Pfaffinger Umschau

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Category: Uli’s USA

Am Ende der Reise

Letzter Landeplazt in der Wüste Arizonas bei Tucson. (c) Arizona Office of Tourism (AOT)

Letzter Landeplazt in der Wüste Arizonas bei Tucson. (c) Arizona Office of Tourism (AOT)

In endlosen Reihen warten die altgedienten Riesen der Lüfte auf ihr ungewisses Schicksal. Über 4.000 Fluggeräte stehen auf dem eindrucksvollen Friedhof mit dem Spitznamen The Boneyard in der glühend heißen Wüstensonne von Tucson. Manche werden nur kurzfristig geparkt, dem Großteil aber droht die Verschrottung. Mit einer Fläche von etwa 1.400 Fußballfeldern ist das Gelände das weltweit Größte seiner Art und aufgrund seines morbiden Charmes ein absolutes Muss für alle Flugzeugfans. Inzwischen ist die Anlage über 70 Jahre alt

Schlafende Giganten

Das ausgedehnte Gelände wird heute von der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) betrieben und hat sich als wahrer Touristenmagnet etabliert. Dies ist kaum verwunderlich, denn an keinem anderen Ort können die Legenden der Luftfahrt in tausendfacher Ausführung bestaunt werden. Altehrwürdige B-52 Bomber, S-58 Helikopter oder die berühmten F-14 Tomcats aus dem Top Gun Film, die früher zusammengenommen einen Wert im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich hatten, träumen hier von glorreichen Zeiten in den Lüften.

Interessierte sollten sich daher die geführten Touren des Pima Air & Space Museums nicht entgehen lassen. In offenen Bussen kommen die Besucher den schlafenden Giganten besonders nahe und erfahren Wissenswertes über deren bewegte Geschichte. Im Anschluss empfiehlt sich auch ein Besuch des eigentlichen Museums, das nebenan mit rund 300 ausgestellten Fliegern aus allen Epochen der amerikanischen Luft- und Raumfahrt weitere spannende Eindrücke verspricht. Doch nicht nur Touristen kommen in Scharen, ebenso beliebt ist das weitläufige Gelände bei Regisseuren. So dienten die Gerippe bereits vielen Filmen, wie dem Blockbuster Transformers – Die Rache oder der Actionkomödie Harley Davidson & The Marlboro Man mit Mickey Rourke, als Kulisse.

Die "Air Force One" gab's auch schon mal eine Nummer kleiner. Alles weitere verräte das Pima Air & Space Museum. (c) Letzter Landeplazt in der Wüste Arizonas bei Tucson. (c) Arizona Office of Tourism (AOT)

Die „Air Force One“ gab’s auch schon mal eine Nummer kleiner. Alles weitere verräte das Pima Air & Space Museum. (c) Letzter Landeplazt in der Wüste Arizonas bei Tucson. (c) Arizona Office of Tourism (AOT)

Warum ausgerechnet Tucson?

Viele Besucher fragen sich natürlich, warum ausgerechnet Tucson, das sonst eher für seine meterlangen Kakteen bekannt ist, als letzte Ruhestätte ausgewählt wurde. Alles begann nach Ende des Zweiten Weltkrieges, als 1946 in den USA plötzlich tausende Militärflugzeuge nicht mehr benötigt wurden. Ein perfekter Abstellplatz für die Veteranen aus Stahl fand sich schließlich in der Sonora-Wüste, deren klimatische und landschaftliche Beschaffenheit sich hervorragend für die Lagerung eignet. Das trockene, heiße Wetter mit geringer Luftfeuchtigkeit und konstanten Temperaturen verhindert, dass die Fluggeräte Rost ansetzten. Außerdem können die Flieger durch den von Natur aus harten, ebenen Boden leicht bewegt werden, ohne erst große Flächen künstlich befestigen zu müssen. Diese Voraussetzungen sind einzigartig in den ganzen USA.

Das Procedere mit den überflüssig gewordenen Luftfahrzeugen ist seit sieben Jahrzehnten gleich geblieben: Sie werden auseinandergenommen und die gewonnenen Ersatzteile für Maschinen verwendet, die sich noch im Dienst befinden. Der übrig gebliebenen Schrott geht an umliegende Händler. Andere Flugzeuge werden konserviert, um sie bei Bedarf wieder flugtauglich herzurichten.

Ruhestätte auch fürs rollende Material

Wer von der rauen Ästhetik der ausgedienten Maschinen verzaubert wurde und Lust bekommen hat auf mehr alte Fahrzeuge, für den verbirgt sich nur zwei Fahrtstunden entfernt, nahe Phoenix, ein weiteres Highlight in der Wüste: Der größte Autofriedhof der USA. Bei Hidden Valley Auto Parts stehen in kilometerlangen Reihen über 10.000 Klassiker zum Verkauf. Den amerikanischen Straßenkreuzern, vorwiegend aus den 50er bis 70er Jahren, ergeht es unter der sengenden Sonne Arizonas genauso wie den Flugzeugen: Sie rosten nicht, sondern bleichen lediglich aus. Der Schrottplatz entpuppt sich daher als wahrer Abenteuerspielplatz für Liebhaber und Tüftler, die hier den einen oder anderen Schatz entdecken können. Zwar kommen sie dabei im heißen Sand garantiert ins Schwitzen, doch fast nirgendwo sonst werden die Ikonen längst vergangener Zeiten so gut konserviert.

Aschenputtel öffnet den Surfern einen Kanal

Die perfekte Welle im NLand Surf Park © Visit Austin.

Die perfekte Welle im NLand Surf Park © Visit Austin.

Mit dem NLand Surf Park hat in Texas der erste im Binnenland gelegen Surfspot Nordamerikas eröffnet. Doch auch an der 900 Kilometer langen texanischen Küste am Golf von Mexiko reihen sich zahlreiche erstklassige Spots für Wellenreiter, Windsurfer und Kiter aneinander. Der Schiffskanal zwischen Houston und Galveston zählt dabei zu den außergewöhnlichsten.

 Zu Unrecht als Surf-Diaspora verkannt

Hätten alle einen Ozean vor der Tür, würde jeder surfen. Schon die Beach Boys besangen in den 70er Jahren mit „Surfin’ USA“ die Trendsport-Art, die noch heute stellvertretend für ganz besonderes Lebensgefühl steht. Damals stand Surfen jedoch noch nicht in Zusammenhang mit Texas und auch heute gilt der Lone Star State trotz seiner über 900 Kilometer langen Küste am Golf von Mexiko als Aschenputtel unter den Surf-, Windsurf- und Kitesurf-Zielen dieser Welt. Zu Unrecht, wie die zahlreichen Spots von Galveston bis South Padre Island sowie auch im Landesinneren beweisen.

