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Tag: Mississippi

Giganten am Himmel über dem großen Fluss

Beim Great Galena Balloon Race begegnen sich alle Elemente in anmutiger Gestalt - Foto Great River Road Illinois

Beim Great Galena Balloon Race begegnen sich alle Elemente in anmutiger Gestalt – Foto Great River Road Illinois

Jedes Jahr am dritten Wochenende im Juni verwandelt sich der Himmel über Galena in ein Meer von bunten Ballons. In dem beschaulichen Städtchen an der Great River Road Illinois, rund drei Stunden westlich von Chicago, treffen sich vom 16. bis zum 18. Juni 2017 Ballonfahrer aus dem ganzen Land zum Great Galena Balloon Race. Zu dem dreitägigen Spektakel werden wieder mehrere Dutzend „Himmelsgiganten“ erwartet. Das Event findet auch in diesem Jahr auf dem Gelände des Eagle Ridge Resort and Spa statt.

Festival mit vielen regionalen Bezügen

Besucher des farbenfrohen Happenings können ihrem Lieblings-Ballon bei der Wettfahrt die Daumen drücken und das abwechslungsreiche Rahmenprogramm am Boden genießen. Neben Attraktionen für Kinder, verschiedenen Essens- und Getränkeständen und einer Bierverköstigung wird auf der stimmungsvollen Veranstaltung auch Live-Musik gespielt. Wer die wunderschöne Landschaft um Galena und den nahe gelegenen Mississippi aus der Vogelperspektive betrachten möchte, hat die Möglichkeit, selbst in einem Heißluftballon abzuheben. Nach der Premiere im vergangenen Jahr werden auch 2017 wieder sogenannte „Wine Flights“ angeboten. Während der Ballonfahrt können die Passagiere nicht nur die Aussicht, sondern auch erlesene Weine genießen.

Auch im Rest des Jahres ist der Himmel so nah

Die Region um Galena ist für ihre hervorragenden thermischen Verhältnisse bekannt. Ein Ausflug in schwindelerregende Höhen ist dort nicht nur während des Festivals möglich. Das Unternehmen Galena on the Fly bietet, abhängig vom Wetter, zwischen Ostern und Ende November täglich Fahrten zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang an. Die von dem Unternehmen eingesetzten Heißluftballons zählen zu den größten des Landes und bietet bis zu 14 Passagieren Platz.

Eine neue Landmark auf Mississippis „Freedom Trail“

Das Medgar Evers Home in der Hauptstadt des Staates Mississippi, Jackson. (c) Verkehrsbüro Memphis-Mississippi

Das Medgar Evers Home in der Hauptstadt des Staates Mississippi, Jackson. (c) Verkehrsbüro Memphis-Mississippi

Die Nationalparkverwaltung der USA hat das Medgar Evers Home in Jackson, Mississippi, zum nationalen Denkmal erhoben. Das Haus war 1963 Schauplatz eines rassistischen Mordes, durch den die Bürgerrechtsbewegung einen wichtigen Anschub erfuhr. Medgar Wiley Evers arbeitete für die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), die in den damals noch rassengetrennten Südstaaten für die Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung kämpfte. Seinen Einsatz in der großen Bürgerrechts-Organisation bezahlte er mit seinem Leben.

Historischer Link zum Kennedy-Attentat

Vor allem setzte sich der Afroamerikaner Medgar Evers dagegen ein, dass Farbige vom Wählen abgehalten wurden. Auch zeichnete er Verstöße gegen die Bürgerrechte auf. Am 12. Juni 1963 erschoss ihn der weiße Rassenfanatiker Byron De La Beckwith vor der Garage seines Hauses. Dieser Mord zählte, neben dem Attentat auf den Präsidenten John F. Kennedy am 22. November im selben Jahr, zu den entscheidenden Ereignissen, die das Gleichstellungsgesetz Civil Rights Act von 1964 und damit das baldige Ende der Rassentrennung herbeiführten. Beckwith wurde nach zwei Verfahrens-Einstellungen in den 1960ern durch ausnahmslos weiße Geschworene erst im dritten Anlauf 1994 zu lebenslanger Haft verurteilt und starb 2001 als Häftling.

