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Tag: Reise

Georgia knipst das Licht aus

Die Nacht verleiht der Sumpflandschaft am Banks Lake in Georgia eine besondere Atmosphäre. © Georgia Department of Economic Development

Die Nacht verleiht der Sumpflandschaft am Banks Lake in Georgia eine besondere Atmosphäre. © Georgia Department of Economic Development

Die International Dark Sky Association (IDA) bewahrt den Nachthimmel und fragile Ökosysteme vor Lichtverschmutzung, indem sie bestimmte Regionen zu „dark sky places“ bestimmt. Unlängst erklärte sie auch den Stephen C. Foster State Park in Georgia zum ersten offiziellen Dark Sky Park des Bundesstaates im Südosten der USA. Dieser erfüllt sämtliche Voraussetzungen wie den Schutz von Lebensraum für nachtaktive Tiere, minimale Lichtverschmutzung sowie einen ungetrübten Blick auf die Sterne und erhielt dafür sogar das Gold-Ranking der Organisation. Um den strengen Vorgaben zu entsprechen, wurden Straßenlampen entfernt, indirekte Beleuchtung durch direkte Beleuchtung mit LED-Lampen ersetzt und sensorgesteuerte Außenleuchten an den Unterkünften im Park angebracht.

Paddeln und schlummern unter dem Firmament

Der Stephen C. Foster State Park zählt zu den „Sieben Naturwundern Georgias“ und liegt am westlichen Rand des Okefenokee National Wildlife Refuge, dem größten Schwarzwassersumpf in Nordamerika. Zypressen mit Spanischem Moos, spiegelglatte Wasserflächen, 12.000 Alligatoren sowie Schildkröten, Waschbären, Schwarzbären und zahlreiche seltene Vogelarten finden sich in diesem Naturparadies. Seine Abgeschiedenheit und der Status als Schutzgebiet machen den Park einzigartig im Osten der USA, denn nirgendwo ist die Nacht schwärzer als dort – beste Voraussetzungen, um auf Exkursionen den Blick gen Sternenhimmel zu richten.

Unmittelbar das Leben im nächtlichen Sumpf erleben

Mit dem Kajak dem Sonnenuntergang entgegen im "Okefenokee Swamp". © Georgia Department of Economic Development

Mit dem Kajak dem Sonnenuntergang entgegen im „Okefenokee Swamp“. © Georgia Department of Economic Development

Unter dem Motto „Swamper`s Guide to the Galaxy“ halten Teilnehmer mit einem Teleskop Ausschau nach Meteoren oder Planeten und erfahren Wissenswertes zum Sternensystem. Abenteuerlustige tauchen auf der geführten Tour „Paddle under the Stars“ selbst in die Dunkelheit ein. Begleitet von einem Ranger paddeln sie im Kanu in den Sonnenuntergang und erleben das nächtliche Leben im Sumpf aus nächster Nähe. Übernachtet wird im Stephen C. Foster State Park nicht in Sterne-Hotels, sondern rustikal auf mehr als 60 Campingplätzen oder in 19 gemütlichen Cottages. Für Mutige stehen hölzerne Plattformen direkt am Wasser bereit – mit Blick auf leuchtende Alligatorenaugen und Abermillionen von Sternen.

Wenn der Mond die Sonne verdeckt

Am frühen Nachmittag des 21. August 2017 wird sich der Mond vor die Sonne schieben und Teile der USA werden von einer totalen Sonnenfinsternis verdunkelt. Im Kernschatten liegen unter anderem das Städtchen Lavonia und weitere Regionen im Nordosten Georgias. Der Tallulah Gorge State Park zelebriert das seltene Ereignis mit dem Solar Eclipse Festival und das Rabun County mit dem OutASight Total Solar Eclipse Festival.

Schlosshotel in Pink? Schauen wir mal in Florida nach.

Die „Pink Lady“, das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg, ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. (c) VISIT FLORIDA.jpg

Die „Pink Lady“, das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg, ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. (c) VISIT FLORIDA.jpg

Diverse Medienberichte in jüngster Zeit richten unsere Blicke nach Florida, wo imposante Bauwerke dem Betrachter ins Auge stechen. Die Gründe für den Bau der berühmtesten Prachtbauten des Sunshine States sind äußerst verschieden:Strafvollzug, Konkurrenzkampf oder Winterzuflucht. Aber jedes einzelne Meisterwerk ist einen Besuch wert, sowohl wegen ihrer Geschichte als auch auf Grund der architektonischen Leistung.

Henry B. Plant Museum, Tampa

Konkurrenz belebt das Geschäft – das gilt auch für die Bauwerke der beiden Eisenbahnpioniere Henry Morrison Flagler und Henry Bradley Plant. Der Startschuss für die Erschließung des südlichen Florida ist untrennbar mit Flagler und Plant verbunden. Letzterer begann mit dem Bau einer Eisenbahnlinie an der Westküste, deren Endpunkt 1891 das Tampa Bay Hotel mit seinen 13 maurischen Türmen wurde. Nachdem das Hotel während des spanisch-amerikanischen Bürgerkriegs von Theodore Roosevelt kurzzeitig als Hauptquartier genutzt wurde, dauerte es nicht lange, bis in den mehr als 500 Hotelzimmern dieses Prachtbaus die berühmtesten Persönlichkeiten aus aller Welt wohnten. In den dreißiger Jahren zog das Tampa Junior College und später die University of Tampa ein – für den auf 99 Jahre ausgelegten symbolischen Pachtzins von 1 US-Dollar pro Jahr. Ausgenommen war lediglich der Südflügel, wo ein Museum für die Errungenschaften von Henry B. Plant errichtet wurde.