 Wellenschlag im Binnenland

Der NLand Surf Park, südöstlich der texanischen Hauptstadt Austin, erspart seit Oktober 2016 texanischen Wellenreitern die mehrstündige Fahrt an die Küste. Der erste im Binnenland gelegene Surfspot Nordamerikas spricht mit seiner Lagune Surfer unterschiedlichster Niveaus an: von leichtem Wellengang für Kinder und Anfänger bis hin zu mannshohen Wellen und 35 Sekunden Sessions für Experten. Der Surf Park ist nicht nur im technologischen und sportlichen sondern auch im nachhaltigen Bereich ein Vorreiter. Denn: die knapp sechs Hektar große Lagune mit über 41 Millionen Liter Fassungsvermögen wird aus Regenwasser gespeist.

 Scharfer Ritt auf der Bugwelle

Wo sich täglich Frachtschiffe ihren Weg vom Golf von Mexiko durch den Schiffskanal von Galveston nach Houston bahnen, befindet sich einer der außergewöhnlichsten Orte zum Surfen im Lone Star State. Das Tankerwellen-Surfen auf den von großen Schiffen ausgelösten Bugwellen erfreut sich insbesondere in der Sommersaison von Juni bis September großer Beliebtheit. Dann sind die Bedingungen mit schwachem Wind und angenehmen Wassertemperaturen ideal. Je nach Länge, Geschwindigkeit und Tiefgang des Schiffes können die einzelnen Wellen bis zu 15 Minuten lang andauern.

 Golfküste bei Kitesurfern beliebt

Kitesurfen gilt als eine der am schnellsten wachsenden Wassersportarten der Welt. Jedes Jahr locken ganzjährig angenehme Temperaturen, gute Windstatistiken, vielfältige Spots und weite Stehreviere mehr und mehr Anfänger, Fortgeschrittene sowie Profis an den texanischen Abschnitt des Golfs von Mexiko. Orte wie Surfside Beach, Mustang Island, Port Aransas, Corpus Christi,

Coole Atmosphäre im Texas Surf Museum © Texas Tourism

Coole Atmosphäre im Texas Surf Museum © Texas Tourism

Isla Blanca und South Padre Island sind längst aus dem Dornröschenschlaf erwacht und haben sich in der Kitesurfing-Szene etabliert. März bis Juni sowie September bis November gelten als die windsichersten Monate. Das South Padre Island Open Water Festival vom 4. bis zum 5. November 2017 ist nur eine von zahlreichen Veranstaltungen rund um den Wassersport in der „Sandcastle Capital of the World“. Neben einem Adrenalinkick beim Skydiving oder Jet-Ski fahren lädt es dazu ein, sich im Kite- und Windsurfen sowie auch im Stand-up Paddeln zu üben und mit der Materie vertraut zu machen.

 Zu musealen Ehren erhoben

Das Texas Surf Museum zeigt einmal mehr, dass es auch ein Texas fernab von Cowboys, Ölbaronen und Wild West gibt. Das in 2005 eröffnete Museum in Corpus Christi widmet sich der Surfgeschichte des zweitgrößten US-Bundesstaates und zeigt die langanhaltende Verbundenheit der Texaner mit dem Wassersport.

JFK und Neuengland – eine Freundschaft auf Gegenseitigkeit

JFK an Bord der Honey Fitz vor Hyannisport (c) Cecil Stoughton, White House Photographs, John F. Kennedy Presidential Library and Museum

JFK an Bord der Honey Fitz vor Hyannisport (c) Cecil Stoughton, White House Photographs, John F. Kennedy Presidential Library and Museum

1962 geht ein Geburtstagsständchen um die Welt. Bis heute unvergessen, hauchte Marilyn Monroe ihr „Happy Birthday, Mr. President“ für John F. Kennedy in ihr Mikrofon. 2017 jährt sich der Geburtstag des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten zum 100. Mal. Grund genug, sich während einer Reise in Kennedys Heimat Neuengland auf Spurensuche zu begeben, mehr über JFK zu erfahren und zu entdecken, warum er die malerische Region im Nordosten der USA so sehr liebte. Der später häufig als charismatischster und berühmtester Präsident der USA bezeichnete Kennedy verbrachte einen Großteil seines Lebens in den sechs Neuengland Staaten und kehrte auch während seiner Präsidentschaft oft und gerne hierher zurück.

Born in Massachusetts

Am 29. Mai 1917 erblickte John Fitzgerald Kennedy in Brookline, Massachusetts das Licht der Welt, wo er in seinem Geburtshaus die ersten drei Lebensjahre verbrachte. Das im Kolonialstil errichtete Haus ist heute Teil der Kennedy National Historic Site und für die Öffentlichkeit zugänglich. Ranger des National Park Service führen interessierte Besucher durch die Nachbarschaft und durch das Haus, in dem sich noch 172 Originalstücke aus dem Besitz der Kennedys befinden.

Familiäres Insel-Leben

Besonders auf der zu Massachusetts gehörenden Halbinsel Cape Cod und den vorgelagerten Inseln Martha’s Vineyard und Nantucket fühlte sich Kennedy zuhause. Auf dem Familiensitz in Hyannis Port verbrachte er regelmäßig die Sommermonate mit seinen Eltern und Geschwistern und ging seiner großen Segelleidenschaft nach. Auch während seiner Zeit als Präsident kam JFK

Die Kennedys in Hyannis (c) Cecil Stoughton, White House, John Fitzgerald Kennedy Library, Boston.jpg

Die Kennedys in Hyannis (c) Cecil Stoughton, White House, John Fitzgerald Kennedy Library, Boston.jpg

mit seiner Frau Jackie und den beiden Kindern jeden Sommer ins „Summer White House“ nach Hyannis Port, um zu arbeiten, Interviews zu geben und sich zu erholen. Das John F. Kennedy Hyannis Museum dokumentiert Kennedys Aufenthalte zwischen 1934 und 1963 in einer multimedialen Ausstellung. Anlässlich des 100. Geburtstags porträtiert die Sonderausstellung „JFK at 100: Life & Legacy“ die Privatperson John F. Kennedy.

Verlockende Meeresfrüchte

Das vornehme Martha’s Vineyard ist eine gute Stunde mit der Fähre von Cape Cod entfernt. Hier gibt es fangfrischen Lobster, das köstliche Lieblingsgericht der Neuengländer. Auf Nantucket wird die Zeit des Walfangs lebendig gehalten und man kann im Walfangmuseum unter anderem ein gewaltiges Walskelett bewundern. Walbeobachtungstouren starten von Mai bis Oktober vielerorts in den Küstenregionen.

