Pfaffinger Umschau

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Wie Luke Howard unseren Himmel veränderte

Richard Hamblyn: Die Erfindung der Wolken. Suhrkamp TB ISBN 9783518455272

Richard Hamblyn: Die Erfindung der Wolken. Suhrkamp TB ISBN 9783518455272

Und wenn darauf zu höhrer Atmosphäre
Der tüchtige Gehalt berufen wäre,
Steht Wolke hoch, zum Herrlichsten geballt,
Verkündet, festgebildet, Machtgewalt,
Und, was Ihr fürchtet und auch wohl erlebt,
Wie’s oben drohet, so es unten bebt.

Kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe hat sich zu diesen Zeilen hinreißen lassen, der Wolkenform des Cumulus gewidmet. Eines von vier Gedichten, das er dem Briten Luke Howard gewidmet hat, jenem Mann, auf dessen Kategorisierung der Wolken bis heute die Meteorologie aufbaut. Eine „der außergewöhnlichsten Huldigungen, die je ein Wissenschaftler einem anderen gezollt hat“, schreibt Richard Hamblyn in seinem biografisch aufgebauten Wissenschaftsbuch „Die Erfindung der Wolken“.

Das Durcheinander am Himmel aufgeräumt

Es ist eine packende Erzählung, die gut das Prinzip wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt. Denn Howard, von Beruf Apotheker, war es durch Beobachtung und Akribie gelungen, das vor seiner Zeit herrschende Durcheinander der Wolken- und Wetterbeobachtung aufzuräumen und mit einer allgemein verständlichen, universalen Struktur zu versehen. Cirrus, Stratus, Nimbus – die lateinischen Namen der Wolkenformen, verbunden mit genauer Beschreibung des damit verbundenen Geschehens waren der Standard, der bis dahin fehlte.

Verlorenes Prinzip des „Universalgelehrten“

Aus einem öffentlichen Vortrag anno 1802 in London entwickelte sich, Widerständen zum Trotz, die Grundlage für die Sprache der Wetterkunde. Darauf aufbauend wurden genauere Vorhersagen genauso möglich wie tragfähige Beschreibungen vergangener Ereignisse. Die Parallelen zu anderen Wissenschaftlern, die ebenfalls mit Althergebrachtem aufräumen und aus gefühlten Zuständen verifizierbare Fakten machten, werden bei jeder Zeile deutlich. Erstaunlich für heutige Leser dürfte auch Howards – heute verlorener – Ansatz Richtung Universalgelehrtheit sein, den er mit Goethe teilte: Als Pharmazeut übertrug er seine Lern- und Forschungsstrukturen auf andere Disziplinen und erzielte damit dort selbst Erfolge.

Prominente Fürsprache verhalt zum Durchbruch

Sichtbar wird indes auch, wie wichtig prominente Fürsprache in solchen Fällen ist. Hätte Howard nicht Goethes Begeisterung geweckt und diesen zum Propagandisten seiner Wolkensprache werden lassen – wohl hätte sich eine andere Bezeichnungs-Struktur durchgesetzt. Heutige Meteorologen sind überzeugt, dass die Klassifizierung des Franzosen Jean-Baptiste de Lamarck differenzierter und praktikabler gewesen wäre – sich gegen die Deutungsmacht Goethes jedoch nicht durchsetzen konnte.

Dem Lesevergnügen tut dies indes keinen Abbruch: Hamblyns Buch öffnet die Augen für Wissenschaftsgeschichte und Himmelsbilder gleichermaßen – und ist eine anregende Lektüre für jedermann. Offenbar aber nicht von so großem wirtschaftlichen Erfolg begleitet, dass aktuelle Auflagen verfügbar wären. Suchende werden indes antiquarisch fündig.

Nonstop Las Vegas

Leuchtzeichen sind Markenzeichen der Entertainment-Hauptstadt der USA. (c) Las Vegas Convention and Visitors Authority (LVCVA)

Leuchtzeichen sind Markenzeichen der Entertainment-Hauptstadt der USA. (c) Las Vegas Convention and Visitors Authority (LVCVA)

Condor hat jetzt eine neue Nonstop-Verbindung von München nach Las Vegas aufgenommen. Während der Sommermonate fliegt die Airline jeden Mittwoch und Samstag von MUC mit einer Boeing 767-300 in die Entertainment-Metropole in Nevada (USA). „Wir freuen uns sehr, dass unsere Partnerschaft mit Condor durch die neuen Direktflüge von München nach Las Vegas weiter ausgebaut wird“, so Cathy Tull, Senior Vice President of Marketing der Las Vegas Convention and Visitors Authority.

Las Vegas verstärkt seine Sichtbarkeit auf der Reisekarte

„Durch die neue Route erwarten wir ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 13,1 Millionen US Dollar für die Region“, so Tull weiter. „Die internationale Erreichbarkeit durch Direktflüge ist der Schlüssel, damit Las Vegas im Gedächtnis von potenziellen Besuchern ist und bleibt – nicht nur in Deutschland sondern europaweit.” Jens Boyd, Group Head of Long-Haul bei Condor, ergänzte: „Der nordamerikanische Markt ist für uns sehr interessant und daher freuen wir uns, das Condor Flugangebot dorthin zu erweitern.“

Ausgangspunkt für Reisen im Südwesten der USA

Der Flug ist zum Beispiel für Menschen interessant, die den Südwesten der USA bereisen wollen. Naturwunder wie der Grand Canyon, der Zion National Park oder der Bryce Canyon sind weniger als eine Tagesreise entfernt. Mit dem Hoover Dam befindet sich ein technisches Großbauwerk in unmittelbarer Nähe, das Standards gesetzt hat. Die Stadt Las Vegas selbst ist längst ihrem Image als Spielerstadt entwachsen und bietet sowohl beim Unterhaltungsniveau und bei der Kulinarik Spitzenangebote. Die Hotelzimmer in der Stadt gelten als vergleichsweise günstig; schließlich sollen die Reisenden ihr Geld nicht verschlafen…