Ponce de León Hotel und Flagler College, St. Augustine

Plants schärfster Konkurrent, Henry Flagler, konzentrierte sich auf den Osten Floridas. Sein im Stil der Spanischen Renaissance konzipiertes Luxushotel Ponce de León wurde 1888 fertiggestellt und besteht vollständig aus Gussbeton. Als eines von nur wenigen

Das Luxushotel Ponce de León ist seit fast 50 Jahren das Kernstück des Flagler College. (c) VISIT FLORIDA

Das Luxushotel Ponce de León ist seit fast 50 Jahren das Kernstück des Flagler College. (c) VISIT FLORIDA

Gebäuden dieser Zeit war das Hotel vollständig elektrifiziert, dank Flaglers berühmtem Freund Thomas Alva Edison. Die beiden Zwillingstürme dienten ursprünglich als Wassertanks, bevor sie die amerikanische Küstenwache im Zweiten Weltkrieg als Gefängnis umfunktionierte. 1968 wurde das Hotel zum Kernstück des neu eingerichteten Flagler College; seit 2006 ist das Gebäude als National Historic Landmark klassifiziert.

Cà d’Zan, Sarasota

Zirkuspionier John Ringling ließ sich in den 1920er Jahren in Sarasota an der Westküste Floridas nieder. Dort errichtete er 1924 gemeinsam mit seiner Frau Mable im venezianisch-gotischen Stil ihre Winterresidenz „Cà d’Zan“ (Venezianisch für „Haus des Joh(an)n(es)“). In diesem Palazzo mischen sich gotische Stilelemente mit Einflüssen der Italienischen Renaissance und der Architektur des New Yorker Madison Square Gardens, in dem der Zirkus mit seinen Aufführungen große Erfolge feierte. Das mehr als 3.000 Quadratmeter große Haus hat 41 Zimmer, 15 Bäder und ist vollständig unterkellert – für Florida sehr ungewöhnlich. Der 25 Meter hohe Turm bietet einen Rundblick über die Sarasota Bay. Im benachbarten Ringling Museum of Art befinden sich die Hinterlassenschaften des Zirkuspioniers: europäische und amerikanische Kunst, darunter eine der bedeutendsten Rubens-Sammlungen der Welt. Ein weiteres Highlight ist zudem der größte Miniaturzirkus weltweit im Zirkusmuseum, das ebenfalls Teil des Ringling Museumskomplexes ist – auf 350 Quadratmetern befindet sich hier mit acht großen Zelten, 1.300 Artisten und Angestellten, 800 Tieren sowie 152 Wagons eine Reminiszenz an die „Greatest Show on Earth“.

Loews Don Cesar Hotel, St. Petersburg

277 Hotelzimmer, zwei Schwimmbäder, drei Restaurants, ein 10.000 Quadratmeter großes Spa, eine über 90-jährige Geschichte und Gäste von Al Capone bis hin zu Franklin D. Roosevelt und weiteren amerikanischen Präsidenten – das alles steckt hinter der „Pink Lady“. Das Loews Don Cesar Hotel in St. Petersburg ist benannt nach dem Helden Don Cesar DeBazan in Vincent Wallaces Oper Maritana. Während der Großen Depression war es kurioserweise die Baseballmannschaft der New York Yankees, die dem Hotel durch einen Dreijahresvertrag das Überleben ermöglichte. Zu der Zeit hielten die Spieler hier an der sonnigen Golfküste ihr Trainingslager ab. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Hotel als Krankenhaus und zudem als Kuranstalt der Air Force umfunktioniert, bevor es 1973 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet wurde. Heute, mehr als dreißig Jahre später, werden jährlich rund 400 Hochzeiten im „Pink Palace“ gefeiert.

Die Festung Fort Jefferson liegt im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko. (c) Rob O'Neal

Die Festung Fort Jefferson liegt im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko. (c) Rob O’Neal

Fort Jefferson, Dry Tortugas

Eine einsame Insel, 110 Kilometer vom Festland entfernt – eine Qual! Zumindest für die einstigen Gefangenen der Festung Fort Jefferson. Im Nationalpark Dry Tortugas, auf einer unbewohnten Insel im Golf von Mexiko, können Besucher heute noch die 14 Meter hohen Gefängnismauern besichtigen, mit deren Bau bereits 1825 begonnen wurde. Ursprünglich als Leuchtturm und Warnung vor dem Korallenriff gedacht, wurde das Fort Jefferson zwei Jahrzehnte später für 1.500 Soldaten und 450 Kanonen errichtet.

Bei einer großen Gelbfieberepidemie 1867 kamen die zugeteilten Ärzte ums Leben, bevor den Gefangenen geholfen werden konnte. Einzig der inhaftierte Arzt Samuel Mudd konnte vielen kranken Häftlingen wie Soldaten helfen – und wurde zum Dank vorzeitig aus der Haft entlassen. Zu den berühmtesten Insassen gehörten unter anderem auch die Mitverschwörer um die Ermordung Abraham Lincolns. Heute ist das Eiland, welches nur per Wasserflugzeug, Fähre oder Boot erreicht werden kann, ein beliebter Anlaufpunkt für Taucher und Schnorchler.

In Breckenridge regiert das Rad

Zweirad-Vergnügen bei Tag und Nacht auf der "Breck Bike Week". © Louie Traub

Zweirad-Vergnügen bei Tag und Nacht auf der „Breck Bike Week“. © Louie Traub

Winzige Gebirgsstadt zu Füßen der erhabenen Rocky Mountains, riesengroß in der Rad-Szene: Schon 2014 wurde Breckenridge als fahrradfreundlichste Gemeinde Nordamerikas ausgezeichnet. Heute zählt die Stadt auf über 2.900 Höhenmeter zu den zehn besten Orten für eine Radtour mit der Familie und trägt gleichzeitig eines der prestigeträchtigsten Mountainbike-Rennen der USA aus: den Breck Epic.

Liebster Weggefährte der „Brecks“

Spätestens in der Breck Bike Week vom 23. bis zum 25. Juni 2017 wird das Fahrrad zum König der Straße, kaum jemanden zieht es dann nicht auf den Sattel. Fahrrad-Kino, Mountainbike-Workshops, Happy Hour Do-it-Yourself Kurse, ein Enduro-Downhill-Rennen bis hin zum Poker Ride, einer Radtour mit insgesamt fünf Stopps, bei denen jeweils eine Partie Poker ausgetragen wird: Die Reihe an Veranstaltungen und Aktivitäten rund um den liebsten Weggefährten der Brecks ist während diesen Tagen und dem anschließenden Breck Bike Weekend immens.

