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Tag: Eisenbahn

Texas zu Land, zu Wasser, in der Luft und unter Dampf

Die Gegend rund um Longview gilt – wie der Name schon sagt – als die Heißluftballon-hauptstadt von Texas (c) Texas Tourism

Die Gegend rund um Longview gilt – wie der Name schon sagt – als die Heißluftballon-hauptstadt von Texas (c) Texas Tourism

Ein Roadtrip ist die beste Art, Texas‘ Vielfalt kennenzulernen. Dabei gibt es neben Auto und Motorrad unzählige weitere Möglichkeiten, von A nach B zu gelangen und Land und Leute richtig kennenzulernen. Ob hoch über den Wolken oder fest im Sattel, mit der historischen Dampflok oder per Bike: Reisende können mit unkonventionellen Fortbewegungsmitteln ein besonderes Feeling für den zweitgrößten Bundesstaat der USA entwickeln und Texas‘ unberührte landschaftliche Schönheit auf intensive Art genießen.

Dem Himmel so nah

Wie auf Wolken: Das älteste Luftfahrzeug der Welt vermittelt noch immer ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer. Die Gegend rund um Longview gilt – wie der Name schon sagt – als die Heißluftballonhauptstadt von Texas. Herrliche Ausblicke auf die glitzernden Gewässer des Lake Cherokee, auf dichte Pinienwälder, Wiesen mit frisch gemähtem Heu oder die berühmten Longhorns hinterlassen aus der Vogelperspektive betrachtet bleibende Eindrücke. Ein besonderes Highlight ist die „Great Texas Balloon Race“, die in diesem Jahr vom 27. bis 29. Juli stattfindet und bei der zahlreiche bunte Farbtupfer über den Himmel gleiten. Beim beliebten „Evening Balloon Glow“ befeuern die rund 80 Piloten ihre Ballons vor dem texanischen Sternenhimmel und schaffen eine einzigartige Atmosphäre.

Wie vor 100 Jahren: Mit dem "Zug der Zeit" durch Piney Woods. (c) Texas Tourism

Wie vor 100 Jahren: Mit dem „Zug der Zeit“ durch Piney Woods. (c) Texas Tourism

Schienen, die die Welt bedeuten

Eine Fülle an Sinneswahrnehmungen wartet in Piney Woods im Osten des Bundesstaates, wo verschiedene Ökosysteme und Wildtiere aufeinandertreffen. Diesen Landstrich mit einer Dampflok aus den 1920er-Jahren zu erkunden und dabei historischen Erzählungen zu lauschen, versetzt Reisende in das nostalgische Ambiente einer Zugreise von vor 100 Jahren. Ein Stopp lohnt sich besonders in Palestine, denn hier stehen mehr Gebäude im „National Register of Historic Places“ als in fast jeder anderen Stadt in Texas, während in Jacksonville majestätische Kiefern und blaue Seen eine tiefe Ruhe vermitteln.

 

In die Pedale treten

Erst das Rad macht diese Gegend im wahrsten Sinne des Wortes „erfahrbar“: Felder voller Wildblumen, Bäche durch duftende Zypressenwälder und traditionsreiche Weinkellereien säumen die Wege in der Hill-Country-Region. Ein guter Ausgangspunkt für Radtouren ist das einstige deutsche Auswandererstädtchen Fredericksburg, das umgeben von Weinfeldern malerisch im Herzen Texas‘ liegt. In einer Tagestour kann die Luckenbach Loop Alternate, eine 50 Kilometer lange Fahrradroute, bewältigt werden. Gestoppt wird hier auch im Vier-Seelen-Dorf Luckenbach, das allabendlich zur Open-Air-Bühne für Countrymusiker wird – mitjammen, summen und singen herzlich willkommen! Am Abend dann ein Glas texanischer Wein unter einem der vielen Eichenbäume – und die Welt ist in Ordnung.

Das klassische Fortbewegungsmittel in Texas - bis heute. (c) Texas Tourism

Das klassische Fortbewegungsmittel in Texas – bis heute. (c) Texas Tourism

Fest im Sattel

Die Region rund um den Palo Duro Canyon, seines Zeichens der zweitgrößte Canyon der USA, diente den Comanche-Indianern als Zufluchtsort im Winter. Später nutzten Siedler ihre Wege und schließlich wurde in den 1920er-Jahren die legendäre Route 66 entlang der alten Indianerpfade gebaut – die hier genau den Mittelpunkt markiert. Mitten in der letzten freien Heimat der Comanche-Indianer und nur 15 Kilometer von der Route 66 entfernt liegt die Ranch von „Cowgirls and Cowboys in the West“. Hier können sich Besucher von Anfänger bis Profi in den Sattel schwingen und den Canyon sowie die Route 66 hoch zu Ross entdecken. Besonders romantisch sind die Sonnenuntergangsritte, besonders spektakulär die „Cattle Roundup Vacations“, bei denen Reiter an mehreren Tagen zu wahren Cowboys werden.

