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Tag: Illinois

Aus dem Sumpf in die Welt hinaus

Landwirtschaft prägte vor 250 Jahren das östliche Illinois, Landwirtschaft prägt die Gegend auch heute: Bauernhof bei Nauvoo. (c)Tom Simpson Photography

Landwirtschaft prägte vor 250 Jahren das östliche Illinois, Landwirtschaft prägt die Gegend auch heute: Bauernhof bei Nauvoo. (c)Tom Simpson Photography

Wer durch die ländlichen Regionen von Illinois unterwegs ist, stößt immer wieder auf Siedlungen mit einem stark ausgeprägten religiösen Charakter. Nicht nur die Amish haben in den vergangenen gut 250 Jahren ihre Heimat in Nordamerika gefunden. Auch viele andere Glaubensgemeinschaften nutzen die neue Freiheit in der Neuen Welt, um sich unbedrängt von den politischen Strukturen ihrer europäischen Heimat zu entfalten. Diese Siedlungen lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Einmal in solche, die Traditionen aus ihren Herkunftsländern fortführten, wie zum Beispiel die schwedischen Pietisten, die sich in Bishops Hill niederließen. Zum anderen in solche, die den gut gedüngten spirituellen Nährboden dieser Gegend nutzen, um neue Religionen reifen zu lassen. Dazu gehörten die Mormonen, die ihren Ursprung in Nauvoo hatten.

Zuflucht am Ufer des Mississippi

Auf das kleine Städtchen mit seinen gut 1.000 Einwohnern stößt man auf einer Reise entlang des Mississippi im US-Bundesstaat Illinois. Dort, wo heute zwischen grünen Wiesen und alten Bäumen zahlreiche, original erhaltene historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert stehen, hatten die Mormonen ihre erste feste Ansiedlung errichtet. Auf ihrer Flucht vor Verfolgung in anderen Bundesstaaten und auf der Suche nach einem Ort, an dem sie gemeinsam leben und ihren Glauben in Frieden praktizieren konnten, kauften die Anhänger der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ im Jahr 1839 das sumpfige Stück Land am Ufer des Mississippi. Schon die indianische Urbevölkerung hatte dort gelebt und den Landstrich unter anderem Quashquema genannt. Später errichten weiße Trapper und Siedler an der Stelle einen Handelsposten, dem sie erst den Namen Venus und später Commerce gaben. Der bis heute gültige Ortsname Nauvoo geht auf die Mormonen zurück und ist die aus dem Hebräischen entlehnte Bezeichnung für „schöner Ort“.

Radikale Anfänge unter Joseph Smith

Unter Führung von Joseph Smith jr., Gründer der Glaubensgemeinschaft und Prophet der Mormonen, legten die neuen Eigentümer das Land trocken und errichteten ihre Stadt. Auf dem Hügel darüber entstand ab 1841 der große Nauvoo Tempel. Joseph Smith arbeitete als Kaufmann und Gastwirt, wurde später auch Bürgermeister von Nauvoo und kandidierte 1844 sogar für das Amt des amerikanischen Präsidenten.

Mit der Pferdekutsch erfahren Besucher eine Ahnung historischer Verhältnisse in Nauvoo. (c) Tom Simpson Photography

Mit der Pferdekutsch erfahren Besucher eine Ahnung historischer Verhältnisse in Nauvoo. (c) Tom Simpson Photography

Im gleichen Jahr ließ er mit Zustimmung des Stadtrates die Druckerpresse der örtlichen Zeitung Nauvoo Expositor zerstören, nachdem diese in ihrer ersten und einzigen Ausgabe kritisch über Smith und seine religiösen Ansichten berichtet hatte. Nach diesem Angriff auf die Pressefreiheit ließ ihn der Gouverneur von Illinois, Thomas Ford, verhaften und im nahegelegenen Carthage in Untersuchungshaft stecken. Als eine aufgebrachte Meute am 27. Juni 1844 das Gefängnis stürmen und Smith lynchen wollte, versuchte dieser zu fliehen, wurde dabei aber erschossen.

Interner Streit führt zum Exodus

Nach seinem Tod übernahm Brigham Young die Führung der Kirche. Es herrschte innerhalb der Gemeinschaft jedoch Uneinigkeit über die künftige Ausrichtung und einige Praktiken wie die Polygamie, weshalb sich in der Folge zahlreiche Gruppen abspalteten. Diese begleiteten Young auch nicht, als er im Februar 1846 mit einigen hundert Gefolgsleuten zum großen „Exodus“ in Richtung Westen aufbrach. Der Treck mündete im Sommer des darauffolgenden Jahres in der Gründung von Salt Lake City. Die überwiegende Mehrheit der rund 20.000 Gläubigen, die in Nauvoo und Umgebung lebten, folgte Young. Die Angehörigen von Joseph Smith jr, darunter sein ältester Sohn, Joseph Smith III., gehörte dagegen zu denen, die in Nauvoo zurückblieben. Unter seiner Führung formierten sich die meisten verbliebenen Splittergruppen zur „Reorganisierten Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (seit 2001 „Gemeinschaft Christi“).