Flüge jeweils am Mittwoch und Samstag

Condor wird die Flüge zum McCarran-Airport mit einer Boeing 767-300 durchführen, die neben der Economy und Premium Class auch mit einer komfortablen Business Class ausgestattet sind. Alle Sitze sind mit einem HD Monitor sowie mit USB-Ports zum Laden der elektronischen Geräte ausgestattet. Die Airline startet in München mittwochs um 16.30 Uhr, samstags um 9.35 Uhr und erreicht Las Vegas um 19.45 Uhr bzw. 12.50 Uhr Ortszeit. Der Rückflug startet um 23.15 Uhr bzw. 14.55 Uhr dortiger Ortszeit.

Schlosshotel in Pink? Schauen wir mal in Florida nach.

Die „Pink Lady“, das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg, ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. (c) VISIT FLORIDA.jpg

Die „Pink Lady“, das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg, ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. (c) VISIT FLORIDA.jpg

Diverse Medienberichte in jüngster Zeit richten unsere Blicke nach Florida, wo imposante Bauwerke dem Betrachter ins Auge stechen. Die Gründe für den Bau der berühmtesten Prachtbauten des Sunshine States sind äußerst verschieden:Strafvollzug, Konkurrenzkampf oder Winterzuflucht. Aber jedes einzelne Meisterwerk ist einen Besuch wert, sowohl wegen ihrer Geschichte als auch auf Grund der architektonischen Leistung.

Henry B. Plant Museum, Tampa

Konkurrenz belebt das Geschäft – das gilt auch für die Bauwerke der beiden Eisenbahnpioniere Henry Morrison Flagler und Henry Bradley Plant. Der Startschuss für die Erschließung des südlichen Florida ist untrennbar mit Flagler und Plant verbunden. Letzterer begann mit dem Bau einer Eisenbahnlinie an der Westküste, deren Endpunkt 1891 das Tampa Bay Hotel mit seinen 13 maurischen Türmen wurde. Nachdem das Hotel während des spanisch-amerikanischen Bürgerkriegs von Theodore Roosevelt kurzzeitig als Hauptquartier genutzt wurde, dauerte es nicht lange, bis in den mehr als 500 Hotelzimmern dieses Prachtbaus die berühmtesten Persönlichkeiten aus aller Welt wohnten. In den dreißiger Jahren zog das Tampa Junior College und später die University of Tampa ein – für den auf 99 Jahre ausgelegten symbolischen Pachtzins von 1 US-Dollar pro Jahr. Ausgenommen war lediglich der Südflügel, wo ein Museum für die Errungenschaften von Henry B. Plant errichtet wurde.

Ponce de León Hotel und Flagler College, St. Augustine

Plants schärfster Konkurrent, Henry Flagler, konzentrierte sich auf den Osten Floridas. Sein im Stil der Spanischen Renaissance konzipiertes Luxushotel Ponce de León wurde 1888 fertiggestellt und besteht vollständig aus Gussbeton. Als eines von nur wenigen

Das Luxushotel Ponce de León ist seit fast 50 Jahren das Kernstück des Flagler College. (c) VISIT FLORIDA

Das Luxushotel Ponce de León ist seit fast 50 Jahren das Kernstück des Flagler College. (c) VISIT FLORIDA

Gebäuden dieser Zeit war das Hotel vollständig elektrifiziert, dank Flaglers berühmtem Freund Thomas Alva Edison. Die beiden Zwillingstürme dienten ursprünglich als Wassertanks, bevor sie die amerikanische Küstenwache im Zweiten Weltkrieg als Gefängnis umfunktionierte. 1968 wurde das Hotel zum Kernstück des neu eingerichteten Flagler College; seit 2006 ist das Gebäude als National Historic Landmark klassifiziert.

Cà d’Zan, Sarasota

Zirkuspionier John Ringling ließ sich in den 1920er Jahren in Sarasota an der Westküste Floridas nieder. Dort errichtete er 1924 gemeinsam mit seiner Frau Mable im venezianisch-gotischen Stil ihre Winterresidenz „Cà d’Zan“ (Venezianisch für „Haus des Joh(an)n(es)“). In diesem Palazzo mischen sich gotische Stilelemente mit Einflüssen der Italienischen Renaissance und der Architektur des New Yorker Madison Square Gardens, in dem der Zirkus mit seinen Aufführungen große Erfolge feierte. Das mehr als 3.000 Quadratmeter große Haus hat 41 Zimmer, 15 Bäder und ist vollständig unterkellert – für Florida sehr ungewöhnlich. Der 25 Meter hohe Turm bietet einen Rundblick über die Sarasota Bay. Im benachbarten Ringling Museum of Art befinden sich die Hinterlassenschaften des Zirkuspioniers: europäische und amerikanische Kunst, darunter eine der bedeutendsten Rubens-Sammlungen der Welt. Ein weiteres Highlight ist zudem der größte Miniaturzirkus weltweit im Zirkusmuseum, das ebenfalls Teil des Ringling Museumskomplexes ist – auf 350 Quadratmetern befindet sich hier mit acht großen Zelten, 1.300 Artisten und Angestellten, 800 Tieren sowie 152 Wagons eine Reminiszenz an die „Greatest Show on Earth“.

