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Tag: Kultur

Schlosshotel in Pink? Schauen wir mal in Florida nach.

Die „Pink Lady“, das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg, ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. (c) VISIT FLORIDA.jpg

Die „Pink Lady“, das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg, ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. (c) VISIT FLORIDA.jpg

Diverse Medienberichte in jüngster Zeit richten unsere Blicke nach Florida, wo imposante Bauwerke dem Betrachter ins Auge stechen. Die Gründe für den Bau der berühmtesten Prachtbauten des Sunshine States sind äußerst verschieden:Strafvollzug, Konkurrenzkampf oder Winterzuflucht. Aber jedes einzelne Meisterwerk ist einen Besuch wert, sowohl wegen ihrer Geschichte als auch auf Grund der architektonischen Leistung.

Henry B. Plant Museum, Tampa

Konkurrenz belebt das Geschäft – das gilt auch für die Bauwerke der beiden Eisenbahnpioniere Henry Morrison Flagler und Henry Bradley Plant. Der Startschuss für die Erschließung des südlichen Florida ist untrennbar mit Flagler und Plant verbunden. Letzterer begann mit dem Bau einer Eisenbahnlinie an der Westküste, deren Endpunkt 1891 das Tampa Bay Hotel mit seinen 13 maurischen Türmen wurde. Nachdem das Hotel während des spanisch-amerikanischen Bürgerkriegs von Theodore Roosevelt kurzzeitig als Hauptquartier genutzt wurde, dauerte es nicht lange, bis in den mehr als 500 Hotelzimmern dieses Prachtbaus die berühmtesten Persönlichkeiten aus aller Welt wohnten. In den dreißiger Jahren zog das Tampa Junior College und später die University of Tampa ein – für den auf 99 Jahre ausgelegten symbolischen Pachtzins von 1 US-Dollar pro Jahr. Ausgenommen war lediglich der Südflügel, wo ein Museum für die Errungenschaften von Henry B. Plant errichtet wurde.

Ponce de León Hotel und Flagler College, St. Augustine

Plants schärfster Konkurrent, Henry Flagler, konzentrierte sich auf den Osten Floridas. Sein im Stil der Spanischen Renaissance konzipiertes Luxushotel Ponce de León wurde 1888 fertiggestellt und besteht vollständig aus Gussbeton. Als eines von nur wenigen

Das Luxushotel Ponce de León ist seit fast 50 Jahren das Kernstück des Flagler College. (c) VISIT FLORIDA

Das Luxushotel Ponce de León ist seit fast 50 Jahren das Kernstück des Flagler College. (c) VISIT FLORIDA

Gebäuden dieser Zeit war das Hotel vollständig elektrifiziert, dank Flaglers berühmtem Freund Thomas Alva Edison. Die beiden Zwillingstürme dienten ursprünglich als Wassertanks, bevor sie die amerikanische Küstenwache im Zweiten Weltkrieg als Gefängnis umfunktionierte. 1968 wurde das Hotel zum Kernstück des neu eingerichteten Flagler College; seit 2006 ist das Gebäude als National Historic Landmark klassifiziert.

Cà d’Zan, Sarasota

Zirkuspionier John Ringling ließ sich in den 1920er Jahren in Sarasota an der Westküste Floridas nieder. Dort errichtete er 1924 gemeinsam mit seiner Frau Mable im venezianisch-gotischen Stil ihre Winterresidenz „Cà d’Zan“ (Venezianisch für „Haus des Joh(an)n(es)“). In diesem Palazzo mischen sich gotische Stilelemente mit Einflüssen der Italienischen Renaissance und der Architektur des New Yorker Madison Square Gardens, in dem der Zirkus mit seinen Aufführungen große Erfolge feierte. Das mehr als 3.000 Quadratmeter große Haus hat 41 Zimmer, 15 Bäder und ist vollständig unterkellert – für Florida sehr ungewöhnlich. Der 25 Meter hohe Turm bietet einen Rundblick über die Sarasota Bay. Im benachbarten Ringling Museum of Art befinden sich die Hinterlassenschaften des Zirkuspioniers: europäische und amerikanische Kunst, darunter eine der bedeutendsten Rubens-Sammlungen der Welt. Ein weiteres Highlight ist zudem der größte Miniaturzirkus weltweit im Zirkusmuseum, das ebenfalls Teil des Ringling Museumskomplexes ist – auf 350 Quadratmetern befindet sich hier mit acht großen Zelten, 1.300 Artisten und Angestellten, 800 Tieren sowie 152 Wagons eine Reminiszenz an die „Greatest Show on Earth“.

Loews Don Cesar Hotel, St. Petersburg

277 Hotelzimmer, zwei Schwimmbäder, drei Restaurants, ein 10.000 Quadratmeter großes Spa, eine über 90-jährige Geschichte und Gäste von Al Capone bis hin zu Franklin D. Roosevelt und weiteren amerikanischen Präsidenten – das alles steckt hinter der „Pink Lady“. Das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. Während der Großen Depression war es kurioserweise die Baseballmannschaft der New York Yankees, die dem Hotel durch einen Dreijahresvertrag das Überleben ermöglichte. Zu der Zeit hielten die Spieler hier an der sonnigen Golfküste ihr Trainingslager ab. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Hotel als Krankenhaus und zudem als Kuranstalt der Air Force umfunktioniert, bevor es 1973 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet wurde. Heute, mehr als dreißig Jahre später, werden jährlich rund 400 Hochzeiten im „Pink Palace“ gefeiert.

Die Festung Fort Jefferson liegt im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko. (c) Rob O'Neal

Die Festung Fort Jefferson liegt im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko. (c) Rob O’Neal

Fort Jefferson, Dry Tortugas

Eine einsame Insel, 110 Kilometer vom Festland entfernt – eine Qual! Zumindest für die einstigen Gefangenen der Festung Fort Jefferson. Im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko, können Besucher heute noch die 14 Meter hohen Gefängnismauern besichtigen, mit deren Bau bereits 1825 begonnen wurde. Ursprünglich als Leuchtturm und Warnung vor dem Korallenriff gedacht, wurde das Fort Jefferson zwei Jahrzehnte später für 1.500 Soldaten und 450 Kanonen errichtet.