Schiff Ahoi in Big Bend

Koyoten und Bären, spektakuläre Landschaften und unberührte Natur – das ist Westtexas. Ganze fünf Canyons finden sich im Big Bend National Park; und diese können vom Rio Grande aus ebenso bewundert werden wie die Fauna des Parks: Rotohrschildkröten sonnen sich auf Felsen und Baumstämmen, blaue Reiher und grüne Eisvögel fliegen entlang des Flusses, hier und da sind Biber zu hören. Ob per Kayak, Kanu oder beim Rafting: Auf dem Rio Grande werden geführte Touren von zwei Stunden bis zu zehn Tagen angeboten. Dabei bietet der Fluss je nach Abschnitt ideale Bedingungen für Anfänger und Fortgeschrittene: Er führt mal durch 450 Meter tiefe Schluchten, mal durch weite, offene Strecken mit Blick auf die umgebenden Hochebenen und Berge der USA und Mexikos.

Mit Volldampf durch Neuengland

Der Essex Steam Train rollt fotogen durch Connecticut (c) Jody Dole

Der Essex Steam Train rollt fotogen durch Connecticut (c) Jody Dole

Vor nicht allzu langer Zeit zählte eine Fahrt mit dem Zug noch zu den luxuriösesten Formen des Reisens. Auch heute bieten Bahnreisen den Vorteil, bequem und ganz in Ruhe die vor dem Fenster vorbeiziehenden Landschaften zu genießen. In Neuengland gibt es eine Reihe historischer Züge, in denen sich die Passagiere entspannt zurücklehnen und zum Rhythmus der über die Schienen rollenden Räder Landschaft und Natur im Nordosten der USA bewundern können.

In den White Mountains von New Hampshire lassen sich im Herbst die leuchtenden Farben der Bäume bei einer altmodischen und sehr gemütlichen Zugfahrt besonders schön erleben. Die Conway Scenic Railroad bringt ihre Passagiere während einer fünfstündigen Tour (inklusive Mittagessen) zu den eindrucksvollen Herbstlandschaften New Hampshire, wobei sie einer über 130 Jahre alten, historischen Route folgt. Eine Fahrt mit der Winnipesaukee Railroad ist ein weiteres Bahnhighlight in New Hampshire. Die Eisenbahnlinie aus dem Jahr 1849 am Lake Winnipesaukee führt entlang der Vorgärten eleganter Wohnhäuser und gewährt dabei ungewöhnliche Einblicke.

Steil bergauf in den White Mountains (c) Cog Railway

Steil bergauf in den White Mountains (c) Cog Railway

Für Fotografiebegeisterte ist die Mount Washington Cog Railway ein verlo(c)kendes Motiv. Seit über 140 Jahren führt die steilste Bahnstrecke in Nordamerika Touristen auf den Gipfel des über 1.900 m hohen Mount Washington. Die spektakulären Panoramaausblicke auf dieser Tour umfassen die Berge und Täler von New Hampshire, Maine und Vermont und reichen im Norden bis nach Kanada und im Osten bis hin zum Atlantischen Ozean. Die Schönheit der Berge und der Nervenkitzel während der Fahrt auf den höchsten Gipfel im Nordosten der USA sind heute noch genauso faszinierend wie im Jahre 1869, als die weltweit erste Bergbahn mit Zahnradantrieb eröffnet wurde .

Die Winzer von Vermont produzieren eine Vielzahl hervorragender Weine. Bei einer Fahrt mit den „Wine Tasting Trains“ erfahren die Passagiere viel über die Weinproduktion des Green Mountain State, genießen dabei die malerischen Landschaften und probieren verschiedene preisgekrönte Weine und Käsesorten.

In Connecticut kann man die Fahrt mit einer historischen Eisenbahn und den Ausflug auf einem Dampfschiff direkt kombinieren. Das gibt es sonst nirgendwo in den USA. Erst führt der von einer Dampflok angetriebene und aufwendig restaurierte Essex River Steam Train seine Gäste rund eine Stunde durch das malerische Connecticut River Valley, anschließend geht es weiter mit dem Dampfschiff „Becky Thatcher“ auf eine zweistündige Flusskreuzfahrt vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Gillette Castle und dem Goodspeed Opera House.