Loews Don Cesar Hotel, St. Petersburg

277 Hotelzimmer, zwei Schwimmbäder, drei Restaurants, ein 10.000 Quadratmeter großes Spa, eine über 90-jährige Geschichte und Gäste von Al Capone bis hin zu Franklin D. Roosevelt und weiteren amerikanischen Präsidenten – das alles steckt hinter der „Pink Lady“. Das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. Während der Großen Depression war es kurioserweise die Baseballmannschaft der New York Yankees, die dem Hotel durch einen Dreijahresvertrag das Überleben ermöglichte. Zu der Zeit hielten die Spieler hier an der sonnigen Golfküste ihr Trainingslager ab. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Hotel als Krankenhaus und zudem als Kuranstalt der Air Force umfunktioniert, bevor es 1973 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet wurde. Heute, mehr als dreißig Jahre später, werden jährlich rund 400 Hochzeiten im „Pink Palace“ gefeiert.

Die Festung Fort Jefferson liegt im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko. (c) Rob O'Neal

Die Festung Fort Jefferson liegt im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko. (c) Rob O’Neal

Fort Jefferson, Dry Tortugas

Eine einsame Insel, 110 Kilometer vom Festland entfernt – eine Qual! Zumindest für die einstigen Gefangenen der Festung Fort Jefferson. Im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko, können Besucher heute noch die 14 Meter hohen Gefängnismauern besichtigen, mit deren Bau bereits 1825 begonnen wurde. Ursprünglich als Leuchtturm und Warnung vor dem Korallenriff gedacht, wurde das Fort Jefferson zwei Jahrzehnte später für 1.500 Soldaten und 450 Kanonen errichtet.

Bei einer großen Gelbfieberepidemie 1867 kamen die zugeteilten Ärzte ums Leben, bevor den Gefangenen geholfen werden konnte. Einzig der inhaftierte Arzt Samuel Mudd konnte vielen kranken Häftlingen wie Soldaten helfen – und wurde zum Dank vorzeitig aus der Haft entlassen. Zu den berühmtesten Insassen gehörten unter anderem auch die Mitverschwörer um die Ermordung Abraham Lincolns. Heute ist das Eiland, welches nur per Wasserflugzeug, Fähre oder Boot erreicht werden kann, ein beliebter Anlaufpunkt für Taucher und Schnorchler.

In Breckenridge regiert das Rad

Zweirad-Vergnügen bei Tag und Nacht auf der "Breck Bike Week". © Louie Traub

Zweirad-Vergnügen bei Tag und Nacht auf der „Breck Bike Week“. © Louie Traub

Winzige Gebirgsstadt zu Füßen der erhabenen Rocky Mountains, riesengroß in der Rad-Szene: Schon 2014 wurde Breckenridge als fahrradfreundlichste Gemeinde Nordamerikas ausgezeichnet. Heute zählt die Stadt auf über 2.900 Höhenmeter zu den zehn besten Orten für eine Radtour mit der Familie und trägt gleichzeitig eines der prestigeträchtigsten Mountainbike-Rennen der USA aus: den Breck Epic.

Liebster Weggefährte der „Brecks“

Spätestens in der Breck Bike Week vom 23. bis zum 25. Juni 2017 wird das Fahrrad zum König der Straße, kaum jemanden zieht es dann nicht auf den Sattel. Fahrrad-Kino, Mountainbike-Workshops, Happy Hour Do-it-Yourself Kurse, ein Enduro-Downhill-Rennen bis hin zum Poker Ride, einer Radtour mit insgesamt fünf Stopps, bei denen jeweils eine Partie Poker ausgetragen wird: Die Reihe an Veranstaltungen und Aktivitäten rund um den liebsten Weggefährten der Brecks ist während diesen Tagen und dem anschließenden Breck Bike Weekend immens.

 Eines der anspruchsvollsten Rennen in den USA

Wenn im August die Straßenrad- und Mountainbike-Weltelite nach Breckenridge pilgert, dann stehen der Colorado Classic und der legendäre Breck Epic an. Breckenridge, der einstige Etappenort der früheren USA Pro Cycling Challenge, wird in diesem Jahr zu einer von vier Stationen der Auftaktveranstaltung des Colorado Classic. Das vom Weltradsportverband UCI organisierte Radrennen, eines der anspruchsvollsten auf amerikanischem Boden, macht am 11. August 2017 in Breckenridge Station.

Nicht nur aufgrund des Namens sondern auch dank des weitläufigen Wegenetzes im Hinterland sind Breckenridge und der Breck Epic unzertrennlich. Mit einer Streckenlänge von 386 Kilometern, einem positiven Höhenunterschied von über 12.000 Metern und einer Dauer von sechs Tagen gilt das Mountainbike-Etappenrennen als eines der härtesten der Welt. 2017 fällt es auf den 13. bis 18. August.

Unterhaltsames auf Rädern gehört zum bunten Programm der Breck Bike Week mit dazu. © Louie Traub

Unterhaltsames auf Rädern gehört zum bunten Programm der Breck Bike Week mit dazu. © Louie Traub

Auszeichnung für familienfreundliches Radeln

Aber nicht nur die Weltelite macht Breckenridge zu einer der bedeutendsten Orte für Rennradfahrer und Mountainbiker. Bereits 2014 erkannte die Non-Profit Organisation League of American Bicyclists die Erfolge der Kleinstadt in den Rocky Mountains an und verlieh ihr die Goldmedaille unter den fahrradfreundlichsten Gemeinden in Nordamerika. Die amerikanische Tageszeitung USA Today schloss sich dieser Auszeichnung an und benannte zudem das Angebot für Familien mit Kindern als eines der zehn besten in den Vereinigten Staaten.