Inspirierende Schulzeit

Seine Schulzeit verbrachte Kennedy größtenteils in Massachusetts und Connecticut. An der Internatsschule Choate in Wallingford, Connecticut, machte er 1935 seinen Abschluss. Von seinem Schuldirektor soll Kennedy zu seiner berühmten Aussage „Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst“ inspiriert worden sein. Von 1936 bis 1940 studierte John F. Kennedy Politikwissenschaften an der Eliteuniversität Harvard in Cambridge. Die älteste Universität der Vereinigten Staaten wurde 1636 gegründet und gehört zu den acht prestigeträchtigen Hochschulen der amerikanischen Ivy League. Mit

Abschluss von der Harvard University 1940 (c) John Fitzgerald Library, Boston.jpg

Abschluss von der Harvard University 1940 (c) John Fitzgerald Library, Boston.jpg

Harvard, Yale, Brown und Dartmouth nennen vier der insgesamt acht Ivy League Colleges Neuengland ihr Zuhause, und sorgen mit unterhaltsamen Campustouren und universitätseigenen Kunstmuseen für Abwechslung bei den Besuchern . In Harvard bieten Studenten die sogenannten „Hahvahd Tours“ an, bei denen man neben lustigen Geschichten und Anekdoten über die weltberühmte Universität auch einiges über den prominenten Absolventen JFK und seine Zeit am Campus erfährt.

Tea Party und andere Geschichte(n)

Auf der anderen Seite des Charles River befindet sich Boston. Die Hauptstadt von Massachusetts ist die Wiege amerikanischer Geschichte und das Tor zu Neuengland. Die Metropole an der Ostküste der USA lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden und lockt mit einer Vielzahl kultureller und kulinarischer Angebote. 1630 gegründet gehört Boston zu den ältesten Städten der USA und war maßgeblich an der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung beteiligt. Auf dem Freedom Trail kann man sich auf die Spuren amerikanischer Geschichte begeben und dabei an bedeutenden Bauwerken und Schauplätzen Halt machen.

Zum Gedenken des 1963 ermordeten Präsidenten wurde in Boston die John F. Kennedy Presidential Library and Museum errichtet. Das von Stararchitekt I. M. Pei entworfene Gebäude ist der offizielle Aufbewahrungsort für Originaldokumente und

JFK mit Nichten und Neffen in Hyannisport (c) Robert Knudsen, White House Photographs, John F. Kennedy Presidential Library and Museum.jpg

JFK mit Nichten und Neffen in Hyannisport (c) Robert Knudsen, White House Photographs, John F. Kennedy Presidential Library and Museum.jpg

Schriftverkehr der Regierung Kennedy. Die Dauerausstellung „Young Jack“ gibt Besuchern einen Einblick in Kennedys Kindheit und zeichnet seinen Weg vom Jungen zum Präsidenten nach. Außerdem beherbergt das Museum eine Sammlung mit Geschenken ausländischer Staatsoberhäupter, eine Nachbildung des Schreibtisches aus dem Oval Office und zahlreiche Dokumente und Ausstellungsstücke zu Kennedys Wahlkampf, seiner Amtseinführung und dem amerikanischen Raumfahrtprojekt Apollo, das 1969 mit Neil Armstrong den ersten Menschen auf den Mond brachte. In der Sonderausstellung „JFK 100 – Milestones & Mementos“ werden viele von Kennedys persönlichen Habseligkeiten gezeigt, die der Öffentlichkeit bisher unbekannt waren. Dazu gehören unter anderem eine Sonnenbrille, Krawatten und Geschenke seiner Kinder. Vor dem Museum können Besucher zudem Kennedys geliebtes Boot Victura bewundern, mit dem er als Junge durch die Gewässer Neuenglands segelte.

Zeitreise mit Hochzeit und Sommerfrische

Cliff Walk in Newport (c) Discover Newport.jpg

Cliff Walk in Newport (c) Discover Newport.jpg

Auch in Newport, Rhode Island kann man auf den Spuren des beliebten Präsidenten wandeln. In dem pittoresken Seefahrerort heiratete John F. Kennedy 1953 Jacqueline Bouvier in der St. Mary’s Church. Die Kirche bietet heute nicht nur Besichtigungen an, sondern nimmt Besucher mit Musik, Bildern und Videos von der Kennedy-Hochzeit auch mit auf eine Zeitreise. Der prächtige Hochzeitsempfang mit 1.300 geladenen Gästen fand auf der Hammersmith Farm statt, in der die spätere First Lady ihre Kindheit verbracht hatte. Das im viktorianischen Stil errichtete Herrenhaus wurde, wie der Familiensitz in Hyannis Port, während seiner Präsidentschaft von Kennedy als „Summer White House“ genutzt. Seit 1999 ist das Haus in Privatbesitz und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Auf eigene Faust kann man hingegen das malerische Newport erkunden und auf dem Cliff Walk an imposanten Herrenhäusern aus dem 19. Jahrhundert vorbeilaufen, die direkt an Rhode Islands atemberaubender Küste liegen.

Weitere Informationen zum Kennedy Jubiläum gibt es auf www.jfkcentennial.org, Wissenswertes über Neuengland auf www.neuenglandusa.de.

Georgia knipst das Licht aus

Die Nacht verleiht der Sumpflandschaft am Banks Lake in Georgia eine besondere Atmosphäre. © Georgia Department of Economic Development

Die Nacht verleiht der Sumpflandschaft am Banks Lake in Georgia eine besondere Atmosphäre. © Georgia Department of Economic Development

Die International Dark Sky Association (IDA) bewahrt den Nachthimmel und fragile Ökosysteme vor Lichtverschmutzung, indem sie bestimmte Regionen zu „dark sky places“ bestimmt. Unlängst erklärte sie auch den Stephen C. Foster State Park in Georgia zum ersten offiziellen Dark Sky Park des Bundesstaates im Südosten der USA. Dieser erfüllt sämtliche Voraussetzungen wie den Schutz von Lebensraum für nachtaktive Tiere, minimale Lichtverschmutzung sowie einen ungetrübten Blick auf die Sterne und erhielt dafür sogar das Gold-Ranking der Organisation. Um den strengen Vorgaben zu entsprechen, wurden Straßenlampen entfernt, indirekte Beleuchtung durch direkte Beleuchtung mit LED-Lampen ersetzt und sensorgesteuerte Außenleuchten an den Unterkünften im Park angebracht.

