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Tag: Augsburg

Mein erster Schritt zum „Filmproduzent“

"Der gestiefelte Kater", wie ich ihn aus der Augsburger Puppenkiste kenne. (c) Regio Augsburg Tourismus

„Der gestiefelte Kater“, wie ich ihn aus der Augsburger Puppenkiste kenne. (c) Regio Augsburg Tourismus

Über einen Hinweis auf Facebook wurde ich heute aufmerksam auf ein Filmprojekt. Die junge Regisseurin Eva Merz möchte einen Film drehen, der sich mit Walter Oehmichen und dem Aufbau der „Augsburger Puppenkiste“ nach dem Zweiten Weltkrieg befasst. Über die Crowdsourcing-Seite Kickstarter will sie dafür bis zum 16. Februar den Betrag von 26.000 $ einsammeln.

Es gibt einige attraktive Belohnungen für jene, die sich an dem Projekt beteiligen. Dazu gehören unter anderem die Nennung im Abspann als „first of friends“ oder als „Executive Producer“, ein Link zum Download des Film oder ein einstündiges Skype-Gespräch mit Eva Merz.

Ich habe mich jetzt beteiligt – aus mehreren Gründen. Die Geschichte der „Augsburger Puppenkiste“ ist ein Teil meines Lebens. Ich bin 5 Minuten zu Fuß vom Marionettentheater aufgewachsen und war dort of zu Gast. „Sankt Nikolaus in Not“, „Frau Holle“ oder „Die Schneekönigin“ sind bis heute lebendige Erinnerung.

In meiner Facharbeit im Leistungskurs Deutsch, die sich mit den „Theaterprogrammen der Brecht-Inszenierungen in Augsburg nach 1945“ befasste, war die Puppenkiste ebenfalls zweimal vertreten, einmal mit der „Dreigroschenoper“ (sicher) und einmal mit einem anderen Stück (muss ich noch nachschauen). Bert Brecht selbst hat als Schüler den „Baal“ auch schon als Puppenstück vor Nachbarskindern in der Bleich aufgeführt.

Dritter Grund: Die irrwitzige Vorstellung von vermeintlich Fernsehverantwortlichen, die Stücke der Puppenkiste für nicht mehr zeit-kind-gemäß halten und sie heute nachwachsenden Generationen vorenthalten. Das darf nicht unwidersprochen bleiben.

Daher halte ich diesen Film für mich und für Augsburg für unverzichtbar. Mit-Produzenten seien auf diesem Weg herzlich eingeladen.

Powwow-Atmosphäre schnuppern – in Augsburg

Meine Heimatstadt Augsburg steht während der AMERICANA 2015 zwischen dem 2. und 6. September wieder ganz im Zeichen der Western-Reitkunst. Am Stand der beiden US-Bundesstaaten Kansas und Oklahoma, die mit einer eigenen mehrköpfigen Delegation anreisen, sind dann auch indianische Tänzer in Aktion zu sehen.  Michael Roberts zum Beispiel, ein Choctaw/Chickasaw-Indianer aus Oklahoma, dessen indianischer Name „Dancing Eagle Feathers“ lautet, ist ein professioneller Powwow-Tänzer. Er reist zusammen mit seiner Frau Rebecca, einer Pueblo-Indianerin aus Taos, New Mexico, oft auch in Begleitung der Töchter, von Wettbbewerb zu Wettbewerb im Wohnwagen durch die USA. Die Roberts gehören zu einer kleinen Gruppe indianischer Familien, die ihren Lebensunterhalt fast auschließlich mit Powwows verdienen.

Außer Michael und Rebecca sind erstmals auf der AMERICANA 2015 die beiden jüngeren Töchter, Paan Pai und Morning Star, mit dabei. Michael gilt als einer der besten Vertreter des Southern Fancy War Dance, bei dem meist jüngere Tänzer in fantasievoll-bunten Kostümen ausdrucksstark die Bewegungen von Pferden nachahmen. Während Rebecca den Old Style Jingle Dress Dance zeigt, hat sich Paan Pai auf den elegant-anmutigen Southern Cloth Dance spezialisiert und wirbelt Morning Star im Fancy Shawl Dance über die Tanzfläche.

Der Begriff „powwow“ oder „pow wow“ leitet sich vom Wort „powwaw“ – „spiritual leader“ – aus der Sprache der Narragansett-Indianer aus Rhode Island, an der US-Ostküste, ab. Spricht man heute von „Powwow“ meint man nicht nur die traditionelle Form des Zusammentreffens von indianischen Stämmen bzw. Familienverbänden, sondern auch mit Geld- bzw. Sachpreisen dotierte Tanz-, Trommel- und Gesangswettbewerbe. Im Mittelpunkt eines Powwow stehen die Tänze, wobei Senioren und -innen (über 50 Jahre), Männer und Frauen zwischen 18–49 Jahren, Teens (13–17) und Kinder (6–12) getrennt in verschiedenen Kategorien antreten. Untermalt werden die Tänze von wechselnden „Drums“ – so werden Gruppen von mindestens fünf Sängern, darunter ein Vorsänger, genannt, die am Rand des Tanzrunds um eine große Trommel sitzen und ihren kehligen Gesang mit rhythmischen Schlägen begleiten.

Zumindest den Hauch eines Powwows können Besucher während der AMERICANA 2015 am Gemeinschaftsstand von Travel Kansas und Travel Oklahoma (Halle 3 A-12) erleben. Dort werden die Roberts täglich halbstündlich von 10 bis 18 Uhr auftreten. Am Stand werden täglich zwischen 9 und 19 Uhr mehrere Vertreter beider Staaten nicht nur Reisetipps geben, sondern ganz besonders über Cowboys und Indianer sowie die legendäre Route 66, die beide Staaten quert, informieren. Als „Eyecatcher“ steht vor dem Messeeingang wieder der bunt-bemalte Trailer von Travel Kansas/Oklahoma, der bei Schulungen und Workshops von/mit Reiseprofis zum Einsatz kommt.

Weitere Informationen findet sich auf der deutschen Webseite von Kansas und Oklahoma sowie auf der Webseite der AMERICANA.