Pfaffinger Umschau

upf schaut hin, hört zu und schreibt's auf

Ulrich Pfaffenberger

Bye, Bye, Air Berlin

Heute hat die Deutsche Lufthansa ihre Unterschrift unter jenen Teil der Dokumente gesetzt, die den Übergang von Teilen der Air Berlin in ihren Einflussbereich regeln. Doch nicht mit diesen Unterschriften endet die Präsenz eines starken zweiten Players auf dem deutschen Lufttransport-Markt. Der Anfang vom Ende liegt schon einige Jahre zurück, wobei es nicht einen singulären Grund für das Scheitern der Gesellschaft gibt, sondern eine Verkettung von Umständen, die meisten davon selbst geschaffen.

Dieser Blog-Eintrag ist eine „Review“ aus meiner Sicht, ohne Rücksicht auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Es ist auch kein „Ich hab’s schon immer gewusst“, sondern ein Blick darauf, was alle wissen konnten – und wie sich das, vom Ende her betrachtet, auch anders hätte deuten lassen.

Tourismus-Hub Nürnberg – ohne Not aufgelöst

Es hat mich damals überrascht, als Air Berlin 2013 das beeindruckende Umsteige-Kreuz Nürnberg aufgegeben hat. Wie es sich darstellte: ohne Not. Ich hatte ähnliches zuvor nirgendwo sonst gesehen – die Ankunft von fast zwei Dutzend Jets aus zwei Dutzend Startflughäfen innerhalb einer Stunde, aus denen die Passagiere umverteilt wurden, um innerhalb einer weiteren Stunde zu zwei Dutzend Zielflughäfen weiter zu reisen. Logistisch eine Meisterleistung, von der Wirtschaftlichkeit ein schlauer Prozess, der in etwas kleinerem Umfang dann auch in Palma de Mallorca kopiert wurde. Ein umfangreicher Flugplan, eine hohe Frequenz, eine gute Auslastung: Das macht Passagiere und Airline glücklich.

Wachstum erkauft

Andere strategische Entscheidungen haben für Air Berlin das Geschäft zudem mühsamer gemacht, anstatt es zu beflügeln. So konnten Management und Eigentümer der Versuchung nicht widerstehen, Marktanteile durch den Zukauf anderer Airlines zu gewinnen. Im Prinzip ein legitimes Verfahren, aber mit hohem Aufwand verbunden. Zumal sowohl die auf internationale touristische Strecken spezialisierte LTU genauso wie die innerdeutsch aktive Deutsche BA ganz andere Marktstrategien verfolgt und Firmenkulturen mitgebracht haben, als sie bei AB damals galten.

Passagiere gewonnen…

Ist die Integration von Mitarbeitern und Strukturen schon aufwendig, setzte sich Air Berlin mit dieser Strategie mächtigem Gegenwind aus: Sie positionierte sich bewusst als Herausforderer der Lufthansa, die ab diesem Zeitpunkt im eigenen Interesse den Wettbewerber nicht mehr tolerieren konnte. Das war bei den Passagieren kein Problem. So, wie die einen in der Schule auf Pelikan-Füller schwören und die anderen auf Geha, so teilten sich auch die Ströme der Reisenden. Die einen blieben bei Prestige und Miles&More, die anderen freuten sich über den Gratis-Playboy zur Bordlektüre und das Schokoherz zum Abschied. Damit hätte man leben können als Passagier.

… Marktposition verloren

Auch damit, dass AB zwar keine Billig-Gesellschaft war, aber eine preisgünstige Alternative zur Lufthansa, waren viele Reisende zufrieden. Ein paar gewisse Extras, die Air Berline über das Niveau einer No-Frills-Airline hoben – das akzeptierten die meisten. Obwohl es einerseits verhinderte, dass sich Deutschland zu einem Low-Cost-Markt entwickelte, und andererseits das Unternehmen selbst im Niemandsland positionierte – zwischen den eindeutig definierten Preissegmenten. So glaubte das Management, sich dem Zwang zur Flottenhomogenität entziehen zu können, die erst einen Lowcost-Carrier wirklich effizient und niedrigpreisige Tickets rentabel machen. Und es glaubte auch an die Zugehörigkeit zur Gilde der „legacy carrier“, also jener Airlines, wie sie rund um sie herum ihr Geschäft betrieben, zum Beispiel in der Allianz „One World“, in der Air Berlin als Zubringer aus Deutschland zwar gern gesehen war, die aber im Gegenzug deren Europa-Netzwerk nur unzureichend fütterte. Das änderte sich auch mit dem Unterschlupf beim finanzstarken Partner vom Golf nicht, als Etihad sich der angeschlagenen Gesellschaft erbarmte, um auf diesem Weg eine europäische Hausmacht zu schmieden.

Zermahlen zwischen „low cost“ und „legacy“

Wenn also die basics schon nicht mehr passten: Schnelle Wechsel im Cockpit im Cockpit des Unternehmens, die never ending story des unvollendbaren Flughafens BER in der namensgebenden Heimatstadt und das Zermahlen-Werden zwischen den Mühlsteinen von Ryanair, Easyjet & Co. einerseits und dem Komplettangebot der wachsenden Lufthansa-Gruppe andererseits führten in der Kombination dann zum immer weiteren Niedergang, gespiegelt im wuchernden Missverhältnis von Aufwand und Ertrag. Der nun vor wenigen Wochen letztlich das herbeiführte, was ohne die gefüllten Geldtaschen Etihads schon viel früher passiert wäre: die Insolvenz.

Genügend Kräfte wirken auf die Preise

Die Verteilung dessen, was übrig blieb, an zwei starke und solvente Bieter ist die einzig marktgerechte Lösung, allen Absprache-Spekulationen zum Trotz. Es gibt genügend Airlines in Europa und genügend Kapazitäten, um den Wettbewerb aufrecht zu erhalten. Innerdeutsch ist für Budget-orientierte Reisende das Angebot bei Bahn und Fernbus inzwischen groß und attraktiv genug, um ausreichend Angebote für den schmalen Geldbeutel zu schaffen. Für touristische Flüge sind mit Tui Fly und Condor zwei starke Kräfte vorhanden, die alle wichtigen Märkte abdecken – plus zahlreicher weiterer Anbieter aus Europa. Sie alle haben es verdient, dass ihre (funktionierenden) Geschäftsmodelle honoriert werden. Denn nur eine Stärkung wirtschaftlichen Handelns schafft die Grundlagen dafür, dass es morgen oder übermorgen wieder eine neue Air Berlin gibt – oder jemand, der ihre ursprüngliche Idee neu belebt.