Der stetige Ausbau der Strecken, neue herausfordernde Mountain-Bike Pisten, eine große Anzahl von Wegen für Anfänger wie beispielsweise der Blue River Recreational Path oder auch der über 800 Kilometer lange Colorado Trail von Denver nach Durango, welcher durch das Tal des Flusses Swan River in Breckenridge führt, machen die sympathisch-verrückte Gebirgsstadt 2017 erneut zu einem Mekka für Zweiradliebhaber.

Giganten am Himmel über dem großen Fluss

Beim Great Galena Balloon Race begegnen sich alle Elemente in anmutiger Gestalt - Foto Great River Road Illinois

Beim Great Galena Balloon Race begegnen sich alle Elemente in anmutiger Gestalt – Foto Great River Road Illinois

Jedes Jahr am dritten Wochenende im Juni verwandelt sich der Himmel über Galena in ein Meer von bunten Ballons. In dem beschaulichen Städtchen an der Great River Road Illinois, rund drei Stunden westlich von Chicago, treffen sich vom 16. bis zum 18. Juni 2017 Ballonfahrer aus dem ganzen Land zum Great Galena Balloon Race. Zu dem dreitägigen Spektakel werden wieder mehrere Dutzend „Himmelsgiganten“ erwartet. Das Event findet auch in diesem Jahr auf dem Gelände des Eagle Ridge Resort and Spa statt.

Festival mit vielen regionalen Bezügen

Besucher des farbenfrohen Happenings können ihrem Lieblings-Ballon bei der Wettfahrt die Daumen drücken und das abwechslungsreiche Rahmenprogramm am Boden genießen. Neben Attraktionen für Kinder, verschiedenen Essens- und Getränkeständen und einer Bierverköstigung wird auf der stimmungsvollen Veranstaltung auch Live-Musik gespielt. Wer die wunderschöne Landschaft um Galena und den nahe gelegenen Mississippi aus der Vogelperspektive betrachten möchte, hat die Möglichkeit, selbst in einem Heißluftballon abzuheben. Nach der Premiere im vergangenen Jahr werden auch 2017 wieder sogenannte „Wine Flights“ angeboten. Während der Ballonfahrt können die Passagiere nicht nur die Aussicht, sondern auch erlesene Weine genießen.

Auch im Rest des Jahres ist der Himmel so nah

Die Region um Galena ist für ihre hervorragenden thermischen Verhältnisse bekannt. Ein Ausflug in schwindelerregende Höhen ist dort nicht nur während des Festivals möglich. Das Unternehmen Galena on the Fly bietet, abhängig vom Wetter, zwischen Ostern und Ende November täglich Fahrten zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang an. Die von dem Unternehmen eingesetzten Heißluftballons zählen zu den größten des Landes und bietet bis zu 14 Passagieren Platz.

Seitenweise Reiseträume

Bücher vom und übers Reisen schüren seit jeher unsere Phantasie und Vorfreude, begleiten uns als anregendes Gepäck unterwegs oder befördern kostbare Erinnerungen. Eine Auswahl für die Saison.

Soeben erschienen ist Karsten Eichners Traumschiff Ahoi – Das Kreuzfahrt 1×1“ (ISBN 978-3-7822-1279-3). Ein idealer Einstieg in die Welt der Kreuzfahrt und ein unverzichtbares Kompendium für den Smalltalk an Bord. Es erzählt die Geschichte der modernen Seereise von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit, gibt Tipps zu Routen und Reedereien und berät bei der Schiffs- und Kabinenwahl. Ein augenzwinkerndes Lesevergnügen für Kreuzfahrt-Fans und alle, die es werden wollen.

Das Kochbuch „Stories of Menu – Historische maritime Speisen neu interpretiert“ (ISBN 978-3-7822-1266-3) widmet sich den Menüs historischer Seereisen. Der Hamburger Sternekoch Heinz O. Wehmann vom Landhaus Scherrer, Blankenese, hat die Gerichte der Bord-Speisekarten von einst für das Kochbuch modern interpretiert, Autorin Birgit Altendeitering-Tiggemann liefert spannende Anekdoten rund um die jeweiligen Schiffsreisen.

Die Zeit beherrscht das Leben der Menschen. Im Lauf der vergangenen 250 Jahre ist sie zu einer ungeheuer dominanten und drängenden Kraft geworden. Man glaubt, sie läuft davon, versucht, sie zu messen, zu kontrollieren, zu verkaufen, zu filmen, sie zu inszenieren, unvergänglich und sinnerfüllt zu machen. Doch wie sind die Menschen derart unter das Diktat der Zeit geraten und was lässt sich dagegenhalten? Leidenschaftlich, witzig und klug geht der preisgekrönte britische Autor Simon Garfield in seinem neuen Buch „Zeitfieber“ (ISBN 978-3-8062-3443-5) der Geschichte der Zeit nach.

Weil ihre weltfremden Künstler-Eltern 2005 ins legendäre Chelsea Hotel in New York („Das Hotel, in dem ich ohne Aufsehen morgens um vier mit einem Zwerg, einem Bären und vier Frauen aufs Zimmer gehen kann.“ Leonard Cohen) ziehen, wächst Nicolaia Rips auf inmitten von Bohemiens, Callgirls und Spinnern. Ständig werden auf den Zimmern Partys gefeiert, krumme Dinger gedreht, phantastische Geschichten als lautere Wahrheit verkauft. Mit wundervoller Komik und viel Humor erzählt Rips in „Alles außer gewöhnlich(ISBN 978-3-312-01018-9), wie sie die Normalität zu meistern lernte und sich ihren Platz im fast normalen Anderssein erkämpfte.