Paddeln und schlummern unter dem Firmament

Der Stephen C. Foster State Park zählt zu den „Sieben Naturwundern Georgias“ und liegt am westlichen Rand des Okefenokee National Wildlife Refuge, dem größten Schwarzwassersumpf in Nordamerika. Zypressen mit Spanischem Moos, spiegelglatte Wasserflächen, 12.000 Alligatoren sowie Schildkröten, Waschbären, Schwarzbären und zahlreiche seltene Vogelarten finden sich in diesem Naturparadies. Seine Abgeschiedenheit und der Status als Schutzgebiet machen den Park einzigartig im Osten der USA, denn nirgendwo ist die Nacht schwärzer als dort – beste Voraussetzungen, um auf Exkursionen den Blick gen Sternenhimmel zu richten.

Unmittelbar das Leben im nächtlichen Sumpf erleben

Mit dem Kajak dem Sonnenuntergang entgegen im "Okefenokee Swamp". © Georgia Department of Economic Development

Mit dem Kajak dem Sonnenuntergang entgegen im „Okefenokee Swamp“. © Georgia Department of Economic Development

Unter dem Motto „Swamper`s Guide to the Galaxy“ halten Teilnehmer mit einem Teleskop Ausschau nach Meteoren oder Planeten und erfahren Wissenswertes zum Sternensystem. Abenteuerlustige tauchen auf der geführten Tour „Paddle under the Stars“ selbst in die Dunkelheit ein. Begleitet von einem Ranger paddeln sie im Kanu in den Sonnenuntergang und erleben das nächtliche Leben im Sumpf aus nächster Nähe. Übernachtet wird im Stephen C. Foster State Park nicht in Sterne-Hotels, sondern rustikal auf mehr als 60 Campingplätzen oder in 19 gemütlichen Cottages. Für Mutige stehen hölzerne Plattformen direkt am Wasser bereit – mit Blick auf leuchtende Alligatorenaugen und Abermillionen von Sternen.

Wenn der Mond die Sonne verdeckt

Am frühen Nachmittag des 21. August 2017 wird sich der Mond vor die Sonne schieben und Teile der USA werden von einer totalen Sonnenfinsternis verdunkelt. Im Kernschatten liegen unter anderem das Städtchen Lavonia und weitere Regionen im Nordosten Georgias. Der Tallulah Gorge State Park zelebriert das seltene Ereignis mit dem Solar Eclipse Festival und das Rabun County mit dem OutASight Total Solar Eclipse Festival.

Schlosshotel in Pink? Schauen wir mal in Florida nach.

Die „Pink Lady“, das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg, ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. (c) VISIT FLORIDA.jpg

Die „Pink Lady“, das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg, ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. (c) VISIT FLORIDA.jpg

Diverse Medienberichte in jüngster Zeit richten unsere Blicke nach Florida, wo imposante Bauwerke dem Betrachter ins Auge stechen. Die Gründe für den Bau der berühmtesten Prachtbauten des Sunshine States sind äußerst verschieden:Strafvollzug, Konkurrenzkampf oder Winterzuflucht. Aber jedes einzelne Meisterwerk ist einen Besuch wert, sowohl wegen ihrer Geschichte als auch auf Grund der architektonischen Leistung.

Henry B. Plant Museum, Tampa

Konkurrenz belebt das Geschäft – das gilt auch für die Bauwerke der beiden Eisenbahnpioniere Henry Morrison Flagler und Henry Bradley Plant. Der Startschuss für die Erschließung des südlichen Florida ist untrennbar mit Flagler und Plant verbunden. Letzterer begann mit dem Bau einer Eisenbahnlinie an der Westküste, deren Endpunkt 1891 das Tampa Bay Hotel mit seinen 13 maurischen Türmen wurde. Nachdem das Hotel während des spanisch-amerikanischen Bürgerkriegs von Theodore Roosevelt kurzzeitig als Hauptquartier genutzt wurde, dauerte es nicht lange, bis in den mehr als 500 Hotelzimmern dieses Prachtbaus die berühmtesten Persönlichkeiten aus aller Welt wohnten. In den dreißiger Jahren zog das Tampa Junior College und später die University of Tampa ein – für den auf 99 Jahre ausgelegten symbolischen Pachtzins von 1 US-Dollar pro Jahr. Ausgenommen war lediglich der Südflügel, wo ein Museum für die Errungenschaften von Henry B. Plant errichtet wurde.

Ponce de León Hotel und Flagler College, St. Augustine

Plants schärfster Konkurrent, Henry Flagler, konzentrierte sich auf den Osten Floridas. Sein im Stil der Spanischen Renaissance konzipiertes Luxushotel Ponce de León wurde 1888 fertiggestellt und besteht vollständig aus Gussbeton. Als eines von nur wenigen

Das Luxushotel Ponce de León ist seit fast 50 Jahren das Kernstück des Flagler College. (c) VISIT FLORIDA

Das Luxushotel Ponce de León ist seit fast 50 Jahren das Kernstück des Flagler College. (c) VISIT FLORIDA

Gebäuden dieser Zeit war das Hotel vollständig elektrifiziert, dank Flaglers berühmtem Freund Thomas Alva Edison. Die beiden Zwillingstürme dienten ursprünglich als Wassertanks, bevor sie die amerikanische Küstenwache im Zweiten Weltkrieg als Gefängnis umfunktionierte. 1968 wurde das Hotel zum Kernstück des neu eingerichteten Flagler College; seit 2006 ist das Gebäude als National Historic Landmark klassifiziert.

Cà d’Zan, Sarasota

Zirkuspionier John Ringling ließ sich in den 1920er Jahren in Sarasota an der Westküste Floridas nieder. Dort errichtete er 1924 gemeinsam mit seiner Frau Mable im venezianisch-gotischen Stil ihre Winterresidenz „Cà d’Zan“ (Venezianisch für „Haus des Joh(an)n(es)“). In diesem Palazzo mischen sich gotische Stilelemente mit Einflüssen der Italienischen Renaissance und der Architektur des New Yorker Madison Square Gardens, in dem der Zirkus mit seinen Aufführungen große Erfolge feierte. Das mehr als 3.000 Quadratmeter große Haus hat 41 Zimmer, 15 Bäder und ist vollständig unterkellert – für Florida sehr ungewöhnlich. Der 25 Meter hohe Turm bietet einen Rundblick über die Sarasota Bay. Im benachbarten Ringling Museum of Art befinden sich die Hinterlassenschaften des Zirkuspioniers: europäische und amerikanische Kunst, darunter eine der bedeutendsten Rubens-Sammlungen der Welt. Ein weiteres Highlight ist zudem der größte Miniaturzirkus weltweit im Zirkusmuseum, das ebenfalls Teil des Ringling Museumskomplexes ist – auf 350 Quadratmetern befindet sich hier mit acht großen Zelten, 1.300 Artisten und Angestellten, 800 Tieren sowie 152 Wagons eine Reminiszenz an die „Greatest Show on Earth“.