 

 

Am Ende der Reise

Letzter Landeplazt in der Wüste Arizonas bei Tucson. (c) Arizona Office of Tourism (AOT)

Letzter Landeplazt in der Wüste Arizonas bei Tucson. (c) Arizona Office of Tourism (AOT)

In endlosen Reihen warten die altgedienten Riesen der Lüfte auf ihr ungewisses Schicksal. Über 4.000 Fluggeräte stehen auf dem eindrucksvollen Friedhof mit dem Spitznamen The Boneyard in der glühend heißen Wüstensonne von Tucson. Manche werden nur kurzfristig geparkt, dem Großteil aber droht die Verschrottung. Mit einer Fläche von etwa 1.400 Fußballfeldern ist das Gelände das weltweit Größte seiner Art und aufgrund seines morbiden Charmes ein absolutes Muss für alle Flugzeugfans. Inzwischen ist die Anlage über 70 Jahre alt

Schlafende Giganten

Das ausgedehnte Gelände wird heute von der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) betrieben und hat sich als wahrer Touristenmagnet etabliert. Dies ist kaum verwunderlich, denn an keinem anderen Ort können die Legenden der Luftfahrt in tausendfacher Ausführung bestaunt werden. Altehrwürdige B-52 Bomber, S-58 Helikopter oder die berühmten F-14 Tomcats aus dem Top Gun Film, die früher zusammengenommen einen Wert im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich hatten, träumen hier von glorreichen Zeiten in den Lüften.

Interessierte sollten sich daher die geführten Touren des Pima Air & Space Museums nicht entgehen lassen. In offenen Bussen kommen die Besucher den schlafenden Giganten besonders nahe und erfahren Wissenswertes über deren bewegte Geschichte. Im Anschluss empfiehlt sich auch ein Besuch des eigentlichen Museums, das nebenan mit rund 300 ausgestellten Fliegern aus allen Epochen der amerikanischen Luft- und Raumfahrt weitere spannende Eindrücke verspricht. Doch nicht nur Touristen kommen in Scharen, ebenso beliebt ist das weitläufige Gelände bei Regisseuren. So dienten die Gerippe bereits vielen Filmen, wie dem Blockbuster Transformers – Die Rache oder der Actionkomödie Harley Davidson & The Marlboro Man mit Mickey Rourke, als Kulisse.

Die "Air Force One" gab's auch schon mal eine Nummer kleiner. Alles weitere verräte das Pima Air & Space Museum. (c) Letzter Landeplazt in der Wüste Arizonas bei Tucson. (c) Arizona Office of Tourism (AOT)

Die „Air Force One“ gab’s auch schon mal eine Nummer kleiner. Alles weitere verräte das Pima Air & Space Museum. (c) Letzter Landeplazt in der Wüste Arizonas bei Tucson. (c) Arizona Office of Tourism (AOT)

Warum ausgerechnet Tucson?

Viele Besucher fragen sich natürlich, warum ausgerechnet Tucson, das sonst eher für seine meterlangen Kakteen bekannt ist, als letzte Ruhestätte ausgewählt wurde. Alles begann nach Ende des Zweiten Weltkrieges, als 1946 in den USA plötzlich tausende Militärflugzeuge nicht mehr benötigt wurden. Ein perfekter Abstellplatz für die Veteranen aus Stahl fand sich schließlich in der Sonora-Wüste, deren klimatische und landschaftliche Beschaffenheit sich hervorragend für die Lagerung eignet. Das trockene, heiße Wetter mit geringer Luftfeuchtigkeit und konstanten Temperaturen verhindert, dass die Fluggeräte Rost ansetzten. Außerdem können die Flieger durch den von Natur aus harten, ebenen Boden leicht bewegt werden, ohne erst große Flächen künstlich befestigen zu müssen. Diese Voraussetzungen sind einzigartig in den ganzen USA.

Das Procedere mit den überflüssig gewordenen Luftfahrzeugen ist seit sieben Jahrzehnten gleich geblieben: Sie werden auseinandergenommen und die gewonnenen Ersatzteile für Maschinen verwendet, die sich noch im Dienst befinden. Der übrig gebliebenen Schrott geht an umliegende Händler. Andere Flugzeuge werden konserviert, um sie bei Bedarf wieder flugtauglich herzurichten.

Ruhestätte auch fürs rollende Material

Wer von der rauen Ästhetik der ausgedienten Maschinen verzaubert wurde und Lust bekommen hat auf mehr alte Fahrzeuge, für den verbirgt sich nur zwei Fahrtstunden entfernt, nahe Phoenix, ein weiteres Highlight in der Wüste: Der größte Autofriedhof der USA. Bei Hidden Valley Auto Parts stehen in kilometerlangen Reihen über 10.000 Klassiker zum Verkauf. Den amerikanischen Straßenkreuzern, vorwiegend aus den 50er bis 70er Jahren, ergeht es unter der sengenden Sonne Arizonas genauso wie den Flugzeugen: Sie rosten nicht, sondern bleichen lediglich aus. Der Schrottplatz entpuppt sich daher als wahrer Abenteuerspielplatz für Liebhaber und Tüftler, die hier den einen oder anderen Schatz entdecken können. Zwar kommen sie dabei im heißen Sand garantiert ins Schwitzen, doch fast nirgendwo sonst werden die Ikonen längst vergangener Zeiten so gut konserviert.

Um was streiten die sich denn?