Großartiges Panorama in den White Mountains (c) Cog Railway

Großartiges Panorama in den White Mountains (c) Cog Railway

Die Cape Cod Central Railroad in Massachusetts ist ein Erlebnis für Feinschmecker, die sich gerne auf charmant-altmodische Weise unterhalten lassen möchten. Vom Hyannis Depot aus geht es mit dem komfortablen Zug auf eine kulinarische Reise zurück in die Vergangenheit quer durch die verborgene Schönheit des Kaps mit seinen Dünen und der salzhaltigen Luft. Zu den verschiedenen Touren gibt es Mittagessen, Sonntagsbrunchs oder elegante Abendessen.

Wer gerne Neuenglands spektakuläre Küstenregion per Zug erkunden möchte, dem bietet sich mit dem Downeaster der staatlichen Eisenbahngesellschaft Amtrak die perfekte Gelegenheit. Mehrmals täglich fährt dieser Zug von der North Station in Boston nach Portland in Maine und wieder zurück, mit einer Option, von Portland aus weiter in das für seine Outletmalls bekannte Freeport oder in die Universitätsstadt Brunswick zu reisen.

Weitere Amtrak-Züge fahren ab Boston Richtung Süden durch Rhode Island zur Kolonialstadt Providence, nach Westerly, einer Stadt am Strand mit traditionsreichen Hotels, und nach Mystic im Bundesstaat Connecticut, wo ein Meeresmuseum und ein Aquarium besichtigt werden können.

Der „Rocky Mountaineer“ rollt erstmals durch die USA

Am 23. April 2013 ist es wieder soweit: Der Rocky Mountaineer startet nach der Winterpause in seine 24. Saison. Dabei dürfen sich Gäste des Luxuszuges nicht nur auf die spektakulären Aussichten auf die unberührte Natur der Rocky Mountains freuen, sondern auch auf zusätzliche Angebote. So führt die neue Route „Coastal Passage“ erstmals auch in die USA, und die „First Passage to the West“-Route bietet ab sofort einen Stopp im malerischen Lake Louise an. Zudem können Zugreisende den 2012 eingeführten SilverLeaf Service jetzt auf zwei Routen durch die atemberaubende Landschaft Westkanadas genießen.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens wird ab August 2013 mit der „Coastal Passage“ eine Verbindung zwischen Kanada und den USA aufgenommen. Der Rocky Mountaineer verkehrt dabei zwischen den kanadischen Rockies und Seattle, entlang der atemberaubenden Pazifikküste. 2013 gibt es vier Abfahrtstermine, fürs kommende Jahr sind 24 Abfahrten geplant. Von Seattle aus haben Gäste dank der „Rail and Cruise“-Angebote von Rocky Mountaineer zusätzlich die Möglichkeit, ihrer Bahnreise mit einer Alaska-Kreuzfahrt zu kombinieren.

Die Einführung von Lake Louise als neue Destination auf der Route „First Passage to the West“ bildet ein weiteres Highlight der Saison 2013. Der smaragdgrüne See vor majestätischer Bergkulisse gilt als Juwel der kanadischen Rocky Mountains und wird nach über 20 Jahren erstmals wieder von einem Personenzug angefahren. Gäste haben nun die Möglichkeit, ihre Rocky Mountaineer-Reise in Lake Louise beginnen oder enden zu lassen.

Eine weitere Neuheit ist die Erweiterung der bereits 2012 erfolgreich eingeführten Buchungskategorie SilverLeaf Service auf der Strecke „Journey through the Clouds“ von Vancouver nach Jasper. Die Kategorie ist zwischen den Klassen RedLeaf und GoldLeaf Service angesiedelt und war bislang ausschließlich auf der „First Passage to the West“-Route buchbar. Die SilverLeaf-Kategorie bietet den Passagieren luxuriöse einstöckige Wagons mit großen Panoramafenstern, einem Glaskuppeldach sowie Restaurantservice mit warmen Gerichten am Platz. Eine zweitägige Zugreise von Vancouver nach Jasper inklusive Frühstück und Lunch an Bord, Getränken und Snacks, einer Hotelübernachtung sowie Transfer und Gepäcktransport ist ab 1.229 Euro buchbar.

„Mit den innovativen und attraktiven Neuerungen in unserem Programm bauen wir den Service für unsere Gäste weiter aus und ermöglichen ihnen so ein maßgeschneidertes Zugreise-Erlebnis“, erklärt Hubert Wat, Vice President Global Marketing bei Rocky Mountaineer.

Weitere Informationen zu Reisen mit dem Rocky Mountaineer erhalten Interessierte im Reisebüro oder unter www.rockymountaineer.com. Neuigkeiten und spezielle Angebote gibt es regelmäßig auf Twitter unter @rmountaineer, auf Facebook unter www.facebook.com/RockyMountaineerTrain oder im Rocky Mountaineer Blog unter www.rockymountaineer.com/blog.