Reisen bringt das Bedürfnis mit sich, von seinen Reisen zu erzählen. Früher am gefürchteten Dia-Abend, heute mit einem endlosen Strom aus Posts, Pics und Messages. Mit dem Handbuch „Die Kunst, andere mit seinen Reiseberichten zu langweilen“ (ISBN 978-3-312-01021-9) von Matthias Debureaux lernt man, wie sich der Erlebnisbericht weiter ausbauen lässt, welche Wendungen uns ins optimale Licht rücken, und zwar noch vor der Abreise, während der Tour und nach der Rückkehr sowieso. Jeder darf sich wiedererkennen; unser Lachen über den albernen Touristen meint uns selbst. Unterhaltsam, böse und klug: In einer Mischung aus Satire und Kulturgeschichte erzählt Debureaux von einer der großen Schwächen unserer Gesellschaft und wie sie auf die Spitze getrieben wird.

Hinweis: Die Links auf dieser Seite führen auf die Bestellseiten des Online-Buchhändlers buch7.de, zu dem keinerlei geschäftliche Beziehungen bestehen. Ich unterstütze allerdings dessen Ansatz, aus seinem Gewinn 75% „an wertvolle soziale, kulturelle undökologische Projekte“ zu spenden – zumal die Kunden selbst Vorschläge machen können, wer das sein soll.

Wanderlust in North Carolina

Der Chimney Rock, eine Wegmarke auf dem Mountains-to-Sea-Trail in North Carolina (c) Visit NC

Der Chimney Rock, eine Wegmarke auf dem Mountains-to-Sea-Trail in North Carolina (c) Visit NC

Vor 40 Jahren wurde der Grundstein für den Mountains-to-Sea Trail gelegt, der sich heute quer durch North Carolina erstreckt. Wer vom Great Smoky Mountains National Park bis hin zu den Outer Banks an der Atlantikküste wandert, erfährt entlang des Weges den Bundesstaat in seiner ganzen Vielfalt: Die Bergregion mit dichten Wäldern und rauschenden Flüssen; Farmen, verwitterte Tabakscheunen und alte Textilmühlen im Piedmont sowie die Küstenregion mit ihren kolonial geprägten Städtchen, Marschland, Leuchttürmen und Dünenlandschaften.

Der Mountains-to-Sea Trail belohnt Wanderer mit etlichen Superlativen. Er führt zum Gipfel des Mount Mitchell und zu Jockey’s Ridge – dem höchsten Berg und der höchsten Sanddüne im Osten der USA. Outdoorfans passieren vier Nationalparks, zehn State Parks, zwei Wildtierreservate und drei Leuchttürme, darunter Cape Hatteras Lighthouse, den höchsten Leuchtturm der Vereinigten Staaten.

Mit Hand und Fuß

Der Mountains-to-Sea Trail ist North Carolinas längster ausgewiesener Weitwanderweg. Alljährlich legen Freiwillige weitere Meilen an, um ihn kontinuierlich wachsen zu lassen. Derzeit umfasst er 18 Segmente und eine markierte Route von etwa 1.095 Kilometern sowie zirka 805 Kilometer Verbindungswege. Vom Clingmans Dome passieren Wanderer unter anderem den Pisgah National Forest, das Städtchen Asheville, den Hanging Rock State Park und die nördlich gelegenen Gebiete von Winston-Salem, Greensboro, Durham und Raleigh. Von da führt der Mountains-to-Sea Trail weiter zur Küste in Richtung Wilmington und Jacksonville, durch den Croatan National Forest und nach Cedar Island. Dort setzt man mit der Fähre zum Cape Hatteras National Seashore über und wandert auf den Outer Banks bis hinauf zu Jockey’s Ridge. Wer lieber auf dem Wasser unterwegs ist, nimmt die alternative Paddelroute auf dem Neuse River, die südlich von Raleigh beginnt und im Croatan National Forest endet.

Am Cape Hatteras mit dem höchsten Leuchtturm der USA erreicht der Trail die Atlantikküste. (c) Visit NC

Feiern am Wegesrand

Anlässlich des 40. Jubiläums finden 2017 zahlreiche Veranstaltungen statt. So wird Jennifer Pharr Davis aus Asheville im August die Wanderschuhe schnüren, um den Mountains-to-Sea Trail innerhalb von drei bis vier Monaten komplett zu begehen. Die 33-Jährige hält zudem den Geschwindigkeitsrekord für den Appalachian Trail und lässt Interessierte auf Ihrer Wanderung durch North Carolina an ihren Erlebnissen teilhaben. Hierfür werden Events und gemeinsame Wanderungen organisiert, denen sich Naturliebhaber anschließen können.

Am 9. September 2017 werden sich zudem hunderte Outdoor-Enthusiasten auf den Weg machen und jeweils einen Teil des Mountains-to-Sea Trail laufen, so dass sämtliche 1.175 Kilometer des Trails an nur einem Tag begangen werden.