Während, gefühlt, der Terminus „mutmaßlich“ gerade eine kleine Verschnaufpause einlegt, pustet ein anderer gerade wieder mächtig die Backen auf. Die in Journalistenkreisen geschätzte Floskel „umstritten“ kommt derzeit wieder häufiger gelegen, wenn es darum geht, in vorbildlicher Neutralität keine Stellung zu beziehen. Es hat sich eingebürgert, diesen Begriff zu verwenden, wenn in einer Sache der eine Teil der Menschheit einverstanden ist und der andere Teil etwas dagegen einzuwenden hat. So lange das Ergebnis offen ist, heißt das Ding im offziellen Nachrichtendeutsch eben „umstritten“. Negativer Beiklang inklusive: Da sind noch nicht alle Fragen geklärt, da lauert womöglich noch irgendwo eine Schweinerei.

So öffnet das Wort der Vermutung und Verdächtigung Tür und Tor. Denn so wohlfeil die Vokabel auch ist, so mangelt es ihr doch an Eindeutigkeit. Folgt man der Analogie zu anderen „um“s wie „umtanzen“ oder „umkreisen“,  dann lässt sich leicht erkennen: Es geht nicht um den Kern der Sache, sondern um die Peripherie. Daher gerät die Zustandsbeschreibung der Angelegenheit diffus. Zumal von der Natur, dem Umfang und der Zielrichtung des angeblichen Streits in den meisten Fällen auch nicht mehr die Rede ist, manchmal auch gar nicht sein kann.

Beispiel Flughafen München: Der will seit Jahren eine dritte Startbahn bauen, hat auch alle vorgeschriebenen rechtlichen Verfahren absolviert. Aber nicht alle Anwohner wollen das hinnehmen und auch einer der drei Eigentümer, die Stadt München, fühlt sich an ein Bürgervotum gebunden, dass dem Bau widersprochen hatte. Darum herrscht Stillstand in der Causa. Aber gestritten wird nicht mehr – zumindest vor Gericht. Auch die Gesellschafter „streiten“ nicht, trotz unterschiedlicher Positionen. Allenfalls der gute alte „Streitfall“, der auch im Gespräch zwischen zwei Menschen ein langes Leben führen kann, ohne dass ein Ziel und Ende absehbar wäre – der gäbe Anlass anzunehmen, dass etwas umstritten sei.

Bleibt also die Frage nach einer sauberen Alternative für das strittige „umstritten“. Am einfachsten ist die klare Ansage: „Zu diesem Thema gibt es unterschiedliche Meinungen und bisher sieht es nicht so aus, als ob sich deren Inhaber auf einen gemeinsamen Nenner verständigen könnten.“ Das ist ganz schön lang und bringt den Halter der Redaktions-Stoppuhr ins Schwitzen: „Wenn wir das bei allen Nachrichten machen, dann kommen wir mit unseren fünf Minuten aber nicht mehr hin.“ Kann man so sehen. Nachrichtensprachlich aber ist es unhaltbar: Statt einer klaren Beschreibung erhalten die Hörer einen Begriff, den jeder für sich frei interpretieren kann. Das aber verringert den Wert einer Nachricht. Ein solcher Sprachgebrauch ist deshalb angreifbar. Sie meinen, das sei nicht so? Lassen Sie uns darüber streiten.

Aschenputtel öffnet den Surfern einen Kanal

Die perfekte Welle im NLand Surf Park © Visit Austin.

Die perfekte Welle im NLand Surf Park © Visit Austin.

Mit dem NLand Surf Park hat in Texas der erste im Binnenland gelegen Surfspot Nordamerikas eröffnet. Doch auch an der 900 Kilometer langen texanischen Küste am Golf von Mexiko reihen sich zahlreiche erstklassige Spots für Wellenreiter, Windsurfer und Kiter aneinander. Der Schiffskanal zwischen Houston und Galveston zählt dabei zu den außergewöhnlichsten.

 Zu Unrecht als Surf-Diaspora verkannt

Hätten alle einen Ozean vor der Tür, würde jeder surfen. Schon die Beach Boys besangen in den 70er Jahren mit „Surfin’ USA“ die Trendsport-Art, die noch heute stellvertretend für ganz besonderes Lebensgefühl steht. Damals stand Surfen jedoch noch nicht in Zusammenhang mit Texas und auch heute gilt der Lone Star State trotz seiner über 900 Kilometer langen Küste am Golf von Mexiko als Aschenputtel unter den Surf-, Windsurf- und Kitesurf-Zielen dieser Welt. Zu Unrecht, wie die zahlreichen Spots von Galveston bis South Padre Island sowie auch im Landesinneren beweisen.

 Wellenschlag im Binnenland

Der NLand Surf Park, südöstlich der texanischen Hauptstadt Austin, erspart seit Oktober 2016 texanischen Wellenreitern die mehrstündige Fahrt an die Küste. Der erste im Binnenland gelegene Surfspot Nordamerikas spricht mit seiner Lagune Surfer unterschiedlichster Niveaus an: von leichtem Wellengang für Kinder und Anfänger bis hin zu mannshohen Wellen und 35 Sekunden Sessions für Experten. Der Surf Park ist nicht nur im technologischen und sportlichen sondern auch im nachhaltigen Bereich ein Vorreiter. Denn: die knapp sechs Hektar große Lagune mit über 41 Millionen Liter Fassungsvermögen wird aus Regenwasser gespeist.

 Scharfer Ritt auf der Bugwelle

Wo sich täglich Frachtschiffe ihren Weg vom Golf von Mexiko durch den Schiffskanal von Galveston nach Houston bahnen, befindet sich einer der außergewöhnlichsten Orte zum Surfen im Lone Star State. Das Tankerwellen-Surfen auf den von großen Schiffen ausgelösten Bugwellen erfreut sich insbesondere in der Sommersaison von Juni bis September großer Beliebtheit. Dann sind die Bedingungen mit schwachem Wind und angenehmen Wassertemperaturen ideal. Je nach Länge, Geschwindigkeit und Tiefgang des Schiffes können die einzelnen Wellen bis zu 15 Minuten lang andauern.