Bei einer großen Gelbfieberepidemie 1867 kamen die zugeteilten Ärzte ums Leben, bevor den Gefangenen geholfen werden konnte. Einzig der inhaftierte Arzt Samuel Mudd konnte vielen kranken Häftlingen wie Soldaten helfen – und wurde zum Dank vorzeitig aus der Haft entlassen. Zu den berühmtesten Insassen gehörten unter anderem auch die Mitverschwörer um die Ermordung Abraham Lincolns. Heute ist das Eiland, welches nur per Wasserflugzeug, Fähre oder Boot erreicht werden kann, ein beliebter Anlaufpunkt für Taucher und Schnorchler.

Gefertigt mit Aloha!

Pazifische Wellen: Herausforderung für Surfer, Inspiration für Künstler.(c) Hawaii Tourism Authority_Tor Johnson

Pazifische Wellen: Herausforderung für Surfer, Inspiration für Künstler.(c) Hawaii Tourism Authority_Tor Johnson

Die erührende Vielfalt der sechs hawaiianischen Inseln ist eine geschätzte Inspirationsquelle für Künstler und diejenigen, die aus lokalen Erzeugnissen besondere Produkte und köstliche Gerichte herstellen. Von der Geschichte des kalo (Taropflanze), die sich im Muster eines Hawai‘i-Hemdes wiederfindet, bis zur Faszination der Wellen, die in Bildern, Fotos und Handy-Hüllenmotiven ausgedrückt wird. Neben Können und traditionellen Handgriffen, darf bei der Herstellung vor allem eins nicht fehlen: die Zugabe von Aloha – denn ohne „Made with Aloha“ wäre „Made in Hawai‘i“ nur halb so schön…

HAWAI‘I ISLAND

Landwirtschaft: Auf Hawai‘i Island gelegen, ist Big Island Bees einer der weltweit führenden Honigproduzenten. Besucher bekommen hier einen Einblick in die lokale Bienenzucht und können sich von der exzellenten Qualität verschiedener Sorten Einzel-Blütenhonig überzeugen. Big Island Bees produziert den Honig nach Originalrezeptur, ohne das Erzeugnis zu erhitzen, zu filtern oder mit anderen Zutaten zu vermischen. Viele erstklassige hawaiianische Restaurants beziehen ihren Honig von Big Island Bees.

Mode: Sig Zane Designs ist das bekannteste Label in Hawai‘i, wenn es um Aloha-Kleidung geht. Die Hemden und Kleider erzählen die hawaiianische Kulturgeschichte – in Sig Zanes Mode wird den Pflanzen und der Kultur der Inseln Tribut gezollt, verschiedene Muster spiegeln Orte, Natur und Traditionen wider.

Kunst: Von der Melodie und der Schönheit der Natur inspiriert, praktiziert Roen Hufford das kapa-Drucken und –Designen. Der Künstler bedient sich natürlicher Rohstoffe und kreiert komplexe Muster, die von verschiedenen einheimischen Pflanzen und Früchten übernommen werden. Außerdem wandelt er Holzstöcke in Motiv-Stempel um.

Prägende Kulturpflanze auf den Hawaiianischen Inseln ist die Taro. (c) Hawaii Tourism Authority Tor Johnson

Prägende Kulturpflanze auf den Hawaiianischen Inseln ist die Taro. (c) Hawaii Tourism Authority Tor Johnson

KAUA‘I

Landwirtschaft: Doug und Genna Wolkon, Inhaber von Kauaʻi Farmacy an Kauaʻis Nordküste, haben sich ganz dem Tee verschrieben: Auf mehr als 1,5 Hektar Fläche werden über 60 medizinische Kräuterpflanzen, die zu erstklassigen Teesorten verarbeitet werden, angebaut. Kauaʻi Farmacy versorgt nicht nur zahlreiche Restaurants mit ihren Produkten, sondern bietet auch geführte Touren für Besucher an. Dabei kommen weder Verkostungen noch Geschichten über die Tradition und Kultur des Teeanbaus in Hawai‘i zu kurz.

Mode: Mit dem Label KaiKini Bikini werden Frauen in einem handgefertigten Bikini nicht nur schön in Szene gesetzt, auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle. Auf Kauaʻi und mit dem besonderen Flair der Insel gefertigt, sind die Stücke dank ihres schnell trocknenden und antimikrobiellen Materials ideal für jegliche Aktivität – zum Surfen, Sonnenbaden, Tauchen, Yoga oder auch, um Wandern zu gehen.

Kunst: Die lokale Künstlerin Patrice Pendarvis erzählt mit ihrer Aquarellmalerei die Geschichte Hawai‘is. Seit mehr als 40 Jahren bringt Patrice Schönheit, Charme und Vielfalt der Inseln in ihren Bildern auf die Leinwand – mit traditionellen und abstrakten Ansätzen.

MAUI

Landwirtschaft: Am Fuße des Haleakalā National Park liegt die Ali‘i Kula Lavender Farm (AKL). Mehr als fünf Hektar Farmland beheimaten rund 55.000 Lavendelpflanzen und 45 verschiedene Sorten. Die Pflanzen werden sowohl an Restaurants verkauft als auch zu zahlreichen Produkten, von der Seife über Backpulver, verarbeitet und im Laden angeboten. Die malerische Lage der Farm bietet sich zudem an, eine kleine Pause zu machen und Kaffee mit Lavendelzusatz sowie Lavendelscones zu probieren und an einer geführten Tour teilzunehmen.

Mode: Mit ihrer von der Insel inspirierten Schmuckkollektion hebt Jamie Shepherd, Designerin von Sophie Grace Maui, die besondere Schönheit Mauis hervor und spricht vor allem Frauen an, die das Strandleben lieben. Dabei verarbeitet sie Halbedelsteine und Muscheln, in Gold gefasste Haizähne und schwarze Tahitiperlen zu Ohrringen, Armbändern, Ringen etc. Die Stücke sind sowohl in Sophies Boutique in dem kleinen Ort Pāʻi als auch in vielen Geschäften in ganz Maui erhältlich.