 Eines der anspruchsvollsten Rennen in den USA

Wenn im August die Straßenrad- und Mountainbike-Weltelite nach Breckenridge pilgert, dann stehen der Colorado Classic und der legendäre Breck Epic an. Breckenridge, der einstige Etappenort der früheren USA Pro Cycling Challenge, wird in diesem Jahr zu einer von vier Stationen der Auftaktveranstaltung des Colorado Classic. Das vom Weltradsportverband UCI organisierte Radrennen, eines der anspruchsvollsten auf amerikanischem Boden, macht am 11. August 2017 in Breckenridge Station.

Nicht nur aufgrund des Namens sondern auch dank des weitläufigen Wegenetzes im Hinterland sind Breckenridge und der Breck Epic unzertrennlich. Mit einer Streckenlänge von 386 Kilometern, einem positiven Höhenunterschied von über 12.000 Metern und einer Dauer von sechs Tagen gilt das Mountainbike-Etappenrennen als eines der härtesten der Welt. 2017 fällt es auf den 13. bis 18. August.

Unterhaltsames auf Rädern gehört zum bunten Programm der Breck Bike Week mit dazu. © Louie Traub

Unterhaltsames auf Rädern gehört zum bunten Programm der Breck Bike Week mit dazu. © Louie Traub

Auszeichnung für familienfreundliches Radeln

Aber nicht nur die Weltelite macht Breckenridge zu einer der bedeutendsten Orte für Rennradfahrer und Mountainbiker. Bereits 2014 erkannte die Non-Profit Organisation League of American Bicyclists die Erfolge der Kleinstadt in den Rocky Mountains an und verlieh ihr die Goldmedaille unter den fahrradfreundlichsten Gemeinden in Nordamerika. Die amerikanische Tageszeitung USA Today schloss sich dieser Auszeichnung an und benannte zudem das Angebot für Familien mit Kindern als eines der zehn besten in den Vereinigten Staaten.

Der stetige Ausbau der Strecken, neue herausfordernde Mountain-Bike Pisten, eine große Anzahl von Wegen für Anfänger wie beispielsweise der Blue River Recreational Path oder auch der über 800 Kilometer lange Colorado Trail von Denver nach Durango, welcher durch das Tal des Flusses Swan River in Breckenridge führt, machen die sympathisch-verrückte Gebirgsstadt 2017 erneut zu einem Mekka für Zweiradliebhaber.

Giganten am Himmel über dem großen Fluss

Beim Great Galena Balloon Race begegnen sich alle Elemente in anmutiger Gestalt - Foto Great River Road Illinois

Beim Great Galena Balloon Race begegnen sich alle Elemente in anmutiger Gestalt – Foto Great River Road Illinois

Jedes Jahr am dritten Wochenende im Juni verwandelt sich der Himmel über Galena in ein Meer von bunten Ballons. In dem beschaulichen Städtchen an der Great River Road Illinois, rund drei Stunden westlich von Chicago, treffen sich vom 16. bis zum 18. Juni 2017 Ballonfahrer aus dem ganzen Land zum Great Galena Balloon Race. Zu dem dreitägigen Spektakel werden wieder mehrere Dutzend „Himmelsgiganten“ erwartet. Das Event findet auch in diesem Jahr auf dem Gelände des Eagle Ridge Resort and Spa statt.

Festival mit vielen regionalen Bezügen

Besucher des farbenfrohen Happenings können ihrem Lieblings-Ballon bei der Wettfahrt die Daumen drücken und das abwechslungsreiche Rahmenprogramm am Boden genießen. Neben Attraktionen für Kinder, verschiedenen Essens- und Getränkeständen und einer Bierverköstigung wird auf der stimmungsvollen Veranstaltung auch Live-Musik gespielt. Wer die wunderschöne Landschaft um Galena und den nahe gelegenen Mississippi aus der Vogelperspektive betrachten möchte, hat die Möglichkeit, selbst in einem Heißluftballon abzuheben. Nach der Premiere im vergangenen Jahr werden auch 2017 wieder sogenannte „Wine Flights“ angeboten. Während der Ballonfahrt können die Passagiere nicht nur die Aussicht, sondern auch erlesene Weine genießen.

Auch im Rest des Jahres ist der Himmel so nah

Die Region um Galena ist für ihre hervorragenden thermischen Verhältnisse bekannt. Ein Ausflug in schwindelerregende Höhen ist dort nicht nur während des Festivals möglich. Das Unternehmen Galena on the Fly bietet, abhängig vom Wetter, zwischen Ostern und Ende November täglich Fahrten zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang an. Die von dem Unternehmen eingesetzten Heißluftballons zählen zu den größten des Landes und bietet bis zu 14 Passagieren Platz.

Seitenweise Reiseträume

Bücher vom und übers Reisen schüren seit jeher unsere Phantasie und Vorfreude, begleiten uns als anregendes Gepäck unterwegs oder befördern kostbare Erinnerungen. Eine Auswahl für die Saison.

Soeben erschienen ist Karsten Eichners Traumschiff Ahoi – Das Kreuzfahrt 1×1“ (ISBN 978-3-7822-1279-3). Ein idealer Einstieg in die Welt der Kreuzfahrt und ein unverzichtbares Kompendium für den Smalltalk an Bord. Es erzählt die Geschichte der modernen Seereise von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit, gibt Tipps zu Routen und Reedereien und berät bei der Schiffs- und Kabinenwahl. Ein augenzwinkerndes Lesevergnügen für Kreuzfahrt-Fans und alle, die es werden wollen.

Das Kochbuch „Stories of Menu – Historische maritime Speisen neu interpretiert“ (ISBN 978-3-7822-1266-3) widmet sich den Menüs historischer Seereisen. Der Hamburger Sternekoch Heinz O. Wehmann vom Landhaus Scherrer, Blankenese, hat die Gerichte der Bord-Speisekarten von einst für das Kochbuch modern interpretiert, Autorin Birgit Altendeitering-Tiggemann liefert spannende Anekdoten rund um die jeweiligen Schiffsreisen.