Loews Don Cesar Hotel, St. Petersburg

277 Hotelzimmer, zwei Schwimmbäder, drei Restaurants, ein 10.000 Quadratmeter großes Spa, eine über 90-jährige Geschichte und Gäste von Al Capone bis hin zu Franklin D. Roosevelt und weiteren amerikanischen Präsidenten – das alles steckt hinter der „Pink Lady“. Das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. Während der Großen Depression war es kurioserweise die Baseballmannschaft der New York Yankees, die dem Hotel durch einen Dreijahresvertrag das Überleben ermöglichte. Zu der Zeit hielten die Spieler hier an der sonnigen Golfküste ihr Trainingslager ab. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Hotel als Krankenhaus und zudem als Kuranstalt der Air Force umfunktioniert, bevor es 1973 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet wurde. Heute, mehr als dreißig Jahre später, werden jährlich rund 400 Hochzeiten im „Pink Palace“ gefeiert.

Die Festung Fort Jefferson liegt im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko. (c) Rob O'Neal

Die Festung Fort Jefferson liegt im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko. (c) Rob O’Neal

Fort Jefferson, Dry Tortugas

Eine einsame Insel, 110 Kilometer vom Festland entfernt – eine Qual! Zumindest für die einstigen Gefangenen der Festung Fort Jefferson. Im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko, können Besucher heute noch die 14 Meter hohen Gefängnismauern besichtigen, mit deren Bau bereits 1825 begonnen wurde. Ursprünglich als Leuchtturm und Warnung vor dem Korallenriff gedacht, wurde das Fort Jefferson zwei Jahrzehnte später für 1.500 Soldaten und 450 Kanonen errichtet.

Bei einer großen Gelbfieberepidemie 1867 kamen die zugeteilten Ärzte ums Leben, bevor den Gefangenen geholfen werden konnte. Einzig der inhaftierte Arzt Samuel Mudd konnte vielen kranken Häftlingen wie Soldaten helfen – und wurde zum Dank vorzeitig aus der Haft entlassen. Zu den berühmtesten Insassen gehörten unter anderem auch die Mitverschwörer um die Ermordung Abraham Lincolns. Heute ist das Eiland, welches nur per Wasserflugzeug, Fähre oder Boot erreicht werden kann, ein beliebter Anlaufpunkt für Taucher und Schnorchler.

In Breckenridge regiert das Rad

Zweirad-Vergnügen bei Tag und Nacht auf der "Breck Bike Week". © Louie Traub

Zweirad-Vergnügen bei Tag und Nacht auf der „Breck Bike Week“. © Louie Traub

Winzige Gebirgsstadt zu Füßen der erhabenen Rocky Mountains, riesengroß in der Rad-Szene: Schon 2014 wurde Breckenridge als fahrradfreundlichste Gemeinde Nordamerikas ausgezeichnet. Heute zählt die Stadt auf über 2.900 Höhenmeter zu den zehn besten Orten für eine Radtour mit der Familie und trägt gleichzeitig eines der prestigeträchtigsten Mountainbike-Rennen der USA aus: den Breck Epic.

Liebster Weggefährte der „Brecks“

Spätestens in der Breck Bike Week vom 23. bis zum 25. Juni 2017 wird das Fahrrad zum König der Straße, kaum jemanden zieht es dann nicht auf den Sattel. Fahrrad-Kino, Mountainbike-Workshops, Happy Hour Do-it-Yourself Kurse, ein Enduro-Downhill-Rennen bis hin zum Poker Ride, einer Radtour mit insgesamt fünf Stopps, bei denen jeweils eine Partie Poker ausgetragen wird: Die Reihe an Veranstaltungen und Aktivitäten rund um den liebsten Weggefährten der Brecks ist während diesen Tagen und dem anschließenden Breck Bike Weekend immens.

 Eines der anspruchsvollsten Rennen in den USA

Wenn im August die Straßenrad- und Mountainbike-Weltelite nach Breckenridge pilgert, dann stehen der Colorado Classic und der legendäre Breck Epic an. Breckenridge, der einstige Etappenort der früheren USA Pro Cycling Challenge, wird in diesem Jahr zu einer von vier Stationen der Auftaktveranstaltung des Colorado Classic. Das vom Weltradsportverband UCI organisierte Radrennen, eines der anspruchsvollsten auf amerikanischem Boden, macht am 11. August 2017 in Breckenridge Station.

Nicht nur aufgrund des Namens sondern auch dank des weitläufigen Wegenetzes im Hinterland sind Breckenridge und der Breck Epic unzertrennlich. Mit einer Streckenlänge von 386 Kilometern, einem positiven Höhenunterschied von über 12.000 Metern und einer Dauer von sechs Tagen gilt das Mountainbike-Etappenrennen als eines der härtesten der Welt. 2017 fällt es auf den 13. bis 18. August.

Unterhaltsames auf Rädern gehört zum bunten Programm der Breck Bike Week mit dazu. © Louie Traub

Unterhaltsames auf Rädern gehört zum bunten Programm der Breck Bike Week mit dazu. © Louie Traub

Auszeichnung für familienfreundliches Radeln

Aber nicht nur die Weltelite macht Breckenridge zu einer der bedeutendsten Orte für Rennradfahrer und Mountainbiker. Bereits 2014 erkannte die Non-Profit Organisation League of American Bicyclists die Erfolge der Kleinstadt in den Rocky Mountains an und verlieh ihr die Goldmedaille unter den fahrradfreundlichsten Gemeinden in Nordamerika. Die amerikanische Tageszeitung USA Today schloss sich dieser Auszeichnung an und benannte zudem das Angebot für Familien mit Kindern als eines der zehn besten in den Vereinigten Staaten.

Der stetige Ausbau der Strecken, neue herausfordernde Mountain-Bike Pisten, eine große Anzahl von Wegen für Anfänger wie beispielsweise der Blue River Recreational Path oder auch der über 800 Kilometer lange Colorado Trail von Denver nach Durango, welcher durch das Tal des Flusses Swan River in Breckenridge führt, machen die sympathisch-verrückte Gebirgsstadt 2017 erneut zu einem Mekka für Zweiradliebhaber.

Giganten am Himmel über dem großen Fluss

Beim Great Galena Balloon Race begegnen sich alle Elemente in anmutiger Gestalt - Foto Great River Road Illinois

Beim Great Galena Balloon Race begegnen sich alle Elemente in anmutiger Gestalt – Foto Great River Road Illinois

Jedes Jahr am dritten Wochenende im Juni verwandelt sich der Himmel über Galena in ein Meer von bunten Ballons. In dem beschaulichen Städtchen an der Great River Road Illinois, rund drei Stunden westlich von Chicago, treffen sich vom 16. bis zum 18. Juni 2017 Ballonfahrer aus dem ganzen Land zum Great Galena Balloon Race. Zu dem dreitägigen Spektakel werden wieder mehrere Dutzend „Himmelsgiganten“ erwartet. Das Event findet auch in diesem Jahr auf dem Gelände des Eagle Ridge Resort and Spa statt.