Aus dem Sumpf in die Welt hinaus

Landwirtschaft prägte vor 250 Jahren das östliche Illinois, Landwirtschaft prägt die Gegend auch heute: Bauernhof bei Nauvoo. (c)Tom Simpson Photography

Landwirtschaft prägte vor 250 Jahren das östliche Illinois, Landwirtschaft prägt die Gegend auch heute: Bauernhof bei Nauvoo. (c)Tom Simpson Photography

Wer durch die ländlichen Regionen von Illinois unterwegs ist, stößt immer wieder auf Siedlungen mit einem stark ausgeprägten religiösen Charakter. Nicht nur die Amish haben in den vergangenen gut 250 Jahren ihre Heimat in Nordamerika gefunden. Auch viele andere Glaubensgemeinschaften nutzen die neue Freiheit in der Neuen Welt, um sich unbedrängt von den politischen Strukturen ihrer europäischen Heimat zu entfalten. Diese Siedlungen lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Einmal in solche, die Traditionen aus ihren Herkunftsländern fortführten, wie zum Beispiel die schwedischen Pietisten, die sich in Bishops Hill niederließen. Zum anderen in solche, die den gut gedüngten spirituellen Nährboden dieser Gegend nutzen, um neue Religionen reifen zu lassen. Dazu gehörten die Mormonen, die ihren Ursprung in Nauvoo hatten.

Zuflucht am Ufer des Mississippi

Auf das kleine Städtchen mit seinen gut 1.000 Einwohnern stößt man auf einer Reise entlang des Mississippi im US-Bundesstaat Illinois. Dort, wo heute zwischen grünen Wiesen und alten Bäumen zahlreiche, original erhaltene historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert stehen, hatten die Mormonen ihre erste feste Ansiedlung errichtet. Auf ihrer Flucht vor Verfolgung in anderen Bundesstaaten und auf der Suche nach einem Ort, an dem sie gemeinsam leben und ihren Glauben in Frieden praktizieren konnten, kauften die Anhänger der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ im Jahr 1839 das sumpfige Stück Land am Ufer des Mississippi. Schon die indianische Urbevölkerung hatte dort gelebt und den Landstrich unter anderem Quashquema genannt. Später errichten weiße Trapper und Siedler an der Stelle einen Handelsposten, dem sie erst den Namen Venus und später Commerce gaben. Der bis heute gültige Ortsname Nauvoo geht auf die Mormonen zurück und ist die aus dem Hebräischen entlehnte Bezeichnung für „schöner Ort“.

Radikale Anfänge unter Joseph Smith

Unter Führung von Joseph Smith jr., Gründer der Glaubensgemeinschaft und Prophet der Mormonen, legten die neuen Eigentümer das Land trocken und errichteten ihre Stadt. Auf dem Hügel darüber entstand ab 1841 der große Nauvoo Tempel. Joseph Smith arbeitete als Kaufmann und Gastwirt, wurde später auch Bürgermeister von Nauvoo und kandidierte 1844 sogar für das Amt des amerikanischen Präsidenten.

Mit der Pferdekutsch erfahren Besucher eine Ahnung historischer Verhältnisse in Nauvoo. (c) Tom Simpson Photography

Mit der Pferdekutsch erfahren Besucher eine Ahnung historischer Verhältnisse in Nauvoo. (c) Tom Simpson Photography

Im gleichen Jahr ließ er mit Zustimmung des Stadtrates die Druckerpresse der örtlichen Zeitung Nauvoo Expositor zerstören, nachdem diese in ihrer ersten und einzigen Ausgabe kritisch über Smith und seine religiösen Ansichten berichtet hatte. Nach diesem Angriff auf die Pressefreiheit ließ ihn der Gouverneur von Illinois, Thomas Ford, verhaften und im nahegelegenen Carthage in Untersuchungshaft stecken. Als eine aufgebrachte Meute am 27. Juni 1844 das Gefängnis stürmen und Smith lynchen wollte, versuchte dieser zu fliehen, wurde dabei aber erschossen.

Interner Streit führt zum Exodus

Nach seinem Tod übernahm Brigham Young die Führung der Kirche. Es herrschte innerhalb der Gemeinschaft jedoch Uneinigkeit über die künftige Ausrichtung und einige Praktiken wie die Polygamie, weshalb sich in der Folge zahlreiche Gruppen abspalteten. Diese begleiteten Young auch nicht, als er im Februar 1846 mit einigen hundert Gefolgsleuten zum großen „Exodus“ in Richtung Westen aufbrach. Der Treck mündete im Sommer des darauffolgenden Jahres in der Gründung von Salt Lake City. Die überwiegende Mehrheit der rund 20.000 Gläubigen, die in Nauvoo und Umgebung lebten, folgte Young. Die Angehörigen von Joseph Smith jr, darunter sein ältester Sohn, Joseph Smith III., gehörte dagegen zu denen, die in Nauvoo zurückblieben. Unter seiner Führung formierten sich die meisten verbliebenen Splittergruppen zur „Reorganisierten Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (seit 2001 „Gemeinschaft Christi“).

Viele Attraktionen für Besucher

Wer heute nach Nauvoo kommt, kann viel aus der Zeit der ersten Mormonen-Siedler entdecken. Zu den Höhepunkten gehören das frühere Wohnhaus von Joseph Smith jr., das Wirtshaus, das er einst betrieb, sowie die Gräber der Smith-Familie. Von hoher Bedeutung speziell für die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ ist der „Trail of Hope“, jene Straße, an der die Menschen, die Brigham Young nach Westen folgten, zu tausenden warteten, um den Mississippi zu überqueren.

Zudem stehen zahlreiche weitere original erhaltene Häuser den Besuchern offen. Dort erfahren sie viel über Leben und Alltag der Menschen jener Zeit. In manchen Häusern kann man sogar übernachten. Die Handwerkskunst jener Zeit wird im Family Living Center demonstriert. Ein kleines Museum ist die ehemalige Werkstatt des Waffenmachers Jonathan Browning, der unter anderem das „Harmonica Gun“ erfand. Nicht mehr original ist dagegen der Nauvoo Tempel, der prächtig auf dem Hügel über dem Städtchen thront. Bei ihm handelt es sich um den 2006 geweihten Nachbau des Originals, das durch Feuer und Sturm im 19. Jahrhundert zerstört worden war.

