Pfaffinger Umschau

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Month: Juli, 2016

Mit dem Radl über den Mississippi

Das Big River Crossing bei Memphis ist nicht mehr nur für Züge möglich. Auch Radler überqueren den Mississippi nun in der obersten Etage. (c)  www.memphis-mississippi.de

Das Big River Crossing bei Memphis ist nicht mehr nur für Züge möglich. Auch Radler überqueren den Mississippi nun in der obersten Etage. (c) www.memphis-mississippi.de

Der längste Fuß- und Radweg entlang einer aktiven Eisenbahnbrücke in den USA entsteht mit dem Big River Crossing über den Mississippi. Der an die Harahan Bridge montierte Weg ist schon so gut wie fertig gestellt und soll am 22. Oktober eröffnet werden.

In luftiger Höhe über Ol‘ Man River

Anderthalb Kilometer weit überspannt die 1916 erbaute Harahan Bridge den mächtigen Mississippi bei Memphis. Endlose Güterzüge ziehen langsam über die stählerne Großkonstruktion. Seit neuestem, zu ihrem 100. Geburtstag, funkelt ein schmales Band an der Memphis zugewandten Seite: Ein Rad- und Fußweg in luftiger Höhe entlang der Bahnstrecke verbindet neuerdings Memphis im US-Staat Tennessee mit West Memphis in Arkansas. Big River Crossing ist der letzte Lückenschluss der 16 Kilometer langen Freizeitroute „Main Street to Main Street“ einschließlich des Big River Trail.

Ein alter Traum wird wahr

In den Anfangsjahren der Brücke hatte es schon einmal einen Fahrweg gegeben, der aber dann eigenen Autobrücken über den Ol‘ Man River weichen musste. Die ersten Planungen für den neuen Fuß- und Radweg begannen schon 1975.

Zur Eröffnung am 22. Oktober soll die Brücke in Festbeleuchtung erstrahlen. Einen virtuellen Vorab-Besuch mit Rundum-Videos erlaubt die Website www.bigrivercrossing.com.

Der neue Weg ist verknüpft mit rund 100 Kilometern bereits ausgewiesener Radrouten in Memphis. Zahlreiche Läden vermieten Räder. Die Radkarte Memphis Bike Map kann beim Verkehrsbüro Memphis & Mississippi kostenlos angefordert werden.

Yoga im High Roller, Abschlag mit Coolnessfaktor

Yoga im Riesenrad "High Roller" © Caesars Entertainment

Yoga im Riesenrad „High Roller“ © Caesars Entertainment

Las Vegas ist in vielen Dingen außergewöhnlich – so auch beim Sport. Golfer können ihren Abschlag bei der neu eröffneten Topgolf Anlage perfektionieren. Die Driving Range gehört zu den größten ihresgleichen und ist ganz in der Nähe vom Strip. Entspannung wird beim Yoga im High Roller geboten. Das größte Riesenrad der Welt bietet dabei eine grandiose Aussicht.

Abschlagbox mit Klimaanlage

Las Vegas ist mit seinen rund 50 Golfplätzen – darunter einige der schönsten des Landes – eine Traumdestination für Golfer. Mit der Topgolf Anlage wurde im Mai ein weiteres Golfangebot eröffnet und bringt damit auch einen neuen Entertainment-Faktor in die Stadt. Das 32.000 Quadratmeter große Gelände auf 4 Etagen befindet sich direkt hinter dem MGM Grand Hotel & Casino. Aber die Anlage glänzt nicht nur mit seiner Toplage, Topgolf Las Vegas ist wirklich außergewöhnlich. Mit 108 klimatisierten Abschlagboxen, zwei Pools, fünf Bars, Cabanas, VIP Suiten und diversen Konzerten wird der Spaß wird hier definitiv nicht zu kurz kommen und ist nicht nur was für Golfkönner.