Kunst: Sie gelten als die Lieferanten von „flüssigem Gold“: Kether Keyser und Tiare Rietow haben Queen Bee Productions Maui ins Leben gerufen und versorgen ihren Kunden mit einer Serie an Hautpflegemitteln, die nachhaltig und umweltfreundlich hergestellt werden und den Körper verwöhnen. Ihren Leidenschaften und Ausbildungen geschuldet, ist jedes Produkt von Hand mit Maui-Honig und Maui Bienenwachs gefertigt – vom Lippenbalsam bis zur Körperbutter aus ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen.

O‘AHU

Landwirtschaft: Manuele Distillers, die Heimat von Ko Hana Agricole Rum, bringen Hawai‘is Geschichte und Geschmack ins Glas. Einzelne Sorten werden von Hand geerntet, zu Saft gepresst und dann perfekt destilliert, um Zuckerrohrrum in  feinster, höchster Qualität anzubieten. Das Natürliche der Erde und das Süße des Rohrzuckers bringen den individuellen, charakteristischen Geschmack hervor – nur die besten Rumsorten kommen dann auch in die Flasche.

Mode: Salt Liko ist das Beste aus aktueller Mode und dem Kulturerbe Hawai‘is. Stylist Matt Bruening und die Designer Kuhao Zane und Brandi Serikakau haben das Label gegründet und verfolgen mit ihren Mustern und Kreationen die Idee, dass „wir alle aus den Elementen, die uns umgeben, geboren werden“. Salt symbolisiert die Inseln als Spielplatz und Liko spiegelt im übertragenden Sinne wider, dass sich verwurzeltes Holz jeder Landschaft anpassen kann. Das Design soll inspirieren und passt besonders gut zu denjenigen, die den entspannten Lifestyle Hawai‘is leben und lieben.

Kunst: Einer der weltweit bekanntesten Surf-Fotografen ist Zak Noyle – er schafft es nicht nur, mit seinen Bildern die Schönheit des Ozeans festzuhalten, sondern auch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Seine Werke sind in Form von faszinierender Fotografie zu bestaunen und in Form von Accessoires und Kleidung wie Handy-Hüllen und T-Shirts als Andenken zu erwerben und damit dauerhaft ein Stück Hawai‘i mit sich zu nehmen.

Filmreife Ferien in Georgia

Auf den Spuren von Forrest Gump in Savannah. (c) Georgia Department of Economic Development

Auf den Spuren von Forrest Gump in Savannah. (c) Georgia Department of Economic Development

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt.“ Dieser legendäre Ausspruch von Forrest Gump gilt nicht für das „Year of Georgia Film“, das der US-Bundesstaat Georgia 2017 feiert. Denn was viele nicht wissen: Georgia steht bei der Anzahl der Film- und TV-Produktionen in den USA an dritter Stelle und weltweit auf Platz fünf. Besuchern bietet sich deshalb vielerorts die spannende Möglichkeit einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Originalschauplätze von Kino-Blockbustern oder Kultserien zu besuchen.

Auf direktem Weg zu „The Walking Dead“

Hierfür werden in ganz Georgia geführte Touren zu Drehorten angeboten sowie zahlreiche Filmfestivals veranstaltet. Wer selbst auf Entdeckungsreise gehen möchte, findet auf der neuen Webseite www.exploregeorgia.org/film zahlreiche Informationen zu Locations, aktuellen Dreharbeiten sowie zu Attraktionen, Restaurants und Hotels, die auf der Leinwand eine tragende Rolle spielten. Unter dem Motto „Entdecke Georgia in neun Filmen“ sind zudem Routenvorschläge zu verschiedensten Locations von Serien wie The Vampire Diaries und The Walking Dead oder Streifen wie Forrest Gump, Die Tribute von Panem und Captain America: Civil War verfügbar.

Urlaub in der Filmkulisse

Während einer Reise in Georgia begegnet man immer wieder filmbekannten Plätzen. So pilgern viele in Savannah zum Chippewa Square, wo Forrest Gump einst mit seiner Pralinenschachtel auf den Bus wartete, oder neuerdings auch nach Tybee Island, wo etliche Strandszenen für den neuen Baywatch-Film entstanden. Die Hauptstadt Atlanta beherbergt zahlreiche Schauplätze aus Die Tribute von Panem, The Blind Side oder Ant-Man und bietet gute Chancen Dreharbeiten hautnah mitverfolgen zu können.

In Senoia wandeln Besucher auf den Spuren von "The Walking Dead" (C) Anja Hoebler

In Senoia wandeln Besucher auf den Spuren von „The Walking Dead“ (C) Anja Hoebler

In den Kulissen von „The Walking Dead“

Der Hotspot unter Serienfans ist derzeit das südlich von Atlanta gelegene Senoia, das als Kulisse für die fiktiven Orte Woodbury und Alexandria in The Walking Dead dient. Seit Beginn der Dreharbeiten zieht das kleine Städtchen Touristen an, die dort die Drehorte, den Woodbury Shoppe und das kleine Museum mit Filmrequisiten besuchen oder bei Nic & Norman’s, dem Restaurant von Hauptdarsteller Norman Reedus und Produzent Greg Nicotero, einen Burger essen. Wo vor zehn Jahren noch fünf Geschäfte im verschlafenen Senoia zu finden waren, sind es heute fast 50 und regelmäßig kommen neue dazu.

„Grüne Tomaten“ bis heute auf der Speisekarte

Ähnlich wiederbelebt wurde auch das winzige Dorf Juliette durch den Film Grüne Tomaten. Das Whistle Stop Cafe spielte in diesem eine zentrale Rolle und serviert auch 26 Jahre später noch grüne Tomaten oder Barbecue an mehr als 100.000 Besucher jährlich. Covington, wo 2009 die Dreharbeiten für die Serie Vampire Diaries begannen, verzeichnet ebenfalls einen ähnlichen Effekt und gilt mittlerweile als die Welthauptstadt der Vampire. Es dient als Kulisse für die Stadt Mystic Falls und begeistert Fans unter anderem mit dem Mystic Grill Restaurant, das einem Restaurant aus der Serie nachempfunden wurde.