Festival mit vielen regionalen Bezügen

Besucher des farbenfrohen Happenings können ihrem Lieblings-Ballon bei der Wettfahrt die Daumen drücken und das abwechslungsreiche Rahmenprogramm am Boden genießen. Neben Attraktionen für Kinder, verschiedenen Essens- und Getränkeständen und einer Bierverköstigung wird auf der stimmungsvollen Veranstaltung auch Live-Musik gespielt. Wer die wunderschöne Landschaft um Galena und den nahe gelegenen Mississippi aus der Vogelperspektive betrachten möchte, hat die Möglichkeit, selbst in einem Heißluftballon abzuheben. Nach der Premiere im vergangenen Jahr werden auch 2017 wieder sogenannte „Wine Flights“ angeboten. Während der Ballonfahrt können die Passagiere nicht nur die Aussicht, sondern auch erlesene Weine genießen.

Auch im Rest des Jahres ist der Himmel so nah

Die Region um Galena ist für ihre hervorragenden thermischen Verhältnisse bekannt. Ein Ausflug in schwindelerregende Höhen ist dort nicht nur während des Festivals möglich. Das Unternehmen Galena on the Fly bietet, abhängig vom Wetter, zwischen Ostern und Ende November täglich Fahrten zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang an. Die von dem Unternehmen eingesetzten Heißluftballons zählen zu den größten des Landes und bietet bis zu 14 Passagieren Platz.

Wanderlust in North Carolina

Der Chimney Rock, eine Wegmarke auf dem Mountains-to-Sea-Trail in North Carolina (c) Visit NC

Der Chimney Rock, eine Wegmarke auf dem Mountains-to-Sea-Trail in North Carolina (c) Visit NC

Vor 40 Jahren wurde der Grundstein für den Mountains-to-Sea Trail gelegt, der sich heute quer durch North Carolina erstreckt. Wer vom Great Smoky Mountains National Park bis hin zu den Outer Banks an der Atlantikküste wandert, erfährt entlang des Weges den Bundesstaat in seiner ganzen Vielfalt: Die Bergregion mit dichten Wäldern und rauschenden Flüssen; Farmen, verwitterte Tabakscheunen und alte Textilmühlen im Piedmont sowie die Küstenregion mit ihren kolonial geprägten Städtchen, Marschland, Leuchttürmen und Dünenlandschaften.

Der Mountains-to-Sea Trail belohnt Wanderer mit etlichen Superlativen. Er führt zum Gipfel des Mount Mitchell und zu Jockey’s Ridge – dem höchsten Berg und der höchsten Sanddüne im Osten der USA. Outdoorfans passieren vier Nationalparks, zehn State Parks, zwei Wildtierreservate und drei Leuchttürme, darunter Cape Hatteras Lighthouse, den höchsten Leuchtturm der Vereinigten Staaten.

Mit Hand und Fuß

Der Mountains-to-Sea Trail ist North Carolinas längster ausgewiesener Weitwanderweg. Alljährlich legen Freiwillige weitere Meilen an, um ihn kontinuierlich wachsen zu lassen. Derzeit umfasst er 18 Segmente und eine markierte Route von etwa 1.095 Kilometern sowie zirka 805 Kilometer Verbindungswege. Vom Clingmans Dome passieren Wanderer unter anderem den Pisgah National Forest, das Städtchen Asheville, den Hanging Rock State Park und die nördlich gelegenen Gebiete von Winston-Salem, Greensboro, Durham und Raleigh. Von da führt der Mountains-to-Sea Trail weiter zur Küste in Richtung Wilmington und Jacksonville, durch den Croatan National Forest und nach Cedar Island. Dort setzt man mit der Fähre zum Cape Hatteras National Seashore über und wandert auf den Outer Banks bis hinauf zu Jockey’s Ridge. Wer lieber auf dem Wasser unterwegs ist, nimmt die alternative Paddelroute auf dem Neuse River, die südlich von Raleigh beginnt und im Croatan National Forest endet.

Am Cape Hatteras mit dem höchsten Leuchtturm der USA erreicht der Trail die Atlantikküste. (c) Visit NC

Feiern am Wegesrand

Anlässlich des 40. Jubiläums finden 2017 zahlreiche Veranstaltungen statt. So wird Jennifer Pharr Davis aus Asheville im August die Wanderschuhe schnüren, um den Mountains-to-Sea Trail innerhalb von drei bis vier Monaten komplett zu begehen. Die 33-Jährige hält zudem den Geschwindigkeitsrekord für den Appalachian Trail und lässt Interessierte auf Ihrer Wanderung durch North Carolina an ihren Erlebnissen teilhaben. Hierfür werden Events und gemeinsame Wanderungen organisiert, denen sich Naturliebhaber anschließen können.

Am 9. September 2017 werden sich zudem hunderte Outdoor-Enthusiasten auf den Weg machen und jeweils einen Teil des Mountains-to-Sea Trail laufen, so dass sämtliche 1.175 Kilometer des Trails an nur einem Tag begangen werden.

Aus dem Sumpf in die Welt hinaus

Landwirtschaft prägte vor 250 Jahren das östliche Illinois, Landwirtschaft prägt die Gegend auch heute: Bauernhof bei Nauvoo. (c)Tom Simpson Photography

Landwirtschaft prägte vor 250 Jahren das östliche Illinois, Landwirtschaft prägt die Gegend auch heute: Bauernhof bei Nauvoo. (c)Tom Simpson Photography

Wer durch die ländlichen Regionen von Illinois unterwegs ist, stößt immer wieder auf Siedlungen mit einem stark ausgeprägten religiösen Charakter. Nicht nur die Amish haben in den vergangenen gut 250 Jahren ihre Heimat in Nordamerika gefunden. Auch viele andere Glaubensgemeinschaften nutzen die neue Freiheit in der Neuen Welt, um sich unbedrängt von den politischen Strukturen ihrer europäischen Heimat zu entfalten. Diese Siedlungen lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Einmal in solche, die Traditionen aus ihren Herkunftsländern fortführten, wie zum Beispiel die schwedischen Pietisten, die sich in Bishops Hill niederließen. Zum anderen in solche, die den gut gedüngten spirituellen Nährboden dieser Gegend nutzen, um neue Religionen reifen zu lassen. Dazu gehörten die Mormonen, die ihren Ursprung in Nauvoo hatten.