Die Zeit beherrscht das Leben der Menschen. Im Lauf der vergangenen 250 Jahre ist sie zu einer ungeheuer dominanten und drängenden Kraft geworden. Man glaubt, sie läuft davon, versucht, sie zu messen, zu kontrollieren, zu verkaufen, zu filmen, sie zu inszenieren, unvergänglich und sinnerfüllt zu machen. Doch wie sind die Menschen derart unter das Diktat der Zeit geraten und was lässt sich dagegenhalten? Leidenschaftlich, witzig und klug geht der preisgekrönte britische Autor Simon Garfield in seinem neuen Buch „Zeitfieber“ (ISBN 978-3-8062-3443-5) der Geschichte der Zeit nach.

Weil ihre weltfremden Künstler-Eltern 2005 ins legendäre Chelsea Hotel in New York („Das Hotel, in dem ich ohne Aufsehen morgens um vier mit einem Zwerg, einem Bären und vier Frauen aufs Zimmer gehen kann.“ Leonard Cohen) ziehen, wächst Nicolaia Rips auf inmitten von Bohemiens, Callgirls und Spinnern. Ständig werden auf den Zimmern Partys gefeiert, krumme Dinger gedreht, phantastische Geschichten als lautere Wahrheit verkauft. Mit wundervoller Komik und viel Humor erzählt Rips in „Alles außer gewöhnlich(ISBN 978-3-312-01018-9), wie sie die Normalität zu meistern lernte und sich ihren Platz im fast normalen Anderssein erkämpfte.

Reisen bringt das Bedürfnis mit sich, von seinen Reisen zu erzählen. Früher am gefürchteten Dia-Abend, heute mit einem endlosen Strom aus Posts, Pics und Messages. Mit dem Handbuch „Die Kunst, andere mit seinen Reiseberichten zu langweilen“ (ISBN 978-3-312-01021-9) von Matthias Debureaux lernt man, wie sich der Erlebnisbericht weiter ausbauen lässt, welche Wendungen uns ins optimale Licht rücken, und zwar noch vor der Abreise, während der Tour und nach der Rückkehr sowieso. Jeder darf sich wiedererkennen; unser Lachen über den albernen Touristen meint uns selbst. Unterhaltsam, böse und klug: In einer Mischung aus Satire und Kulturgeschichte erzählt Debureaux von einer der großen Schwächen unserer Gesellschaft und wie sie auf die Spitze getrieben wird.

Hinweis: Die Links auf dieser Seite führen auf die Bestellseiten des Online-Buchhändlers buch7.de, zu dem keinerlei geschäftliche Beziehungen bestehen. Ich unterstütze allerdings dessen Ansatz, aus seinem Gewinn 75% „an wertvolle soziale, kulturelle undökologische Projekte“ zu spenden – zumal die Kunden selbst Vorschläge machen können, wer das sein soll.

Wanderlust in North Carolina

Der Chimney Rock, eine Wegmarke auf dem Mountains-to-Sea-Trail in North Carolina (c) Visit NC

Der Chimney Rock, eine Wegmarke auf dem Mountains-to-Sea-Trail in North Carolina (c) Visit NC

Vor 40 Jahren wurde der Grundstein für den Mountains-to-Sea Trail gelegt, der sich heute quer durch North Carolina erstreckt. Wer vom Great Smoky Mountains National Park bis hin zu den Outer Banks an der Atlantikküste wandert, erfährt entlang des Weges den Bundesstaat in seiner ganzen Vielfalt: Die Bergregion mit dichten Wäldern und rauschenden Flüssen; Farmen, verwitterte Tabakscheunen und alte Textilmühlen im Piedmont sowie die Küstenregion mit ihren kolonial geprägten Städtchen, Marschland, Leuchttürmen und Dünenlandschaften.

Der Mountains-to-Sea Trail belohnt Wanderer mit etlichen Superlativen. Er führt zum Gipfel des Mount Mitchell und zu Jockey’s Ridge – dem höchsten Berg und der höchsten Sanddüne im Osten der USA. Outdoorfans passieren vier Nationalparks, zehn State Parks, zwei Wildtierreservate und drei Leuchttürme, darunter Cape Hatteras Lighthouse, den höchsten Leuchtturm der Vereinigten Staaten.

Mit Hand und Fuß

Der Mountains-to-Sea Trail ist North Carolinas längster ausgewiesener Weitwanderweg. Alljährlich legen Freiwillige weitere Meilen an, um ihn kontinuierlich wachsen zu lassen. Derzeit umfasst er 18 Segmente und eine markierte Route von etwa 1.095 Kilometern sowie zirka 805 Kilometer Verbindungswege. Vom Clingmans Dome passieren Wanderer unter anderem den Pisgah National Forest, das Städtchen Asheville, den Hanging Rock State Park und die nördlich gelegenen Gebiete von Winston-Salem, Greensboro, Durham und Raleigh. Von da führt der Mountains-to-Sea Trail weiter zur Küste in Richtung Wilmington und Jacksonville, durch den Croatan National Forest und nach Cedar Island. Dort setzt man mit der Fähre zum Cape Hatteras National Seashore über und wandert auf den Outer Banks bis hinauf zu Jockey’s Ridge. Wer lieber auf dem Wasser unterwegs ist, nimmt die alternative Paddelroute auf dem Neuse River, die südlich von Raleigh beginnt und im Croatan National Forest endet.

Am Cape Hatteras mit dem höchsten Leuchtturm der USA erreicht der Trail die Atlantikküste. (c) Visit NC

Feiern am Wegesrand

Anlässlich des 40. Jubiläums finden 2017 zahlreiche Veranstaltungen statt. So wird Jennifer Pharr Davis aus Asheville im August die Wanderschuhe schnüren, um den Mountains-to-Sea Trail innerhalb von drei bis vier Monaten komplett zu begehen. Die 33-Jährige hält zudem den Geschwindigkeitsrekord für den Appalachian Trail und lässt Interessierte auf Ihrer Wanderung durch North Carolina an ihren Erlebnissen teilhaben. Hierfür werden Events und gemeinsame Wanderungen organisiert, denen sich Naturliebhaber anschließen können.