Geschichtliches Gedächtnis der Nation

Der National Park Service hat das Haus am 11. Januar zu einem nationalen Denkmal erklärt. Mit 24 neu dazugekommenen Stätten zählen die USA jetzt gut 2500 solcher National Historic Landmarks, die in ihrer Gesamtheit ein geschichtliches Gedächtnis der Nation bilden. Weltberühmte Gebäude wie etwa das Weiße Haus und das Empire State Building gehören dazu, aber auch eher unscheinbare Orte von großer Bedeutung wie eben jetzt das Medgar Evers Home.

Die Hochschule Tougaloo College pflegt das Medgar Evers Home als ein Museum. Führungen sind möglich nach Anmeldung unter libraryservices@tougaloo.edu oder telefonisch unter 001(601)977-7935.

Trail verbindet Schlüsselorte der Bürgerrechtsbewegung

Bereits seit 2011 gehört das Medgar Evers Home zum Mississippi Freedom Trail. Dieses Projekt, das im selben Jahr entstand, weist Touristen den Weg zu Schlüsselorten der Bürgerrechtsbewegung, die in Mississippi auf besonders harten Widerstand von Rassisten stieß. Schilder an bisher 24 Orten im Staat erklären die Hintergründe.

In der Staatshauptstadt Jackson entsteht zurzeit auch ein großes Bürgerrechtsmuseum. Erstmals in den USA kommen die Mittel für ein derartiges Museum von einer Staatenregierung. Mit diesem Engagement unterstreicht Mississippi seine Haltung, aus der schwierigen eigenen Geschichte zu lernen und sich umso entschiedener gegen Rassismus zu stellen.

Mit dem Radl über den Mississippi

Das Big River Crossing bei Memphis ist nicht mehr nur für Züge möglich. Auch Radler überqueren den Mississippi nun in der obersten Etage. (c)  www.memphis-mississippi.de

Das Big River Crossing bei Memphis ist nicht mehr nur für Züge möglich. Auch Radler überqueren den Mississippi nun in der obersten Etage. (c) www.memphis-mississippi.de

Der längste Fuß- und Radweg entlang einer aktiven Eisenbahnbrücke in den USA entsteht mit dem Big River Crossing über den Mississippi. Der an die Harahan Bridge montierte Weg ist schon so gut wie fertig gestellt und soll am 22. Oktober eröffnet werden.

In luftiger Höhe über Ol‘ Man River

Anderthalb Kilometer weit überspannt die 1916 erbaute Harahan Bridge den mächtigen Mississippi bei Memphis. Endlose Güterzüge ziehen langsam über die stählerne Großkonstruktion. Seit neuestem, zu ihrem 100. Geburtstag, funkelt ein schmales Band an der Memphis zugewandten Seite: Ein Rad- und Fußweg in luftiger Höhe entlang der Bahnstrecke verbindet neuerdings Memphis im US-Staat Tennessee mit West Memphis in Arkansas. Big River Crossing ist der letzte Lückenschluss der 16 Kilometer langen Freizeitroute „Main Street to Main Street“ einschließlich des Big River Trail.

Ein alter Traum wird wahr

In den Anfangsjahren der Brücke hatte es schon einmal einen Fahrweg gegeben, der aber dann eigenen Autobrücken über den Ol‘ Man River weichen musste. Die ersten Planungen für den neuen Fuß- und Radweg begannen schon 1975.

Zur Eröffnung am 22. Oktober soll die Brücke in Festbeleuchtung erstrahlen. Einen virtuellen Vorab-Besuch mit Rundum-Videos erlaubt die Website www.bigrivercrossing.com.

Der neue Weg ist verknüpft mit rund 100 Kilometern bereits ausgewiesener Radrouten in Memphis. Zahlreiche Läden vermieten Räder. Die Radkarte Memphis Bike Map kann beim Verkehrsbüro Memphis & Mississippi kostenlos angefordert werden.