Hollywood auf den Fersen

Laut der Motion Picture Association of America rangiert Georgia bei der Anzahl an Film- und TV-Produktionen in den USA hinter Hollywood und New York an dritter Stelle. Weltweit steht der Bundesstaat bereits auf Platz fünf. Der Film Deliverance, der Anfang der 1970er Jahre in den nordöstlichen Bergen von Georgia entstand, legte einst den Grundstein für die Filmindustrie des Bundesstaates. Dessen großen Erfolg war der Anlass für den damaligen Gouverneur von Georgia, Jimmy Carter, das Georgia Film Office ins Leben zu rufen.

Selbst die Briten drehen in Atlanta

Über die Jahre hinweg lernten Filmschaffende Georgias vielfältige Geografie sowie sein ganzjährig mildes Klima zu schätzen und so stieg die Zahl der Produktionen kontinuierlich an. 2008 wurde der Georgia Entertainment Industry Investment Act verabschiedet, der Film- und TV-Produktionen bis zu 30 Prozent Steuerersparnis gewährt, wenn diese im Bundesstaat drehen und diverse Auflagen erfüllen. Allein im Finanzjahr 2016 entstanden so 245 Filme, TV-Serien und Musikvideos in Georgia, was einem Investitionsvolumen von insgesamt 7,2 Milliarden US-Dollar und 79.900 Arbeitsplätzen entspricht. So betreiben beispielsweise die britischen Pinewood Studios einen Studiokomplex südlich von Atlanta, in dem aktuell die Marvel-Filme Guardians of the Galaxy Vol. 2 und Spider Man: Homecoming gedreht werden.

Baltimore gehen die Lichter auf

Das Kunstwerk „Drift“ der Künstlerin Stephanie Imbeau lädt zum Staunen ein. (c) capitalregionusa.de

Das Kunstwerk „Drift“ der Künstlerin Stephanie Imbeau lädt zum Staunen ein. (c) capitalregionusa.de

Vom 31. März bis 8. April 2017 wird Baltimore zu einem Freilichtmuseum für innovative Lichtinstallationen. Nach dem großen Erfolg der Premiere mit rund 400.000 Besuchern im vergangenen Jahr wird das kostenlose Festival „Light City Baltimore“ nun 2017 um zwei Tage verlängert und mit einem deutlich ausgeweiteten Programm stattfinden. Erklärtes Ziel der Veranstalter ist es, mit interaktiver Lichtkunst, Performances, Konzerten und einem Familienprogramm neu zu definieren, wie öffentlicher Raum genutzt werden kann.

Begehbare Kunstwerke laden zur Interaktion ein

Herzstück des größten Festivals seiner Art in den USA ist der „BGE Light Art Walk“, ein 2,5 Kilometer langer Fußweg rund um den Inner Harbor in Baltimore. 22 großflächige Installationen von Künstlern aus aller Welt sind hier für die Besucher erlebbar, von denen allein zehn bei „Light City Baltimore“ zum ersten Mal öffentlich ausgestellt werden. Viele der Kunstwerke sind begehbar und interaktiv, wie etwa die Installation „sono:lumo“ des gleichnamigen Künstlerkollektivs aus Baltimore. Umgebungsgeräusche, Stimmen oder Musik werden hier in bunte Lichtkreise verwandelt, die sich auf großen Scheiben ausbreiten wie Wellen in einem Teich. Auch das Kunstwerk „Drift“ der Künstlerin Stephanie Imbeau, die vor kurzem nach Berlin gezogen ist, lädt zum Staunen ein – drei aus bunten Regenschirmen zusammengesetzte und von innen beleuchtete Skulpturen schwimmen im Hafenbecken und kreieren wortwörtlich ein Lichtermeer.

Lichtspiele in der Nachbarschaft

Neben dem Zentrum am Hafen gibt es in acht Stadtteilen weitere Installationen, die aus einer Kollaboration der jeweiligen Gemeinde mit einem Künstler entstanden. Diese „Neighborhood Lights“ sorgen gemeinsam mit 50 Konzerten, 150 Performances, Vorträgen und Konferenzen sowie einer Vielzahl lokaler Essensstände dafür, dass der Geist des Festivals in der ganzen Stadt erfahrbar wird. Ob die bloße Bewunderung hinreißender Kunst, Diskussionen über soziale Wandlungsprozesse oder einfach nur unbeschwertes Spielen – beim „Light City Baltimore“ kommt jeder auf seine Kosten.

 

 

„O’zapft is!“ in Oklahoma

Beau Brough, Great Bend, links, und Aaron Corcoran, Wichita, haben sich in Schale geworfen, um das Oktoberfest im Frontier Park von Hays, Kansas, zu besuchen. (c) KSOK Travel & Tourism

Beau Brough, Great Bend, links, und Aaron Corcoran, Wichita, haben sich in Schale geworfen, um das Oktoberfest im Frontier Park von Hays, Kansas, zu besuchen. (c) KSOK Travel & Tourism

Trachtler und Blaskapellen soweit das Auge reicht, die Luft ist geschwängert vom Duft der Bratwürste. „Oans, zwoa, drei – gsuffa!“ – wie auf ein geheimes Kommando stemmen die Festgäste, großteils mehr oder weniger stilecht in Dirndl und Lederhosen gekleidet, beim „Prosit auf die Gemütlichkeit“ ihre Maßkrüge in die Luft. Nein, hier ist nicht die Rede von einem Festplatz irgendwo in Bayern – es handelt sich vielmehr um ein Bierzelt mitten in den Weiten der nordamerikanischen Prärie, in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma.

Beim Tulsa Oktoberfest geht es, was Stimmung, Musik und Speisen betrifft, an einem Wochenende Mitte Oktober ähnlich heiß her wie auf dem Münchner Oktoberfest. Der Duft von Schnitzeln und Bratwürsten schwebt über der beachtlichen Zeltstadt im River West Festival Park und das Bier fließt in Strömen.