Am 9. September 2017 werden sich zudem hunderte Outdoor-Enthusiasten auf den Weg machen und jeweils einen Teil des Mountains-to-Sea Trail laufen, so dass sämtliche 1.175 Kilometer des Trails an nur einem Tag begangen werden.

Aus dem Sumpf in die Welt hinaus

Landwirtschaft prägte vor 250 Jahren das östliche Illinois, Landwirtschaft prägt die Gegend auch heute: Bauernhof bei Nauvoo. (c)Tom Simpson Photography

Landwirtschaft prägte vor 250 Jahren das östliche Illinois, Landwirtschaft prägt die Gegend auch heute: Bauernhof bei Nauvoo. (c)Tom Simpson Photography

Wer durch die ländlichen Regionen von Illinois unterwegs ist, stößt immer wieder auf Siedlungen mit einem stark ausgeprägten religiösen Charakter. Nicht nur die Amish haben in den vergangenen gut 250 Jahren ihre Heimat in Nordamerika gefunden. Auch viele andere Glaubensgemeinschaften nutzen die neue Freiheit in der Neuen Welt, um sich unbedrängt von den politischen Strukturen ihrer europäischen Heimat zu entfalten. Diese Siedlungen lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Einmal in solche, die Traditionen aus ihren Herkunftsländern fortführten, wie zum Beispiel die schwedischen Pietisten, die sich in Bishops Hill niederließen. Zum anderen in solche, die den gut gedüngten spirituellen Nährboden dieser Gegend nutzen, um neue Religionen reifen zu lassen. Dazu gehörten die Mormonen, die ihren Ursprung in Nauvoo hatten.

Zuflucht am Ufer des Mississippi

Auf das kleine Städtchen mit seinen gut 1.000 Einwohnern stößt man auf einer Reise entlang des Mississippi im US-Bundesstaat Illinois. Dort, wo heute zwischen grünen Wiesen und alten Bäumen zahlreiche, original erhaltene historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert stehen, hatten die Mormonen ihre erste feste Ansiedlung errichtet. Auf ihrer Flucht vor Verfolgung in anderen Bundesstaaten und auf der Suche nach einem Ort, an dem sie gemeinsam leben und ihren Glauben in Frieden praktizieren konnten, kauften die Anhänger der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ im Jahr 1839 das sumpfige Stück Land am Ufer des Mississippi. Schon die indianische Urbevölkerung hatte dort gelebt und den Landstrich unter anderem Quashquema genannt. Später errichten weiße Trapper und Siedler an der Stelle einen Handelsposten, dem sie erst den Namen Venus und später Commerce gaben. Der bis heute gültige Ortsname Nauvoo geht auf die Mormonen zurück und ist die aus dem Hebräischen entlehnte Bezeichnung für „schöner Ort“.

Radikale Anfänge unter Joseph Smith

Unter Führung von Joseph Smith jr., Gründer der Glaubensgemeinschaft und Prophet der Mormonen, legten die neuen Eigentümer das Land trocken und errichteten ihre Stadt. Auf dem Hügel darüber entstand ab 1841 der große Nauvoo Tempel. Joseph Smith arbeitete als Kaufmann und Gastwirt, wurde später auch Bürgermeister von Nauvoo und kandidierte 1844 sogar für das Amt des amerikanischen Präsidenten.

Mit der Pferdekutsch erfahren Besucher eine Ahnung historischer Verhältnisse in Nauvoo. (c) Tom Simpson Photography

Mit der Pferdekutsch erfahren Besucher eine Ahnung historischer Verhältnisse in Nauvoo. (c) Tom Simpson Photography

Im gleichen Jahr ließ er mit Zustimmung des Stadtrates die Druckerpresse der örtlichen Zeitung Nauvoo Expositor zerstören, nachdem diese in ihrer ersten und einzigen Ausgabe kritisch über Smith und seine religiösen Ansichten berichtet hatte. Nach diesem Angriff auf die Pressefreiheit ließ ihn der Gouverneur von Illinois, Thomas Ford, verhaften und im nahegelegenen Carthage in Untersuchungshaft stecken. Als eine aufgebrachte Meute am 27. Juni 1844 das Gefängnis stürmen und Smith lynchen wollte, versuchte dieser zu fliehen, wurde dabei aber erschossen.

Interner Streit führt zum Exodus

Nach seinem Tod übernahm Brigham Young die Führung der Kirche. Es herrschte innerhalb der Gemeinschaft jedoch Uneinigkeit über die künftige Ausrichtung und einige Praktiken wie die Polygamie, weshalb sich in der Folge zahlreiche Gruppen abspalteten. Diese begleiteten Young auch nicht, als er im Februar 1846 mit einigen hundert Gefolgsleuten zum großen „Exodus“ in Richtung Westen aufbrach. Der Treck mündete im Sommer des darauffolgenden Jahres in der Gründung von Salt Lake City. Die überwiegende Mehrheit der rund 20.000 Gläubigen, die in Nauvoo und Umgebung lebten, folgte Young. Die Angehörigen von Joseph Smith jr, darunter sein ältester Sohn, Joseph Smith III., gehörte dagegen zu denen, die in Nauvoo zurückblieben. Unter seiner Führung formierten sich die meisten verbliebenen Splittergruppen zur „Reorganisierten Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (seit 2001 „Gemeinschaft Christi“).

Viele Attraktionen für Besucher

Wer heute nach Nauvoo kommt, kann viel aus der Zeit der ersten Mormonen-Siedler entdecken. Zu den Höhepunkten gehören das frühere Wohnhaus von Joseph Smith jr., das Wirtshaus, das er einst betrieb, sowie die Gräber der Smith-Familie. Von hoher Bedeutung speziell für die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ ist der „Trail of Hope“, jene Straße, an der die Menschen, die Brigham Young nach Westen folgten, zu tausenden warteten, um den Mississippi zu überqueren.