Geschichte in Musical-Form

Einen guten Überblick zum historischen Nauvoo vermitteln die Besucherzentren sowie kostenlose Fahrten mit Pferde- oder Ochsenkarren. Die Geschichte der Mormonen in Musicalform erzählen die Aufführungen „Rendezvous in Old Nauvoo“ (täglich montags bis samstags in der Cultural Hall) sowie die Historienspiele „Nauvoo Pageant“ und „British Pageant“ im Juli und August unter freiem Himmel. Der Eintritt ist jeweils frei. Zu den Sehenswürdigkeiten Nauvoos ohne direkten Bezug zum Mormonentum gehört Baxter’s Vineyards & Winery, das älteste Weingut von Illinois (Ausschank und Probierstube sind täglich geöffnet).

Eine Bitte, keine Formel

Was will uns dieses Wort sagen?

Was will uns dieses Wort sagen?

„X hat sich für sein Verhalten/seine Äußerung entschuldigt.“ Ein Satz, den man in jüngster Zeit häufiger hört. Vor allem in den Nachrichten. Denn die Vorfälle häufen sich, von denen bekannt wird, dass da jemand in irgendeiner Form schuldig geworden ist. In der Regel dessen, dass er (ja, die „sies“ sind da in der Minderheit) zuerst das Maul aufgerissen und erst danach das Hirn eingeschaltet hat.

Weil in der kommunikativen Welt der 2010er Jahre kaum noch etwas (Halb-)Öffentliches unbemerkt, undokumentiert und unveröffentlicht bleibt, verfangen sich immer mehr Zeitgenossen im Status einer Verfehlung gegen a) die öffentliche Meinung, b) den gesellschaftlichen Konsens, c) die guten Sitten oder d) gegen gute Manieren. Insbesondere c) und d) lassen dann den Druck entstehen, das dafür gefälligst eine Entschuldigung fällig sei. Wozu sich die vermeintlich reuigen Sünder dann aus unterschiedlichsten Motiven heraus dann auch hinreißen lassen: „Ich entschuldige mich für …“

Das geht so natürlich gar nicht.

Sich selbst aus der Schuld zu entfernen mag bequem und effizient erscheinen. Zulässig ist es nicht. Legitim ist aus meiner Sicht nur die Formel: „Dafür bitte ich um Entschuldigung.“ Anschließend ist es Sache der a) Öffentlichkeit, b) Gesellschaft oder c) individuell Betroffener, diese Bitte anzunehmen und dem reuigen Sünder zu vergeben. Ich halte den Faktor „Reue“ in der Tat für den entscheidenden, wobei mich meine katholische Erziehung beeinflussen mag: „In Demut und Reue bekenne ich meine Sünden“, heißt es am Anfang der Beichte.

Man mag von mir aus darüber streiten, ob eine solche Unterwerfung missbraucht worden ist und bis heute missbraucht werden kann. Aber der Umstand, dass da einer mit geneigtem Haupt vom hohen Podest des Danebenbenehmens heruntersteigen oder sich aus dem grellen Licht von Lügen oder unberechtigten Vorwürfen herausbewegen muss – das erscheint mit als eine Grundlage dafür, dass ihm Ent-Schuldigung zuteil wird. So einfach, dass er sich selbst einen Persilschein ausstellt und meint, damit alles wieder zum Guten geregelt zu haben, so einfach darf es sich keiner machen. Dass auch gehört werde, wer die Bitte um Entschuldigung annimmt und sie bejaht, ist das Mindeste.

 

Gefertigt mit Aloha!

Pazifische Wellen: Herausforderung für Surfer, Inspiration für Künstler.(c) Hawaii Tourism Authority_Tor Johnson

Pazifische Wellen: Herausforderung für Surfer, Inspiration für Künstler.(c) Hawaii Tourism Authority_Tor Johnson

Die erührende Vielfalt der sechs hawaiianischen Inseln ist eine geschätzte Inspirationsquelle für Künstler und diejenigen, die aus lokalen Erzeugnissen besondere Produkte und köstliche Gerichte herstellen. Von der Geschichte des kalo (Taropflanze), die sich im Muster eines Hawai‘i-Hemdes wiederfindet, bis zur Faszination der Wellen, die in Bildern, Fotos und Handy-Hüllenmotiven ausgedrückt wird. Neben Können und traditionellen Handgriffen, darf bei der Herstellung vor allem eins nicht fehlen: die Zugabe von Aloha – denn ohne „Made with Aloha“ wäre „Made in Hawai‘i“ nur halb so schön…

HAWAI‘I ISLAND

Landwirtschaft: Auf Hawai‘i Island gelegen, ist Big Island Bees einer der weltweit führenden Honigproduzenten. Besucher bekommen hier einen Einblick in die lokale Bienenzucht und können sich von der exzellenten Qualität verschiedener Sorten Einzel-Blütenhonig überzeugen. Big Island Bees produziert den Honig nach Originalrezeptur, ohne das Erzeugnis zu erhitzen, zu filtern oder mit anderen Zutaten zu vermischen. Viele erstklassige hawaiianische Restaurants beziehen ihren Honig von Big Island Bees.

Mode: Sig Zane Designs ist das bekannteste Label in Hawai‘i, wenn es um Aloha-Kleidung geht. Die Hemden und Kleider erzählen die hawaiianische Kulturgeschichte – in Sig Zanes Mode wird den Pflanzen und der Kultur der Inseln Tribut gezollt, verschiedene Muster spiegeln Orte, Natur und Traditionen wider.