Der Mississippi-Blues hat viele Farben

Die Bluesclubs in der Beale Street in Memphis, der Bluesmeile der USA, Mittelpunkt des Beale Street Music Festival 1.-3. Mai 2015. (C) www.memphis-mississippi.de

Die Bluesclubs in der Beale Street in Memphis, der Bluesmeile der USA, Mittelpunkt des Beale Street Music Festival 1.-3. Mai 2015.
(C) www.memphis-mississippi.de

Die Feldarbeiter auf den Baumwollplantagen des Staates Mississippi brachten den Blues hervor, aus der nahen Stadt Memphis im Nachbarstaat Tennessee eroberte diese uramerikanische Musik die Welt. Mehr als 50 Bluesfestivals feiern vom Frühjahr bis zum Herbst dieses reiche Erbe.

Die Hafenstadt Memphis am Ol‘ Man River besitzt mit der Beale Street die Bluesmeile der USA überhaupt. Ein Bluesclub reiht sich an den anderen, jeder davon gewährt für wenige Dollar Zutritt. Einmal im Jahr wird nicht nur diese Straße selbst, sondern auch eine große Wiese am Mississippi zum Mittelpunkt des Blues. Zum Beale Street Music Festival, einem von vier Wochenenden im Mai, zieht es Tausende in die Stadt – zu der Musik, die schon Elvis Presley inspiriert hat, als der „King“ dort in seiner heute vielbesuchten Villa Graceland residierte. In diesem Jahr steigt das Weltfest des Blues vom 1. bis 3. Mai.

Memphis nennt sich „Heimat des Blues und Geburtsort des Rock ‘n‘ Roll“, weiß aber sehr wohl zu schätzen, wo der Blues wirklich entstanden ist und weiterhin seine Wurzeln hat: im Nachbarstaat Mississippi, gleich südlich der Stadtgrenze gelegen. Dort, im Mississippi Delta, der 200 Kilometer langen flachen Ebene ehemaligen Schwemmlands des Mississippi, sangen die Baumwollarbeiter auf einem der fruchtbarsten Ackerböden der Welt ihre schwermütigen Lieder, um ihr schweres Los besser ertragen zu können – und schufen so eine gleichermaßen fruchtbare und bis heute höchst lebendig gebliebene und Musikkultur.

So verwundert es nicht, dass der Staat Mississippi allein von April bis Oktober mehr als 50 Blues- oder auch andere Festivals zählt, wo garantiert auch immer Bluesmusiker der Weltklasse auftreten. Die Kleinstadt Clarksdale hat gleich zwei große Konzertwochenenden im Kalender, das Juke Joint Festival vom 9. bis 12. April und das River Blues & Gospel Festival vom 7. bis 9. August. Zu den vielen Bühnen zählt dann auch der Club „Ground Zero“ des Filmstars Morgan Freeman.

Einem weiteren ganz Großen aus Mississippi, dem zweiten König der Region, begegnet man mit etwas Glück in Indianola. B.B. King, der „Blues Boy“ Riley King eben aus diesem kleinen Ort, kommt fast immer zum „Homecoming“ zurück zu seinen Anfängen, dieses Jahr am 23. Mai. Nach 70 Live-Auftritten weltweit im Jahr 2014 hat sich der größte lebende Bluesmusiker, der auf seinen 90. Geburtstag am 16. September zugeht, eine Pause verordnet und alle Konzerte 2015 abgesagt. Wohl aber hofft man in Indianola, dass er wie gewohnt zum Homecoming erscheint, auch wenn er dann wohl die Auftritte den Jüngeren überlassen wird. In Indianola steht nämlich das B.B. King Museum & Delta Interpretative Center: das große Museum rund um seine Person und das Leben in diesem besonderen Delta, das vom nächsten Meer, dem Golf von Mexiko mit seinen Badestränden der Mississippi Gulf Coast, vier Autostunden entfernt liegt.