 Golfküste bei Kitesurfern beliebt

Kitesurfen gilt als eine der am schnellsten wachsenden Wassersportarten der Welt. Jedes Jahr locken ganzjährig angenehme Temperaturen, gute Windstatistiken, vielfältige Spots und weite Stehreviere mehr und mehr Anfänger, Fortgeschrittene sowie Profis an den texanischen Abschnitt des Golfs von Mexiko. Orte wie Surfside Beach, Mustang Island, Port Aransas, Corpus Christi,

Coole Atmosphäre im Texas Surf Museum © Texas Tourism

Coole Atmosphäre im Texas Surf Museum © Texas Tourism

Isla Blanca und South Padre Island sind längst aus dem Dornröschenschlaf erwacht und haben sich in der Kitesurfing-Szene etabliert. März bis Juni sowie September bis November gelten als die windsichersten Monate. Das South Padre Island Open Water Festival vom 4. bis zum 5. November 2017 ist nur eine von zahlreichen Veranstaltungen rund um den Wassersport in der „Sandcastle Capital of the World“. Neben einem Adrenalinkick beim Skydiving oder Jet-Ski fahren lädt es dazu ein, sich im Kite- und Windsurfen sowie auch im Stand-up Paddeln zu üben und mit der Materie vertraut zu machen.

 Zu musealen Ehren erhoben

Das Texas Surf Museum zeigt einmal mehr, dass es auch ein Texas fernab von Cowboys, Ölbaronen und Wild West gibt. Das in 2005 eröffnete Museum in Corpus Christi widmet sich der Surfgeschichte des zweitgrößten US-Bundesstaates und zeigt die langanhaltende Verbundenheit der Texaner mit dem Wassersport.

JFK und Neuengland – eine Freundschaft auf Gegenseitigkeit

JFK an Bord der Honey Fitz vor Hyannisport (c) Cecil Stoughton, White House Photographs, John F. Kennedy Presidential Library and Museum

JFK an Bord der Honey Fitz vor Hyannisport (c) Cecil Stoughton, White House Photographs, John F. Kennedy Presidential Library and Museum

1962 geht ein Geburtstagsständchen um die Welt. Bis heute unvergessen, hauchte Marilyn Monroe ihr „Happy Birthday, Mr. President“ für John F. Kennedy in ihr Mikrofon. 2017 jährt sich der Geburtstag des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten zum 100. Mal. Grund genug, sich während einer Reise in Kennedys Heimat Neuengland auf Spurensuche zu begeben, mehr über JFK zu erfahren und zu entdecken, warum er die malerische Region im Nordosten der USA so sehr liebte. Der später häufig als charismatischster und berühmtester Präsident der USA bezeichnete Kennedy verbrachte einen Großteil seines Lebens in den sechs Neuengland Staaten und kehrte auch während seiner Präsidentschaft oft und gerne hierher zurück.

Born in Massachusetts

Am 29. Mai 1917 erblickte John Fitzgerald Kennedy in Brookline, Massachusetts das Licht der Welt, wo er in seinem Geburtshaus die ersten drei Lebensjahre verbrachte. Das im Kolonialstil errichtete Haus ist heute Teil der Kennedy National Historic Site und für die Öffentlichkeit zugänglich. Ranger des National Park Service führen interessierte Besucher durch die Nachbarschaft und durch das Haus, in dem sich noch 172 Originalstücke aus dem Besitz der Kennedys befinden.

Familiäres Insel-Leben

Besonders auf der zu Massachusetts gehörenden Halbinsel Cape Cod und den vorgelagerten Inseln Martha’s Vineyard und Nantucket fühlte sich Kennedy zuhause. Auf dem Familiensitz in Hyannis Port verbrachte er regelmäßig die Sommermonate mit seinen Eltern und Geschwistern und ging seiner großen Segelleidenschaft nach. Auch während seiner Zeit als Präsident kam JFK

Die Kennedys in Hyannis (c) Cecil Stoughton, White House, John Fitzgerald Kennedy Library, Boston.jpg

Die Kennedys in Hyannis (c) Cecil Stoughton, White House, John Fitzgerald Kennedy Library, Boston.jpg

mit seiner Frau Jackie und den beiden Kindern jeden Sommer ins „Summer White House“ nach Hyannis Port, um zu arbeiten, Interviews zu geben und sich zu erholen. Das John F. Kennedy Hyannis Museum dokumentiert Kennedys Aufenthalte zwischen 1934 und 1963 in einer multimedialen Ausstellung. Anlässlich des 100. Geburtstags porträtiert die Sonderausstellung „JFK at 100: Life & Legacy“ die Privatperson John F. Kennedy.

Verlockende Meeresfrüchte

Das vornehme Martha’s Vineyard ist eine gute Stunde mit der Fähre von Cape Cod entfernt. Hier gibt es fangfrischen Lobster, das köstliche Lieblingsgericht der Neuengländer. Auf Nantucket wird die Zeit des Walfangs lebendig gehalten und man kann im Walfangmuseum unter anderem ein gewaltiges Walskelett bewundern. Walbeobachtungstouren starten von Mai bis Oktober vielerorts in den Küstenregionen.

Inspirierende Schulzeit

Seine Schulzeit verbrachte Kennedy größtenteils in Massachusetts und Connecticut. An der Internatsschule Choate in Wallingford, Connecticut, machte er 1935 seinen Abschluss. Von seinem Schuldirektor soll Kennedy zu seiner berühmten Aussage „Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst“ inspiriert worden sein. Von 1936 bis 1940 studierte John F. Kennedy Politikwissenschaften an der Eliteuniversität Harvard in Cambridge. Die älteste Universität der Vereinigten Staaten wurde 1636 gegründet und gehört zu den acht prestigeträchtigen Hochschulen der amerikanischen Ivy League. Mit

Abschluss von der Harvard University 1940 (c) John Fitzgerald Library, Boston.jpg

Abschluss von der Harvard University 1940 (c) John Fitzgerald Library, Boston.jpg

Harvard, Yale, Brown und Dartmouth nennen vier der insgesamt acht Ivy League Colleges Neuengland ihr Zuhause, und sorgen mit unterhaltsamen Campustouren und universitätseigenen Kunstmuseen für Abwechslung bei den Besuchern . In Harvard bieten Studenten die sogenannten „Hahvahd Tours“ an, bei denen man neben lustigen Geschichten und Anekdoten über die weltberühmte Universität auch einiges über den prominenten Absolventen JFK und seine Zeit am Campus erfährt.