Herbstfeste mit deutschen Untertiteln

Doch nicht nur in Oklahoma pilgern Besucher zu den in den USA immer beliebter werdenden Oktoberfesten, auch im benachbarten Kansas ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man im Herbst ein deutsches Fest miterlebt, schließlich hat dort angeblich jeder dritte Einwohner deutsche Vorfahren. An das Erbe erinnert beispielsweise das Oktoberfest in der kleinen Ortschaft Hays. Beim Volga German Society Oktoberfest werden dort an über 80 Ständen deutsche Spezialitäten und Kunsthandwerk angeboten, es wird viel Bier ausgeschenkt und „Oompah Music“ begeistert die Bewohner und Besucher von nah und fern.

Sieben Bierzelte an der Route 66

Vom 20. bis 23. Oktober heißt es heuer, bereits zum 38. Mal, „Willkommen beim Oktoberfest in Tulsa“. Die zweitgrößte Stadt Oklahomas ist als Station an der legendären Route 66 bekannt, doch beim Tulsa Oktoberfest pilgern über 60.000 Besucher in den Festival Park am Arkansas River, einen Katzensprung südlich der Innenstadt gelegen, und machen das jährliche Event zu einem der Top 10 in den USA.

„O’zapft is!“ – pünktlich um 17 Uhr wird am Donnerstag das Fest eröffnet. Bis Sonntag laden dann sieben (!) Bierzelte, ein Weinzelt, ein „Probier (Tasting) Zelt“ sowie ein Jugendzelt Besucher ein. Etwa 80 verschiedene Biere – neben bekannten US-Marken wie Samuel Adams auch deutsche, insbesondere bayerische Biere sowie Craft-Biere aus der Region und ganz USA – werden an etwa 300 Ausschankstellen frisch gezapft. In Tulsa sieht man das Münchner Oktoberfest durchaus als Vorbild, daher liegt der Schwerpunkt auch auf Bierzelten – eines davon heißt sogar „Alte Wiesn“! – mit gutem Bier und schmackhaftem Essen sowie originalgetreuer Blasmusik. Ein „Carnival“ – Fahrgeschäfte – gehören ebenfalls dazu.

Schnitzel und BRatwurst als Standards

Neben Bier und Bratwurst stehen deutsche Spezialitäten wie Schnitzel, Strudel, Käsekuchen oder gebrannte Mandeln im Angebot. Dirndl und Lederhosen gelten als perfektes Outfit, es gibt Schuhplattler-Vorführungen und regelmäßig wird ein Ententanz („Chicken Dance“) durch die Festzelte praktiziert. Auch am Maßkrug-Lauf oder am Bierfass-Rennen kann jeder Gast teilnehmen. Die größte „Gaudi“ steht jedoch am Sonntag, unter dem Motto „Watch Your Wiener Run“: das legendären Dachshund-Rennen (Dackelrennen) mit anschließender Dackel-Kostümparade.

Daten und Fakten

Tulsa Oktoberfest: 20.-23. Oktober 2016, Do. 17–23 Uhr, Fr./Sa. 11–23 Uhr, So. 12–18 Uhr, $ 10 Eintritt (Sa. bis 16 Uhr frei), im River West Festival Park, 2100 S. Jackson Ave., Tulsa/OK; Veranstalter: RiverParks Authority/Tulsa, Hauptsponsor: Linde Group. Infos unter http://tulsaoktoberfest.org

Volga German Society Oktoberfest, 30. Sept.–2. Okt. 2016, 1st/Main Street, Hays/KS, Info: www.travelks.com/event/2016-volga-german-society-oktoberfest-fhsu-homecoming/14224

„Rauchende Colts“ qualmen wieder

Neues Leben für den historischen Wilden Westen auf der Front Street von Dodge City (c) KSOK Travel & Tourism

Neues Leben für den historischen Wilden Westen auf der Front Street von Dodge City (c) KSOK Travel & Tourism

Zwischen dem 28. Juli und dem 7. August ist es wieder so weit: Während der legendären Dodge City Days, heuer zum 56. Mal veranstaltet, fliegen den Besuchern wieder „Blaue Bohnen“ um die Ohren. Elf Tage lang wird in dem 25.000-Seelen-Städtchen Dodge City, im Südwesten des Bundesstaats Kansas, der ehemals Wilde Westen zu neuem Leben erweckt: Über 50 Events, darunter Konzerte, ein hoch dotierter Rodeo-Wettbewerb, ein Kunsthandwerksmarkt, ein Kinderfest, ein großer Umzug und ein BBQ-Wettbewerb, unterhalten die Besucher.

Höhepunkte des Festivals sind die Rodeo-Wettbewerbe (3. bis 7.8.), die heuer zum 40. Mal ausgetragen werden, die große Western-Parade am Samstag (30.7.), die täglich auf der Central Avenue stattfindenden Konzerte sowie die Kinoabende unter freiem Himmel mit Westernklassikern. Bei den Kindern beliebt ist der Rummelplatz, genannt „Carnival in the Park“.

„Gunsmoke“ begründete den Ruf der Stadt

Dank der langlebigsten TV-Westernserie aller Zeiten „Gunsmoke“, hierzulande als „Rauchende Colts“ bekannt, erlangte Dodge City weltweiten Ruhm. Zwischen 1955 und 1975 sorgten U.S. Marshall Dillon (James Arness) und sein Gehilfe, Deputy Festus (Ken Curtis) auf der Leinwand für Recht und Ordnung im berühmt-berüchtigten „Dodge“ und verhalfen ihm zu dem Ruf die Westernstadt schlechthin zu sein.

Die Wurzeln der Stadt reichen zurück ins Jahr 1871, als eine erste Ranch entstand und ein Jahr später ein gewisser George Hoover begann, in seinem Saloon Geschäfte mit auf dem Santa Fe Trail vorbeiziehenden Händlern und Soldaten vom nahen Fort Dodge zu machen. Doch erst die Ankunft der Eisenbahn sorgte für Aufschwung: Zunächst wurden Bisonfleisch und -felle von der als „Buffalo City“ bekannten Stadt nach Osten verschickt, dann wurde Dodge City zu einer der wichtigsten Rinder-Verladestationen im Westen.