Zudem stehen zahlreiche weitere original erhaltene Häuser den Besuchern offen. Dort erfahren sie viel über Leben und Alltag der Menschen jener Zeit. In manchen Häusern kann man sogar übernachten. Die Handwerkskunst jener Zeit wird im Family Living Center demonstriert. Ein kleines Museum ist die ehemalige Werkstatt des Waffenmachers Jonathan Browning, der unter anderem das „Harmonica Gun“ erfand. Nicht mehr original ist dagegen der Nauvoo Tempel, der prächtig auf dem Hügel über dem Städtchen thront. Bei ihm handelt es sich um den 2006 geweihten Nachbau des Originals, das durch Feuer und Sturm im 19. Jahrhundert zerstört worden war.

Geschichte in Musical-Form

Einen guten Überblick zum historischen Nauvoo vermitteln die Besucherzentren sowie kostenlose Fahrten mit Pferde- oder Ochsenkarren. Die Geschichte der Mormonen in Musicalform erzählen die Aufführungen „Rendezvous in Old Nauvoo“ (täglich montags bis samstags in der Cultural Hall) sowie die Historienspiele „Nauvoo Pageant“ und „British Pageant“ im Juli und August unter freiem Himmel. Der Eintritt ist jeweils frei. Zu den Sehenswürdigkeiten Nauvoos ohne direkten Bezug zum Mormonentum gehört Baxter’s Vineyards & Winery, das älteste Weingut von Illinois (Ausschank und Probierstube sind täglich geöffnet).

Filmreife Ferien in Georgia

Auf den Spuren von Forrest Gump in Savannah. (c) Georgia Department of Economic Development

Auf den Spuren von Forrest Gump in Savannah. (c) Georgia Department of Economic Development

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt.“ Dieser legendäre Ausspruch von Forrest Gump gilt nicht für das „Year of Georgia Film“, das der US-Bundesstaat Georgia 2017 feiert. Denn was viele nicht wissen: Georgia steht bei der Anzahl der Film- und TV-Produktionen in den USA an dritter Stelle und weltweit auf Platz fünf. Besuchern bietet sich deshalb vielerorts die spannende Möglichkeit einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Originalschauplätze von Kino-Blockbustern oder Kultserien zu besuchen.

Auf direktem Weg zu „The Walking Dead“

Hierfür werden in ganz Georgia geführte Touren zu Drehorten angeboten sowie zahlreiche Filmfestivals veranstaltet. Wer selbst auf Entdeckungsreise gehen möchte, findet auf der neuen Webseite www.exploregeorgia.org/film zahlreiche Informationen zu Locations, aktuellen Dreharbeiten sowie zu Attraktionen, Restaurants und Hotels, die auf der Leinwand eine tragende Rolle spielten. Unter dem Motto „Entdecke Georgia in neun Filmen“ sind zudem Routenvorschläge zu verschiedensten Locations von Serien wie The Vampire Diaries und The Walking Dead oder Streifen wie Forrest Gump, Die Tribute von Panem und Captain America: Civil War verfügbar.

Urlaub in der Filmkulisse

Während einer Reise in Georgia begegnet man immer wieder filmbekannten Plätzen. So pilgern viele in Savannah zum Chippewa Square, wo Forrest Gump einst mit seiner Pralinenschachtel auf den Bus wartete, oder neuerdings auch nach Tybee Island, wo etliche Strandszenen für den neuen Baywatch-Film entstanden. Die Hauptstadt Atlanta beherbergt zahlreiche Schauplätze aus Die Tribute von Panem, The Blind Side oder Ant-Man und bietet gute Chancen Dreharbeiten hautnah mitverfolgen zu können.

In Senoia wandeln Besucher auf den Spuren von "The Walking Dead" (C) Anja Hoebler

In Senoia wandeln Besucher auf den Spuren von „The Walking Dead“ (C) Anja Hoebler

In den Kulissen von „The Walking Dead“

Der Hotspot unter Serienfans ist derzeit das südlich von Atlanta gelegene Senoia, das als Kulisse für die fiktiven Orte Woodbury und Alexandria in The Walking Dead dient. Seit Beginn der Dreharbeiten zieht das kleine Städtchen Touristen an, die dort die Drehorte, den Woodbury Shoppe und das kleine Museum mit Filmrequisiten besuchen oder bei Nic & Norman’s, dem Restaurant von Hauptdarsteller Norman Reedus und Produzent Greg Nicotero, einen Burger essen. Wo vor zehn Jahren noch fünf Geschäfte im verschlafenen Senoia zu finden waren, sind es heute fast 50 und regelmäßig kommen neue dazu.

„Grüne Tomaten“ bis heute auf der Speisekarte

Ähnlich wiederbelebt wurde auch das winzige Dorf Juliette durch den Film Grüne Tomaten. Das Whistle Stop Cafe spielte in diesem eine zentrale Rolle und serviert auch 26 Jahre später noch grüne Tomaten oder Barbecue an mehr als 100.000 Besucher jährlich. Covington, wo 2009 die Dreharbeiten für die Serie Vampire Diaries begannen, verzeichnet ebenfalls einen ähnlichen Effekt und gilt mittlerweile als die Welthauptstadt der Vampire. Es dient als Kulisse für die Stadt Mystic Falls und begeistert Fans unter anderem mit dem Mystic Grill Restaurant, das einem Restaurant aus der Serie nachempfunden wurde.

Hollywood auf den Fersen

Laut der Motion Picture Association of America rangiert Georgia bei der Anzahl an Film- und TV-Produktionen in den USA hinter Hollywood und New York an dritter Stelle. Weltweit steht der Bundesstaat bereits auf Platz fünf. Der Film Deliverance, der Anfang der 1970er Jahre in den nordöstlichen Bergen von Georgia entstand, legte einst den Grundstein für die Filmindustrie des Bundesstaates. Dessen großen Erfolg war der Anlass für den damaligen Gouverneur von Georgia, Jimmy Carter, das Georgia Film Office ins Leben zu rufen.