Tea Party und andere Geschichte(n)

Auf der anderen Seite des Charles River befindet sich Boston. Die Hauptstadt von Massachusetts ist die Wiege amerikanischer Geschichte und das Tor zu Neuengland. Die Metropole an der Ostküste der USA lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden und lockt mit einer Vielzahl kultureller und kulinarischer Angebote. 1630 gegründet gehört Boston zu den ältesten Städten der USA und war maßgeblich an der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung beteiligt. Auf dem Freedom Trail kann man sich auf die Spuren amerikanischer Geschichte begeben und dabei an bedeutenden Bauwerken und Schauplätzen Halt machen.

Zum Gedenken des 1963 ermordeten Präsidenten wurde in Boston die John F. Kennedy Presidential Library and Museum errichtet. Das von Stararchitekt I. M. Pei entworfene Gebäude ist der offizielle Aufbewahrungsort für Originaldokumente und

JFK mit Nichten und Neffen in Hyannisport (c) Robert Knudsen, White House Photographs, John F. Kennedy Presidential Library and Museum.jpg

JFK mit Nichten und Neffen in Hyannisport (c) Robert Knudsen, White House Photographs, John F. Kennedy Presidential Library and Museum.jpg

Schriftverkehr der Regierung Kennedy. Die Dauerausstellung „Young Jack“ gibt Besuchern einen Einblick in Kennedys Kindheit und zeichnet seinen Weg vom Jungen zum Präsidenten nach. Außerdem beherbergt das Museum eine Sammlung mit Geschenken ausländischer Staatsoberhäupter, eine Nachbildung des Schreibtisches aus dem Oval Office und zahlreiche Dokumente und Ausstellungsstücke zu Kennedys Wahlkampf, seiner Amtseinführung und dem amerikanischen Raumfahrtprojekt Apollo, das 1969 mit Neil Armstrong den ersten Menschen auf den Mond brachte. In der Sonderausstellung „JFK 100 – Milestones & Mementos“ werden viele von Kennedys persönlichen Habseligkeiten gezeigt, die der Öffentlichkeit bisher unbekannt waren. Dazu gehören unter anderem eine Sonnenbrille, Krawatten und Geschenke seiner Kinder. Vor dem Museum können Besucher zudem Kennedys geliebtes Boot Victura bewundern, mit dem er als Junge durch die Gewässer Neuenglands segelte.

Zeitreise mit Hochzeit und Sommerfrische

Cliff Walk in Newport (c) Discover Newport.jpg

Cliff Walk in Newport (c) Discover Newport.jpg

Auch in Newport, Rhode Island kann man auf den Spuren des beliebten Präsidenten wandeln. In dem pittoresken Seefahrerort heiratete John F. Kennedy 1953 Jacqueline Bouvier in der St. Mary’s Church. Die Kirche bietet heute nicht nur Besichtigungen an, sondern nimmt Besucher mit Musik, Bildern und Videos von der Kennedy-Hochzeit auch mit auf eine Zeitreise. Der prächtige Hochzeitsempfang mit 1.300 geladenen Gästen fand auf der Hammersmith Farm statt, in der die spätere First Lady ihre Kindheit verbracht hatte. Das im viktorianischen Stil errichtete Herrenhaus wurde, wie der Familiensitz in Hyannis Port, während seiner Präsidentschaft von Kennedy als „Summer White House“ genutzt. Seit 1999 ist das Haus in Privatbesitz und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Auf eigene Faust kann man hingegen das malerische Newport erkunden und auf dem Cliff Walk an imposanten Herrenhäusern aus dem 19. Jahrhundert vorbeilaufen, die direkt an Rhode Islands atemberaubender Küste liegen.

Weitere Informationen zum Kennedy Jubiläum gibt es auf www.jfkcentennial.org, Wissenswertes über Neuengland auf www.neuenglandusa.de.

Georgia knipst das Licht aus

Die Nacht verleiht der Sumpflandschaft am Banks Lake in Georgia eine besondere Atmosphäre. © Georgia Department of Economic Development

Die Nacht verleiht der Sumpflandschaft am Banks Lake in Georgia eine besondere Atmosphäre. © Georgia Department of Economic Development

Die International Dark Sky Association (IDA) bewahrt den Nachthimmel und fragile Ökosysteme vor Lichtverschmutzung, indem sie bestimmte Regionen zu „dark sky places“ bestimmt. Unlängst erklärte sie auch den Stephen C. Foster State Park in Georgia zum ersten offiziellen Dark Sky Park des Bundesstaates im Südosten der USA. Dieser erfüllt sämtliche Voraussetzungen wie den Schutz von Lebensraum für nachtaktive Tiere, minimale Lichtverschmutzung sowie einen ungetrübten Blick auf die Sterne und erhielt dafür sogar das Gold-Ranking der Organisation. Um den strengen Vorgaben zu entsprechen, wurden Straßenlampen entfernt, indirekte Beleuchtung durch direkte Beleuchtung mit LED-Lampen ersetzt und sensorgesteuerte Außenleuchten an den Unterkünften im Park angebracht.

Paddeln und schlummern unter dem Firmament

Der Stephen C. Foster State Park zählt zu den „Sieben Naturwundern Georgias“ und liegt am westlichen Rand des Okefenokee National Wildlife Refuge, dem größten Schwarzwassersumpf in Nordamerika. Zypressen mit Spanischem Moos, spiegelglatte Wasserflächen, 12.000 Alligatoren sowie Schildkröten, Waschbären, Schwarzbären und zahlreiche seltene Vogelarten finden sich in diesem Naturparadies. Seine Abgeschiedenheit und der Status als Schutzgebiet machen den Park einzigartig im Osten der USA, denn nirgendwo ist die Nacht schwärzer als dort – beste Voraussetzungen, um auf Exkursionen den Blick gen Sternenhimmel zu richten.

