Pfaffinger Umschau

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Month: September, 2016

Stollensichtung 2016

Dominosteine sind schon da, gefüllte Lebkuchenherzen auch, aber die ersten Christstollen im Supermarkt lassen dieses Jahr erstaunlich lange auf sich warten. Vermutlich liegt es daran, dass die Außentemperaturen einfach noch um so viel zu hoch sind, dass selbst ausgesprochen hartgesottene Konsumente davor zurückschrecken, sich jetzt schon die ersten Scheiben pudergezuckerte Weihnachtsbäckerei einzuverleiben. Auch die Boxen und Stapel der bereits angebotenen Saisonwaren wirken weitgehend unberührt.

Nachtrag: Auf die Nachbarn in Tirol ist Verlass. Bei einem Besuch beim M-Preis in der Tiroler Zugspitz Arena ergibt sich die erste Stollensichtung anno 2016. So spät wie seit Jahren nicht mehr.

Nashville erinnert an den „Teufelsgeiger“ Charlie Daniels

Die Country Music Hall of Fame & Museum in Nashville widmet Charlie Daniels eine Ausstellung. (c) tennesseetourism.de

Die Country Music Hall of Fame & Museum in Nashville widmet Charlie Daniels eine Ausstellung. (c) tennesseetourism.de

Zu Charlie Daniels‘ bevorstehender Aufnahme in ihre Ruhmeshalle zeigt die Country Music Hall of Fame & Museum das Lebenswerk des „Teufelsgeigers“. Die Ausstellung Charlie Daniels: Million Mile Reflections in Nashville eröffnet am 23. September und läuft bis zum März kommenden Jahres.

„The Devil went down to Georgia. He was lookin‘ for a soul to steal.” Spätestens 1979 mit dieser Songzeile und irrwitzigen Riffs auf der Geige schaffte Charlie Daniels seinen Durchbruch als Weltstar. Diese Südstaaten-Variante des Faust’schen Teufelspakts, bei der ein gewisser Johnny mit dem Teufel um seine Seele fiedelt, erschien auf dem Album Million Mile Reflections der Charlie Daniels Band, nach dem jetzt auch die Ausstellung in Nashville benannt wurde.

An der Seite von Presley, Dylan und Cohen

Charlie Daniels‘ Karriere reicht aber noch sehr viel weiter zurück mit Anfängen im Bluegrass. Seit 1950 arbeitet er als Berufsmusiker. Seinen ersten Hit landete er 1964 als Koautor von Elvis Presleys It Hurts Me. 1967 zog er nach Nashville, Tennessee, war dort auch Studiomusiker für Bob Dylan, Leonard Cohen und Ringo Starr. 1970 dann das erste Soloalbum, und 1972 die Gründung der Charlie Daniels Band. Am 30. Oktober dieses Jahres wird Charlie Daniels 80 Jahre jung.

Der „Tempel der Country Music“ wächst

Die Country Music Hall of Fame & Museum, gebaut und betrieben von der Stiftung Country Music Foundation, ist das weltweit größte Museum der Country Music. Vor fast 50 Jahren am 1. April 1967 gegründet, wurden Ruhmeshalle und Museum aus einem bescheidenen Bau im Viertel der Musikverlage Music Row 2001 ins Herz von Tennessees Hauptstadt Nashville verlegt – und damit die Fläche vervierfacht. Im Jahr 2014 verdoppelte sich die Gesamtfläche des Neubaus mit der Fensteranordnung einer Klaviatur noch einmal auf nun 32500 Quadratmeter.

Info: Zusätzlich zum Eintritt buchbar sind geführte Touren durch das Museum sowie durch die nahe gelegene Plakatdruckerei Hatch Show Print und das RCA Studio B im Stadtteil Music Row, zu dem Shuttlebusse fahren.

 

„O’zapft is!“ in Oklahoma

Beau Brough, Great Bend, links, und Aaron Corcoran, Wichita, haben sich in Schale geworfen, um das Oktoberfest im Frontier Park von Hays, Kansas, zu besuchen. (c) KSOK Travel & Tourism

Beau Brough, Great Bend, links, und Aaron Corcoran, Wichita, haben sich in Schale geworfen, um das Oktoberfest im Frontier Park von Hays, Kansas, zu besuchen. (c) KSOK Travel & Tourism

Trachtler und Blaskapellen soweit das Auge reicht, die Luft ist geschwängert vom Duft der Bratwürste. „Oans, zwoa, drei – gsuffa!“ – wie auf ein geheimes Kommando stemmen die Festgäste, großteils mehr oder weniger stilecht in Dirndl und Lederhosen gekleidet, beim „Prosit auf die Gemütlichkeit“ ihre Maßkrüge in die Luft. Nein, hier ist nicht die Rede von einem Festplatz irgendwo in Bayern – es handelt sich vielmehr um ein Bierzelt mitten in den Weiten der nordamerikanischen Prärie, in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma.