Wenn’s sein muss auch mit Meeting

In den Abschlagboxen haben sechs Spieler Platz und können ihren Abschlag trainieren oder sich komfortabel zurücklehnen – die hauseigene Küche sorgt dabei für das leibliche Wohl. Die Golfanlage ist natürlich für jedes Alter und Können geeignet: Anfänger üben ihre ersten Schläge und Fortgeschrittene trainieren die Genauigkeit und Distanz des Abschlags durch interaktive Spiele. Ein Mikrochip in den Golfbällen zeichnet alle technischen Daten auf. Mit seinen drei Meetingräumen kann Topgolf auch ideal als Location für Veranstaltungen oder Workshops genutzt werden. Entsprechende Chill-Out Areas geben Golfern die Möglichkeit nach dem Training die Aussicht auf Las Vegas zu genießen.

Riesenrad mit Entspannungsfaktor

Eine fantastische Aussicht bietet auch der Las Vegas High Roller – das größte Riesenrad der Welt. Er ist das Herzstück des LINQ-Komplexes, dem Erlebniszentrum der Caesars Entertainment Corporation. Doch nicht nur das Panorama ist inspirierend, dank des neuen Yoga Erlebnisses können Gäste auf 167 Metern Höhe Körper und Geist auf ein neues Level heben. Die Session dauert eine Stunde, also zwei Umdrehungen, und bis zu sechs Teilnehmer haben in einer Kabine Platz. Während der Fahrt sind sie per Headset mit dem Trainer verbunden, der so individueller auf das Können und die Bedürfnisse jedes Einzelnen eingehen kann. Neben dem 360 Grad Panorama macht das die Stunde nochmal zu einem ganz außergewöhnlichen Erlebnis.

Ein Flughafen mit Geschichte: „Rhein-Main“

Der Airbus A 340-311 der Lufthansa D-AIGI landet in Frankfurt. (c) Ulrich Pfaffenberger

Der Airbus A 340-311 der Lufthansa D-AIGI landet in Frankfurt. (c) Ulrich Pfaffenberger

„Rhein-Main“. Das war für eine Generation von Erstfliegern das Synonym für das Tor zu Welt der Luftfahrt. Auch meine Premiere einer Luftreise sah ein Umsteigen in Frankfurt vor, aus München kommend, nach New York JFK weiter. Mit PanAm. Erst eine Boeing 727, dann ein Jumbo. Wenig ist von jenem Erstflug außerdem in Erinnerung geblieben, außer zwei Dingen. Erstens die kleine Plastiktüte mit Bordverpflegung, die sich jeder Eco-Passagier am Gate greifen durfte: Orangensaft, Wurstsemmel, Banane, Joghurt. Zweitens das Umsteige-Gate im B-Bereich des Frankfurter Flughafens, ganz vorne im „Stern“, in dem die 747s und DC 10s Flügel an Flügel parkten. Für einen, der bis dahin sich allenfalls bei samstagnachmittäglichen Ausflügen nach Augsburg-Mühlhausen an putzigen Einmots begeistern durfte, war das wirklich große Welt.

Ganz nah dran auf dem „Stern“

Zwei Jahre später, bei einer Deutschlandreise nach dem Abitur, bin ich dann zusammen mit zwei Schulfreunden dem „Stern“ aufs Dach gestiegen. Denn dort befand sich bis zur Jahrtausendwende die „Besucherterrasse“ des Flughafens. Nie wieder ist man als Nicht-Mitarbeiter oder Nicht-Passagier dort dem Flugbetrieb so nahe gekommen wie dort. Ein meterhohes Stahlgeländer, dahinter noch etwa ein Meter bekieste Fläche, dann kam auch schon die Dachkante. Das war nicht nur nah genug dran, um Kerosin zu schnuppern und das Leben auf dem Vorfeld intensiv zu verfolgen, das war auch ein prima Standort, um Fotos zu machen. Dieses Foto einer 737 der CSA ist dort entstanden; gut erkennbar im Hintergrund die mächtigen Transportflugzeuge der USAF auf der damaligen Airbase auf der Südseite des Airports. Häufig gab es spannende Nose-to-nose-Szenen auf den engen Taxikorridoren zwischen den Terminalbauten zu sehen. Man konnte Piloten bei der Arbeit zusehen, sowohl mit Kopfhörer als auch beim Winke-Winke. Auch der Kamera im Seitenleitwerk des A340-600, die den Piloten dieses überlangen Jets beim Rollen den nötigen Überblick verschaffte, kam ich dort „Auge in Auge“ nahe.