Unmittelbar das Leben im nächtlichen Sumpf erleben

Mit dem Kajak dem Sonnenuntergang entgegen im "Okefenokee Swamp". © Georgia Department of Economic Development

Mit dem Kajak dem Sonnenuntergang entgegen im „Okefenokee Swamp“. © Georgia Department of Economic Development

Unter dem Motto „Swamper`s Guide to the Galaxy“ halten Teilnehmer mit einem Teleskop Ausschau nach Meteoren oder Planeten und erfahren Wissenswertes zum Sternensystem. Abenteuerlustige tauchen auf der geführten Tour „Paddle under the Stars“ selbst in die Dunkelheit ein. Begleitet von einem Ranger paddeln sie im Kanu in den Sonnenuntergang und erleben das nächtliche Leben im Sumpf aus nächster Nähe. Übernachtet wird im Stephen C. Foster State Park nicht in Sterne-Hotels, sondern rustikal auf mehr als 60 Campingplätzen oder in 19 gemütlichen Cottages. Für Mutige stehen hölzerne Plattformen direkt am Wasser bereit – mit Blick auf leuchtende Alligatorenaugen und Abermillionen von Sternen.

Wenn der Mond die Sonne verdeckt

Am frühen Nachmittag des 21. August 2017 wird sich der Mond vor die Sonne schieben und Teile der USA werden von einer totalen Sonnenfinsternis verdunkelt. Im Kernschatten liegen unter anderem das Städtchen Lavonia und weitere Regionen im Nordosten Georgias. Der Tallulah Gorge State Park zelebriert das seltene Ereignis mit dem Solar Eclipse Festival und das Rabun County mit dem OutASight Total Solar Eclipse Festival.

Wie Luke Howard unseren Himmel veränderte

Richard Hamblyn: Die Erfindung der Wolken. Suhrkamp TB ISBN 9783518455272

Richard Hamblyn: Die Erfindung der Wolken. Suhrkamp TB ISBN 9783518455272

Und wenn darauf zu höhrer Atmosphäre
Der tüchtige Gehalt berufen wäre,
Steht Wolke hoch, zum Herrlichsten geballt,
Verkündet, festgebildet, Machtgewalt,
Und, was Ihr fürchtet und auch wohl erlebt,
Wie’s oben drohet, so es unten bebt.

Kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe hat sich zu diesen Zeilen hinreißen lassen, der Wolkenform des Cumulus gewidmet. Eines von vier Gedichten, das er dem Briten Luke Howard gewidmet hat, jenem Mann, auf dessen Kategorisierung der Wolken bis heute die Meteorologie aufbaut. Eine „der außergewöhnlichsten Huldigungen, die je ein Wissenschaftler einem anderen gezollt hat“, schreibt Richard Hamblyn in seinem biografisch aufgebauten Wissenschaftsbuch „Die Erfindung der Wolken“.

Das Durcheinander am Himmel aufgeräumt

Es ist eine packende Erzählung, die gut das Prinzip wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt. Denn Howard, von Beruf Apotheker, war es durch Beobachtung und Akribie gelungen, das vor seiner Zeit herrschende Durcheinander der Wolken- und Wetterbeobachtung aufzuräumen und mit einer allgemein verständlichen, universalen Struktur zu versehen. Cirrus, Stratus, Nimbus – die lateinischen Namen der Wolkenformen, verbunden mit genauer Beschreibung des damit verbundenen Geschehens waren der Standard, der bis dahin fehlte.

Verlorenes Prinzip des „Universalgelehrten“

Aus einem öffentlichen Vortrag anno 1802 in London entwickelte sich, Widerständen zum Trotz, die Grundlage für die Sprache der Wetterkunde. Darauf aufbauend wurden genauere Vorhersagen genauso möglich wie tragfähige Beschreibungen vergangener Ereignisse. Die Parallelen zu anderen Wissenschaftlern, die ebenfalls mit Althergebrachtem aufräumen und aus gefühlten Zuständen verifizierbare Fakten machten, werden bei jeder Zeile deutlich. Erstaunlich für heutige Leser dürfte auch Howards – heute verlorener – Ansatz Richtung Universalgelehrtheit sein, den er mit Goethe teilte: Als Pharmazeut übertrug er seine Lern- und Forschungsstrukturen auf andere Disziplinen und erzielte damit dort selbst Erfolge.

Prominente Fürsprache verhalt zum Durchbruch

Sichtbar wird indes auch, wie wichtig prominente Fürsprache in solchen Fällen ist. Hätte Howard nicht Goethes Begeisterung geweckt und diesen zum Propagandisten seiner Wolkensprache werden lassen – wohl hätte sich eine andere Bezeichnungs-Struktur durchgesetzt. Heutige Meteorologen sind überzeugt, dass die Klassifizierung des Franzosen Jean-Baptiste de Lamarck differenzierter und praktikabler gewesen wäre – sich gegen die Deutungsmacht Goethes jedoch nicht durchsetzen konnte.

Dem Lesevergnügen tut dies indes keinen Abbruch: Hamblyns Buch öffnet die Augen für Wissenschaftsgeschichte und Himmelsbilder gleichermaßen – und ist eine anregende Lektüre für jedermann. Offenbar aber nicht von so großem wirtschaftlichen Erfolg begleitet, dass aktuelle Auflagen verfügbar wären. Suchende werden indes antiquarisch fündig.

Nonstop Las Vegas

Leuchtzeichen sind Markenzeichen der Entertainment-Hauptstadt der USA. (c) Las Vegas Convention and Visitors Authority (LVCVA)

Leuchtzeichen sind Markenzeichen der Entertainment-Hauptstadt der USA. (c) Las Vegas Convention and Visitors Authority (LVCVA)

Condor hat jetzt eine neue Nonstop-Verbindung von München nach Las Vegas aufgenommen. Während der Sommermonate fliegt die Airline jeden Mittwoch und Samstag von MUC mit einer Boeing 767-300 in die Entertainment-Metropole in Nevada (USA). „Wir freuen uns sehr, dass unsere Partnerschaft mit Condor durch die neuen Direktflüge von München nach Las Vegas weiter ausgebaut wird“, so Cathy Tull, Senior Vice President of Marketing der Las Vegas Convention and Visitors Authority.