Beim Tulsa Oktoberfest geht es, was Stimmung, Musik und Speisen betrifft, an einem Wochenende Mitte Oktober ähnlich heiß her wie auf dem Münchner Oktoberfest. Der Duft von Schnitzeln und Bratwürsten schwebt über der beachtlichen Zeltstadt im River West Festival Park und das Bier fließt in Strömen.

Herbstfeste mit deutschen Untertiteln

Doch nicht nur in Oklahoma pilgern Besucher zu den in den USA immer beliebter werdenden Oktoberfesten, auch im benachbarten Kansas ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man im Herbst ein deutsches Fest miterlebt, schließlich hat dort angeblich jeder dritte Einwohner deutsche Vorfahren. An das Erbe erinnert beispielsweise das Oktoberfest in der kleinen Ortschaft Hays. Beim Volga German Society Oktoberfest werden dort an über 80 Ständen deutsche Spezialitäten und Kunsthandwerk angeboten, es wird viel Bier ausgeschenkt und „Oompah Music“ begeistert die Bewohner und Besucher von nah und fern.

Sieben Bierzelte an der Route 66

Vom 20. bis 23. Oktober heißt es heuer, bereits zum 38. Mal, „Willkommen beim Oktoberfest in Tulsa“. Die zweitgrößte Stadt Oklahomas ist als Station an der legendären Route 66 bekannt, doch beim Tulsa Oktoberfest pilgern über 60.000 Besucher in den Festival Park am Arkansas River, einen Katzensprung südlich der Innenstadt gelegen, und machen das jährliche Event zu einem der Top 10 in den USA.

„O’zapft is!“ – pünktlich um 17 Uhr wird am Donnerstag das Fest eröffnet. Bis Sonntag laden dann sieben (!) Bierzelte, ein Weinzelt, ein „Probier (Tasting) Zelt“ sowie ein Jugendzelt Besucher ein. Etwa 80 verschiedene Biere – neben bekannten US-Marken wie Samuel Adams auch deutsche, insbesondere bayerische Biere sowie Craft-Biere aus der Region und ganz USA – werden an etwa 300 Ausschankstellen frisch gezapft. In Tulsa sieht man das Münchner Oktoberfest durchaus als Vorbild, daher liegt der Schwerpunkt auch auf Bierzelten – eines davon heißt sogar „Alte Wiesn“! – mit gutem Bier und schmackhaftem Essen sowie originalgetreuer Blasmusik. Ein „Carnival“ – Fahrgeschäfte – gehören ebenfalls dazu.

Schnitzel und BRatwurst als Standards

Neben Bier und Bratwurst stehen deutsche Spezialitäten wie Schnitzel, Strudel, Käsekuchen oder gebrannte Mandeln im Angebot. Dirndl und Lederhosen gelten als perfektes Outfit, es gibt Schuhplattler-Vorführungen und regelmäßig wird ein Ententanz („Chicken Dance“) durch die Festzelte praktiziert. Auch am Maßkrug-Lauf oder am Bierfass-Rennen kann jeder Gast teilnehmen. Die größte „Gaudi“ steht jedoch am Sonntag, unter dem Motto „Watch Your Wiener Run“: das legendären Dachshund-Rennen (Dackelrennen) mit anschließender Dackel-Kostümparade.

Daten und Fakten

Tulsa Oktoberfest: 20.-23. Oktober 2016, Do. 17–23 Uhr, Fr./Sa. 11–23 Uhr, So. 12–18 Uhr, $ 10 Eintritt (Sa. bis 16 Uhr frei), im River West Festival Park, 2100 S. Jackson Ave., Tulsa/OK; Veranstalter: RiverParks Authority/Tulsa, Hauptsponsor: Linde Group. Infos unter http://tulsaoktoberfest.org

Volga German Society Oktoberfest, 30. Sept.–2. Okt. 2016, 1st/Main Street, Hays/KS, Info: www.travelks.com/event/2016-volga-german-society-oktoberfest-fhsu-homecoming/14224