Viele Attraktionen für Besucher

Wer heute nach Nauvoo kommt, kann viel aus der Zeit der ersten Mormonen-Siedler entdecken. Zu den Höhepunkten gehören das frühere Wohnhaus von Joseph Smith jr., das Wirtshaus, das er einst betrieb, sowie die Gräber der Smith-Familie. Von hoher Bedeutung speziell für die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ ist der „Trail of Hope“, jene Straße, an der die Menschen, die Brigham Young nach Westen folgten, zu tausenden warteten, um den Mississippi zu überqueren.

Zudem stehen zahlreiche weitere original erhaltene Häuser den Besuchern offen. Dort erfahren sie viel über Leben und Alltag der Menschen jener Zeit. In manchen Häusern kann man sogar übernachten. Die Handwerkskunst jener Zeit wird im Family Living Center demonstriert. Ein kleines Museum ist die ehemalige Werkstatt des Waffenmachers Jonathan Browning, der unter anderem das „Harmonica Gun“ erfand. Nicht mehr original ist dagegen der Nauvoo Tempel, der prächtig auf dem Hügel über dem Städtchen thront. Bei ihm handelt es sich um den 2006 geweihten Nachbau des Originals, das durch Feuer und Sturm im 19. Jahrhundert zerstört worden war.

Geschichte in Musical-Form

Einen guten Überblick zum historischen Nauvoo vermitteln die Besucherzentren sowie kostenlose Fahrten mit Pferde- oder Ochsenkarren. Die Geschichte der Mormonen in Musicalform erzählen die Aufführungen „Rendezvous in Old Nauvoo“ (täglich montags bis samstags in der Cultural Hall) sowie die Historienspiele „Nauvoo Pageant“ und „British Pageant“ im Juli und August unter freiem Himmel. Der Eintritt ist jeweils frei. Zu den Sehenswürdigkeiten Nauvoos ohne direkten Bezug zum Mormonentum gehört Baxter’s Vineyards & Winery, das älteste Weingut von Illinois (Ausschank und Probierstube sind täglich geöffnet).

Galena macht Golffreunde glücklich

Eagle Ridge Resort & Spa: Golfplatz The General - Loch 18 (c) www.GreatRiverRoad-Illinois.org

Eagle Ridge Resort & Spa: Golfplatz The General – Loch 18 (c) www.GreatRiverRoad-Illinois.org

Sie gehören zu den schönsten Golfplätzen im Mittleren Westen und bieten auch ambitionierten Spielern anspruchsvolle Herausforderungen: die vier Plätze des Eagle Ridge Resort & Spa in der Nähe des romantischen Städtchens Galena im Norden von Illinois und nahe des Mississippi. Sie liegen harmonisch eingebettet in eine weite Hügellandschaft und werden von Wäldern umgerahmt. Jeder Platz verfügt über ein eigenes Clubhaus inklusive Shop, Restaurant und Snackbar.

Golfkurs von renommierten Designern

Der Top-Kurs des Eagle Ridge Resort & Spa ist der 1997 eröffnete The General (18 Loch). Er wurde von Roger Packard und dem zweimaligen Gewinner der U.S. Open Championships Andy North gestaltet und zählt laut Golf Digest seit zwölf Jahren ununterbrochen zu den besten 100 Plätzen. Bei einer Runde werden mehr als 80 Höhenmeter überwunden, so dass sich den Spielern einige fantastische Ausblicke bieten. Signature Hole ist das vierte Loch. Allein auf dieser Spielbahn gilt es, eine Steigung von rund 50 Meter zu überwinden.

Bunker und Bäche als Herausforderung

The North Course (18 Loch) wurde bereits 1977 fertiggestellt. Eine Partie auf diesem Platz führt die Golfer bis zum Lake Galena, an dessen Ufer sich auch das Tee für Loch 8 befindet. The South Course (18 Loch) schlängelt sich durch ein bewaldetes Tal und kreuzt dabei mehrere Bachläufe. Der 1984 eröffnete Platz ist zwar etwas kürzer als die übrigen Parcours, gilt aber mit seinen anspruchsvollen Bunkern und Grüns als der schwierigste des Eagle Ridge Resort & Spa. The East Course (9 Loch) richtet sich dagegen an junge Nachwuchsspieler und Anfänger. Der Kurs wurde ebenfalls von Roger Packard entworfen und liegt in einer ruhigen Talmulde.

Golfen mit erhöhtem Spaßfaktor: FootGolf und Hack Golf

Eine Besonderheit bietet das Eagle Ridge Resort & Spa allen Fußballfreunden unter den Golfern. Sie können auf The East Course auch FootGolf spielen. Bei dieser jungen Sportart geht es darum, Fußbälle entlang der Bahn zu kicken und sie auf dem Grün einzulochen. Wie beim Golf gewinnt derjenige Spieler, der die wenigsten Schüsse benötigt. Wer sich mit dem Putten schwertut, aber auf den Spaß des klassischen Golfspielens nicht verzichten möchte, kann auf The East Course auch eine Runde Hack Golf spielen. Die deutlich größeren Löcher dieser Golf-Spaßvariante sollen dafür sorgen, dass die Spieler weniger Zeit auf dem Grün verbringen und der Schwerpunkt des Spiels auf weiten Schlägen liegt.