Las Vegas verstärkt seine Sichtbarkeit auf der Reisekarte

„Durch die neue Route erwarten wir ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 13,1 Millionen US Dollar für die Region“, so Tull weiter. „Die internationale Erreichbarkeit durch Direktflüge ist der Schlüssel, damit Las Vegas im Gedächtnis von potenziellen Besuchern ist und bleibt – nicht nur in Deutschland sondern europaweit.” Jens Boyd, Group Head of Long-Haul bei Condor, ergänzte: „Der nordamerikanische Markt ist für uns sehr interessant und daher freuen wir uns, das Condor Flugangebot dorthin zu erweitern.“

Ausgangspunkt für Reisen im Südwesten der USA

Der Flug ist zum Beispiel für Menschen interessant, die den Südwesten der USA bereisen wollen. Naturwunder wie der Grand Canyon, der Zion National Park oder der Bryce Canyon sind weniger als eine Tagesreise entfernt. Mit dem Hoover Dam befindet sich ein technisches Großbauwerk in unmittelbarer Nähe, das Standards gesetzt hat. Die Stadt Las Vegas selbst ist längst ihrem Image als Spielerstadt entwachsen und bietet sowohl beim Unterhaltungsniveau und bei der Kulinarik Spitzenangebote. Die Hotelzimmer in der Stadt gelten als vergleichsweise günstig; schließlich sollen die Reisenden ihr Geld nicht verschlafen…

Flüge jeweils am Mittwoch und Samstag

Condor wird die Flüge zum McCarran-Airport mit einer Boeing 767-300 durchführen, die neben der Economy und Premium Class auch mit einer komfortablen Business Class ausgestattet sind. Alle Sitze sind mit einem HD Monitor sowie mit USB-Ports zum Laden der elektronischen Geräte ausgestattet. Die Airline startet in München mittwochs um 16.30 Uhr, samstags um 9.35 Uhr und erreicht Las Vegas um 19.45 Uhr bzw. 12.50 Uhr Ortszeit. Der Rückflug startet um 23.15 Uhr bzw. 14.55 Uhr dortiger Ortszeit.

Schlosshotel in Pink? Schauen wir mal in Florida nach.

Die „Pink Lady“, das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg, ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. (c) VISIT FLORIDA.jpg

Die „Pink Lady“, das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg, ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. (c) VISIT FLORIDA.jpg

Diverse Medienberichte in jüngster Zeit richten unsere Blicke nach Florida, wo imposante Bauwerke dem Betrachter ins Auge stechen. Die Gründe für den Bau der berühmtesten Prachtbauten des Sunshine States sind äußerst verschieden:Strafvollzug, Konkurrenzkampf oder Winterzuflucht. Aber jedes einzelne Meisterwerk ist einen Besuch wert, sowohl wegen ihrer Geschichte als auch auf Grund der architektonischen Leistung.

Henry B. Plant Museum, Tampa

Konkurrenz belebt das Geschäft – das gilt auch für die Bauwerke der beiden Eisenbahnpioniere Henry Morrison Flagler und Henry Bradley Plant. Der Startschuss für die Erschließung des südlichen Florida ist untrennbar mit Flagler und Plant verbunden. Letzterer begann mit dem Bau einer Eisenbahnlinie an der Westküste, deren Endpunkt 1891 das Tampa Bay Hotel mit seinen 13 maurischen Türmen wurde. Nachdem das Hotel während des spanisch-amerikanischen Bürgerkriegs von Theodore Roosevelt kurzzeitig als Hauptquartier genutzt wurde, dauerte es nicht lange, bis in den mehr als 500 Hotelzimmern dieses Prachtbaus die berühmtesten Persönlichkeiten aus aller Welt wohnten. In den dreißiger Jahren zog das Tampa Junior College und später die University of Tampa ein – für den auf 99 Jahre ausgelegten symbolischen Pachtzins von 1 US-Dollar pro Jahr. Ausgenommen war lediglich der Südflügel, wo ein Museum für die Errungenschaften von Henry B. Plant errichtet wurde.

Ponce de León Hotel und Flagler College, St. Augustine

Plants schärfster Konkurrent, Henry Flagler, konzentrierte sich auf den Osten Floridas. Sein im Stil der Spanischen Renaissance konzipiertes Luxushotel Ponce de León wurde 1888 fertiggestellt und besteht vollständig aus Gussbeton. Als eines von nur wenigen

Das Luxushotel Ponce de León ist seit fast 50 Jahren das Kernstück des Flagler College. (c) VISIT FLORIDA

Das Luxushotel Ponce de León ist seit fast 50 Jahren das Kernstück des Flagler College. (c) VISIT FLORIDA

Gebäuden dieser Zeit war das Hotel vollständig elektrifiziert, dank Flaglers berühmtem Freund Thomas Alva Edison. Die beiden Zwillingstürme dienten ursprünglich als Wassertanks, bevor sie die amerikanische Küstenwache im Zweiten Weltkrieg als Gefängnis umfunktionierte. 1968 wurde das Hotel zum Kernstück des neu eingerichteten Flagler College; seit 2006 ist das Gebäude als National Historic Landmark klassifiziert.

Cà d’Zan, Sarasota

Zirkuspionier John Ringling ließ sich in den 1920er Jahren in Sarasota an der Westküste Floridas nieder. Dort errichtete er 1924 gemeinsam mit seiner Frau Mable im venezianisch-gotischen Stil ihre Winterresidenz „Cà d’Zan“ (Venezianisch für „Haus des Joh(an)n(es)“). In diesem Palazzo mischen sich gotische Stilelemente mit Einflüssen der Italienischen Renaissance und der Architektur des New Yorker Madison Square Gardens, in dem der Zirkus mit seinen Aufführungen große Erfolge feierte. Das mehr als 3.000 Quadratmeter große Haus hat 41 Zimmer, 15 Bäder und ist vollständig unterkellert – für Florida sehr ungewöhnlich. Der 25 Meter hohe Turm bietet einen Rundblick über die Sarasota Bay. Im benachbarten Ringling Museum of Art befinden sich die Hinterlassenschaften des Zirkuspioniers: europäische und amerikanische Kunst, darunter eine der bedeutendsten Rubens-Sammlungen der Welt. Ein weiteres Highlight ist zudem der größte Miniaturzirkus weltweit im Zirkusmuseum, das ebenfalls Teil des Ringling Museumskomplexes ist – auf 350 Quadratmetern befindet sich hier mit acht großen Zelten, 1.300 Artisten und Angestellten, 800 Tieren sowie 152 Wagons eine Reminiszenz an die „Greatest Show on Earth“.