Selbst die Briten drehen in Atlanta

Über die Jahre hinweg lernten Filmschaffende Georgias vielfältige Geografie sowie sein ganzjährig mildes Klima zu schätzen und so stieg die Zahl der Produktionen kontinuierlich an. 2008 wurde der Georgia Entertainment Industry Investment Act verabschiedet, der Film- und TV-Produktionen bis zu 30 Prozent Steuerersparnis gewährt, wenn diese im Bundesstaat drehen und diverse Auflagen erfüllen. Allein im Finanzjahr 2016 entstanden so 245 Filme, TV-Serien und Musikvideos in Georgia, was einem Investitionsvolumen von insgesamt 7,2 Milliarden US-Dollar und 79.900 Arbeitsplätzen entspricht. So betreiben beispielsweise die britischen Pinewood Studios einen Studiokomplex südlich von Atlanta, in dem aktuell die Marvel-Filme Guardians of the Galaxy Vol. 2 und Spider Man: Homecoming gedreht werden.

„I had the time of my life“ seit 30 Jahren

Die Partnerin aus dem See heben: Aus der Filmszene ist beim jährlichen Festival am Lake Lure der "Lake Lift Competition" geworden. (c) Visit North Carolina

Die Partnerin aus dem See heben: Aus der Filmszene ist beim jährlichen Festival am Lake Lure der „Lake Lift Competition“ geworden. (c) Visit North Carolina

Drei Dekaden sind vergangen, seitdem „Dirty Dancing“ die Leinwand in ein Spiegelbild leidenschaftlicher Tanzkunst verwandelte. Heute noch geraten Jung und Alt in Verzückung, wenn die Klänge des Kultfilms ertönen. Die wohl berühmteste Szene – die Hebefigur im See – wurde einst im Lake Lure in North Carolina gefilmt und auch weitere Drehorte lassen sich dort heute noch entdecken. So können Fans im damaligen Hotel der Hauptdarsteller nächtigen oder auf dem Original Tanzboden die Hüften schwingen. Wer frühzeitig plant, erlebt neben dem Dirty Dancing Festival am 18. und 19. August ein weiteres Spektakel in North Carolinas Bergregion: Die totale Sonnenfinsternis am 21. August.

Dirty Dancing Festival

„Ich habe eine Wassermelone getragen!“ heißt es am 18. und 19. August 2017 beim Dirty Dancing Festival am Lake Lure. Bereits zum achten Mal pilgern Filmfans zum Ufer des Sees, um Live-Musik, Tanzkurse und eine Filmvorführung unter freiem Himmel zu erleben. Zu den Highlights des Festivals zählen der Wettbewerb im Wassermelonen-Tragen und die Lake Lift Competition im See. Wie einst bei Johnny und Baby ist hierbei das Ziel, seine Partnerin aus dem Wasser zu heben und so lange wie möglich in der Luft zu halten.

Drehorte am See

Außerhalb des Festivals lohnt sich ein Besuch des Lake Lure sowohl für Dirty Dancing- als auch für Naturfans. Der Stausee östlich von Asheville und der nahe gelegene Chimney Rock State Park sind ein wahres Paradies, das es zu entdecken gilt. Ein guter Ausgangspunkt für einen ganztägigen Ausflug auf den Spuren des Tanzfilms ist das Welcome Center von Lake Lure. Dieses wartet mit einer kleinen Ausstellung zu Filmen, die in der Region gedreht wurden, sowie einer Nachbildung der weißen Treppe, auf der Baby ihre Tanzschritte übte, auf – perfekt für ein Dirty Dancing-Erinnerungsfoto. Der nächste Stopp ist Firefly Cove, wo einst die Hebefigur im See, etliche Tanzszenen und Bilder vom Camp der Hotelangestellten gefilmt wurden. Erreichbar ist dieses Idyll am besten per Mietboot oder bei einem Ausflug mit lake Lure Tours zu den schönsten Orten rund um den See. Den Abschluss bildet der Bald Mountain Golf Course im Rumbling Bald Resort. An Loch 16 des Golfplatzes entstand die Sequenz, in der Baby ihren Vater nach Geld fragte.

Im Bett mit Baby und Johnny

Das kleine Esmeralda Inn mit dem Original-Tanzboden in der Lobby ist eine beliebte Pilgerstätte für Dirty Dancing-Fans. (cI Visit North Carolina

Das kleine Esmeralda Inn mit dem Original-Tanzboden in der Lobby ist eine beliebte Pilgerstätte für Dirty Dancing-Fans. (cI Visit North Carolina

Während der Dreharbeiten übernachteten die Crew und Schauspieler im 1927 Lake Lure Inn & Spa. Die Zimmer, in denen die Hauptdarsteller damals schliefen, werden heute als Jennifer Grey Suite sowie Swayze Suite vermietet. Zudem laden in Anlehnung an den Film Johnny‘s Cabin und Baby’s Bungalow zu einem Aufenthalt ein. Auch das kleine Esmeralda Inn ist eine beliebte Pilgerstätte für Dirty Dancing-Fans. Der Tanzboden, auf dem Grey und Swayze zu “Time Of My Life” auftraten, ziert heute die Lobby des rustikalen Hotels, das in seinen 125 Jahren schon Gäste wie Mary Pickford, Douglas Fairbanks oder Clark Gable beherbergte.

Kosmisches Spektakel

Nicht weit von den Drehorten um den Lake Lure entfernt, lässt sich zudem die totale Sonnenfinsternis am 21. August 2017 verfolgen. Sie beginnt um 14.35 Uhr und dauert nur kurz an, aber es wird ein Spektakel sein, von dem man noch seinen Enkelkindern erzählt. Teile des Great Smoky Mountain National Parks und der Westen North Carolinas liegen im Kernschatten und bieten so beste Aussichten auf die verschwindende Sonne. Während in Sylva die Finsternis für eine Minute und 45 Sekunden sichtbar ist, wird die Sonne in Cashiers für fast zweieinhalb Minuten verdeckt. Dort wird zudem das Solar Fest 2017 mit Foodtrucks und Livemusik gebührend gefeiert. Zudem haben Bryson City und das Jackson County extra für die Sonnenfinsternis Webseiten eingerichtet – mit Informationen, den besten Plätzen zum Beobachten sowie Events und Reisetipps anlässlich dieses seltenen Naturereignisses.