Golfen und Gourmetgenuss westlich von Chicago

Die Golfplätze des Eagle Ridge Resort & Spa befinden sich rund drei Autostunden westlich von Chicago. Es empfiehlt sich, Abschlagzeiten im Voraus zu reservieren. Zudem können Trainingssessions mit einem PGA Pro gebucht werden. Die Golfrunden lassen sich gut mit einem mehrtägigen Aufenthalt in der Lodge kombinieren. Im Eagle Ridge können Golfer zwischen komfortablen Zimmern im Inn oder Unterkünften in den Villas auswählen. Zum weiteren Angebot gehören mehrere preisgekrönte Restaurants, das Stonedrift Spa sowie ein umfangreiches Sport- und Freizeitangebot, zu dem neben Golf auch Tennis, Reiten, Radfahren, Wandern, Bootstouren, Angeln und Ballonfahren gehören.

 

Mit dem Besen zwischen den Beinen

Rockford - Quidditch2

Wettkampf mit Hinderniss: Quidditch fordert den ganzen Mann (c) Fremdenverkehrsbüro Rockford

Am 26. und 27. Oktober 2013 werden in Rockford wieder die Besenstiele zwischen die Beine geklemmt. Der internationale Quidditch Dachverband (IQA) lädt zu den regionalen Meisterschaften dieser aus den Harry Potter-Romanen bekannten Ballsportart ein. Teams aus zwölf US-amerikanischen Bundesstaaten ermitteln an diesen zwei Tagen die beste Mannschaft des Mittleren Westens. Der Sieger nimmt 2014 an den offiziellen Weltmeisterschaften teil.

Damit kehrt Quidditch bereits wenige Monate, nachdem Rockford im April dieses Jahres mit großem Erfolg zum ersten Mal Gastgeber eines solchen Turniers war, in die Stadt rund 90 Autominuten westlich von Chicago zurück. Quidditch hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere an Schulen und Universitäten zu einer populären Fun-Sportart entwickelt, die mittlerweile mehr als 300 Teams in Nordamerika, Europa und Australien ausüben. Dabei jagen die zauberunkundigen Player mit einem Reisigbesen zwischen den Beinen und in einem rasanten Mix aus Handball, Völkerball und Rugby Bällen hinterher, um diese durch die Ringe der gegnerischen Mannschaft zu werfen. Wie in den Romanen auch, gibt es sogar einen Schnatz. Diesen müssen die Sucher beider Teams bei einem neutralen Spieler am Spielfeldrand ausfindig machen, um ein Match vorzeitig für sich zu entscheiden.

„Wir freuen uns, dass mit Quidditch eine weitere Sportart in Rockford heimisch geworden ist“, erklärt John Groh, CEO des Rockford Area Convention & Visitors Bureau. „Rockford besitzt bereits einen sehr guten Ruf als Stadt des Sports, nicht nur für die großen, populären Sportarten wie Football, Eishockey und Fußball. Hier werden auf hohem Niveau auch besondere Nischen bedient, etwa Lacrosse, Billard und Wasserski.

A day in the farmland…

Tractor lineup at the John Deere Pavilion in Davenport (c) Q.C.CVB

Tractor lineup at the John Deere Pavilion in Davenport (c) Q.C.CVB

… certainly is not the typical touristy thing to do. But while you are in the area it gives you a deep insight into the real life in North America. When I found this letter from the Quad Cities in my mailbox some days ago, I remembered a story I wrote in 1994 for soccer-fans traveling to Illinois. Chicago was the palce to play first round for the German team in the World Championships then – and I tried to point out some places nearby worth a visit. The Quad Cities, about 170 miles west ot Chicago definetely are such a place. They consist of Moline and Rock Island on the Illinois side of the Mississippi and Davenport and Bettendorf on the western banks of the river. Farming and agriculture are big topics there, with John Deere as the poster child of the industry. Nevertheless watching the big boats on the river, being loaded with thousands of tons of grain attracts your interest as well as the small traditional farms and the traces of the early settlers. I liked Davenport a lot for being the place where the great musician Bix Beiderbecke grew up and lived – as well as for the German American Heritage Center, located in a 150 year old hotel bulit for German immigrants then. I also remember very well a nightly cruise on the mighty river aboard the „Celebration Belle„, which is still departing from Moline. And I had really hearty food for dinner in The Machine Shed, for which I noted in my travel log: „You can see the difference on the table, when farmers serve to farmers.“ As I learned from the letter now, some microbreweries and distilleries are added to the gourmet offer from the area, which certainly enhances the traveler’s enjoyment. What I will put on my schedule for the next visit is some more tours through the agricultural sights in the region. The concept sounds convincing and probably is a favourable offer to the experienced traveler. I will keep you updated in a later post about similar places in Illinois worth a visit, too. (Video is courtesy of Quad Cities CVB)