Das Bentonia Blues Festival in Bentonia, Mississippi, immer am dritten Sonntag des Juni, 2015 am 21. des Monats. Foto: Dawn Rosenberg

Das Bentonia Blues Festival in Bentonia, Mississippi, immer am dritten Sonntag des Juni, 2015 am 21. des Monats. Foto: Dawn Rosenberg

Das Bentonia Blues Festival am 20. Juni auf einer Wiese nahe dem gleichnamigen Ort ist ein Geheimtipp für Musikpuristen. Während nämlich die E-Gitarren längst die erste Geige im Blues spielen, kommen hier auch solche Musiker zum Zuge, die nach alter Väter Sitte akustisch spielen – ganz so wie zu den Zeiten des Robert Johnson, dessen Grab nahe Greenwood ein Pilgerziel wahrer Fans ist. Man hört zum Beispiel regelmäßig „Super Chikan“ aus Clarksdale, der seine Gitarren selbst baut, gerne auch mal mit einem alten Kochtopf oder einem Auto-Auspuff als Klangkörper. Der Mentor des Festivals, Jimmy „Duck“ Holmes, auch bekannt als „500 Pfund Blues“, hatte 1972 die Idee zum ersten Bentonia-Festival und trat seitdem auch immer wieder selbst dort auf.

Die Hauptstadt des Staates Mississippi lockt mit dem Jackson Rhythm & Blues Festival vom 14. bis 15. August. Zu dieser Zeit, ab Juli, muss man im Staat am großen Strom allerdings mit bis zu 40 Grad bei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit rechnen. Das passt zwar perfekt zum Blues und dessen Stimmung, ist aber nicht jedermanns Sache.

In der zweiten Septemberwoche wird es dann hochsommerlich – nach bescheidenen europäischen Maßstäben, überschreitet doch das Quecksilber nur noch selten die 30-Grad-Marke. So liegt dann für klimaempfindliche Naturen das Mississippi Delta Blues & Heritage Festival genau richtig im Kalender, nämlich am 19. September in Greenville am Mississippi.

Das Mighty Missisippi Music Festival vom 2. bis 4. Oktober, ebenfalls in Greenville, lässt sich gut mit dem King Biscuit Blues Festival in Helena, am anderen Flussufer im Bundesstaat Arkansas kombinieren, dieses Jahr vom 8. bis 10. Oktober. Die drei Tage zwischen den Festival-Wochenenden bieten genügend Zeit, das Delta auf eigene Faust zu erkunden. Der Mississippi Blues Trail schließlich führt zu wichtigen Orten der Bluesgeschichte.

Eine gute Übersicht der Festivals in Mississippi gibt ein Kalender, der kostenlos beim deutschen Verkehrsbüro erhältlich ist und auch auf www.memphis-mississippi.de/pdf/mississippifestivals2015.pdf steht. Zum Beale Street Music Festival informiert die Seite www.memphisinmay.org/beale-street-music-festival.

A day in the farmland…

Tractor lineup at the John Deere Pavilion in Davenport (c) Q.C.CVB

Tractor lineup at the John Deere Pavilion in Davenport (c) Q.C.CVB

… certainly is not the typical touristy thing to do. But while you are in the area it gives you a deep insight into the real life in North America. When I found this letter from the Quad Cities in my mailbox some days ago, I remembered a story I wrote in 1994 for soccer-fans traveling to Illinois. Chicago was the palce to play first round for the German team in the World Championships then – and I tried to point out some places nearby worth a visit. The Quad Cities, about 170 miles west ot Chicago definetely are such a place. They consist of Moline and Rock Island on the Illinois side of the Mississippi and Davenport and Bettendorf on the western banks of the river. Farming and agriculture are big topics there, with John Deere as the poster child of the industry. Nevertheless watching the big boats on the river, being loaded with thousands of tons of grain attracts your interest as well as the small traditional farms and the traces of the early settlers. I liked Davenport a lot for being the place where the great musician Bix Beiderbecke grew up and lived – as well as for the German American Heritage Center, located in a 150 year old hotel bulit for German immigrants then. I also remember very well a nightly cruise on the mighty river aboard the „Celebration Belle„, which is still departing from Moline. And I had really hearty food for dinner in The Machine Shed, for which I noted in my travel log: „You can see the difference on the table, when farmers serve to farmers.“ As I learned from the letter now, some microbreweries and distilleries are added to the gourmet offer from the area, which certainly enhances the traveler’s enjoyment. What I will put on my schedule for the next visit is some more tours through the agricultural sights in the region. The concept sounds convincing and probably is a favourable offer to the experienced traveler. I will keep you updated in a later post about similar places in Illinois worth a visit, too. (Video is courtesy of Quad Cities CVB)