Globales Leben zum Greifen nah

Diese Bilder sind im Lauf vieler Jahre entstanden, während derer es mich immer wieder nach FRA gezogen hat. Auch wenn ich selbst nicht geflogen bin, war das Beobachten der Starts nach Rio, nach Singapur oder nach San Francisco und der Ankünfte aus Helsinki, Algier oder Istanbul eine (im buchstäblichen Sinn) phantastische Möglichkeit, in Gedanken auf Reisen zu gehen. Vor allem während meiner Würzburger Jahre habe ich viele Gelegenheiten genutzt, mir diesen globalen Wind um die Ohren wehen zu lassen. Gleichzeitig habe ich zahlreiche journalistische Impulse erhalten: neue Flugmuster im Einsatz, die Überlegung zur Größe des eingesetzten Fluggeräts, die Beladung mit Fracht und Catering, das Verschwinden großer Namen und das Auftauchen neuer Airlines. An keinem anderen Wirtschaftsstandort Deutschlands hat sich der globale Wandel so unmittelbar vor den Augen der Öffentlichkeit vollzogen wie in Frankfurt Rhein-Main. Auch wenn der „Stern“ nunmehr vornehme Lounges beherbergt (von denen aus die Sicht weiterhin grandios, aber eben nicht mehr von außen zugänglich ist) sowie die neue Besucherterrasse am Terminal 2 etwas mehr Distanz zum Geschehen auf dem Vorfeld aufweist und die Atmosphäre dort nicht ganz so dicht ist: Die Anziehungskraft von FRA bleibt bestehen.

Seit 80 Jahren im Dienst

Heute wird der Frankfurter Flughafen 80 Jahre alt. 37 davon habe ich ihn bisher begleitet. Er hat mir für viele Ereignisse in der Luftfahrt die Augen geöffnet. Danke und happy landings!

 

 

My National Parks (1): Yosemite

Zum 100jährigen Bestehen der US National Parks werde ich an dieser Stelle Szenen und Geschichten aus meinen Besuchen in der verschiedenen Nationalparks quer durchs Land veröffentlichen. Den Anfang macht der Yosemite National Park in Californien. Er war auch einer der ersten Parks, die ich besucht habe.

High Sierra, Yosemite National Park (c) California Travel and Tourism Commission / Andreas Hub

High Sierra, Yosemite National Park (c) California Travel and Tourism Commission / Andreas Hub

Ich habe damals in einer Tent Cabin in „Curry Village“ übernachtet. Bei meiner Ankunft nachmittags hatte mir eine freundliche Mitarbeiterin ein Merkblatt fürs Camping im Park in die Hand gedrückt. Es enthielt unter anderem ausführliche, illustrierte Hinweise, wie Lebensmittel und Geschirr zum Schutz vor anwesenden Wildtieren (Bären!) in luftiger Höhe aufzubewahren seien – als Bündel an Baumästen zum Beispiel. Ein weiterer Satz war hervorgehoben: „Lassen Sie keine Lebensmittel im Zelt!“

Hörnchen erweisen sich als Feinschmecker

Meine doppelt in Plastik verscheißten, supermarktfrischen Cookies hielt ich nichts desto trotz für ungefährdet. Ein Irrtum, wie sich herausstellen sollte. Bei der Rückkehr von der Wanderung am nächsten Tag fand ich beide Packungen aus der Reisetasche entfernt, zackig aufgerissen, den Inhalt angefressen, die Reste zerbröselt am Boden. Die Bißspuren deuteten auf Hörnchen einer beliebigen, aber wohl extrem spürsinnigen Art hin.