Einstmals eine wahre Königin

Die Idee, Rinderherden aus Texas zu den Eisenbahnknoten in Kansas zu treiben, kam in der zweiten Hälfte des 19. Jh. auf, um der gestiegenen Nachfrage an Fleisch in den wachsenden Metropolen im Ostens gerecht zu werden. Cowboys trieben die Longhorn-Rinder in langen Trecks Richtung Norden, z.B. ab 1867 auf dem Chisholm Trail, der nächstes Jahr groß seinen 150. Geburtstag feiert. Hatten die Cowboys ihre Herden nach mehreren Monaten auf dem Trail verladen und ihren Sold erhalten, waren Spass und Unterhaltung angesagt – Dodge City wurde nicht ohne Grund „Little Las Vegas“ oder „Queen of the Cow Towns“ genannt! Um Schießereien zu vermeiden, mussten die Cowboys am Ortseingang ihre Waffen abgeben und fungierten berühmt-berüchtigte Revolverhelden wie die Earp-Brüder, Doc Holliday oder die Masterson-Brüder als Sheriffs.

Mit dem Ende der Viehtriebe um 1890 endeten die „wilden Zeiten“ und Dodge City versank in einen Dornröschenschlaf. Filme und die TV-Serie „Gunsmoke“ sorgten dann für ein Revival und heute strömen unter dem Motto: „Get the Heck into Dodge!“ Besucher nicht nur zu den Dodge City Days in die Stadt.

Denver, herzlich gern

Markantes Profil und nonstop von München erreichbar: der Denver International Airport (c) VISTIDENVER

Markantes Profil und nonstop von München erreichbar: der Denver International Airport (c) VISTIDENVER

Wäre der Denver International Airport nicht ein so wunderschöner Flughafen, dann begönne dieser Text so: Denver ist eine der wenigen Städte in den USA, die man beim ersten Besuch unbedingt mit der Eisenbahn ansteuern sollte. Denn ob man sich mit Amtraks „California Zephyr“ von Westen her nähert und in weiten Kehren die Rocky Mountains herabgleitet oder ob man von Osten her über die endlosen Prärien Nebraskas und Colorados heranbraust – immer verspricht der Halt in der „Mile High City“ zum Dreh- und Angelpunkt einer erlebnisreichen Fahrt zu werden. Hier die mächtigen Gipfel, dort das flache Land, dazwischen die alte Miner-Stadt, überschaubar in ihrer Ausdehnung, herzlich in ihren Umgangsformen.

Vertrauter Bergblick dank der Rockies

Wann auch immer mich eine Reise nach Denver gebracht hat, bin ich gern dort angekommen, habe mich während des ganzen Aufenthalts geborgen gefühlt und bin mit Bedauern wieder abgereist. Die gebirgige Kulisse der Rockies, die das Stadtbild prägt, hat sicher dazu beigetragen, dass einer sich dort wohlfühlt, der nahe der Alpen aufgewachsen ist. Mehr noch aber war es die bequem zu Fuß zu entdeckende Innenstadt, die von der ersten Stunde an half, alle Fremdheit zu überwinden. Auch die unkomplizierte Begegnung von Mensch zu Mensch, oft genug in einem privat geführten Restaurant oder einer Sportsbar, das Hemdsärmelige und Entspannte prägen die Eindrücke, die Denver bei einem Besuch hinterlässt.

Eine Brauerei fast an jeder Ecke der Start

In jüngster Zeit ist noch ein weiterer entspannender Faktor hinzugekommen. Nicht, wie Sie vielleicht vermuten, der staatlich legalisierte Cannabis-Konsum. Sondern die Tatsache, dass sich im Gefolge der Craft-Beer-Welle, die gerade durch nordamerikanische Biergläser schwappt, eine ganze Reihe erstklassiger Brauer Denver als Territorium ausgesucht haben. Eine Herausforderung besonderer Qualität ist das, wo doch im Nachbarort Golden mit „Coors“ einer der größten Bierkonzerne seinen Stammsitz hat.

Das Denver Performing Arts Center ist einer der größten Erlebnisorte für Kultur in den USA. (C) Steve Crecelius/ VISITDENVER

Das Denver Performing Arts Center ist einer der größten Erlebnisorte für Kultur in den USA. (C) Steve Crecelius/ VISITDENVER

Eine Metropole der Kultur

Gleichwohl ist die Kultur dieser Stadt alles andere als „mono“, sondern „multi“. Der Denver Performing Arts Complex ist der zweitgrößte seiner Art in den USA, mit 10 Bühnen und 10.000 Plätzen für Oper und Musical, für Ballett und Film. Mit dem Museum of Western Art, dem Clyfford Still Museum und dem Denver Art Museum verfügt die Stadt über drei erste Adressen der internationalen Kunstszene.

Ausbau des Kultur-Angebots

Erst vor wenigen Tagen habe ich Denvers Bürgermeister zum Interview getroffen. Mayor Michael Hancock machte dabei deutlich, dass er diesen Status nicht nur erhalten, sondern „mit Nachdruck ausbauen“ will. Viele Millionen Dollar sind vorgesehen, um hier neue Standards zu setzen. Wobei der Bürgermeister auch das Update der Infrastruktur und die Ansiedlung neuer Hightech-Unternehmen im Blick hat. Nicht zuletzt dafür dienten die Kontakte in München, von wo aus es ab diesem Sommer einen Direktflug nach Denver durch die Deutsche Lufthansa gibt.

Gutes Ziel für Sportfreunde

Die Nähe der Rocky Mountains macht Colorados Hauptstadt zu einer guten Adresse für alle, die sich sportlich beträtigen wollen: Wandern, Klettern, Biken, Rafting, Skifahren, Snowboarden – alles in Reichweite. Golfer lieben den Ort, weil in der dünnen Luft die Bälle zehn Prozent weiter fliegen. Für eher passiver Sportfreunde sind die Denver Broncos als aktueller Superbowl-Sieger, die Denver Nuggets (Basketball), Colorado Avalanche (Eishockey) und die Colorado Rockies ebenfalls Spitzenklasse.