Ganz nahe am Anfang der Vereinigten Staaten

Geschichte auf Schritt und Tritt: die Efreths-Alley in Philadelphia. (c) PHL CVB

Geschichte auf Schritt und Tritt: die Efreths-Alley in Philadelphia. (c) PHL CVB

New York, Washington, Miami: die großen Namen an der Ostküste der USA, Pflichtprogramm für die meisten Reisenden. Wer die Muße hat für eine Kür, sollte sich auf den Weg nach Philadelphia machen. Die Stadt gilt als Wiege der Nation und birgt nicht nur jede Menge Geschichte. Wie könnte ein Wochenendbesuch in der „City of Brotherly Love“ aussehen? Ich habe mir von Kennern ein Programm empfehlen lassen, das in 36 Stunden ein gutes Bild der Stadt zeigt.

Natürlich lässt sich eine Stippvisite in Philadelphia an jedem beliebigen Wochentag durchführen – in diesemBeispiel gehen wir von einer Ankunft am Freitagnachmittag aus. Schauen Sie sich nach dem Einzug ins Hotel unbedingt die Unterkunft der Barnes Foundation an, die sich seit Mai 2012 am Franklin Parkway befindet. Sie umfasst eine der weltweit besten privaten Gemäldekollektionen der frühen französischen Moderne und des Postimpressionismus. Reservieren Sie am besten frühzeitig Eintrittskarten unter www.barnesfoundation.org. Gegen Abend ist ein Besuch im hauseigenen „Garden Restaurant” zu empfehlen. Freitags findet hier bis 20.30 Uhr eine Happy Hour mit großer Martini-Auswahl statt.

Nachtleben mit Flair

Das Magazin U.S. News wählte Philadelphia bereits in die Top 10 der Städte mit dem besten Nachtleben in den USA. Das sollte ausgekostet werden: Los geht es mit einem Digestif im Parc Restaurant am Rittenhouse Square. Das Restaurant, in dem man auch draußen sitzen kann, ist einem Pariser Straßenbistro nachempfunden – und tatsächlich herrscht hier eine herrlich entspannte Atmosphäre. Wen dann noch das Tanzfieber packt, kann den Abend bis zur Sperrstunde um 2 Uhr im Cuba Libre (www.cubalibrerestaurant.com) im historischen Viertel Old City bei guter Salsa- und Merengue-Musik ausklingen lassen.

Direkter Zugang zur Geschichte der USA

Am nächsten Morgen steht Geschichte auf Ihrer Agenda, denn davon gibt es in Philadelphia jede Menge. Beginnen Sie Ihren Besuch der historischsten Quadratmeile Amerikas im Independence Visitor Center und erhalten Sie hier kostenlose Eintrittskarten für das Liberty Bell Center, das President’s House und die Independence Hall. Ein geschichtsträchtiger Ort: hier haben die Gründungsväter des Landes die Unabhängigkeitserklärung ausgearbeitet. Im National Constitution Center gibt es spannende Ausstellungen zur Geschichte und ihren Einfluss auf die amerikanische Verfassung.

Bächtliche Glanzlichter in der "City of brotherly love" (c) PHL CVB

Bächtliche Glanzlichter in der „City of brotherly love“ (c) PHL CVB

Koloniale Spuren

Nun ist es Zeit für eine Mittagspause: In der historischen City Tavernfühlt man sich in die koloniale Zeit des 18. Jahrhundert zurückversetzt. Das Interieur sowie die preisgekrönte Restaurantküche sind inspiriert von der damaligen Zeit und unbedingt einen Besuch wert. Der Stadtteil Chinatown und der überdachte Reading Terminal Market befinden sich nur einen zehnminütigen Fußmarsch entfernt und halten ebenfalls eine große Auswahl an Leckereien bereit.

Grüne Gärten, bunte Läden

Gönnen Sie sich nach dem Essen einen Spaziergang zum Washington Square, einem von fünf öffentlichen Parks, die von Stadtgründer William Penn entworfen wurden. Dieser Platz erinnert ein wenig an einen Londoner Stadtpark und ist umgeben von begehrten Immobilien mit imposanter Architektur und einer Vielzahl an Geschäften. Jede Menge Einkaufsmöglichkeiten befinden sich auch etwas weiter westlich – in der Walnut Street und Chestnut Street. Da in Pennsylvania keine Steuern auf Kleidung und Schuhe erhoben werden, lohnt es sich, hier einmal entlang zu flanieren und nach Schnäppchen Ausschau zu halten.

Dinner with a view

Für eine besonders schöne “Dinner-Experience” sollten Sie sich abends ins Restaurant XIX begeben. Aus dem 19. Stock des Hotels Hyatt at the Bellevue haben Sie einen wundervollen Ausblick über die Stadt, während Sie ein exquisites Abendessen genießen. Wie wäre es später am Abend mit etwas Karaoke? In der Japas Karaoke Lounge sind Sie genau an der richtigen Adresse.

Mit über 1300 Tieren aus aller Welt ist der Philadelphia Zoo der älteste Zoo der USA und eines der beliebtesten Ausflugsziele für Familien in der ganzen Region. Von der abenteuerlichen Ballonfahrt bis hin zu einem schaukelnden Ritt auf einem Kamel wird hier viel geboten – genau das Richtige also für den folgenden Vormittag.

Stipvisite bei Al Capone

Bevor es Zeit für die Abreise wird, sollten Sie noch einen Stopp beim Eastern State Penitentiary einlegen. Das ehemalige Gefängnis, in dem auch Al Capone schon seine Strafen abgesessen hat, ist heute eine schaurig-schöne Ruine und unbedingt einen Besuch wert – besonders im Herbst: die Veranstaltung „Terror Behind the Walls“ sollte sich kein Horrorfan entgehen lassen.