Kunst: Von der Melodie und der Schönheit der Natur inspiriert, praktiziert Roen Hufford das kapa-Drucken und –Designen. Der Künstler bedient sich natürlicher Rohstoffe und kreiert komplexe Muster, die von verschiedenen einheimischen Pflanzen und Früchten übernommen werden. Außerdem wandelt er Holzstöcke in Motiv-Stempel um.

Prägende Kulturpflanze auf den Hawaiianischen Inseln ist die Taro. (c) Hawaii Tourism Authority Tor Johnson

Prägende Kulturpflanze auf den Hawaiianischen Inseln ist die Taro. (c) Hawaii Tourism Authority Tor Johnson

KAUA‘I

Landwirtschaft: Doug und Genna Wolkon, Inhaber von Kauaʻi Farmacy an Kauaʻis Nordküste, haben sich ganz dem Tee verschrieben: Auf mehr als 1,5 Hektar Fläche werden über 60 medizinische Kräuterpflanzen, die zu erstklassigen Teesorten verarbeitet werden, angebaut. Kauaʻi Farmacy versorgt nicht nur zahlreiche Restaurants mit ihren Produkten, sondern bietet auch geführte Touren für Besucher an. Dabei kommen weder Verkostungen noch Geschichten über die Tradition und Kultur des Teeanbaus in Hawai‘i zu kurz.

Mode: Mit dem Label KaiKini Bikini werden Frauen in einem handgefertigten Bikini nicht nur schön in Szene gesetzt, auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle. Auf Kauaʻi und mit dem besonderen Flair der Insel gefertigt, sind die Stücke dank ihres schnell trocknenden und antimikrobiellen Materials ideal für jegliche Aktivität – zum Surfen, Sonnenbaden, Tauchen, Yoga oder auch, um Wandern zu gehen.

Kunst: Die lokale Künstlerin Patrice Pendarvis erzählt mit ihrer Aquarellmalerei die Geschichte Hawai‘is. Seit mehr als 40 Jahren bringt Patrice Schönheit, Charme und Vielfalt der Inseln in ihren Bildern auf die Leinwand – mit traditionellen und abstrakten Ansätzen.

MAUI

Landwirtschaft: Am Fuße des Haleakalā National Park liegt die Ali‘i Kula Lavender Farm (AKL). Mehr als fünf Hektar Farmland beheimaten rund 55.000 Lavendelpflanzen und 45 verschiedene Sorten. Die Pflanzen werden sowohl an Restaurants verkauft als auch zu zahlreichen Produkten, von der Seife über Backpulver, verarbeitet und im Laden angeboten. Die malerische Lage der Farm bietet sich zudem an, eine kleine Pause zu machen und Kaffee mit Lavendelzusatz sowie Lavendelscones zu probieren und an einer geführten Tour teilzunehmen.

Mode: Mit ihrer von der Insel inspirierten Schmuckkollektion hebt Jamie Shepherd, Designerin von Sophie Grace Maui, die besondere Schönheit Mauis hervor und spricht vor allem Frauen an, die das Strandleben lieben. Dabei verarbeitet sie Halbedelsteine und Muscheln, in Gold gefasste Haizähne und schwarze Tahitiperlen zu Ohrringen, Armbändern, Ringen etc. Die Stücke sind sowohl in Sophies Boutique in dem kleinen Ort Pāʻi als auch in vielen Geschäften in ganz Maui erhältlich.

Kunst: Sie gelten als die Lieferanten von „flüssigem Gold“: Kether Keyser und Tiare Rietow haben Queen Bee Productions Maui ins Leben gerufen und versorgen ihren Kunden mit einer Serie an Hautpflegemitteln, die nachhaltig und umweltfreundlich hergestellt werden und den Körper verwöhnen. Ihren Leidenschaften und Ausbildungen geschuldet, ist jedes Produkt von Hand mit Maui-Honig und Maui Bienenwachs gefertigt – vom Lippenbalsam bis zur Körperbutter aus ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen.

O‘AHU

Landwirtschaft: Manuele Distillers, die Heimat von Ko Hana Agricole Rum, bringen Hawai‘is Geschichte und Geschmack ins Glas. Einzelne Sorten werden von Hand geerntet, zu Saft gepresst und dann perfekt destilliert, um Zuckerrohrrum in  feinster, höchster Qualität anzubieten. Das Natürliche der Erde und das Süße des Rohrzuckers bringen den individuellen, charakteristischen Geschmack hervor – nur die besten Rumsorten kommen dann auch in die Flasche.

Mode: Salt Liko ist das Beste aus aktueller Mode und dem Kulturerbe Hawai‘is. Stylist Matt Bruening und die Designer Kuhao Zane und Brandi Serikakau haben das Label gegründet und verfolgen mit ihren Mustern und Kreationen die Idee, dass „wir alle aus den Elementen, die uns umgeben, geboren werden“. Salt symbolisiert die Inseln als Spielplatz und Liko spiegelt im übertragenden Sinne wider, dass sich verwurzeltes Holz jeder Landschaft anpassen kann. Das Design soll inspirieren und passt besonders gut zu denjenigen, die den entspannten Lifestyle Hawai‘is leben und lieben.

Kunst: Einer der weltweit bekanntesten Surf-Fotografen ist Zak Noyle – er schafft es nicht nur, mit seinen Bildern die Schönheit des Ozeans festzuhalten, sondern auch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Seine Werke sind in Form von faszinierender Fotografie zu bestaunen und in Form von Accessoires und Kleidung wie Handy-Hüllen und T-Shirts als Andenken zu erwerben und damit dauerhaft ein Stück Hawai‘i mit sich zu nehmen.