Zuflucht am Ufer des Mississippi

Auf das kleine Städtchen mit seinen gut 1.000 Einwohnern stößt man auf einer Reise entlang des Mississippi im US-Bundesstaat Illinois. Dort, wo heute zwischen grünen Wiesen und alten Bäumen zahlreiche, original erhaltene historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert stehen, hatten die Mormonen ihre erste feste Ansiedlung errichtet. Auf ihrer Flucht vor Verfolgung in anderen Bundesstaaten und auf der Suche nach einem Ort, an dem sie gemeinsam leben und ihren Glauben in Frieden praktizieren konnten, kauften die Anhänger der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ im Jahr 1839 das sumpfige Stück Land am Ufer des Mississippi. Schon die indianische Urbevölkerung hatte dort gelebt und den Landstrich unter anderem Quashquema genannt. Später errichten weiße Trapper und Siedler an der Stelle einen Handelsposten, dem sie erst den Namen Venus und später Commerce gaben. Der bis heute gültige Ortsname Nauvoo geht auf die Mormonen zurück und ist die aus dem Hebräischen entlehnte Bezeichnung für „schöner Ort“.

Radikale Anfänge unter Joseph Smith

Unter Führung von Joseph Smith jr., Gründer der Glaubensgemeinschaft und Prophet der Mormonen, legten die neuen Eigentümer das Land trocken und errichteten ihre Stadt. Auf dem Hügel darüber entstand ab 1841 der große Nauvoo Tempel. Joseph Smith arbeitete als Kaufmann und Gastwirt, wurde später auch Bürgermeister von Nauvoo und kandidierte 1844 sogar für das Amt des amerikanischen Präsidenten.

Mit der Pferdekutsch erfahren Besucher eine Ahnung historischer Verhältnisse in Nauvoo. (c) Tom Simpson Photography

Mit der Pferdekutsch erfahren Besucher eine Ahnung historischer Verhältnisse in Nauvoo. (c) Tom Simpson Photography

Im gleichen Jahr ließ er mit Zustimmung des Stadtrates die Druckerpresse der örtlichen Zeitung Nauvoo Expositor zerstören, nachdem diese in ihrer ersten und einzigen Ausgabe kritisch über Smith und seine religiösen Ansichten berichtet hatte. Nach diesem Angriff auf die Pressefreiheit ließ ihn der Gouverneur von Illinois, Thomas Ford, verhaften und im nahegelegenen Carthage in Untersuchungshaft stecken. Als eine aufgebrachte Meute am 27. Juni 1844 das Gefängnis stürmen und Smith lynchen wollte, versuchte dieser zu fliehen, wurde dabei aber erschossen.

Interner Streit führt zum Exodus

Nach seinem Tod übernahm Brigham Young die Führung der Kirche. Es herrschte innerhalb der Gemeinschaft jedoch Uneinigkeit über die künftige Ausrichtung und einige Praktiken wie die Polygamie, weshalb sich in der Folge zahlreiche Gruppen abspalteten. Diese begleiteten Young auch nicht, als er im Februar 1846 mit einigen hundert Gefolgsleuten zum großen „Exodus“ in Richtung Westen aufbrach. Der Treck mündete im Sommer des darauffolgenden Jahres in der Gründung von Salt Lake City. Die überwiegende Mehrheit der rund 20.000 Gläubigen, die in Nauvoo und Umgebung lebten, folgte Young. Die Angehörigen von Joseph Smith jr, darunter sein ältester Sohn, Joseph Smith III., gehörte dagegen zu denen, die in Nauvoo zurückblieben. Unter seiner Führung formierten sich die meisten verbliebenen Splittergruppen zur „Reorganisierten Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (seit 2001 „Gemeinschaft Christi“).

Viele Attraktionen für Besucher

Wer heute nach Nauvoo kommt, kann viel aus der Zeit der ersten Mormonen-Siedler entdecken. Zu den Höhepunkten gehören das frühere Wohnhaus von Joseph Smith jr., das Wirtshaus, das er einst betrieb, sowie die Gräber der Smith-Familie. Von hoher Bedeutung speziell für die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ ist der „Trail of Hope“, jene Straße, an der die Menschen, die Brigham Young nach Westen folgten, zu tausenden warteten, um den Mississippi zu überqueren.

Zudem stehen zahlreiche weitere original erhaltene Häuser den Besuchern offen. Dort erfahren sie viel über Leben und Alltag der Menschen jener Zeit. In manchen Häusern kann man sogar übernachten. Die Handwerkskunst jener Zeit wird im Family Living Center demonstriert. Ein kleines Museum ist die ehemalige Werkstatt des Waffenmachers Jonathan Browning, der unter anderem das „Harmonica Gun“ erfand. Nicht mehr original ist dagegen der Nauvoo Tempel, der prächtig auf dem Hügel über dem Städtchen thront. Bei ihm handelt es sich um den 2006 geweihten Nachbau des Originals, das durch Feuer und Sturm im 19. Jahrhundert zerstört worden war.

Geschichte in Musical-Form

Einen guten Überblick zum historischen Nauvoo vermitteln die Besucherzentren sowie kostenlose Fahrten mit Pferde- oder Ochsenkarren. Die Geschichte der Mormonen in Musicalform erzählen die Aufführungen „Rendezvous in Old Nauvoo“ (täglich montags bis samstags in der Cultural Hall) sowie die Historienspiele „Nauvoo Pageant“ und „British Pageant“ im Juli und August unter freiem Himmel. Der Eintritt ist jeweils frei. Zu den Sehenswürdigkeiten Nauvoos ohne direkten Bezug zum Mormonentum gehört Baxter’s Vineyards & Winery, das älteste Weingut von Illinois (Ausschank und Probierstube sind täglich geöffnet).

Gefertigt mit Aloha!

Pazifische Wellen: Herausforderung für Surfer, Inspiration für Künstler.(c) Hawaii Tourism Authority_Tor Johnson

Pazifische Wellen: Herausforderung für Surfer, Inspiration für Künstler.(c) Hawaii Tourism Authority_Tor Johnson

Die erührende Vielfalt der sechs hawaiianischen Inseln ist eine geschätzte Inspirationsquelle für Künstler und diejenigen, die aus lokalen Erzeugnissen besondere Produkte und köstliche Gerichte herstellen. Von der Geschichte des kalo (Taropflanze), die sich im Muster eines Hawai‘i-Hemdes wiederfindet, bis zur Faszination der Wellen, die in Bildern, Fotos und Handy-Hüllenmotiven ausgedrückt wird. Neben Können und traditionellen Handgriffen, darf bei der Herstellung vor allem eins nicht fehlen: die Zugabe von Aloha – denn ohne „Made with Aloha“ wäre „Made in Hawai‘i“ nur halb so schön…

HAWAI‘I ISLAND

Landwirtschaft: Auf Hawai‘i Island gelegen, ist Big Island Bees einer der weltweit führenden Honigproduzenten. Besucher bekommen hier einen Einblick in die lokale Bienenzucht und können sich von der exzellenten Qualität verschiedener Sorten Einzel-Blütenhonig überzeugen. Big Island Bees produziert den Honig nach Originalrezeptur, ohne das Erzeugnis zu erhitzen, zu filtern oder mit anderen Zutaten zu vermischen. Viele erstklassige hawaiianische Restaurants beziehen ihren Honig von Big Island Bees.