„Mile-High-City“ wieder nonstop verbunden

Ribon Cutting für MUC-DEN (c) FMG

Traditionelles „Ribbon Cutting“ für den Erstflug nach Denver mit Münchens Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh (1. v. r.), seine Kollegin Kim Day (2. v. r.), CEO vom Denver International Airport, Stefan Landes (1. v. l.), Director Commercial Management der Lufthansa und Michael Hancock (2 v. l.), Bürgermeister von Denver. (c) FMG

Eine alte Liebe bekommt frischen Wind unter die Flügel: Nach der Verabschiedung aus dem Lufthansa-Flugplan 2008 nimmt die Airline nun wieder Nonstop-Flüge zwischen München und Denver im US-Bundesstaat Colorado auf. Das passt schon deshlab gut, weil sich die Passagiere bei den Kulissen der beiden Flughäfen optisch kaum umstellen müssen. Bei beiden Flughäfen ragen im Hintergrund Gebirgsketten auf, hier die Alpen, dort die Rocky Mountains. Auch die weißen Dächer beider Flughäfen weisen eine gewisse Ähnlichkeit auf, wenn auch die „Segel“ des Jeppessen-Terminals in Denver ihre Signatur etwas markanter in den Himmel prägen.

Bürgermeister freut sich auf Natur- und Kultur-Freunde

Bei einem Gespräch ium Vorfeld des Erstflugs habe ich einen sehr zuversichtlichen Bürgermeister der US-Metropole kennengelernt. Michael Hancock, der die Stadt seit 2011 führt, freut sich nicht nur über viele Touristen, die von Denver aus die Natur der Rockies entdecken oder zu den Skigebieten Colorados aufbrechen werden. Die beliebten Skigebiete von Vail, Breckenridge und Aspen sind von Denver aus nur eine kurze Autofahrt entfernt. Auch die vier Nationalparks im Bundesstaat Colorado, darunter das UNESCO-Welterbe Mesa Verde Nationalpark, lassen sich von Denver aus bequem erreichen.

Die rund 2,5 Mio. Einwohner zählende Metropolregion Denver liegt exakt eine Meile über dem Meeresspiegel und zählt zu den beliebtesten Regionen der USA. Sie ist Sitz traditioneller Bergbauunternehmen und großer Telekommunikationskonzerne. Weitere wichtige Branchen sind die Energieversorgung und Logistik.

„Wir profilieren uns auch stark als kulturelle Metropole“, betonte Hancock und verwies auf umfassende Pläne, bestehende Einrichtungen zu erneuern und neue aufzubauen. Schon heute ist der Denver Performing Arts Complex der zweitgrößte seiner Art in den USA, mit 10 Bühnen und 10.000 Plätzen für Oper und Musical, für Ballett und Film. Mit dem Museum of Western Art, dem Clyfford Still Museum und dem Denver Art Museum (einem beeindruckenden Daniel Libeskind-Bau) verfügt die Stadt über drei erste Adressen der internationalen Kunstszene.

Frisches Bier mit kreativem Beigeschmack

Was gerade für Reisende aus Bayern zu weiteren Heimatgefühlen beitragen wird, ist die boomende „Craft Beer“-Szene in der Mile-High-City. Im Gefolge der Welle an unabhängigen und kreativen Kleinbrauereien, die gerade durch nordamerikanische Biergläser schwappt, hat sich eine ganze Reihe erstklassiger Brauer Denver als Territorium ausgesucht.

Lufthansa fliegt die Strecke mit einem Airbus A330-300 und bietet ihren Passagieren die Auswahl unter vier Klassen mit der neuesten Kabinenausstattung, darunter auch die Premium Economy mit 21 Sitzplätzen. In Denver können sie über den Hub des Star Alliance Partners United Airlines Anschlussflüge zu rund 85 Zielen in Nordamerika erreichen, darunter beliebte Ziele wie Phoenix, Las Vegas und Seattle. „Wir freuen uns, unseren Kunden wieder ein überaus attraktives Reiseziel anzubieten. Denver ist durch seine Lage an den Rocky Mountains ein Dorado für alle Sport- und Naturbegeisterte,“ sagt Thomas Winkelmann, CEO Lufthansa-Hub München.

 

Dreizehn Wege, New Orleans kennenzulernen

Die Canal Street in New Orleans führt mitten hinein ins Leben der Stadt. (c) Alex Demyan/neworleansonline.com

Die Canal Street in New Orleans führt mitten hinein ins Leben der Stadt. (c) Alex Demyan/neworleansonline.com

Ob das legendäre French Quarter, der beeindruckende Garden District, oder die neuen In-Viertel Faubourg Marigny & Bywater – jede der unzähligen Nachbarschaften in New Orleans hat einen einzigartigen Charakter. Um die Atmosphäre der Stadt wirklich erleben zu können, sollten Besucher keines dieser markanten Distrikte auslassen. 13 besondere Straßen verstreut in The Big Easy sind dabei die geeigneten Wege, der Seele der Stadt nahe zu kommen.

Begleitet von Grün und Eleganz…

Die wunderschönen Villen und Anwesen des Garden District finden Besucher entlang der St. Charles Avenue. Geschmückt mit uralten Baumbeständen bietet sich hier eine Fahrt mit der historischen St. Charles Streetcar an, um diese Gegend auf sich wirken zu lassen. Highlight der Fahrt ist ein Stopp am Audubon Park zum Entspannen und Genießen in freier Natur sowie ein anschließender Besuch des Audubon Zoo. Ein kleiner Tipp: Während der Mardi Gras-Zeit verwandelt sich die St. Charles Avenue eine Paradenstraße und wird unter anderen zum absoluten Besuchermagnet.

