfältige Angebot an Shows und Events auf ihre Kosten. Außerdem verspricht ein Special – Rodeo für Kinder mit Behinderung jede Menge Spaß und Abwechslung. Die Heranwachsenden lernen hier Lassowerfen oder versuchen sich im vereinfachten rodeo riding sowie bull riding.

Rodeo-Reiten im Wilden Westen

Die Spuren des echten Rodeos reichen bis in das Jahr 1869 zurück, in den US-Bundesstaat Colorado. Benachbarte Ranches versuchten, sich ihr Können aus dem täglichen Cowboy-Alltag gegenseitig zu beweisen. Bis heute bezwingen waschechte Cowboys wilde Pferde und Bullen in Wettkämpfen- die Sieger erwartet ein Preisgeld sowie Ruhm und Ehre. Der Verbund der PRCA bietet auf seinen Events höchste Qualitätsstandards und hat sich über die Jahre hinweg zu einem gerngesehenen Gastgeber für Gesellschaftsevents etabliert. Auch in Utah finden dieses Jahr wieder Wettkämpfe statt. Kindheitsträume können für Jedermann wahr werden – am Besten kombiniert man eines der vielen Spektakel auch gleich mit einer Tour durch Utahs raue Natur.

Legenden in Stein

Historischen Persönlichkeiten ganz nahe kommen: Zu Besuch bei den vier Präsidenten-Köpfen am Mt. Rushmore. (c) South Dakota Department-of Tourism

Historischen Persönlichkeiten ganz nahe kommen: Zu Besuch bei den vier Präsidenten-Köpfen am Mt. Rushmore. (c) South Dakota Department-of Tourism

Demokratie, Patriotismus und ein Stück amerikanische Geschichte festgehalten in Stein: 2016 feiert das Mount Rushmore National Memorial nahe der Stadt Rapid City in den Black Hills von South Dakota sein 75-jähriges Bestehen. Das einzigartige Denkmal verewigt die vier amerikanischen Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln.

Bis heute bewundern jährlich bis zu drei Millionen Besucher die weltweit bekannten Präsidentengesichter, die im Oktober 1941 in den Black Hills fertiggestellt wurden. Die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr 2016 umfassen zahlreiche Events und Ausstellungen. Als kultureller Höhepunkt erklingt am 22. Oktober während eines Konzertes des Black Hills Symphony Orchestra und der Dakota Choral Union im Rushmore Plaza Civic Center von Rapid City die „Mount Rushmore-Suite“ von Michael Daugherty.

Von der Idee zur Ausführung

Familien kommen vor allem beim bunten „Find your Park-Festival“ in Rapid City am 20. August anlässlich des 100. Geburtstags des National Park Service und dem alljährlichen Picknick der Mount Rushmore Society am 28. August 2016 auf ihre Kosten. Über die Entstehungsgeschichte des Mount Rushmore National Memorials informiert von Juli bis Oktober 2016 die Ausstellung „The Journey to Mount Rushmore“ in der Stanford Adelstein Gallery in Rapid City. Hier erfahren die Besucher unter anderem, wie der Historiker Doane Robinson die ursprüngliche Idee für überlebensgroße Portraits in den lokalen Granitfelsen entwickelte. Jedoch mit den Köpfen von lokalen Westernhelden wie Buffalo Bill Cody.

Präsidiales Besuchszimmer ist ganzjährig geöffnet

Der Besucherpark des Mt. Rushmore National Memorials ist täglich von 8 Uhr bis 21 Uhr in der Winter- und bis 23 Uhr in der Sommersaison geöffnet. Die Besichtigung des weitläufigen Areals und der Eintritt zum angeschlossenen Museum und dem Studio des Bildhauer Gutzon Borglum sind kostenfrei, es fällt jedoch eine Parkgebühr von 11 US-Dollar pro Fahrzeug an. Audioführer, die auch in deutscher Sprache wichtige Hintergründe zum Memorial bieten, verleiht das Information Center für 5 US-Dollar.

Über die „Avenue of Flags“, einer Allee aus Flaggen aller Staaten und Territorien der USA, gelangen Besucher auf die „Grandview Terrace“. Von hier aus haben sie den besten Blick auf das Kunstwerk und die abendliche Lichterzeremonie mit musikalischer Untermalung, welche von Mai bis Oktober täglich stattfindet. Ganzjährig erstrahlt Mount Rushmore nach Sonnenuntergang bis zur nächtlichen Schließung in stimmungsvoller Beleuchtung. Empfehlenswert ist eine Wanderung über den Presidential Trail, einen 800 Meter langen Weg durch die umliegende Natur, der auch aus ungewöhnlichen Winkeln Panorama-Ausblicke auf die Skulpturen bietet. Weitere Informationen über das Mount Rushmore National Memorial sind auf den Webseiten  und  zu finden.

Hintergründe und Entstehung

In einer Höhe von 152 Metern thronen die bis zu 18 Meter großen Porträtköpfe der vier amerikanischen Präsidenten, denen der verantwortliche Bildhauer Gutzon Borglum die größte historische Bedeutung für die Vereinigten Staaten zusprach: George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln. Ihnen verdankt das Denkmal auch seinen Beinamen „Heiligenschrein der Demokratie“. Das gewaltige Kunstvorhaben setzte Gutzon Borglum von 1927 bis 1941 um. 14 Jahre lang sprengte, haute und meißelte er zusammen mit 400 Arbeitern an dem Granitfelsen, bis zu seinem Tod im März 1941.

Sein Sohn führte die Arbeiten am Mount Rushmore bis zum 31. Oktober 1941 fort, dann wurde das Memorial aufgrund von finanziellen Engpässen für vollendet erklärt. Von einer ursprünglich geplanten Erweiterung der Figuren bis auf Taillenhöhe wurde abgesehen. Die ansässigen Lakota-Stämme missbilligten Mount Rushmore, da das Memorial ihre heiligen Berge entweiht – Korczak Ziolkowski, einer der Bildhauer am National Memorial, erhörte ihre Bitte um ein ähnliches Denkmal für die indianischen Helden und begann im Jahr 1948 mit der Arbeit am allein durch Spenden und private Mittel finanzierten Crazy Horse Memorial, unweit von Mount Rushmore.