Mode: Sig Zane Designs ist das bekannteste Label in Hawai‘i, wenn es um Aloha-Kleidung geht. Die Hemden und Kleider erzählen die hawaiianische Kulturgeschichte – in Sig Zanes Mode wird den Pflanzen und der Kultur der Inseln Tribut gezollt, verschiedene Muster spiegeln Orte, Natur und Traditionen wider.

Kunst: Von der Melodie und der Schönheit der Natur inspiriert, praktiziert Roen Hufford das kapa-Drucken und –Designen. Der Künstler bedient sich natürlicher Rohstoffe und kreiert komplexe Muster, die von verschiedenen einheimischen Pflanzen und Früchten übernommen werden. Außerdem wandelt er Holzstöcke in Motiv-Stempel um.

Prägende Kulturpflanze auf den Hawaiianischen Inseln ist die Taro. (c) Hawaii Tourism Authority Tor Johnson

Prägende Kulturpflanze auf den Hawaiianischen Inseln ist die Taro. (c) Hawaii Tourism Authority Tor Johnson

KAUA‘I

Landwirtschaft: Doug und Genna Wolkon, Inhaber von Kauaʻi Farmacy an Kauaʻis Nordküste, haben sich ganz dem Tee verschrieben: Auf mehr als 1,5 Hektar Fläche werden über 60 medizinische Kräuterpflanzen, die zu erstklassigen Teesorten verarbeitet werden, angebaut. Kauaʻi Farmacy versorgt nicht nur zahlreiche Restaurants mit ihren Produkten, sondern bietet auch geführte Touren für Besucher an. Dabei kommen weder Verkostungen noch Geschichten über die Tradition und Kultur des Teeanbaus in Hawai‘i zu kurz.

Mode: Mit dem Label KaiKini Bikini werden Frauen in einem handgefertigten Bikini nicht nur schön in Szene gesetzt, auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle. Auf Kauaʻi und mit dem besonderen Flair der Insel gefertigt, sind die Stücke dank ihres schnell trocknenden und antimikrobiellen Materials ideal für jegliche Aktivität – zum Surfen, Sonnenbaden, Tauchen, Yoga oder auch, um Wandern zu gehen.

Kunst: Die lokale Künstlerin Patrice Pendarvis erzählt mit ihrer Aquarellmalerei die Geschichte Hawai‘is. Seit mehr als 40 Jahren bringt Patrice Schönheit, Charme und Vielfalt der Inseln in ihren Bildern auf die Leinwand – mit traditionellen und abstrakten Ansätzen.

MAUI

Landwirtschaft: Am Fuße des Haleakalā National Park liegt die Ali‘i Kula Lavender Farm (AKL). Mehr als fünf Hektar Farmland beheimaten rund 55.000 Lavendelpflanzen und 45 verschiedene Sorten. Die Pflanzen werden sowohl an Restaurants verkauft als auch zu zahlreichen Produkten, von der Seife über Backpulver, verarbeitet und im Laden angeboten. Die malerische Lage der Farm bietet sich zudem an, eine kleine Pause zu machen und Kaffee mit Lavendelzusatz sowie Lavendelscones zu probieren und an einer geführten Tour teilzunehmen.

Mode: Mit ihrer von der Insel inspirierten Schmuckkollektion hebt Jamie Shepherd, Designerin von Sophie Grace Maui, die besondere Schönheit Mauis hervor und spricht vor allem Frauen an, die das Strandleben lieben. Dabei verarbeitet sie Halbedelsteine und Muscheln, in Gold gefasste Haizähne und schwarze Tahitiperlen zu Ohrringen, Armbändern, Ringen etc. Die Stücke sind sowohl in Sophies Boutique in dem kleinen Ort Pāʻi als auch in vielen Geschäften in ganz Maui erhältlich.

Kunst: Sie gelten als die Lieferanten von „flüssigem Gold“: Kether Keyser und Tiare Rietow haben Queen Bee Productions Maui ins Leben gerufen und versorgen ihren Kunden mit einer Serie an Hautpflegemitteln, die nachhaltig und umweltfreundlich hergestellt werden und den Körper verwöhnen. Ihren Leidenschaften und Ausbildungen geschuldet, ist jedes Produkt von Hand mit Maui-Honig und Maui Bienenwachs gefertigt – vom Lippenbalsam bis zur Körperbutter aus ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen.

O‘AHU

Landwirtschaft: Manuele Distillers, die Heimat von Ko Hana Agricole Rum, bringen Hawai‘is Geschichte und Geschmack ins Glas. Einzelne Sorten werden von Hand geerntet, zu Saft gepresst und dann perfekt destilliert, um Zuckerrohrrum in  feinster, höchster Qualität anzubieten. Das Natürliche der Erde und das Süße des Rohrzuckers bringen den individuellen, charakteristischen Geschmack hervor – nur die besten Rumsorten kommen dann auch in die Flasche.

Mode: Salt Liko ist das Beste aus aktueller Mode und dem Kulturerbe Hawai‘is. Stylist Matt Bruening und die Designer Kuhao Zane und Brandi Serikakau haben das Label gegründet und verfolgen mit ihren Mustern und Kreationen die Idee, dass „wir alle aus den Elementen, die uns umgeben, geboren werden“. Salt symbolisiert die Inseln als Spielplatz und Liko spiegelt im übertragenden Sinne wider, dass sich verwurzeltes Holz jeder Landschaft anpassen kann. Das Design soll inspirieren und passt besonders gut zu denjenigen, die den entspannten Lifestyle Hawai‘is leben und lieben.

Kunst: Einer der weltweit bekanntesten Surf-Fotografen ist Zak Noyle – er schafft es nicht nur, mit seinen Bildern die Schönheit des Ozeans festzuhalten, sondern auch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Seine Werke sind in Form von faszinierender Fotografie zu bestaunen und in Form von Accessoires und Kleidung wie Handy-Hüllen und T-Shirts als Andenken zu erwerben und damit dauerhaft ein Stück Hawai‘i mit sich zu nehmen.