Ursprünglich als Hauptstraße in New Orleans geplant, liegt die Canal Street zwischen dem French Quarter und dem Central Business District. Mit dieser zentralen Lage ist sie idealer Ausgangspunkt für jegliche Ausflüge und Unternehmungen. Besucher können einfach in die rote Canal Street Streetcar einsteigen und so die Highlights von Mid-City erreichen – darunter auch das New Orleans Museum of Art im City Park und das beliebte Ralph’s on the Park Restaurant.

… von Musik und feiner Küche …

Natürlich darf bei den wichtigsten Straßen der Stadt eine ganz sicher nicht fehlen: die berühmte Bourbon Street. Sie ist vor allem bekannt für ihr aufregendes Nachtleben, historische Bars und toller Live-Musik. Als perfekter Startpunkt für einen schönen Abend empfiehlt sich ein kurzer Besuch im Fritzel’s oder dem ältesten Gebäude, das als Bar genutzt wird: Lafitte’s Blacksmith Shop. Auch ein Essen im Galatoire’s, das seit 1905 kreolische Küche serviert und Wert auf Familientraditionen legt, rundet den Abend ab.

Laden an Laden zum "Durchblättern" in derMagazine Street. (C) Alex Demyan/neworleansonline.com

Laden an Laden zum „Durchblättern“ in derMagazine Street. (C) Alex Demyan/neworleansonline.com

Obwohl parallel zur Bourbon Street gelegen befindet man sich auf der Royal Street in einer vollkommen anderen Welt. Kunstgalerien, Antiquitäten-Shops und ausgezeichnete Restaurants – diese Straße steht nicht nur für Kultur und Geschichte, sondern auch für einige der atemberaubendsten, architektonischen Gebäude der Stadt.

… von Künstlern, Bars und Clubs …

Shopping-Begeisterte sollten einen Abstecher auf die Magazine Street einplanen. Von Uptown bis zum Lower Garden District stehen sechs Meilen mit unzähligen Boutiquen und Geschäften zur Verfügung. Ob gehobene Küche oder eine schnelle Mahlzeit zwischendurch, Spas, Coffee Shops oder Kunstgalerien, die Magazine Street ist für einen Einkaufsbummel genau das Richtige.

Die Frenchmen Street ist das Herz und die Seele für Live-Musik in New Orleans und erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Hier kommen nicht nur Besucher, sondern vor allem die Einheimischen hin, um mit die beste Musik der Stadt zu genießen. Mit unzähligen Bars und Clubs, wie dem Spotted Cat und dem d.b.a., die keinen Eintritt verlangen sowie das Snug Habor Jazz Bistro als beliebte Location, zieht die Straße unzählige Musik-Begeisterte an und zeigt alles, was die Stadt musikalisch zu bieten hat.

… kennt die lebendige Vielfalt kein Ende

Auch die Esplanade Avenue mit ihren historischen Gebäuden der früheren kreolischen Oberklasse, die Julia Street, oder liebevoll „Gallery Row“ genannt, die mit zahlreichen Galerien und Events beeindruckt sowie die zahlreichen Bars, Restaurants und Shops in der Oak Street geben Reisenden einen einmaligen Eindruck der Vielfältigkeit von The Big Easy. Nicht zu vergessen sind ebenfalls die bei Studenten beliebte Maple Street, die lebendige Freret Street mit den angeblich besten Cocktails der Stadt im Cure, der Oretha Castle Haley Boulevard, auf welchem das Southern Food and Beverage Museum beheimatet ist und zu guter letzt die St. Claude Avenue, der Himmel auf Erden für alle Künstler.

Gut, dass bei diesem Angebot New Orleans eine fußgängerfreundliche Stadt ist und Reisende mit einem guten Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln überall problemlos hinbringt.

Leuchten der Erinnerung

Erloschen und verglüht: "Stardust Memories" im Neon Museum von Las Vegas. © Sophie von Moy/LVCVA

Erloschen und verglüht: „Stardust Memories“ im Neon Museum von Las Vegas. © Sophie von Moy/LVCVA

Downtown ist da, wo vor über hundert Jahren, im Jahr 1905, der Spaß in Las Vegas begann. Mit seiner sagenumwobenen Geschichte ist Downtown eine Besucherattraktion, wo Vergangenheit und Gegenwart unmittelbar nebeneinander existieren. Eines der dortigen Schmuckstücke ist das Neon Boneyard Museum, dass seine Besucher in längst vergangene Zeiten entführt.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2012 ist das Neon Boneyard Museum, am Nordende des Las Vegas Boulevard gelegen, eine Attraktion für jeden Besucher. In diesem Museum wird die Geschichte der Stadt auf eine Weise erzählt, wie es nur im Friedhof der Leuchtreklamen in Las Vegas möglich ist. Schon beim ersten Blick auf das Museum zeigt sich die Historie der Stadt: die muschelförmige Lobby des ehemaligen La Concha Motels, das früher am Südende des Strip stand, wurde zum Nordende des Strip transportiert und beherbergt nun den Eingang des Museums in dem sich das Visitor’s Center befindet. 

Mehr als 150 Neonschilder

Von hier öffnet sich die Tür in das alte Las Vegas und die Besucher tauchen in längst vergangene Zeiten ein. Das im freien gelegene Neon Museum beherbergt mehr als 150 Neonschilder, von einzelnen Buchstaben bis hin zu ganzen Schriftzügen und Reklametafeln, die bis auf die 30er Jahre zurückgehen. Bei geführten Touren werden die einzigartigen Geschichten der Neonschilder erzählt – von Entwurf und Inspiration über die Entstehung bis hin zur Rolle, die die einzelnen Schilder in der Vergangenheit der Stadt spielten.

Das Museum wurde als gemeinnützige Organisation gegründet, um die Neonschilder zu sammeln und auszustellen. Einzelpersonen sowie Unternehmen und die Regierung haben unablässlich daran gearbeitet, die Erhaltung dieser Schätze zu fördern. Die Mission des Neon Museums ist es, die Kulturgüter Las Vegas‘ für pädagogische, geschichtliche und kulturelle Zwecke zu sammeln, zu erhalten, zu studieren und auszustellen.