Frische Luft im Frühjahr

Mein Besuch erfolgte Anfang Mai. Eine gute Zeit für den Yosemite, auch wenn in den höheren Regionen noch Straßen wie der Tioga Pass noch schneebedingt gesperrt und manche Ecken der Tuolumne Meadows noch schneebedeckt waren. Pflanzen und Bäume blühten in frischem Grün, die Luft war sauber und klar – entsprechend großartig und weitreichend die Ausblicke. Zudem war die Zahl der anderen besucher noch überschaubar und mancher Aussichtspunkt, selbst der beliebte Glacier Point, bot für längere Zeitspannen vollkommene Ruhe und Stille.

Erst dann werden einem die Dimensionen dieses Parks so richtig bewusst, der für manchen oberflächlichen Betrachter und Attraktions-Jäger nur aus dem spektakulären Überhang-Felsen „El Capitan“ besteht. Man lernt im Lauf von ein paar Tagen Aufenthalt übrigens schnell zu unterscheiden zwischen jenen, die dort nur mit Augen und Mund hinaufkommen, und jenen, die den Kraftakt tatsächlich unternommen haben. Es sind dies auch deutlich weniger.

Was heißt hier schon Zeit?

Was sich ebenfalls innerhalb kurzer Zeit veränderte, eigentlich schon in den Stunden des ersten Vormittags, waren die Pläne, die ich gefasst hatte angesichts der einladenden Beschreibungen verschiedener Pfade, Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten. Selbst großzügig eingeplante ganze Stunden für einen Punkt erwiesen sich als nicht ausreichend, um die unendliche Abfolge von Eindrücken aufzunehmen, die sich aus dem Spiel von Licht, Wind und Natur ergaben.

Riesen-Sequoia im Tuolumne Grove (c) Kim Carroll Photography

Riesen-Sequoia im Tuolumne Grove (c) Kim Carroll Photography

Allein schon der Weg durchs Tal am Wasser entlang nimmt einen für einen ganzen Tag gefangen. Die knappe Meile vom Trailhead zum Taft Point erweist sich als so ergiebig, dass eine Halbtagestour daraus werden kann, genauso wie der Aufstieg zum Inspiration Point. Das Gute an diesen vergangenen Tagen: In der Kamera befand sich Film und kein Chip, weshalb die meisten Erinnerungen ganz bei mir sind.

Mammutbäume als Storyteller

Apropos: Wer den Yosemite aufsucht, der ist gut beraten, sich Zeit für die Mammutbäume zu nehmen, die Sequoias. Ich hatte immer noch das Foto aus dem Seydlitz-Bauer Erdkundebuch der Unterstufe in Erinnerung, das einen dieser Bäume zeigte, der an seinem Fuß von einem Reisebus durchfahren wurde. Dieses comic-gleiche „key visual“ wird von der Wirklichkeit um ein Vielfaches übertroffen. Diese Bäume sind in jeder Hinsicht groß, die Menschen klein.

Am meisten hat mich eine Holzscheibe beeindruckt, herausgeschnitten aus einem gefällten Riesen, die ungefähr 4.000 Jahresringe aufwies. In der Mitte markierte ein kleiner Nagel das Datum „Jesus born„. Man möchte nur zu gern dem lauschen, was diese Bäume zu erzählen haben. Womit sich der Besuch im Yosemite und dem benachbarten (und alles andere als nebensächlichem) Sequoia & Kings Canyon National Park nicht nur über Tage hinzöge, sondern über ein ganzes Leben.

Hinweis: Über all die Jahre habe ich, egal wie viele Nationalparks auf der Reiseplanung vorgesehen waren, stets den „Golden Eagle Pass“ gekauft, der jetzt etwas wortgewaltig „The America the Beautiful-The National Parks and Federal Recreational Lands Pass“ heißt. Die Ranger am Park Eingang wissen aber, was gemeint ist, wenn man nach dem „Golden Eagle Pass“ fragt. Für eine pauschale Summe öffnet er den Eintritt in alle Nationalparks im Lande.