Loews Don Cesar Hotel, St. Petersburg

277 Hotelzimmer, zwei Schwimmbäder, drei Restaurants, ein 10.000 Quadratmeter großes Spa, eine über 90-jährige Geschichte und Gäste von Al Capone bis hin zu Franklin D. Roosevelt und weiteren amerikanischen Präsidenten – das alles steckt hinter der „Pink Lady“. Das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. Während der Großen Depression war es kurioserweise die Baseballmannschaft der New York Yankees, die dem Hotel durch einen Dreijahresvertrag das Überleben ermöglichte. Zu der Zeit hielten die Spieler hier an der sonnigen Golfküste ihr Trainingslager ab. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Hotel als Krankenhaus und zudem als Kuranstalt der Air Force umfunktioniert, bevor es 1973 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet wurde. Heute, mehr als dreißig Jahre später, werden jährlich rund 400 Hochzeiten im „Pink Palace“ gefeiert.

Die Festung Fort Jefferson liegt im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko. (c) Rob O'Neal

Die Festung Fort Jefferson liegt im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko. (c) Rob O’Neal

Fort Jefferson, Dry Tortugas

Eine einsame Insel, 110 Kilometer vom Festland entfernt – eine Qual! Zumindest für die einstigen Gefangenen der Festung Fort Jefferson. Im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko, können Besucher heute noch die 14 Meter hohen Gefängnismauern besichtigen, mit deren Bau bereits 1825 begonnen wurde. Ursprünglich als Leuchtturm und Warnung vor dem Korallenriff gedacht, wurde das Fort Jefferson zwei Jahrzehnte später für 1.500 Soldaten und 450 Kanonen errichtet.

Bei einer großen Gelbfieberepidemie 1867 kamen die zugeteilten Ärzte ums Leben, bevor den Gefangenen geholfen werden konnte. Einzig der inhaftierte Arzt Samuel Mudd konnte vielen kranken Häftlingen wie Soldaten helfen – und wurde zum Dank vorzeitig aus der Haft entlassen. Zu den berühmtesten Insassen gehörten unter anderem auch die Mitverschwörer um die Ermordung Abraham Lincolns. Heute ist das Eiland, welches nur per Wasserflugzeug, Fähre oder Boot erreicht werden kann, ein beliebter Anlaufpunkt für Taucher und Schnorchler.

In Breckenridge regiert das Rad

Zweirad-Vergnügen bei Tag und Nacht auf der "Breck Bike Week". © Louie Traub

Zweirad-Vergnügen bei Tag und Nacht auf der „Breck Bike Week“. © Louie Traub

Winzige Gebirgsstadt zu Füßen der erhabenen Rocky Mountains, riesengroß in der Rad-Szene: Schon 2014 wurde Breckenridge als fahrradfreundlichste Gemeinde Nordamerikas ausgezeichnet. Heute zählt die Stadt auf über 2.900 Höhenmeter zu den zehn besten Orten für eine Radtour mit der Familie und trägt gleichzeitig eines der prestigeträchtigsten Mountainbike-Rennen der USA aus: den Breck Epic.

Liebster Weggefährte der „Brecks“

Spätestens in der Breck Bike Week vom 23. bis zum 25. Juni 2017 wird das Fahrrad zum König der Straße, kaum jemanden zieht es dann nicht auf den Sattel. Fahrrad-Kino, Mountainbike-Workshops, Happy Hour Do-it-Yourself Kurse, ein Enduro-Downhill-Rennen bis hin zum Poker Ride, einer Radtour mit insgesamt fünf Stopps, bei denen jeweils eine Partie Poker ausgetragen wird: Die Reihe an Veranstaltungen und Aktivitäten rund um den liebsten Weggefährten der Brecks ist während diesen Tagen und dem anschließenden Breck Bike Weekend immens.

 Eines der anspruchsvollsten Rennen in den USA

Wenn im August die Straßenrad- und Mountainbike-Weltelite nach Breckenridge pilgert, dann stehen der Colorado Classic und der legendäre Breck Epic an. Breckenridge, der einstige Etappenort der früheren USA Pro Cycling Challenge, wird in diesem Jahr zu einer von vier Stationen der Auftaktveranstaltung des Colorado Classic. Das vom Weltradsportverband UCI organisierte Radrennen, eines der anspruchsvollsten auf amerikanischem Boden, macht am 11. August 2017 in Breckenridge Station.

Nicht nur aufgrund des Namens sondern auch dank des weitläufigen Wegenetzes im Hinterland sind Breckenridge und der Breck Epic unzertrennlich. Mit einer Streckenlänge von 386 Kilometern, einem positiven Höhenunterschied von über 12.000 Metern und einer Dauer von sechs Tagen gilt das Mountainbike-Etappenrennen als eines der härtesten der Welt. 2017 fällt es auf den 13. bis 18. August.

Unterhaltsames auf Rädern gehört zum bunten Programm der Breck Bike Week mit dazu. © Louie Traub

Unterhaltsames auf Rädern gehört zum bunten Programm der Breck Bike Week mit dazu. © Louie Traub

Auszeichnung für familienfreundliches Radeln

Aber nicht nur die Weltelite macht Breckenridge zu einer der bedeutendsten Orte für Rennradfahrer und Mountainbiker. Bereits 2014 erkannte die Non-Profit Organisation League of American Bicyclists die Erfolge der Kleinstadt in den Rocky Mountains an und verlieh ihr die Goldmedaille unter den fahrradfreundlichsten Gemeinden in Nordamerika. Die amerikanische Tageszeitung USA Today schloss sich dieser Auszeichnung an und benannte zudem das Angebot für Familien mit Kindern als eines der zehn besten in den Vereinigten Staaten.

Der stetige Ausbau der Strecken, neue herausfordernde Mountain-Bike Pisten, eine große Anzahl von Wegen für Anfänger wie beispielsweise der Blue River Recreational Path oder auch der über 800 Kilometer lange Colorado Trail von Denver nach Durango, welcher durch das Tal des Flusses Swan River in Breckenridge führt, machen die sympathisch-verrückte Gebirgsstadt 2017 erneut zu einem Mekka für Zweiradliebhaber.